EMDR?

Unterforum zu den verschiedenen Therapieformen und -möglichkeiten (sowohl ambulant als auch stationär). Berichtet von Euren Therapie-Erfahrungen mit Therapeuten, Psychologen, Psychiatern und Kliniken oder auch Selbsthilfegruppen. Wir versuchen auch, Euch bei der Arzt-/Therapeuten- oder Kliniksuche zu helfen.

EMDR?

Beitragvon verrückte-nudel1981 » Fr. 07.05.2010, 19:19

Hi!

Wollte mal fragen, ob jemand schon mal eine EMDR-Therapie gemacht hat und welche Erfahrungen Ihr damit gemacht habt?
Mein Therapeut macht diese Art von Therapie auch und er hat mir dazu geraten. Allerdings weiß ich nicht, ob er mir dazu rät, weil es wirklich helfen könnte oder weil er dadurch 100 € pro Stunde von mir bekommen würde, denn diese Therapie ist eine individuelle Gesundheitsleistung. :(

Liebe Grüße!
verrückte-nudel1981
 

Re: EMDR?

Beitragvon senta » Fr. 07.05.2010, 22:52

Hi Nudel,
also, eine Therapeutin hat das bei mir mal ausprobiert,
war nichts für mich,
es soll zwar durch gezielte Augenbewegungen auch bei dissoziativen Zuständen helfen,
ich konnte das nicht,
so viel Nähe konnte ich nicht aushalten.

Aber ich würds einfach mal ausprobieren,
ich mache etwas ähnliches selbst, allein, wenn ich "festhänge" bzw. mich Bilder quälen und "fesseln",
durch schnelle Augenbewegungen schaffe ich es manchmal, mich zu lösen und wieder im Hier und Jetzt anzukommen und mich zu entspannen.

Du mußt Dich doch bestimmt nicht gleich festlegen ohne es auszuprobieren, oder?
senta
 

Re: EMDR?

Beitragvon Roni » Sa. 08.05.2010, 02:01

hallo nudel

hatte mich einige zeit recht tief mit diesem thema beschäftigt. zuerst, die kassen bezahlen das, nach meinem wissen zumindest bei postraumatischer belastungsstörung. diese PTBS könnte eigentlich jeder von uns als diagnose bekommen, es sind immer alte geschichten die uns hinderlich sind.

wie senta schon schreibt, es ist ein sehr tiefes fallenlassen notwendig und daher ein absolutes vertrauensverhältnis zum therapeuten bedingung. das eye movement ist tatsächlich nur um die gedanken zu lösen die eigentliche wegbegleitung macht der therapeut.

die augenbewegung funktioniert tatsächlich. ursprünglich kommt dies von shapiro. entdeckt beim spazieren gehen und auf das laub am boden schauen. dabei immer die augen im bewegung halten und es verschwinden alle gedanken. geht auch mit zimmerkanten absuchen oder hauswände symbolisch nach edelsteinen absuchen :-) gibt natürlich keine edelsteine an den hauswänden :-)

hat er gesagt wieviele stunden er bräuchte? die EMDR selber bräuchte sicher nur wenige stunden, doch das vorbereiten, wie z.b. medikamente absetzen braucht zeit und danach brauchts eine ordentliche betreuung. und ambulant stell ich mir das schwierig vor, da its sicher das zuhause wichtig.

doch grundsätzlich ist EMDR eine hochinteressante sache, was tatsächlich traus wird liegt am therapeuten.


liebe grüße
roni
Roni
 

Re: EMDR?

Beitragvon Solveigh25 » Sa. 08.05.2010, 07:50

Wenn Du dazu was Interessantes lesen willst: Auf der Suche nach der Schattenschwester (so dürfte das Buch heißen, wenn ich mich recht erinnere). Da hat eine PTBS-Patientin ihren Heilungsweg mit dieser Methode beschrieben. Allerdings war es bei ihr so, wie ich es von mehreren Seiten gehört habe: man sollte das STATIONÄR machen, denn das kann ziemlich abgehen! Und manchmal nicht "nur" während der Therapie, sondern danach. Also, je nach Traumatisierung ist das sehr sehr gefährlich. Du sollest auf jeden Fall auch abklären, dass Du Tag und Nacht bei dem Therapeuten anrufen kannst und Dir Hilfe holen kannst! Ich würde auch vorher abklären, wie hoch er die Gefahr einer dadurch ausgelösten Psychose sieht. Es kommt immer auf die Stabilität der Persönlichkeit an. In dem Buch wird beschrieben, dass die Patientin erst wochenlang im stationären Setting stabilisiert wird, bevor die EMDR beginnen kann! Ich selber wäre schon auch neugierig darauf, aber ich habe hier noch keinen Therapeuten gefunden, der das anbietet. Es zahlt jedenfalls auch die Kasse, wenn PTBS diagnostiziert ist.
Solveigh25
 

Re: EMDR?

