Absturz einer Germanwings-Maschine in den franz. Alpen

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Re: Absturz einer Germanwings-Maschine in den franz. Alpen

Beitragvon Psycho » Fr. 27.03.2015, 12:47

Das schlimmste ist eigentlich die Vorstellung, wie die letzten Minuten für die Passagiere und die Besatzung gewesen sein müssen. Der Sinkflug dauerte ja ca. 8 bis 10 Minuten hieß es. Zwar haben die Passagiere erst kurz vor dem Ende etwas mitbekommen, hieß es. Das immerhin haben Pilot und Crew gut gemacht, um nicht unnötig eine Panik auszulösen. Dennoch werden die Passagiere wohl eine Weile vor dem Berg mitbekommen haben was los geht. Und der Pilot soll ja versucht haben ins Cockpit zurück zu gelangen, hat erst an die Tür geklopft, dann dagegen getreten. Das muss wirklich unvorstellbar sein, zu wissen man wird sterben, zu wissen man kann es nicht verhindern, aber man muss mehr als 8 Minuten warten bis es vorbei ist. Einfach eine sehr schreckliche Vorstellung, ähnlich wie die Todeskandidaten am Tag ihrer Hinrichtung wenn sie wissen dass es heute ihr letzter Tag ist, aber sie die Zeit bis zu ihrem Tod noch irgendwie überbrücken müssen.

Das Warten auf den unvermeidlichen Tod wo man nichts tun kann als abzuwarten bis es vorbei ist, das ist das schlimmste, finde ich. Vorallem auch traurig in diesem Fall ist, wie sich die Schulkinder im Flugzeug gefühlt haben müssen kurz bevor das Flugzeug in den Berg prallte. Sie wussten es ist gleich vorbei aber sie haben keine Möglichkeit nochmal ihre Eltern zu sehen bzw. sich von ihnen zu verabschieden. Der Australier der mit in dem Flugzeug war, der war ja immerhin nicht allein. Er war ja mit seiner Mutter unterwegs, konnte seine Mutter in den letzten Sekunden wenigstens noch in den Arm nehmen. Das konnten die Schulkinder aus Haltern am See nicht.

P.S.: Mittlerweile weiß man übrigens ganz sicher, dass der Co-Pilot nicht nur Schuld ist sondern das Flugzeug ganz bewusst hat abstürzen lassen, das wurde ja bekannt gegeben und ist somit keine Spekulation mehr.

Wieso musste der Pilot auch unbedingt auf's Klo gehen? Natürlich konnte er auch nicht wissen, dass der Co-Pilot ihn aussperren würde, aber der Flug hätte ja nur ca. 2 Stunden gedauert, da hätte man ja auch bis zur Ankunft in Düsseldorf warten können. Natürlich hätte der Co-Pilot dann sehr wahrscheinlich nichts machen können und hätte sein Vorhaben auf einem anderen Flug umgesetzt, man hätte die Katastrophe also nur herausgezögert, nicht verhindert.
Psycho
 

Re: Absturz einer Germanwings-Maschine in den franz. Alpen

Beitragvon Leni_privat » Fr. 03.04.2015, 20:07

Das alles ist sehr traurig, besonders für die Angehörigen der Opfer.
Auch für die Familie des Co-piloten. Was ich mich bis heute frage, warum hat niemand ihm helfen können.
Suizid ist eines aber 149 Menschen mitzunehmen nochmal was ganz anderes. Er muss extrem verzweifelt gewesen sein.Das keiner da was wissen wollte, vllt hätte auch ein einfacher Austausch oder einfach reden geholfen, vllt mit einer Person die ihn nachvollziehen kann, weil sie die ähnliche Krankheit hat.
Wo er keine Angst haben muss das jemand was falsches denkt.
Ich kann es auch nicht verstehen weil ich nur von meiner Krankheit ausgehe ich könnte nie meinetwegen
andere mit reinziehen. Das ich mich das so traurig, macht keine Ahnung kannte keines der Opfer.
Leni_privat
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Re: Absturz einer Germanwings-Maschine in den franz. Alpen

Beitragvon Seelenflüsterer » Do. 09.04.2015, 04:06

Nun ist es wieder still geworden um die Tragödie. Einerseits bin ich erleichtert darüber, dass das Medienbombardement endlich aufgehört hat, andererseits denke ich daran dass für die Angehörigen der lange Weg der Trauer wohl gerade erst begonnen hat...
Seelenflüsterer
 

Re: Absturz einer Germanwings-Maschine in den franz. Alpen

Beitragvon Mirai » Do. 09.04.2015, 12:37

Ich weiß auch nicht, was ich von dem Fall halten soll. Informiert zu werden ist schön, aber ich hatte viel zu oft das Gefühl, dass die Presse das Leben des Co-Piloten auseinander nimmt und die Klatschpresse ihre Blätter mit Spekulationen und Mutmaßungen füllt und das gefällt mir gar nicht. Unabhängig davon, was er getan hat, ist er immer noch ein Mensch und offiziell schuldig ist er erst, wenn die Staatsanwaltschaft ihr abschließendes Statement abgibt. Es spricht zwar alles dafür, aber ich fand es sehr pietätlos, wie die Presse die Spekulationen aufgegriffen und weitergesponnen hat.

Irgendwo im Netz habe ich auch gelesen, dass ein amerikanischer Psychiater der Ansicht ist, dass der Co-Pilot unschuldig sei, da er an Wahnvorstellungen gelitten habe. Vorstellbar ist es vielleicht, aber kann man wirklich eine Ferndiagnose über einen Toten anstellen? Ich weiß nicht, was ich davon halten soll und ich möchte auch gar nicht wissen, wie die Familie des Co-Piloten sich in den letzten Tagen gefühlt haben muss, als sie das Foto und die Spekulationen überall gesehen haben.

Ich möchte den Co-Piloten gar nicht in Schutz nehmen, aber ich finde Vorverurteilungen und eine Verletzung der Privatsphäre einfach nicht richtig.
Die Fotos, die im Fernsehen und in den Zeitungen gezeigt wurden, sind mit Sicherheit alle von seiner Facebook-Seite gestohlen worden und alles, was über ihn gesagt wurde, sollte man erst für bare Münze nehmen, wenn die Staatsanwaltschaft mit den Ermittlungen fertig ist und es bestätigen kann.

Es bleibt nur zu hoffen, dass die Angehörigen Kraft und Trost bei ihren nächsten finden. Schrecklich, dass so etwas passieren musste.
Mirai
 

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