Trauma/PTBS-Therapie Finanzierung

Unterforum zu den verschiedenen Therapieformen und -möglichkeiten (sowohl ambulant als auch stationär). Berichtet von Euren Therapie-Erfahrungen mit Therapeuten, Psychologen, Psychiatern und Kliniken oder auch Selbsthilfegruppen. Wir versuchen auch, Euch bei der Arzt-/Therapeuten- oder Kliniksuche zu helfen.

Trauma/PTBS-Therapie Finanzierung

Beitragvon MeinSeelenleid » Sa. 25.06.2016, 11:40

Guten Tag,

welche Möglichkeiten (Fonds, Hilfs-Organisationen) gibt es, um eine ambulante Trauma-Therapie beim Erwachsenen mit den PTBS aus Folge des Kindheitstraumas zu finanzieren? Hat jemand Erfahrungen damit?

Das Trauma ist NICHT durch sexuellen Missbrauch entstanden, somit kommt "Fonds Sexueller Missbrauch" nicht in Frage.
Die über die Krankenkasse verfügbaren psychotherapeutischen Verfahren erwiesen sich als ungeignett / retraumatiserend.

Danke.
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Re: Trauma/PTBS-Therapie Finanzierung

Beitragvon Mäuschen » Sa. 25.06.2016, 12:17

An was für eine Therapie hast du denn gedacht?! Weil die ganzen anerkannten Traumatherapien werden eigentlich grundsätzlich schon von der Kasse gezahlt. Das Problem ist da eher, einen kassenzugelassenen Therapeuten zu finden...
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Re: Trauma/PTBS-Therapie Finanzierung

Beitragvon MeinSeelenleid » Sa. 25.06.2016, 14:24

Mäuschen hat geschrieben:... Weil die ganzen anerkannten Traumatherapien werden eigentlich grundsätzlich schon von der Kasse gezahlt. .

Wie meinst Du das bitte?
Mir ist keine explizite Traumatherapie bekannt die von der gesetzlichen Krankenkasse als solche ohne weiteres bezahlt wird. Meines Wissens nach werden aktuell von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert: Verhaltens-, tiefenpsychologisch fundierte- und analytische Psychotherapie, sowie EMDR.

Keine davon ist bei komplexen Traumatisierung bzw. Typ II-Trauma (länger andauernden bzw. wiederholten Traumas) wirklich geignett.

Ich kann nur für mich sprechen. Ich kann sagen, dass eine Traumatherapie keine Gesprächstherapie sein soll, sondern eine die überwiegend den Körper und das Nervensystem mit einbezieht. Höchstwahrscheinlich ist eine Traumatherapie eine richtige Mischung aus mehreren körper- und psychotherapeutischen Verfahren.
Das Problem ist ja, um überhaupt einen guten Therapeuten zu finden muss man hier und da einige Probatorische Sitzungen haben können, und hier scheitert es ja an der Finanzierung, da die meisten Traumatherapeuten nur über die private KK oder gar nicht über Kasse abrechnen (wie Du erwähnst).
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Re: Trauma/PTBS-Therapie Finanzierung

Beitragvon Mäuschen » So. 26.06.2016, 22:01

An was für eine Therapie denkst du denn?! Dann könnte man dir auch eher weiterhelfen, wo du solch eine Therapie findest... Es gibt ja durchaus verschiedene Möglichkeiten. Allerdings wäre es dafür wichtig, welche Therapierichtung du möchtest. Bisher hast du ja nur geschrieben, was du nicht willst ;)
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Re: Trauma/PTBS-Therapie Finanzierung

Beitragvon MeinSeelenleid » So. 26.06.2016, 22:52

In meiner Antwort davor habe ich, denke ich, schon deutlich beschrieben in welche Richtig es gehen soll.
Da ich bisher keine Traumatherapie hatte kann ich ja nicht namentliche sagen "XYZ" ist das was ich brauche.
Das wird sich ja erst in den probatorischen Sitzungen klären können. Hierfür steht allerdings bereits ja die Finanzierungsfrage auf der Agenda. Und die Möglichkeiten der Finanzierung versuche ich hier in Erfahrung zu bringen.
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Re: Trauma/PTBS-Therapie Finanzierung

Beitragvon Mäuschen » So. 26.06.2016, 23:14

Dann würde ich dir raten, dich erst im Internet zu informieren, ob es so eine Therapie, wie du suchst überhaupt gibt. Um herauszufinden, welche Therapiemethoden ein Therapeut macht, brauchst du keine SItzung bei ihm zu nehmen, das geht meist über die Homepage oder einen Kontakt am Telefon. Damit dürfte das Thema Geld in dem Fall keine Rolle spielen.

