Ich weiß nicht was ich tun soll....

Unterforum zu den verschiedenen Therapieformen und -möglichkeiten (sowohl ambulant als auch stationär). Berichtet von Euren Therapie-Erfahrungen mit Therapeuten, Psychologen, Psychiatern und Kliniken oder auch Selbsthilfegruppen. Wir versuchen auch, Euch bei der Arzt-/Therapeuten- oder Kliniksuche zu helfen.

Ich weiß nicht was ich tun soll....

Beitragvon kuscheltier92 » So. 09.04.2017, 15:38

Huhu

( Wer kein Interesse hat das Vorwort zu lesen, kann herunter scrollen zu dem Teil der tatsächlich über "Therapie" handelt :D )

Vorwort:

Ich weiß nicht was ich tun soll. Seit 13 Jahren verweigere ich mir den Zugang zu emotionen. Seit 13 Jahren habe ich mich stetig mehr in die soziale und emotionale Isolation getrieben.
Seit 7 Jahren abe ich täglich befriedigende Gewalt Phantasien gegenüber weiblichen Personen.
Seit 13 Jahren entwickelte sich "der Mann" also 35+ immer mehr als Feindbild. Jedes mal wenn ich mit einem im Raum bin habe ich stress zustände und empfinde regelrechten Hass und Abneigung dieser Person gegenüber. Leute ähnlichen Alters wie meins sind nicht betroffen. Ich durfte 2 Jahre alleine Wohnen und es war eine schöne Zeit kommplett getrennt von allen Menschen. hatte auch immer die Fensterläden zu. Ich habe vielleicht 15std Tageslicht gehabt in der Woche ansonsten nur in Dunkelheit gelebt. Ich war ziemlich entspannt jeden Tag.
Als ich 1 Jahr in der geschlossenen Psychiatrie war bemerkte ich das erste mal, wie gut es mir tut, komplett isoliert zu sein von anderen Menschen. Dort gefiel es mir sogar so gut, dass ich dort sogar mein Leben verbringen könnte, nur leider gibt es dort keinen Zugang zu PC`s (könnte also langweilig werden).
Ich weiß, dass wenn man in vollkommener Isolation lebt man als erstes Anfängt mit sich selbst zu reden. Ich weiß, dass bei lang anhaltender Isolation es zu schweren psychichen Störungen kommen kann, neben der mir Diagnostizierten Kombinierten Persönlichkeitsstörung und Anpassungsstörung. Es Die kombinierte Persönlichkeitsstörung könnte sich weiterentwickeln, psychosen könnten auftreten, shizophrenie und dies lässt sich, dann nicht mehr "nur" mit psychotherapie behandeln.

Dennoch ersehne ich, nicht bewusst, aber ich weiß, dass das verlangen da ist, nichts mehr als Liebe.
Ich will zärtliche Berührungen von weiblichen Personen erfahren, ihre körperliche wärme spüren, mich an sie kuscheln, umarmen, ihre Haut auf meiner spüren.

Ich selbst denke über mich, dass ich nichts Wert bin. Ich ertrage es nicht mal in den Spiegel zu schauen. rasieren geht noch weil ich die Haut anschaue, aber sobald ich mir in die Augen schaue muss ich angewieder wegsehen. Ebenso ertrage ich es nicht, anderen Menschen in die Aigen zu sehen, weil ich dann weiß, dass sie mich ansehen. Und dann denke ich mir, wie kann der gegenüber mich nur ansehen wollen, wie kann er es ertragen mich anzusehen.

Ebenso denke ich auch wenn mich ein Mädchen jemals zärtlich berühren sollte, werde ich das empfinden verspüren meine Hand wegziehen zu müssen, weil ich es nicht ertrage, dass man mich wirklich anfassen möchte. "wie kann man so ein wiederliches nutzloses stück dreck wie mich ansehen/anfassen ja sogar mögen können" so denke ich über mich.

