Therapie? Was, wer und wirklich?

Unterforum zu den verschiedenen Therapieformen und -möglichkeiten (sowohl ambulant als auch stationär). Berichtet von Euren Therapie-Erfahrungen mit Therapeuten, Psychologen, Psychiatern und Kliniken oder auch Selbsthilfegruppen. Wir versuchen auch, Euch bei der Arzt-/Therapeuten- oder Kliniksuche zu helfen.

Therapie? Was, wer und wirklich?

Beitragvon Pantalaimon » So. 16.08.2009, 18:31

Hallo Ihr lieben!

Ich versuche einmal zu schildern, warum ich gerne eine Therapie machen möchte, und welche Ängste und Befürchtungen ich diesbezüglich habe.

Ich bin jetzt 24, weiblich, fest im Berufsleben.

Vorgeschichte zu mir selbst:

Ich war immer ein sehr ruhiges, aber glückliches Kind (Mein eigenes Gefühl von meiner Kindheit). Introvertiert, wenige Freunde, dafür aber gute Freunde. Ich hatte allerdings öfter Probleme damit, mal meine Meinung durchzusetzen (gegenüber Eltern, Schwester, Freunden), da ich jedem Streit lieber Kilometerweit aus dem Weg ging. Mich hat es oft geärgert, dass meine kleine Schwester viele Dinge durfte, die ich in diesem Alter niemals gedurft hätte, wir haben uns auch sehr oft gestritten (geprügelt) , aber haben jetzt ein super Verhältnis zueinander. Ich denke also nichts, was bei anderen Geschwistern nicht auch vorkommt.

Ich war nie besonders Selbstbewusst und habe mich hinter anderen versteckt wenn es ging.

Geschichte zu meinem Problem:

Ich war nie richtig verliebt, habe ab und zu für einige Jungs geschwärmt, aber auch für Mädchen. Für ein weibliches Wesen habe ich sehr stark geschwärmt, es wurde aber nie etwas heraus weil ich mich nie traute zu fragen und wir uns auch nur vom sehen kannten. Ich für meinen Teil hatte also immer schon im Kopf, dass ich eher auf Frauen als auf Männer stehe.

Auch ich wurde nie von irgendwem angesprochen oder "begehrt". Als ich 16 war, lernte ich meinen ersten festen Freund kennen. Es war von meiner Seite aus anfangs keine Liebe, es war eher die neugierde und das geschmeichelt sein, dass sich doch jemand für mich interessiert. Ob es "Liebe" geworden ist, kann ich aus meiner jetzigen Sicht gar nicht mehr nachvollziehen, auf jeden Fall waren wir die erste Zeit sehr sehr glücklich, mit ihm hatte ich meinen ersten Sex.

Das erste Mal lief aber leider für mich so, wie ich es nicht gewollt hatte. Aus einem Missverständnis heraus. Ich fühlte mich zu dem Zeitpunkt nicht bereit, aber habe auch nicht den Mumm gehabt, es so zu sagen. (Noch heute muss ich manchesmal heulen oder wende mich "angeekelt" ab wenn jemand über dessen "wunderschönes erstes Mal" berichtet, es im TV gezeigt wird o.ä. )

WIr waren knapp 3 Jahre zusammen (allerdings immer eine Fernbeziehung, anfangs jedes Wochenende, bzw ab und zu in der Woche sehen, als ich mit meiner Ausbildung anfieng, nur noch etwa 4-5 Tage im Monat)

Ich hatte irgendwann immer weniger Lust auf Sex, habe mich auch geekelt vor einigen Dingen die er unbedingt einmal ausprobieren wollte. Das meiste liess ich irgendwann zu, aber es tat weh, ekelte mich oder dergleichen so dass ich es nicht mehr wollte. Das habe ich dann auch gesagt, aber eher so "Das möchte ich aber gerade nicht" , wo er irgendwann nur noch meinte, "Ich solle mich nicht so anstellen, da muss ich mich eben erst einmal dran gewöhnen, dann tut es nicht mehr weh / dann macht es mir Spaß - ausserdem wünscht er sich das doch sooooo sehr!"

