Fragen zum Klinikaufenthalt

Unterforum zu den verschiedenen Therapieformen und -möglichkeiten (sowohl ambulant als auch stationär). Berichtet von Euren Therapie-Erfahrungen mit Therapeuten, Psychologen, Psychiatern und Kliniken oder auch Selbsthilfegruppen. Wir versuchen auch, Euch bei der Arzt-/Therapeuten- oder Kliniksuche zu helfen.

Fragen zum Klinikaufenthalt

Beitragvon Talita » Mi. 22.06.2016, 11:39

Ihr lieben Bitte helft mir doch und nehmt mir ein wenig meiner Sorgen vor meinem ersten Klinikaufenthalt. ...ich habe so viele Fragen. Also ich gehe in die Hohe Mark aber ich denke es ähneln ja bestimmt die Kliniken...
1. Wie ungefähr sieht so ein Tagesablauf aus?
2. Wie werden die Mahlzeiten gestaltet? Auf dem Zimmer oder Gemeinschaft? Buffet oder Tablett? Kann man eigenes mitbringen?
3. Wie kann ich meine Wäsche waschen? Muss ich Handtücher mitbringen?
4. Kann man Tablet und Co mitnehmen? Einschließen?
5. Was packt man so ein für einen Aufenthalt von 4-6 Wochen?

Fragen über Fragen...sorry...vielleicht könnt ihr mir was helfen?
Grüßle
Talita
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Re: Fragen zum Klinikaufenthalt

Beitragvon Richi » Mi. 22.06.2016, 21:00

Hallo Talita
Leider sind meine Klinikaufenthalte schon einige Zeit her, vielleicht hat sich auch einiges in den vergangenen Jahren stark geändert. Ich glaube, daß sich die Kliniken in bestimmten Punkten, besonders wie die interen Abläufe dort geregelt sind, unterscheiden. Ich war in zwei unterschiedlichen Kliniken und da gab es schon einige Unterschiede. Zur Hohe Mark kann ich Dir leider nichts sagen, ich hoffe, daß es andere User gibt, die Dir mehr zu dieser Klinik sagen können.
Da ich die Klinik und die Abläufe dort nicht kenne, kann ich Dir leider auch nicht genau Deine Fragen beantworten. Wenn Du dennoch möchtest, daß ich, obwohl es schon lange her ist, etwas zu Deinen Fragen schreiben soll, dann melde Dich bitte einfach.
LG von Richi
Richi
 

Re: Fragen zum Klinikaufenthalt

Beitragvon Talita » Mi. 22.06.2016, 21:03

Hallo Richi
doch wenn es dir nicht zu viel ist würde ich trotzdem gerne von dir und deinen Erfahrungen hören.
Talita
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Re: Fragen zum Klinikaufenthalt

Beitragvon Ruby » Do. 23.06.2016, 18:09

Hallo Talita,

bei mir sind die Psychiatrieaufenthalte auch schon ewig lange her. Und wie Richi bereits angemerkt hat, unterscheidet sich das wohl von Klinik zu Klinik.

Wir hatten auf der Abteilung eine Küche mit Kühlschrank für Patienten, wo man seine eigenen Lebensmittel rein stellen konnte. Jede Woche gab es zwei Tage, während denen wir abwechslungsweise selbst gekocht haben. Ansonsten wurden wir von der Klinik per Tablett verköstigt. Das Essen haben wir gemeinschaftlich eingenommen.

Bei uns in der Klinik gab es ein Punktesystem. Für jede Kleinigkeit hat man Punkte bekommen, selbst, wenn man morgens pünktlich aufgestanden ist, das Bett gemacht hat, sich gepflegt hat und am Frühstück teilgenommen hat. Je nachdem, wie viele Punkte man so mit der Zeit gesammelt hat, hat man spezielle Vergünstigungen bekommen. Zum Beispiel telefonieren, ein Besuch in der Cafeteria, begleiteter Ausgang usw... Und wenn man den täglichen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist, zum Beispiel den ganzen Tag im Bett herum gehängt ist, wurden jeweils Punkte wieder abgezogen. Bei richtig schlimmen Vergehen, zum Beispiel, wenn man versucht hat, Alkohol oder Drogen auf die Abteilung zu schmuggeln, hat man alle Punkte verloren und musste wieder bei Null beginnen. Ich muss dazu aber auch sagen, dass das eine geschlossene Abteilung war.

Wäsche konnten wir selbst waschen. Waschmaschine und Trockner waren vorhanden. Handtücher hat man von zu Hause mitgebracht. Es gab aber auch Patienten, die Handtücher von der Klinik gestellt bekommen haben. Klamotten packst Du am besten ein, als ob Du längere Zeit in Urlaub fährst. Sportsachen oder Badesachen solltest Du vielleicht auch mitnehmen. Wir hatten in der Klinik ein Schwimmbad, Turnhalle und Sauna. Wertsachen konnte man von den Betreuern einschließen lassen.

