Therapieabbruch durch Therapeut oder nur ein Bluff?

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Therapieabbruch durch Therapeut oder nur ein Bluff?

Beitragvon Desperado29 » Di. 03.10.2017, 20:14

Liebe Forums-Mitglieder,

ich bin in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie wegen Angststörung, Depression und Panikattacken, dazu hat sich eine PTBS entwickelt. Mir wurde von der gesetzlichen Krankenkasse 50-53 Stunden genehmigt (weiß nicht genau, da mein Thera anfangs von 53 und dann von 50 gesprochen hat)...

Nun hab ich noch je nach dem wie viele es waren 16-19 Stunden übrig und dringenden Bedarf einer Verlängerung, die mein Thera auch für unbedingt erforderlich hält, da ich seit Monaten völlig unstabil, labil bin.

Mein Thera hat mir nun verkündet, dass wir die Therapie in 8-10 Std abbrechen werden, da er den Arbeitsplatz wechselt.

Er hatte nie erwähnt, dass es eventuell Veränderungen geben könnte- im Gegenteil 1 Woche zuvor meinte er noch wir haben alle Zeit der Welt, wir nehmen uns die, daher kam das sehr überraschend. So ein Jobwechsel erfolgt ja nicht spontan (klar die Zusage kommt von jetzt auf gleich), aber das wird geplant und da hätte er ja schon mal ankündigen können (müssen?) dass es Veränderungen geben könnte.... Oder?
Dann hätte ich die Chance gehabt selbst zu entscheiden, ob ich bleiben möchte mit dem Wissen, dass die Therapie vorzeitig beendet werden könnte oder ob ich mit meinen verbleibenden Stunden einen Therapeutenwechsel machen möchte aus Sicherheit damit ich dann nicht ohne da stehe und auch eine Verlängerung bekommen könnte... Hat er nicht...

Ebenso hat er mir diese Ankündigung gemacht, es so klingen lassen als wenn "Tja, ist Pech, dumm gelaufen".... Danach haben wir das Thema gewechselt als wäre nichts gewesen...

Hier wird mir wohl jeder, der in Therapie war/ist zustimmen, dass es ein außerordentlich wichtiges Thema ist - richtig?! Gerade für einen instabilen Patienten, der eindeutig Therapie benötigt.
Daher hätte er mir doch Möglichkeiten und Wege anbieten müssen wie es weitergehen könnte, was ich tun kann, dass er mir zur Seite steht/hilft, meine Ängste nehmen, mir erklärt wie die verbleibenden Stunden aussehen werden (gerade auch weil der eigentliche Weg mit größeren Abständen zum Ende der Therapie zur Entwöhnung nicht stattfinden wird), was er/wir noch tun können damit ich mich einigermaßen sicher/bereit fühle für ein Ende, welche Themen ich noch bearbeiten möchte... Er hat NICHTS, gar nichts davon auch nur ansatzweise angesprochen und ist 1 Tag später in Urlaub, so dass ich nun in der Luft hänge und nichts weiß... Ist das korrekt, normal?

Ich stand unter Schock und hab gar nichts gesagt, zu Hause bin ich zusammengebrochen und war kurz davor mich umzubringen.

Dann kam mir ein sehr absurder, aber durchaus möglicher Gedanke: Es ist nur ein Bluff, ein sehr schlechter schwarzer Scherz, um mich ins Nachdenken, Reagieren und Handeln zu bringen.

Denn Tatsache ist, dass ich nie auch nur eine (emotionale) Reaktion zeige, meine Fortschritte sehr gering sind und wir uns die letzten 2-3 Monate nur im Kreis drehen bzw auf der Stelle treten.

Er hat im Laufe der Therapie immer wieder solche "Aktionen" abgezogen, um eine Reaktion von mir zu bekommen und mich zum Handeln zu bringen. Fakt ist, es hat immer funktioniert! Noch vor 3 Wochen hat er mir knallhart/eiskalt gesagt, dass ich ihn nerve mit meinem Verhalten, dass er darauf keine Lust mehr hat und ich mir mal überlegen soll, ob das so noch Sinn macht... Das hat mich tierisch geärgert und tief getroffen, so dass ich bis zur nächsten Stunde einiges begonnen hatte zu verändern... und ihm gesagt hab, dass es wirklich weh tat und eiskalt war, aber, dass es genau das war was ich gebraucht hab, das ich es eben knallhart brauche um zu verstehen und ins Handeln zu geraten...

1 Woche später verkündet er dann, dass er aufhört, ignoriert das Thema völlig und lässt mich eiskalt im Regen stehen... Komisch oder?

Fakt ist, er hat so was ähnliches öfter abgezogen, mich rausgeschmissen, gesagt ich soll nachdenken ob ich überhaupt ne therapie will, mich erschreckt, verwirrt, was auch immer...

Fakt ist auch, dass ich ihn IMMER als sehr rücksichtsvollen, besorgten, hilfsbereiten Thera erlebt hab, der alles respektiert was ich von ihm verlange (hab eine Angst vor Männern entwickelt und er lässt mich ohne Wimper zucken einfach machen was mir gut tut), der mich bei jeder Kleinigkeit nach meinen Gedanken/Gefühlen/Ängsten fragt und darauf beharrt eine Antwort zu bekommen wenn ich ausweiche, der mich schon Wochen vor seinem Urlaub darauf hinweist, dass er nicht da ist und mich fragt was er tun kann damit ich die Zeit gut überstehe, der mir immer Hilfe anbietet und alles tut damit ich mich gut fühle in den Stunden....

Und dieser Thera soll mir nun eiskalt verkündet haben ohne mich schon Wochen vorher darauf hinzuweisen, dass er aufhört ohne mir weitere Hilfe anzubieten, meine Ängste zu nehmen und mir zu erklären wie wir die verbleibenden Stunden nutzen werden? Finde ich sehr merkwürdig, kann ich mir nicht wirklich vorstellen, denn er war immer anders...

Daher glaube ich, dass es ein sehr makaberer Scherz ist um mich endlich aufzuwecken... Wie seht ihr das? Könnte das sein? Habt ihr vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht?
Ich weiß, es ist ziemlich krass, aber leider lasse ich ihm auch nicht viel andere Möglichkeit.... Theras testen nun mal Grenzen, wie weit sie gehen können...

Sollte es kein Scherz sein, dann hab ich mich einfach von Grund auf in ihm getäuscht und er hat sein wahres Gesicht gut überspielt, dann zeigt das nur, dass er einfach ein schlechter Thera ist mit null Interesse und Einfühlungsvermögen für seine Patienten.

Indem Fall, was kann ich denn jetzt tun? Wenn die Therapie wirklich vorzeitig beendet wird, hab ich ja ne Sperre von 2 Jahren. Ich brauch aber ne Therapie und zwar jetzt. Oder kann ich jetzt noch nen Thera Wechsel machen?

Bin über jede Erfahrung, jeden Gedanken dankbar!

Liebe Grüße und danke!!!

Desperado29
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