Beitragvon verrückte-nudel1981 » Sa. 08.05.2010, 09:26

Ich danke Euch für Eure Antworten! :)
Es klingt ja teilweise wirklich heftig, was Ihr schreibt, so dass ich jetzt schon Angst vor dieser Therapieform habe. Also in eine Klinik gehe ich nicht, denn dafür geht es mir zu gut und außerdem habe ich ja eine kleine Tochter, für die ich da sein muss. PTBS wurde bei mir nicht diagnostiziert. Er meinte zwar, dass mich manche Dinge schon traumatisiert haben, aber die Diagnose hätte ich trotzdem nicht. Und er meinte halt auch, dass die EMDR-Therapie nicht von der Krankenkasse bezahlt wird. Aber wie dem auch sei, ich habe jetzt schon etwas Angst bekommen, so dass ich "nur" die Verhaltenstherapie weiter machen werde. Danke für Eure Antworten! :cuddle:
verrückte-nudel1981
 

Re: EMDR?

Beitragvon senta » Sa. 08.05.2010, 17:28

Angst wollte ich Dir auf keinen Fall machen,
probiers doch aus, wenn Dein Therapeut es Dir empfiehlt.
Es geht doch darum, daß man dann in der Therapie belastende Dinge ansprechen kann, und auch wieder gut zurück findet und die Sitzung gut abschließen kann,
wenn einem das gut gelingt,
dann kann man wahrscheinlich in der Stunde intensiver arbeiten.

Er sollte Dir auf jeden Fall zeigen,
wie er es handhabt, dann kannst Du es Dir ja besser vorstellen.
senta
 

Re: EMDR?

Beitragvon verrückte-nudel1981 » So. 09.05.2010, 00:13

@senta: Nee, ich denke, ich werde die Therapie nicht machen, denn schon alleine 100 € pro Stunde kann ich mir nicht leisten. Und ich bin ja auch nicht schwer traumatisiert. Trotzdem danke für den Tipp! :cuddle:
verrückte-nudel1981
 

Re: EMDR?

Beitragvon Solveigh25 » So. 09.05.2010, 08:21

Da frage ich mich, ob der Therapeut wirklich nur 100 schöne Euro pro Sitzung kassieren will. Wenn keine PTBS vorliegt und Du meinst, auch nicht stark traumatisiert zu sein, wieso schlägt er dann die EMDR vor? Ich selber habe mit Verhaltenstherapie keine durchschlagenden Erfolge gehabt. Ich fand es zwar klasse, von Woche zu Woche die anstehenden Probleme bereden zu können und für manches Detailproblem des Lebens hatte die Therapeutin wirklich gute Tipps, so dass manches im Alltag leichter wurde. Doch die Grundprobleme wurden nicht gelöst, da sie tiefer liegen. Hatten wir also das eine Problem gelöst, kamen drei andere hoch, halt in anderen Bereichen. Ich habe z.B. große Angst vor Menschen(massen). Wenn ich dank Verhaltensthera geschafft habe, z.B. auf eine Feier zu gehen, so hat das für die andere Situation, z.B. Konzert singen, nichts gebracht. Besser wäre es wohl, man ginge der Ursache auf den Grund, denn sobald ich die eine Situation einigermaßen hinkriege, tun sich ein Dutzend neue Situationen auf, in denen die Angst genauso groß ist. So kann man mit Verhaltensthera jede Woche neu an irgendwelchen Kleinproblemen rumdoktern. Nun, wie gesagt, einiges hat es auch im grundsätzlichen Verhalten gebracht, aber die Grundangst in mir drinnen konnte die Verhaltensthera nicht auflösen. Ich weiß nicht, wie Du damit zufrieden bist und ob es bei Dir was bringt.
Solveigh25
 

Re: EMDR?

Beitragvon verrückte-nudel1981 » So. 09.05.2010, 16:49

@Solveigh25: Mein Therapeut meinte, weil ich die soziale Phobie und (leichtes?) Binge Eating habe, würde mir das EMDR weiterhelfen, denn eine Diät würde dauerhaft nichts bringen, weil die Grundprobleme, weshalb es zu Hungerattacken kommt, dadurch nicht gelöst werden. Ich hatte ihm nämlich erzählt, dass wenn ich meine Ernährung umgestellt und gesünder gelebt habe, mich nach ein paar tagen wieder die Heißhungerattacken "überfielen".
Mir bringen die Gespräche in der Verhaltenstherapie schon etwas, aber ich glaube trotzdem, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis ich die sozialen Ängste und mein Essverhalten ändern kann. Mir fehlt auch ein Stück weit der Wille dazu, manchmal zumindest. :?
verrückte-nudel1981
 

Re: EMDR?

Beitragvon Solveigh25 » Mo. 10.05.2010, 08:02

Seltsam, dass er da EMDR empfiehlt, aber ich kenne mich da wohl zu wenig aus. Na, hoffentlich bringt Dir die Verhaltensthera auch ohne EMDR etwas! Ich bin ja nicht so angetan von Verhaltensthera. Viel Erfolg!
Solveigh25
 

Re: EMDR?

Beitragvon verrückte-nudel1981 » Mo. 10.05.2010, 08:55

@Solveigh25: Danke Dir! :) Hast Du denn schon mal mit Deinem Therapeuten darüber gesprochen, dass Dir die Verhaltenstherapie nicht wirklich hilft?
verrückte-nudel1981
 

Re: EMDR?