Der Tagesablauf war ziemlich durch strukturiert und hat sich von Tag zu Tag immer ein bisschen unterschieden. Wir hatten einen Plan aushängen, ähnlich einem Stundenplan in der Schule, an dem wir uns orientieren konnten. Einige Dinge waren aber täglich gleich. Zum Beispiel gab es nach dem Frühstück regelmäßig ein Gruppengespräch mit den Betreuern oder Therapeuten. Oftmals gab es auch am Nachmittag oder gegen Abend therapeutische Gruppengespräche. Ansonsten gab es oft Ergotherapie, therapeutische Einzelgespräche, Gemeinschaftsaktivitäten (auch außerhalb der Klinik) usw... Einmal in der Woche gab es einen medienfreien Tag, an dem weder Fernseh geguckt werden durfte, noch andere Medien genutzt werden durften. Tablets oder Notebooks gab es damals noch nicht. Freizeit war natürlich auch täglich vorhanden. Insgesamt war ich in dieser Klinik drei Mal. Ein viertes Mal war ich per Zwangseinweisung noch in einer anderen Psychiatrie. Doch an diese Zeit habe ich nur bruchstückhafte Erinnerungen, zumal ich damals regelmäßig mit Haldolspritzen außer Gefecht gesetzt wurde. :lol:

Ich schätze mal, dass Du auf eine offene Abteilung kommst und dort dann sowieso alles ein bisschen lockerer abläuft. Ich wünsche Dir eine hilfreiche und auch schöne Zeit in der Klinik. In ein paar Monaten werde ich ebenfalls für eine Therapie in eine Klinik (Karl Jaspers Klinik Oldenburg) gehen. Aber dieses Mal auch auf eine offene Abteilung, bei der man am Wochenende sogar nach Hause darf.

Ganz lieben Gruß
Ruby
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Re: Fragen zum Klinikaufenthalt

Beitragvon Mäuschen » Do. 23.06.2016, 22:00

Also ich war in der Hohe Mark. Weißt du denn schon, auf welche Station du kommst?! Dann kann ich dir ein wenig erzählen...

Kurz zu deinen Fragen:

2. Wenn nicht irgendetwas dagegenspricht, nimmt man die Mahlzeiten gemeinsam im Speisesaal ein. Bei mir war beispielsweise die Frage wegen der Magersucht, ob ich im Speisesaal essen kann oder auf Station. Aber an sich isst man im Speisesaal. Du bekommst jede Woche einen Essensplan und auf diesem Plan wählst du zwischen verschiedenen Gerichten. Außerdem wählst du, ob du Suppe, Hauptgang und Nachttisch möchtest. Also du kannst alles ankreuzen oder nur einiges davon. Dann kannst du noch die Portionsgröße wählen. Haben die bei mir aber erst relativ spät geblickt, dass ich eine kleine Portion angekreuzt hatte und mir immer ne normale Portion gegeben, bis das irgedwann ziemlich schief ging... Gibt dann noch ne normale und ne große Portion. Außerdem gibst du noch ne Essensrichtugn an, die eigentlich immer zählt. Beispielsweise vegetarisch... Man sitzt immer auf dem gleichen Platz, der einem zu Beginn zugewiesen wurde. Wenn es irgendwelche Gründe gibt, kann man den aber auch nach Rücksprache wechseln. War bei mir mal der Fall. Auf diesem Platz steht dann immer das Essen, das du bestellt hast fertig gerichtet auf einem Teller und Tablett. Morgens und Abends wählte man keine Gerichte, sondern wählt einmal aus, was man alles haben möchte und das bekommt man dann immer. Abends konnte man beispielsweise immer nen Salat bestellen. Wenn man etwas nicht essen möchte, kann man das wieder nach vorne bringen und dann können sich andre Patienten dies Essen nehmen. Buffet gibt es also keins und ein Tablett brauchst du auch keins mitbringen. Darfst es vielleicht auch nicht...

3. Es gibt Waschmaschinen, in denen du deine Wäsche waschen kannst. Auch nen Trockner. Musst du aber beides bezahlen und auch dein eigenes Waschmittel besorgen. Aufhängen kannst du deine Wäsche auf Kleiderständern oder eben in den Trockner geben.

Handtücher musst du, wenn ich es noch richtig weiß, keine mitbringen. Auch keine Bettwäsche. Ich hatte beides dabei, weil ich mich dann eifnach wohler fühle, ist aber nicht nötig. Man bekommt auch regelmäßig alles frisch und gibt sein altes ab...

