von neocoretexxx » So. 02.10.2016, 19:55
Es wird ja ständig von Medikamenten gesprochen, deswegen sollte man eine chronifizierte Psychose oder auch Schitzophrenie genauer unter die Lupe nehmen. Es handelt sich dabei oft um ein Überschuss an Serotonin und Dopamin, beides sind Hormone, die auf unser Denken und Gefühle einfluss nehmen. Wenn es zu Schwankungen im Hormonhaushalt kommt, können überschüssige Hormone nur über Sekundärmechanismen sehr langsam abgebaut werden. Medikamente wie in meinem Falle 2x4mg Fluanxol, Flupentixol, führen dazu, dass sie beispielsweise an Serotoninrezeptoren andocken und diese für das Hormon Serotonin blockieren, nach dem Motto es passt immer nur ein Schlüssel ins Loch. Schließlich unterscheidet man noch A-Typische und Typische Antipsychotika. Die machen unterschiedliche Nebenwirkungen und werden gerne kombiniert. Am besten wäre doch eine A-Typische Seroquel - Abilfy Kombo? Ich denke dein Arzt sollte dich über Spätdyskenisien bei Typischen Medikamenten aufklären. Diabetis bei Zyprexa, Agranulozytose bei Liponex und auch, wie es aus modernen und seriösen Studien hervorgeht, eine Psychopharmaka bedingte Hirnschrumpfung des Frontallappens, nach jahrelangen Gebrauch, aber auch nicht zwangsläufig.
So, wie du mir erscheinst, bist du ziemlich aufgewühlt und panisch, was alles passieren kann, was du haben könntest und was für ein jahrelanger Leidensweg, mit Psychopharmakacocktails, dir bevorstehen könnte. Du solltest Ruhe bewahren, die Krankheit akzeptieren und das du jetzt etwas besonderes bist. Du solltes dich auf das Medikament einlassen und akzeptieren das du es vermutlich ein lebenlang brauchst, aber nicht resignieren! Ich bin fest der Überzeugung, dass die Art der Psychose und die Erlebnisse nah an deinem Charakter gebaut sind und nicht durch die Ursache geprägt werden. Schließlich ist ein Drogenrausch immer eine temporär begrenzte und gewollte Psychose. Weiterhin glaube ich, dass es dich sowieso erwischt hätte, auch ohne Drogen, dann wäre etwas anderes Auslöser geworden. Es ist ganz klar, dass in deinem Alter von den Ärzten mit der Diagnose Schitzophrenie sehr sparsam umgegangen wird. Du hast dein ganzes Leben noch vor dir. Ein Tipp, behalte die Anzahl der dir verordneten Medikamente im Auge. Ich denke ein einziges bei Bedarf hoch dosiert ist immer besser als mehere moderat dosiert.
Bei mir fing es mit 21 Jahren an, jetzt bin ich 41 Jahre und auf einer Art Abstellgleis, ein Psychiatrisches Fachpflegeheim. Werde demnächst aber wieder in ein Betreutes Wohnen wechseln, weil ich es noch mal wissen will. Habe da auch noch körperliche Einschränkungen.
Ich wünsche dir alles Gute. greez, neocoretexxx