Erfahrungen mit Selbsthilfegruppen

Unterforum zu den verschiedenen Therapieformen und -möglichkeiten (sowohl ambulant als auch stationär). Berichtet von Euren Therapie-Erfahrungen mit Therapeuten, Psychologen, Psychiatern und Kliniken oder auch Selbsthilfegruppen. Wir versuchen auch, Euch bei der Arzt-/Therapeuten- oder Kliniksuche zu helfen.

Erfahrungen mit Selbsthilfegruppen

Beitragvon Sorgenkind » Do. 07.07.2016, 10:03

Hallo zusammen,
ich wollte mich mal erkundigen, ob hier jemand schon einmal solche Treffen wahrgenommen hat... und wie diese aussahen? Hat es euch geholfen? Wie liefen diese Treffen ab? Ich würde mich freuen, wenn jemand von seinen Erfahrungen berichten mag. Viele Grüße, SK
Ich habe gemerkt: Das Wunder, auf das ich solange gewartet habe, bin ich selbst.

(Zitat einer schwedischen Schriftstellerin)
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Re: Erfahrungen mit Selbsthilfegruppen

Beitragvon Richi » Do. 07.07.2016, 10:47

Hallo Sorgenkind
Ich glaube, daß Selbsthilfegruppen schon hilfreich sein können. Vieles hängt bestimmt auch von den teilnehmenden Personen ab und welchen Themenschwerpunkt die Gruppe hat. Man sollte sich schon irgendwie wohlfühlen.
Für eine kurze Zeit, da ich noch keinen Therapieplatz hatte, habe ich eine EA Gruppe in meiner Umgebung aufgesucht. Wir haben uns einmal in der Woche gegen 19 Uhr getroffen. Jeder konnte an dieser Gruppe teilnehmen. Die Anzahl der Teilnehmer schwankte zwischen 6 und ca. 14 Teilnehmern. Ein älterer Teilnehmer leitete die Gruppe. Wir saßen uns im Kreis gegenüber. Zuerst stellte sich jeder vor und sagte, welche Erkrankung bzw. welche Probleme man hatte. Natürlich wurde ich auch auf die Gruppenregeln hingewiesen.
Ich ging einige Male hin, doch der Ablauf der EA Gruppe hat mir nicht gefallen. Jeder, der etwas zu sagen hatte, sagte dann zuerst immer den eigenen Namen und welche Störung man hatte, dann folgte das, was man gerade dachte oder was einem gerade zu schaffen macht und das war es dann. Ein richtiger Austausch fand irgendwie nicht statt, leider. Doch für einige Teilnehmer schien es zu reichen, denn sie gingen schon einige Jahre zu dieser EA Gruppe. Eine Sitzung dauerte ungefähr 90 Minuten. Im Anschluß sind einige noch einen Kaffee trinken gegangen.
Das EA Programm hat mir nicht gefallen, irgendwie gab es zu viele Regeln. Mir war der direkte Austausch einfach wichtiger.
Ich brauchte mir keine weitere Gruppe zu suchen, was ich auch getan hätte, wenn meine Therapie nicht begonnen hätte.
Es ist auch bestimmt ein Unterschied, ob man eher ländlich wohnt oder in einer Stadt. Ich hatte damals eine ganze Liste von Selbsthilfegruppen und einge hörten sich sehr interessant an.
Ich habe von anderen Patienten gehört, daß sie teilweise gute Erfahrungen mit Selbsthilfegruppen gemacht haben.
LG von Richi
Richi
 

Re: Erfahrungen mit Selbsthilfegruppen

Beitragvon cats50 » Do. 07.07.2016, 13:46

Hallo Sorgenkind,

wegen meiner Alkoholabhängigkeit habe ich einige Zeit eine SHG der Anonymen Alkoholiker (AA)
besucht. Ist vom Prinzip der selbe Ablauf wie bei EA.
Für mich war das 12 Schritte-Programm, die strengen Regeln und das um es vereinfacht
auszudrücken die Flasche durch den Glauben ersetzt werden soll nichts.
Vorallendingen damit das man sich nach der Anfangsrunde bei der jeder was sagen sollte
melden mußte und warten bis einem das Wort erteilt wird.
In dem Augenblick wo mich alle anschauen und ich was sagen soll erstarre ich vor Panik
und kriege kein Wort mehr raus.
Bei uns in der Kleinstadt ist die Auswahl an SHG's sehr dürftig, ich habe wirklich versucht die
Kröte Gott und Glauben bei AA zu schlucken aber das konnte ich nicht.
Danach bin ich ein paar Monate, bis ich Krach mit dem Suchtberater dort bekommen habe,
in einer SHG bei der Caritas gewesen. Da ging es nur um einen lockeren, gegenseitigen
Austausch und ich habe mich sehr wohl gefühlt.

LG cats
cats50
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Re: Erfahrungen mit Selbsthilfegruppen

Beitragvon Sorgenkind » Do. 07.07.2016, 18:16

EA kannte ich bisher noch gar nicht. Ich habe "Emotions Anonymous" ergooglet. Waren die damit gemeint? Das Konzept klingt für mich auf den ersten Blick in der Theorie gar nicht mal so schlecht. Den Sinn im Leben finden, an etwas Glauben.. Aber es kann natürllich gut sein, dass auch ich es in der Praxis anders erleben würde. Ich kann mir gut vorstellen, dass soetwas ziemlich nach hinten losgehen kann, wenn es zu sehr erzwungen wird und wie du beschreibst, mit zu vielen Regeln behaftet ist. Vielen Dank für eure Antworten.
Ich habe gemerkt: Das Wunder, auf das ich solange gewartet habe, bin ich selbst.

(Zitat einer schwedischen Schriftstellerin)
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