Dinge, bei denen ich mich erniedrigt fühlte, aber ich hatte wieder nicht den Mumm das ernsthaft rüberzubringen. Hatte ich keine Lust auf Sex, fing er irgendwann an mich zu betatschen und befummeln und sagte, wenn wir doch erst einmal dabei sind, dann käme der Spaß für mich schon, früher hätt mir ja auch alles gefallen.

Ja, anfangs, nach den ersten Malen - da hatte ich Spaß an Sex, wir haben viel ausprobiert - irgendwann war dies aber weg, ich fühlte "nichts" mehr, oder nur noch so wenig, dann diese Praktiken die ich nciht mag, die er aber trotzdem tat.

Ich zweifelte selbst an mir , dachte das mit mir etwas nicht stimmte das ich keine Lust habe, fragte mich, was andere an Sex so toll fanden, warum ich dabei nichts empfand....

Manchesmal habe ich dann alles über mich ergehen lassen, um heulend neben ihm im Bett zu liegen wenn er fertig und eingeschlafen war. Immer wieder dachte ich, dass mir das passiert ist ja meine eigene Schuld - würde ich ihm sagen können das ich das SO nicht will, dann würde er es bestimmt nicht machen.

Wir haben uns getrennt, bzw. ich machte dann Schluss mit ihm als ich nicht mehr konnte und jemand anderen kennengelernt hatte.

Seitdem hatte ich nur noch Beziehungen mit Frauen, die ersten beiden liefen auch nicht gerade rund (beides mal geriet ich an Borderliner unterschiedlicher Ausprägung und bin daran fast kaputt gegangen) , jetzt habe ich seit 2 Jahren aber eine Freundin, der ich voll und ganz vertraue, die ich liebe und begehre, wir können über alles reden, haben wahnsinnig viel Spaß zusammen, sie hilft mir, ich helfe ihr - wir sind einfach glücklich!

Jedoch ist es so, dass in manchen Gesprächen, in manchen Situationen wieder diese Gefühle in mir aufkommen, die ich damals empfunden habe als mein Ex mit mir schlief oder eben Dinge tat die ich nicht wollte - ich bin dann nicht ansprechbar, ich heule und zittere und kann keinen klaren Gedanken fassen - das kann bis zu einer halben Stunde dauern bis ich mich wieder beruhigt habe.

Dabei reichen manchesmal einfach nur ein paar Sätze, WOrte, Filmszenen, ein bestimmtes Lied.... meine Freundin sagte mir, dass sie das natürlich auch belastet zu sehen das es mir manchesmal so schlecht geht, dass sie schon aufpasst was und wie sie etwas sagt damit eben in mir nicht wieder so ein Film abläuft....

Mir war es nie so bewusst das sie gezielt versucht Dinge zu vermeiden, bzw diese nicht anzusprechen damit ich nicht wieder einen Film bekomme.

Meine Freundin hatte mehrere Freunde und Freundinnen, und anfangs oder zwischendurch, wenn sie eine Anekdote aus ihrem früheren Sexleben berichtet oder sich mit Freundinnen darübe runterhält, kommt so ein komisches Gefühl in mir auf. Verzweiflung (Warum habe ich es nicht so erlebt?) Neid (DAS würde ich auch gerne mal erleben!) Angst ( alle Männer werden sowieso nur so drauf sein wie mein Ex) Neugierde (Ich muss es doch noch einmal ausprobieren) Scham (Ich liebe meine Freundin und warum denke ich, dass ich mit einem Mann schlafen sollte? ) ......

WIr haben uns darüber unterhalten ob eine Therapie nicht helfen würde.

