Wo?

In diesem Unterforum könnt Ihr Euch zum Thema Suizid (Selbstmord) und Tod austauschen, sowie der Trauer, die ein (Frei-)Tod hinterlässt.
Wichtig: Ihr könnt und dürft hier über Eure Suizidgedanken sprechen, allerdings sind konkrete Absichten bzw. Ankündigungen hier nicht erlaubt bzw. können evtl. an die Behörden weitergeleitet werden!

Wo?

Beitragvon Martin1965 » Mi. 27.12.2017, 07:23

Manche wählen die Bahngleise, Andere werfen sich vor ein Kraftfahrzeug, wiederum Andere erhängen sich. Ganz krasse Beispiele sind öffentliche Selbstverbrennungen.

Ich bevorzuge es im eigenen Bett friedlich zu entschlafen. Am liebsten natürlich, doch wenn dies nicht möglich sein wird, dann durch Suizid. Dabei werde ich alles so arrangieren, daß es kein „Bild des Grauens“ geben wird.

Mich interessiert, ob Ihr Euch hierüber selbst schon Gedanken gemacht habt.
Psychopharmaka sind eine Krücke. Wenn ich ein gebrochenes Bein habe, darf ich eine Krücke benutzen.
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Re: Wo?

Beitragvon Binella94 » Mi. 27.12.2017, 13:35

Eine tote Person ob blutig oder nicht, ob selbstgetötet oder nicht ist doch immer ein erschreckender und furchtbarer Anblick...
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Re: Wo?

Beitragvon nisma » Mi. 27.12.2017, 15:43

Im August ist mein Vater gestorben. Ganz friedlich eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht. Herzinfarkt, einfach so.
Das Bild wie er mit offenen Augen da lag, als wäre alles ganz normal, eine Hand ans Herz greifend als hätte er es doch noch mitbekommen werd ich wohl nie mehr aus dem Kopf kriegen.
Wie meine Mutter heulend in der Ecke des Raums saß während die Notärzte eiskalt nach der Versicherungskarte fragten wohl auch nich.
Wie danach die Polizei auftauchte, zusammen mit nem anderen Arzt um die Todesursache erneut festzustellen wohl auch nich.
Den Bestatter der ihn eingepackt und abtransportiert hat ebenfalls nich.
Die Beisetzung bei der meine fünfjährige Nichte geheult hat ohne Ende auch nich.
Die Kriminalpolizei is uns immerhin erspart geblieben, da der zweite Arzt nen natürlichen Tod festgestellt hat. Sonst wäre meine Mutter noch verhört worden um 3 Uhr Nachts, denn es hätte ja Mord sein können.

Suizid is n einfacher Ausweg. Aber für die Hinterbliebenen ist Tod nie einfach. Egal unter welchen Umständen der Angehörige verstorben ist. Selbst unter dem beliebten "friedlich einschlafen". Egal wie sehr man sich es als Suizidaler Wünschen würde dasses alles ganz einfach und Problemlos wäre.
Ein Bild des Grauens würde es so oder so.


Deine Fragestellung grenzt an Methodendiskussion, die ich hier im Forum nich dulden werde. Hier soll ein positiver und produktiver Diskurs herrschen und keiner der andere nur noch weiter in den Abgrund zerrt. Bitte beachte das.

Beachte auch dass so ein Forum keine Therapie oder sonstige echte Problembehandlung ersetzen kann und das auch nicht will. Deshalb such dir bitte Hilfe, wenn das Thema Suizid derart prävalent wird dass du jeden Aspekt dessen schon geplant hast.

Liebe Grüße und alles Gute
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Re: Wo?

Beitragvon Oskar » Do. 28.12.2017, 01:27

Ich kann Nisma echt nur beipflichten.
Debatten um ein „wie“ und ein „wo“ die dafür sorgen das es Menschen schlechter geht gehören wirklich nicht hier hin. Es hilft dir ja auch selbst nicht weiter wenn es stehts nur darum geht wann und wie es vorbei ist. Keines deiner Probleme wird kleiner davon werden wenn man sich in den Problemen ertränkt.
Das du dich umbringen willst und dir die Illusion machst es wäre nicht so schlimm wenn es auf eine gewisse Weise tust zeigt nur wie groß dein Problem ist.
Jemand der derart große Probleme hat und permanent nur um das Thema Suizid kreist der braucht wirklich Hilfe und zwar mehr und bessere Hilfe als das was du im Moment hast
Depressionen haben eine wahnsinnig gute Quote wenn es darum geht wieder gesund zu werden. Ein anderes Leben ist möglich, auch wenn du es dir vielleicht gerade nicht vorstellen kannst
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Re: Wo?

Beitragvon Martin1965 » Do. 28.12.2017, 15:26

Oskar hat geschrieben:Depressionen haben eine wahnsinnig gute Quote wenn es darum geht wieder gesund zu werden. Ein anderes Leben ist möglich, auch wenn du es dir vielleicht gerade nicht vorstellen kannst

Wie gut oder schlecht die Heilungsmöglichkeiten sind hängen von verschiedenen Faktoren ab.
Als da wären:
Ursache, Dauer der Erkrankung, Tiefe der Depression etc.
Bei jemanden wie mir, der seit Jahrzehnten mit Depressionen lebt, sind die Chancen auf eine Heilung verschwindend gering. Etwas anderes ist es zu sagen, man kann ein (relativ) gutes Leben mit der Depression führen.
In meinem Fall dürften Strukturen im Gehirn schon derart verhärtet sein, das es kein Leben ohne Depression mehr geben wird. Mir bleibt also nur der Versuch ein Leben mit der Depression zu führen.
Psychopharmaka sind eine Krücke. Wenn ich ein gebrochenes Bein habe, darf ich eine Krücke benutzen.
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Re: Wo?

Beitragvon Oskar » Do. 28.12.2017, 15:51

Martin1965 hat geschrieben:
Oskar hat geschrieben:Depressionen haben eine wahnsinnig gute Quote wenn es darum geht wieder gesund zu werden. Ein anderes Leben ist möglich, auch wenn du es dir vielleicht gerade nicht vorstellen kannst

Wie gut oder schlecht die Heilungsmöglichkeiten sind hängen von verschiedenen Faktoren ab.
Als da wären:
Ursache, Dauer der Erkrankung, Tiefe der Depression etc.
Bei jemanden wie mir, der seit Jahrzehnten mit Depressionen lebt, sind die Chancen auf eine Heilung verschwindend gering. Etwas anderes ist es zu sagen, man kann ein (relativ) gutes Leben mit der Depression führen.
In meinem Fall dürften Strukturen im Gehirn schon derart verhärtet sein, das es kein Leben ohne Depression mehr geben wird. Mir bleibt also nur der Versuch ein Leben mit der Depression zu führen.


Hast du denn schon eine Ursache gefunden?

Ich habe oft das Gefühl das die ganze Depression auch deinen Blick verzerrt. Stehts lauten die Antworten nur das es nicht möglich ist und du aufgegeben hast.
Ich glaube es wird wirklich Zeit, dass du dir eine Kraftquelle beschaffst um diesen Kampf wieder aufzunehmen. So habe ich das Gefühl es kann kein Vorwärtskommen geben.

Zu den verfestigten Strukturen im Hirn sei gesagt:
Auch bei Rentnern ist da Hirn noch sehr anpassungsfähig. Eine Studie hat jüngst bewiesen das sogar noch neue Hirnmasse gebildet und verknüpft werden kann in diesem Alter.
Etwas das so in flexibel ist sollte man nicht zu sehr als in Stein gemeißelt betrachten
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