Und ebenso weiß ich, dass wenn ich zulasse, diese zärtliche berührung zu spüren, ich vermutlich einen psychotisch ähnlichen, emotional komplett instabilen Zustand übergehe.

Da ich keine emotionen kenne, und nie den Umgang mit ihnen gelernt habe, bin ich Emotional Instabil. Da ich sie mir verweigere kommt diese Instabilität nicht zu trage. Ich könnte psychosen entwickeln, sollte ich mir selbst den Zugang zu emotionen gewähren. Aber was wenn ich dann enttäuscht werde? Schaffe ich es da "heil" herauszukommen? Schaffe ich, wenn es schlimmer wird mir rechtzeitig Hilfe zu holen? Oder kommt es sogar zum äußersten?

Keine Liebe hält für ewig, der Tod ist spätestens der letzte Moment.

Schaffe ich es dann aber auch die Gewalt und Hass Phantasien gegenüber der Frau, zu unterdrücken? Sie nicht zu vergewaltigen? Ihr kein Leid zuzufügen nur damit ich befriedigt bin? schaffe ich es diese "dämonischen Phantasien" zu verdrängen?

ICH HABE ANGST. so unendlich viel angst vor allem vor mir selbst, dass ich dieser Person dann, die mir zeigt und beweist, dass ich tatsächlich liebenswert, dass ich tatsächlich einen Wert habe, dass ich kein wertloses nutzloses stück dreck bin, Schmerz/Leid zufüge.

Zudem die ungewissheit vor dem was passiert. Ja ich weiß, "normalos", empfinden gerade das ist das tolle am leben, das ungewisse, das achterbahn fahren. Jeder tag ne neue "challenge". Doch für mich könnte es sehr leicht und sehr schnell in eine psychiche/emotionale Alptraum fahrt enden, wo am ende der su***d wartet im schlimmsten fall.

Doch wenn ich so weiter mache, dann werde ich nur kränker und vermutlich andere psychotische "nebenwirkungen" können auftreten.

Der mensch ist kein Einzelgänger, er braucht einen Partner, für die soziale, emotionale weiterentwicklung.
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Eine Psychotherapie zu machen ist sinnvoll, jedoch glaube ich, dass sie kein ergebnis bringen wird. weil ich ja im moment komplett "stabil, in meiner momentanen situation eher weniger, aber wenn ich bald wieder in meiner eigenen Wohnung hoffentlich sein kann. dann lebe ich wieder in meiner grauen,kleinen, isolierten,einsamen,emotionslosen,von Hass/Gewalt Phantasien durchzogenen Welt.

Glaubt/wisst ihr, vielleicht habt ihr es sogar gemacht, ob man die Massive Mauer die man errichtet hat aus selbstschutz, in einer psychotherapie auflösen kann?

Drastisch heruntergebrochen, ist diese Mauer "nur" eine Mentale barriere, die mich an etwas hindert. Wie sieht eine Therapie aus, was wird versucht, was muss ich tun?

Ich habe mir heute morgen folgendes überlegt: (Hier kurz meine Probleme sortiert nach gewichtung)

1. Isolierung von anderen Menschen
2. Berührungsängste (körperlicher Ebene)
3. Emotionaler Zugang zu anderen
4. Gewalt/Hass Phantasien

Dies bezieht sich auf Frauen/Mädchen. Mit Männern komme ich wie oben erwähnt schon mal gar nicht zurecht, ihr nähe geht halt gar nicht.

Wenn ich diese 4 oben genannten Punkte aufheben kann, muss anschließend für "emotionale stabilität" gesorgt werden, dann werde ich aufjedenfall meine psychiaterin anheuern mir "emotionalen-stabilisator" zu verordnen. Hatte da mal Orphiril (valproinsäure) in der Klinik und auch noch anschließend im Wohnheim bekommen. Vermutlich sind hier welche die andere Medikamente nehmen für emotionalen ausgleich.