Ich weiss es nicht, denn ich zweifle (aus irgendwelchen irrationen Gründen) daran, ob sich ein Psychologe meines Problemes annehmen würde, da ich immer noch so FÜHLE , als wenn ich das alles selbstverschuldet habe, wenn ich nur etwas gesagt hätte, wäre es niemals so weit gekommen und ich bin Schuld das ich diese Probleme habe - und das mir ein Psychologe einfach nur das sagen würde. "Tja, das ist ein selbstgemachtes Problem - stellen Sie sich mal nicht so an, das haben sie selbst verantwortet"

Warum ich das denke, ich weiss es nicht... ich bin auhc immer der Meinung zu versuchen es anderen Recht zu machen auch wenn ich selbst zurückstecke dadurch, das ich nicht immer sagen kann was ich denke und wünsche - darunter leidet vor allem meine jetzige Freundin.

Ich habe mich bisher nur über das Internet schlau gemacht. Es gibt so viele Psychologische Psychotherapeuten , Diplom-Psychologen , alle mit verschiedenen Schwerpunkten. Wie finde ich denn heraus, ohne nun wirklich bei jedem ein Gespräch zu machen, wer dieses Problem angehen kann? Gibt es eine grobe "Richtung" - in die meine Gefühle, Gedanken und Ängste passen?

Ich bin normalerweise unbeschwert und fühle mich nciht depressiv, traurig oder unglücklich - nur ab und zu, bei bestimmten Gesprächen, da habe ich das Gefühl ich falle in ein Loch. Das kann sein das es 1 x im Monat ist, alle paar Wochen oder mal 3 Monate gar nicht.

Ich danke jedem, der diesen langen Roman durchgelesen hat! Ich denke es ist verwirrend geschrieben, doch häufig fehlen mir passende Worte und ich kann nicht alles so ausdrücken wie ich es gerne würde.

LG
Pan
Pantalaimon
 

Re: Therapie? Was, wer und wirklich?

Beitragvon planb » So. 16.08.2009, 19:09

Gute Psychologen stellen nur Fragen. Und es ist nich so leicht, den passenden zu finden. Das dauert meist einige Jahre. Du hast also, wenn du das willst, einen langen Weg vor dir.
planb
 

Re: Therapie? Was, wer und wirklich?

Beitragvon lost_soul » Mo. 17.08.2009, 22:03

Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Psychologe dich mit deinem Problem allein lassen würde. Sicherlich bist du damit nicht alleine, Selbstbewusstsein ist etwas, woran man durchaus arbeiten kann (und in manchen Fällen auch sollte), und ich denke nicht, dass du dafür einen Psychologen mit bestimmter Fachrichtung brauchst.
lost_soul
 

Re: Therapie? Was, wer und wirklich?

Beitragvon Mulle » Di. 18.08.2009, 17:49

hallo P,
was deine erste beziehung betrifft so denke ich, dass du nicht gerade den idealpartner hattest. hätte er dich von herzen geliebt, hätte er auch auf deine gefühle geachtet und deinen wunsch respektiert. so hat er dich eher für seine befriedigung gebraucht.
leider ist dadurch das vertrauen gestört worden, du selbst fühlst dich nicht gut und hast noch einen langen weg vor dir.
vorallem um dich selbst zu erkennen und auch deine sexualität. nun isses ja alles irgendwie dumm gelaufen, aber setze dich selbst nicht unter druck. erlaubt ist, was spass macht....und zwar beiden partnern.versuche zu erkeunden, welches geschlecht dich mehr in geborgenheit und begehren erfüllt, fühle dich glücklich und dann kann einem erfülltem sex-leben eigentlich nichts im weg stehen.
mit dem ersten mal...... da stehst du nicht alleine da- ich fand das auch einfach nur furchtbar und fragte mich, wie man sowas nun schön finden konnte.
der weg zu sich selbst allerdings... das ist ein reifungsprozess. nimm dir zeit.

auch wenn du meinst, professionelle hilfe zu benötigen, so solltest du dich nicht entmutigen lassen.
du solltest vorher eh zu einem facharzt für psychiatrie/ neurologie gehen. erst dort wird man dir nach einigen gesprächen über deine problematik eine überweisung zu einem psychologen geben.
es sei denn, du ist bestrebt den psychologen aus eigener tasche zu bezahlen....dann brauchst du vorhergehendes procedere natürlich nicht.
Mulle
 


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