Erfahrungen mit Körperpsychotherapie?

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Erfahrungen mit Körperpsychotherapie?

Beitragvon Richi » So. 11.09.2016, 06:03

Hallo
Mich interessiert zur Zeit das Thema Körperpsychotherapie. Vielleicht wäre es ja eine sinnvolle Ergänzung meiner Behandlung. Hat hier jemand vielleicht Erfahrungen mit einer Körperpsychotherapie gemacht?
LG von Richi
Richi
 

Re: Erfahrungen mit Körperpsychotherapie?

Beitragvon phine » Mi. 23.11.2016, 17:26

Hallo, ich bin noch neu hier, aber kann dir sehr gerne von meinen Erfahrungen berichten. Ich weiß nicht ob diese so repräsentativ sind. Ich habe nur 8 Sitzungen TRE-Tiefenentpannung gemacht. Die Kursleiterin war Köperpsychotherapuetin auch für Bioenergetik, und hat auch Anteile davon reinfließen lassen. Irgendwie bin ich mit gemischten Gefühlen dort hingegangen, aber mir ging es so schlecht, ich musste einfach irgendetwas machen.

Bei TRE, wird durch Körperanspannung ein zittern ausgelöst, durch welches man in Tefenenstpannung kommt, um traumatische Ereignisse verarbeitn zu können. o. ä.

Auf jeden fand das ganze in einer Gruppe statt, es wurde zwar über Befindilichkeiten vor und nach der Sitzung gesprochen, aber nicht über Schicksale und EInzelheiten. Viele der Teilnehmer hatten wirklich einfach das Gefühl Meegatiefenenstpannt zu sein, und sich danach richtig gut zu fühlen. Anderen, wie auch mir, wurden einfach Gefühle bewusst, was sich auch in Tränen zeigte.

Bei mir speziell war es so, dass ich zum ersten Mal ganz intensiv meine eigenen Grenzen und Gefühle gespürt habe. So dass ich immer Weinen musste. Ich konnte aber Zugang zu inneren Anteilen finden und deren Gedanken nachvollziehen, was mich sehr mitgenommen hatt. Ich habe geschafft in diesen Sitzungen liebevoll mit mir umzugehen bei diesen inneren Aufwühlungen, so dass ich sgen kann, dass es mir doch gut getan hat, auch wenn es mehr megaanstrengend für mich war teilweise, als tiefenentspannend. Vielleicht musste ich erstmal aus einer Megaanspannung heraus, um überhaupt zu fühlen dass ich angespannt bin. Ich habe ganz viele Bedrünfisse und auch Wut entdeckt, wie dass ich manche Übungen nicht machen wollte und auch Geräusche von anderen, die mich gestört haben. In dem Moment muss man liebevoll mit sich umgehen und dies nicht ertragen. Das viel mehr schwer, aber ich habe es geschafft und manche Übungen einfach nicht gemacht oder mich weiter weg gesetzt. Das war ein Riesenschritt für mich, und zum Schluss kam ich wirkich auch ein eine Art Entspannung :-)

Es gab aber manche Situationen die mich in der Gruppe getriggert haben, doch ich habe es durch die Übungen geschafft dies bewusst mitzubekommen und mich wieder da raus zu holen. Manchmal verbleibt dann eine Restwut wenn es vorbei ist. Wichtig ist eventuell, dass man danach eine Chance hat diese rauszulassen. Das hat die Therpeutin im Notfall angeboten. Was sehr half war gegen eine Wand zu drücken so doll wie man kann, oder zu versuchen die Therpeutin wegzudrücken. Das hat dann MEGAGEHOLFEN :- auch ein guter Trick für zu Hause ;-)

Vielleicht sollte man erstmal EInzelstunden machen, oder wenn in der Gruppe dann auf jeden Fall die Möglichkeit auch der Aufarbeitungnebenbei. GGF. ergänzende körpertherapie Einezlstizungen oder Gesprächsmöglichkeiten.

Was mich sehr gestört hat war, dass die Stimme mit einbezogen wurde, und man seine Gefühle durch Geräsuche unterstützt hat. Das wollte ich nicht und hab es auch bis zum Ende nicht gemacht. Diese Geräsuche in der Gruppe habe micht sehr gestört, da es ein ständiges Stöhnen war quasi.

Irgendwie kann ich mir das finanziell mit Einzelsitzungen nicht leisten, überlege aber trotzdem so etwas noch einmal zu machen in einer Gruppe und vielleicht kann ich ja an dem Wachsen was mich stört, liebevoll mit mir umgehen und einfach den Raum verlassen ggf. ohne mich dafür zu schämen.

Bis jetzt habe ich mich nicht nochmal getraut. Mein Fazit, ohne meine Gesprächstherapie nebenbei würde ich solche Gruppensitzungen für Körpertherapie nicht nochmal machen wollen. Aber ich habe sehr viel von mir mitbekommen. Irgendwie habe ich gemischte Gefühle dazu, wahrscheinlich weil ich noch keinen richtigen Zugang zu meiner Wut habe. Vielleicht sollte man dies haben um sich in einer Gruppe sicher zu fühlen. Die Therpeutin sollte auf jeden Fall Erfahrung mit speziellen Diagnosen haben die einen selber betreffen so finde ich. Zum Glück konnte ich schon ganz gut mit inneren Aufruhen umgehen.

Positiv war auf jeden Fall die Erfahrung in einer Gruppe heulen zu können und die Scham dazu zu ertagen und zu verlieren. Das es OK war und auch Raum dafür da war.

Ich weiß nicht ob es dir jetzt weiterhilft :-/ Lieben Gruß! ... und falls jemand noch andere Körpetherapierichtungen kennt würde es mich auch interessieren :-)
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phine
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Re: Erfahrungen mit Körperpsychotherapie?

Beitragvon Richi » Mi. 23.11.2016, 18:05

Hallo phine
Ich danke Dir, dass Du Dir die Zeit genommen hast und so einen ausführlichen Beitrag zu dem Thema geschrieben hast. :)
Es hat mich gefreut, denn so kann ich mir ein besseres Bild von dem Thema machen. Es hört sich für mich auf jeden Fall sehr interessant an.
Danke!
LG von Richi
Richi
 


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