Ansonsten gibt es auch die Möglichkeit, dass die gestzlichen Krankenkassen unter Gewissen Umständen Therapeuten ohne Kassenzulassung finanzieren.

Ich glaube aber, dass das sorum keinen Sinn macht... An deiner Stelle würde ich ersteinmal herausfinden, was für eine Therapie du denn überhaupt machen möchtest und dann kann man speziell schauen, wie man dafür eine Finanzierung bekommt. Finde es nämlich schwierig, nach einer Finanzierung zu schauen, ohne überhaupt zu wissen, was du möchtest.
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Re: Trauma/PTBS-Therapie Finanzierung

Beitragvon Mäuschen » So. 26.06.2016, 23:16

Woher weißt du denn, dass die kassenzugelassenen Therapien bei dir nicht helfen, wenn du noch keine Traumatherapie hattest?! EMDR steht beispielsweise auch nicht für sich alleine, sondern ist in der Regel in eine normale TraumaTherapie eingebettet. Und da ist es einfach abhängig vom Therapeuten, nach welchen Methoden er sonst so arbeitet.
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Re: Trauma/PTBS-Therapie Finanzierung

Beitragvon MeinSeelenleid » Mo. 27.06.2016, 21:55

ich hatte eine Therapie, über 3 Jahre, nämlich Psychoanalyse - eine Therapie die nur auf Gesprächen basierend war. Das wahr fatal für mich, da retraumatisierend.
Daher weiß ich, dass eine Therapie die auf auf Gesprächen basierend ist jetzt nicht das Richtige für mich ist. Und alle Therapieverfahren, die von der KK berücksichtigt sind sind überwiegend auf Gesprächen basierend.

Darf ich fragen, ob Du eine Traumatisierung/PTBS hast/hattest und eine Trauma-Therapie in Anspruch nahm bzw. nimmst?
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Re: Trauma/PTBS-Therapie Finanzierung

Beitragvon Mäuschen » Mo. 27.06.2016, 22:33

Ja, ich hatte mal ne Traumatherapie... Und hab auch ne komplexe PTBS und noch anderes Zeug ;)

Ich wüsste aber auch nicht wirklich, wie ne Therapie ohne Gespräche richtig ablaufen sollte...

Ich weiß nicht, ob du das weißt, vermutlich schon, aber ich erkläre es dir einfach kurz: Es macht ja schon nen ziemlichen Unterschied, was für ne Gesprächsbasierende Therapie du machst. Und Psychoanalyse ist beispielsweise ne Therapieform, wo meine Traumatherapeutin damals zu mir meinte, dass ich auf keinen Fall machen solle, weil sie zu sehr gräbt, was nciht gut wäre und bei dir wohl auch passiert ist. EIne Verhaltenstherapie ist da beispielsweise ja ganz anders orientiert. Die ist viel mehr im jetzt verankert.

Hast du denn schonmal EMDR gemacht?!

Also grundsätzlich gliedert sich eine Traumatherapie ja in drei Phasen.
1. Stabilisierungsphase
2. Traumaaufarbeitungsphase
3. Integrationsphase
(Wenn du das googelst, findest du da sicherlich auch viele Informationen dazu...)

Das ist an sich so das Grundgerüst einer Traumatherapie und dann werden quasi innerhalb dieses Grundgerüstes verschiedene Verfahren angewandt. Da gibt es beispielsweise EMDR oder die sog. Imaginationsübungen oder die EgoStates Arbeit oder GroundingTechniken usw. Was davon gemacht wird, hängt an sich vom Therapeuten ab, wobei ich das Gefühl habe, dass die in der Regel von allem ein wenig machen oder zumindest in der Lage sind, darauf zurückzugreifen.