Beitragvon Solveigh25 » Di. 11.05.2010, 07:24

Ich habe ja deswegen die Verhaltensthera beendet und gehe jetzt wieder in tiefenpsychologisch ausgerichtete Thera, die wirklich jede Menge in Bewegung setzt. Parallel dazu mache ich das, was mir am besten hilft, nämlich Körpertherapie, wobei ich da nur alle paar Wochen hingehen kann, da ich es auch selbst zahlen muss. Allerdings geht auch Yoga in Richtung Körpertherapie und das mache ich ganz regelmäßig und hilft viel zum Stabilisieren. Aber Verhaltensthera mache ich nicht mehr.
Solveigh25
 

Re: EMDR?

Beitragvon Roni » So. 16.05.2010, 01:18

hallo nudel
angst wollt ich dir nicht machen. bei EMDR braucht keiner angst haben ist eine gute sache, wenn, ja wenn der therapeut ahnung hat hats auch eine große gute wirkung. die EMDR wird für therapeuten in kursen angeboten und bei amazon gibts auch eine anleitung, für die welche das mal so selber ausprobieren möchten.

eine schache ist wirklich bei klienten mit kleinem kind. ich wüsste jetzt auch nicht wie da verfahren werden könnte. wenn das kind so ab 1 jahr alt wäre könnte es mit in die klinik und dazu eine betreuung von der klinik für das kind. kann mir jedoch nicht vorstellen, dass es so etwas schon gibt.

alles was wir so an verhaltensstörungen diagnostiziert bekommen ist auf traumen zurück zu führen, psychologen wissen das schon seit langem. so kann auch jeder psychologe zusätzlich eine diagnose PTPS stellen.

die augenbewegung ist wie gesagt nur ein hilfsmittel für die gedankenfreiheit. dadurch ist es dem therpeuten möglich den klienten an der hand zu führen zu vergessenen orten der erinnerung. der patient wird in die lage versetzt die erinnerungen so wieder zu finden wie sie wirklich geschehen sind. es sind immer die orte der kindheit, doch nun ist der kient erwachsen. er braucht keine angst mehr habe und wird nun in die lage versetzt zu erkennen, seinen wirklichen gefühlen freien lauf zu lassen, die er als kind verbergen musste. wenn der tehrapeut gute arbeit leistet verschwinden die meisten zwänge, süchte, ängste, einfach durch das zulassen von gefühlen und durch das erkennen der wirklichen eigenen vergangenheit udn besonders, durch das komplette unschuldigsein. kurz zusammen gefasst.

alles liebe wünscht
roni
Roni
 

Re: EMDR?

Beitragvon senta » So. 16.05.2010, 02:22

so leicht funktioniert es leider nicht,
hast Du es denn selbst mal ausprobiert roni?

also bei mir hatte EMDR nichts mit Vergangenheits"reisen" zu tun,
ganz im Gegenteil,
eher um von Bildern wieder weg zu kommen
senta
 

Re: EMDR?

Beitragvon Roni » So. 16.05.2010, 03:17

hallo senta

wollt damit auf keinen fall sagen das es leicht geht, es ist sogar sehr schwer, doch es gibt etwas gutes dabei, es kann nichts mehr passieren. es ist geschehen und vergangenheit und unabänderlich. doch beeinflussen einen diese erlebnisse im eignenen verhalten und um betrachten der welt so sehr, was jedoch immer passiert weil wir die wahrheit in der vergangenheit verbiegen mussten, wir haben die schuld auf uns genommen um ander zu schützen. hinter diese geheimnisse lässt sich mit EMDR kommen. freilich könne wir heite so sagen unsere eltern haben und vernachlässigt, missbraucht, manipuliert udn all die schlechten dinge, doch es ist nicht wirkliche gewissheit da, der körper kann unser später aufgesetztes wissen nicht so einfach annehmen, dazu braucht es die damals verborgenen gefühle.

ich würde das ganze auch nicht so einfach glauben, davon abgesehen, dass es schlüssig klingt, das würde mir auch nicht reichen. bin auf anderem wege zu dieser erkenntnis gelangt, dass es funktionieren kann. zu EMDR hab ich die fachbücher hier, doch braucht es dazu einen zweiten, alleine geht es nicht. ich könnte es eher mit jemanden anderem machen, doch dazu bin ich noch nicht frei genug. das ist auch das problem der meisten threapeuten, sie haben selber solche versteckte verbrogene erinnerungen die sie in ihrem verhalten beeinflussen. ganz leicht zu bemerken wenn sie erzieherisch wirken wollen oder abwehren oder sich reizen lassen. habe auch noch solche versteckten dinger, was ich nur am eigenen destruktiven verhalten bemerken kann. doch was dahinter steckt werde ich in den nächste monaten heraus bekommen - auf anderem wege, der nicht einfacher ist.

es ist mir absolut unvorstellbar, dass EMDR dazu genutzt wurde um bilder weg zu bekommen. weil wenn bilder verschwinden so bleibt doch das verhalten, dazu noch mehr unerklärlich.

liebe grüße
roni
Roni
 

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