svV und emotionale Abhängigkeit ohne Therapie wegbekommen?

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svV und emotionale Abhängigkeit ohne Therapie wegbekommen?

Beitragvon traene01 » Sa. 15.07.2017, 20:09

Ich hab keine Ahnung ob das Thema hier im richtigen Forum ist.

Ich bin seit gut 2 Monaten in Therapie wegen svV. Der Grund dafür ist ein eher längerer. Ich hab mich vor fast 3 Jahren in einen Mann verliebt der mir ewigs (wohl unbewusst) Hoffnungen gemacht hat und mich dann abblitzen liess, alles ignoriert und ich bin damit nicht mehr klar gekommen. Ich hab mich so in die Sache hineingesteigert dass ich mich mittlerweile abhängig von ihm fühle was die Sache schwieriger macht weil er ja alles ignoriert.

Nun gut. Ich bin eigentlich in Therapie. Hab aber Mühe mit der Therapeutin. Sie wirkt auf mich oft ziemlich verpeilt was ich von einer Psychologin einfach nicht erwarte. Sie vergisst Dinge die wir an der Sitzung davor abgesprochen oder abgemacht haben und sie schaut nicht auf mein eigentliches Problem, sondern will so einfach wie möglich als erstes mein Untergewicht therapieren, was ich aber da eher nach hinten stelle. Nicht nur das, gestern hat sie den Termin vergessen und erwartet schon fast von mir dass ich mir am Nachmittag auf der Arbeit freinehme um den nachzuholen, was ich halt nicht kann. Sie hat extrem unflexible Zeiten. (Der letzte Termin abends startet um 16 Uhr.) Sie will mich jedes mal wieder dazu bringen dass ich Antidepressiva nehme die ich eigentlich mal vom Arzt verschrieben bekam als wir bei ihm waren wegen der Psychologin, ich habe ihr aber schon gesagt dass ich die nur nehmen will wenn es gar nicht anders geht. Wir kommen irgendwie nie weiter und sind immernoch genau da wo wir an den ersten beiden Sitzungen schon waren.

Nun, ich will die Therapie bei ihr abbrechen. Ich hab gestern mit einem guten Freund der über alles Bescheid weiss geredet und auch er ist nicht überzeugt von ihr.

Und mir wäre es halt am liebsten, wenn ich einfach zu gar keinem Psychologen mehr gehen müsste. Zum einen will ich nicht wieder alles von vorne beginnen und erzählen und zum anderen bin ich einfach zu ungeduldig dazu. Ich habe keine Geduld wegen dem über Monate wenn nicht noch länger in Therapie zu gehen. Er ist jedoch der Meinung, dass ich das nicht einfach so ohne Therapie langfristig in den Griff bekomme.

Mein Problem dabei ist halt auch, dass ich damit immernoch nicht abgeschlossen habe und immernoch hoffe dass der Mann sich irgendwann noch meldet, was die ganze Sache noch schwieriger macht. Weil jeder Therapeut würde mich zuerst davon wegbringen wollen.

Ist es Möglich sowas auch ohne Therapie in den Griff zu bekommen???

Ich hatte schon vor 5 Jahren mal Probleme mit svV und damals habe ich es auch ohne Psychologen irgendwie wegbekommen. Ich weiss nr nicht mehr wie.
Ohne
traene01
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Re: svV und emotionale Abhängigkeit ohne Therapie wegbekomme

Beitragvon Mäuschen » So. 16.07.2017, 14:05

traene01 hat geschrieben:Ich hatte schon vor 5 Jahren mal Probleme mit svV und damals habe ich es auch ohne Psychologen irgendwie wegbekommen.


Ne, hast du nicht ;) Sonst hättes du jetzt ja keine Probleme damit. SvV ist eine Bewältigungsstrategie für Dinge, wo man keine andere Lösung für weiß. Und jetzt bist du wieder in so einer Situation und das ist für dich die Lösung mit ihr umzugehen... Kann sein, dass du es wieder alleine "wegbekommst". Aber dann kann es sein, dass du wieder nur eine Weile damit aufhörst und du dann wieder in eine Situation kommst, mit der du nicht umgehen kannst und darauf zurückgreifst. Wichtig ist bei SvV herauszufinden, warum man es genau tut. Also nicht die Situation selbst, sondern die Gründe dahinter und dann andere Bewältigungsstrategien zu finden. Kann man alleine schaffen, ist aber vermutlich leichter, wenn jemand dabei ist, der dir dabei hilft. Ich schaffe es nicht alleine...

Therapeuten sind auch nur Menschen mit ihren Problemen und Fehlern. Und so wie bei allen anderen Menschen gibt es auch bei Therapeuten Menschen die man mag und die man nicht mag. Mit denen man gut klarkommt und mit denen man nicht gut klar kommt. Von daher kann es gut sein, dass es bei euch beiden einfach nicht passt und jemand anderes für dich gut wäre.

Allerdings finde ich es gerade im Bereich der Therapie wichtig/gut nochmals auf einer anderen Eben zu überlegen. Gerade Therapie hat ja auch viel damit zu tun, dass man Dinge machen soll, wo man sich eigentlich dagegen wehrt. Weil es zu schwierig wäre, weil es weht tut, usw. Ich weiß zum Beispiel, dass ih mehr essen sollte. Ich will aus verschiedenen Grünen aber einfach nicht und dann reagiere ich blöd, wenn mich jemand darauf anspricht. Obwohl ich eigentlich weiß, dass es richtig wäre. Verstehst du, was ich sagen möchte? In der Therapie kommene infach sehr viele Abwehrreaktionen zustande. Wenn man aber wirklich richtig ehrlich zu sich selbst ist, weiß man, dass es eigentlich richtig wäre. Ich tue auch immer so, als bräuchte ich nicht mehr zu essen.

Es kann sein, dass die Therapeutin wirklich nicht zu dir passt! Aber ich würde an deiner Stelle das ganze ersteinmal nochmal versuchen ganz ehrlich zu reflektieren, ob sie tatsächlich die falsche für dich ist und die falschen Dinge mit dir bearbeiten möchte oder ob es vielleicht doch das richtige ist. Und wenn du dann zum dem Schluss kommst, dass es einfach nicht passt, dann wechsle die Therapeutin! Aber sei vorher ehrlich zu dir selbst... Verstehst du, was ich meine?!

Ich würde mir an deiner Stelle jamanden suchen und es nicht alleine versuchen...
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