Und solche Therapeuten können durchaus kassenzugelassen sein! Google einfach mal nach Traumatherapeuten, falls du das noch nicht gemacht hast. Allerdings gibt es davon leider nicht allzuviele udn diese wenigen haben ind er Regel sehr lange Wartezeiten (ab einem Jahr). Die Kassenzulassung läuft dann entweder über EMDR oder eben über ein anderes anerkanntes Verfahren. Was ja aber nicht heißt, dass sie dieses Verfahren auch anwenden müssen und nichts anders können ;) Systemische Therapie ist beispielsweise noch nicht kassenzugelassen, aber gerade bei den JugendhilfeJungs, die ich früher hatte, sehr sinnvoll. Also sucht man sich nen Therapeuten, der ne Kassenzulassung hat, aber auch systemische arbeiten kann und schon hat man, was man möchte ;)

Außerdem gibt es die Möglichkeit, eine Therapie bei einem nichtkassenzugelassenen Therapeuten zu machen, wenn in zumutbarer Zeit kein anderer Therapeut gefunden werden kann. Zumutbar ist in der Regel eine Wartezeit von etwa drei Monaten. Ist ein wenig kompliziert und ich weiß auch nicht mehr genau, wie es funktioniert, aber man kann dann die Therapie bezahlt bekommen! Da sollte der betreffende Therapeut aber wohl drüber bescheid wissen... Allerdings habe ich das Gefühl, dass bei Traumata längere Wartezeiten zumutbar sind... Liegt wohl daran, dass es nicht unbedingt eine akkute Sache ist...

Also ich befürchte, das, was du suchst, wirst du nicht wirklich finden. Probier einfach mal nach Traumatherapeuten zu suchen und ruf dort an und lass dich beraten. Oder geh in eine Beratungsstelle, die können dir sicherlich auch weiterhelfen ;)

In welche Richtung geht dein Trauma denn, wenn ich fragen darf?!
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Re: Trauma/PTBS-Therapie Finanzierung

Beitragvon MeinSeelenleid » Di. 28.06.2016, 18:02

Nein, EMDR hatte ich nicht. Habe mich aber bereist darüber informiert und so verstanden, dass EMDR retraumatisierend ist, vor allem wenn es um viele schlimme Erreignise aus der Kindheit geht...

Solche Grundgerüste hatte ich auch schon gesehen. Leider finden sich in meinem kleineren Ort so gut wie keine kassenzugelassene Therapeuten, die Traumatherapie anbieten. In die Großstadt zu fahren fählt mir physisch und physisch schwer.

Ich habe immer mehr der Eindruck, dass es viel darüber im Internet geschrieben steht, die Realität (vor allem nicht in Großstädten) aber ganz anders aussieht... Jeher düster...

Über die Kostenübernahmen informiere ich mich auch derzeit. Das wird aber echt hart, weil die in Frage kommende Therapeuten keine Kassenzulassung und teilw. keine Approbation haben.

Bei mir geht es um jahrelange psych. und phys. Gewalt/Mobbing in der Kinder/Jugendzeit, sowie noch weitere schwere familäre Aspekte.
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Re: Trauma/PTBS-Therapie Finanzierung

Beitragvon Mäuschen » Di. 28.06.2016, 19:33

Also eigentlich soll EMDR eine sehr schonende Methode zur Aufarbeitung des Traumas sein. Das ist ja aber auch nur ein Teil aus einem großen ganzen in der Traumatherapie. Wenn das grundsätzlich retraumatisierend wäre, könnte man es ja nicht als Traumatherapie verkaufen ;) Ich würde an deiner Stelle nicht von vornerein eine Therapie ausschließen, die du noch nicht ausprobiert hast. Nicht das dir nachher noch etwas entgeht, was das richtige gewesen wäre...

Traumatherapeuten sind generell sehr rar!!! Egal ob Großstadt oder Dorf. Da darfst du, gerade was Kilometer angeht, leider nicht so arg wählerisch sein :? Bei mir ist die nächste etwa 50 Km entfernt, das macht eine Fahrtzeit von etwa zwei Stunden pro Weg für mich. Das ist leider so und daran können wir soeinfach nichts ändern. Entweder muss man das irgendwie in Kauf nehmen oder leider auf die Hilfe verzichten. Und ich weiß, dass so ne Fahrt anstrengend sein kann! Habe die S-BahnFahrten auch oft genug kaum ausgehalten...

Wie die Kostenübernahme ohne Kassenzulassung funktioniert, habe ich dir ja grob erklärt. Das genaue solltest du dann mit dem entsprechenden Therapeuten abklären und am besten schon am Telefon ansprechen...

Wenn es bei dir am Ort überhaupt Therapeuten und dann auch noch welche, die Traumatherapie anbieten gibt, ist das ja schon mal richtig gut ;) GIbt es bei mir nicht...

Sprich doch einfach mal mit deinem Arzt und der Krankenkasse. Da gibt es ne Lösung ;) Und der Weg an nen Traumatherapeuten dran zu kommen, ist echt nicht leicht. Ich versuche es seit Jahren...
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