So wie gehe ich nun am besten die oben genannte Punkte an?

1. Problem - Isolierung
Lösung: Job suchen, der mich dazu nötigt mit anderen Menschen zumindest für eine gewisse Zeit zu interagieren am Tag. Danach darf ich meine Ruhezeit haben. Der Job dient auch gleichzeitig dazu mir meine Wohnung finanzieren zu können.

2. Problem - Berührung auf körperlicher Basis
Lösung: Hier dachte ich an einen Ansatz der sogar eine dopplt gute Wirkung haben könnte. Undzwar regelmäßig Massagestudios zu besuchen (Natürlich müssen die Koten beachtet werden). Aber dort kann ich es dann erlernen, dass mein körper tatsächlich nicht "giftig" und man mich anfassen kann. Auch wenn es "nur der Job" der Masseurin (sie muss weiblich sein) ist, so kann ich trainieren, körperliche nähe, an sämtlichen stellen des körper zuzulassen. (Sex und so steht noch in den sternen, vielleicht sogar nie)

3. Problem - Emotionaler Zugang zu anderen
Lösung: Diesen Punkt kann und werde ich erst angehen, wenn ich gelernt habe, körperliche nähe zuzulassen. Jedoch ist dies leider auch der Punkt der am schwierigsten anzugehen ist. Wie habt ihr, falls ihr es geschafft habt, angefangen? Was hat euch in eurer Therapie geholfen?

Jeder tip wird gern angenommen.

4. Problem - Gewalt/Hass Phantasien
Lösung: Ich erhoffe mir, dass wenn mein eigenes "Feindbild" sich beginnt aufzulösen, also nachdem ich körperliche Nähe und Emotionale Nähe gelernt habe zuzulassen, sich auch das "Feindbild" gegenüber der Partnerin auflöst und ich tatsächlich einfach aufhöre über/an so etwas zu denken ihr anzutun.

5. Problem - Emotionale Stabilität
Lösung: Dieses Problem wird hoffentlich erst auftreten, wenn die anderen 4 gelöst wurden. Also wenn die Beziehung beginnt. Da werde ich mir unterstützend Medikamente verordnen lassen. An die jenigen unter euch, die zur Zeit bewusst jeden Tag als Achterbahnfart der Emotionen erleben, was hilft euch dabei damit besser zurecht zu kommen? Nichts hilft dabei es loszuwerden, das weiß ich. Aber habt ihr Tips / Tricks wie ihr mit zurückweisung,einsamkeitsgefühlen,aber eben auch die anderen extreme euphorie,glückseligkeit besser zurecht kommt um nicht Manisch-Depressiv zu sein. Manisch-Depressiv ist, soweit ich weiß eine relativ häufig der emotionalen-Instabilität folgenden Ursache.

Habt ihr vielleicht Grundsätzliche eine andere Idee um die 5 Probleme zu lösen die oben genannt sind? Haltet ihr meine Lösungsansätze für schwachsinn? Stellt ihr in Frage, dass es so funktioniren kann? Ich möchte Tips haben, wie ich die Situation am besten "auflösen" kann.
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Re: Ich weiß nicht was ich tun soll....

Beitragvon Oskar » Mo. 10.04.2017, 22:08

Ich finde es erstmal gut das du dir viele Gedanken machst.
Also ich für meinen Teil versuche immer zu gucken warum eigentlich Dinge nicht funktionieren.
Es bringt nichts sich zu etwas zu zwingen
Ich sehe es also kritisch Sachen einfach zu tun, sich zu etwas zu zwingen.
Es hat ja einen Grund warum es bisher nicht klappt

Soziale Isolation, die Angst vor Berührung das sind alles Dinge mit denen du ja etwas negatives verbindest. Und das kann man nicht einfach umlernen sondern man muss es bearbeiten

Grundsätzlich denke ich ist Selbsterkenntnis einfach der Königsweg zum Erfolg
Oskar
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