4. Wir konnten unseren Kleiderschrank abschließen. Allerdings gibt es an sich keine Mölichkeit generell etwas einzuschließen. Die Zimmer konnten wir nicht abschließen. Also Wertsachen lieber zu Hause lassen. Ob du Tablet etc. mitnehmen darfst, hängt von der Station und deiner Diagnose ab. Ich hatte meinen Laptop dabei. Inzwischen gibt es wohl auch WLAN auf den Stationen. Gab es bei uns noch nicht. Weiß aber nicht, ob das überall der Fall ist. Hat mir nur letztens eine erzählt... Ins Internet darfst du aber nur, wenn du von deinem Therapeuten eine Interneterlaubnis bekommst. War bei mir aber keine Problem zu bekommen, obwohl eigentlich bekannt war, dass ich in Pro Ana Foren war. Was ich komisch fand. Also in der Regel bekommt man die Erlaubnis...

5. Du packst das ein, was du brauchst ;) Wenn noch nicht geschehen, bekommst du auch noch ne Packliste, was du so alles brauchst. Wenn du irgendwie kreativ bist, solltest du überlegen, ob du in dieser Richtung irgendetwas mitnehmen möchtest. Ich hatte beispielsweise meine Farben dabei. Und ein Tagebuch nicht vergessen. Außerdem ist ne Hülle für deinen Therapieplan oder wie das Ding hieß, ganz praktisch. Größe DinA6. Und zwei drei Schnellhefter, wo du die Therapieunterlagen abhäften kannst.

Frage einfach genauer, was du wissen möchtest ;)

Genieß die Zeit!!! Es gibt glaube ich nicht viele so gute Kliniken wie die Hohe Mark. Voraussetzung ist allerdings, dass du dich darauf einlässt!!!!!!!!! Ansonsten ist der Aufenthalt ziemlich sinnlos...

Liebe Grüße vom Mäuschen
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Re: Fragen zum Klinikaufenthalt

Beitragvon Talita » Fr. 24.06.2016, 08:13

Hallo Mäuschen
vielem lieben dank!
Ich habe gerade die Unterlagen von der Hohen Mark bekommen...da steht drin das man pro Tag Parkgebühr zahlen muss??? Stimmt das? Das wird ja enorm teuer...
Und da steht auch drin das man 3 Wochen Kontaktsperre hat und sein Handy abgeben muss...ist das auf allen Stationen so??? Ich gehe ja wegen Depressionen hin...warum muss ich es da abgeben?
Darf man eigentlich auch wandern gehen oder in die Stadt was Einkaufen?
Grüßle
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Re: Fragen zum Klinikaufenthalt

Beitragvon Mäuschen » Fr. 24.06.2016, 12:48

Ja, parken kostet etwas. Darum wird es eigentlich empfohlen mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Während deines Klinikaufenhaltes wirst du auch kein Auto fahren dürfen. Also auch nicht nach Hause oder so... Vielleicht gibt es ja ne Möglichkeit, dein Auto irgendwo anders abzustellen?! Oder du fährst einfach mit dem Zug oder lässt dich von jemandem bringen ;)

Kontaktsperre: Das kommt darauf an, auf welche Station du kommst, ob du Kontaktsperre hast oder nicht. Ich hatte keine... Auf welche kommst du denn? Müsste in dem Brief eignetlich schon drin stehen. Wenn es bei dir drin steht, wirst du aber vermutlich auf eine Station kommen, wo du Kontaktsperre hast. Dann darfst du beispielsweise glaub auch nicht ins Internet. Kontaktsperre hört sich aber viel schlimmer an, als es ist! Bei uns auf der Station haben das manche sogar freiwillig gemacht, weil sie einfach mal Abschalten wollten. Also keine Panik deswegen und drei Wochen sind auch echt schnell vorbei! Ich war über drei Monate dort und es kam mir gar nicht so lange vor. (Falls die Info irgendwo kommt, ja man darf eigentlich max. 12 Woche da sein und das ist eigentlich auch schon sehr lange, wenn das jemand ist ;) ) Ob man ne Kontaktsperre hat oder nicht, liegt ersteinmal einfach nur daran, auf welche Station man kommt und wie dort das Therapiekonzept ist...

Wandern darfst du gehen, gibt es sogar als Therapieangebot. Allerdings weiß ich nicht, ob es das bei allen Stationen gibt. Die einzelnen Stationen haben unterschiedliche Therapieangebote. Wobei wandern eignetlich eine Stationsübergreifende Therapie war und es dann wohl bei dir auch sein wird. Und wenn nicht. Der Taunus ist wunderschön!!! Die Klinik an sich liegt einfach schon herrlich und allein das Klinikgelände ist schon ein halber Wald. Und dahinter ist dann noch mehr Wald und Wiesen udn es ist echt schön dort. Also ganz viel wandern gehen ;) Ganz in der Nähe von der Klinik ist auch ein kleiner See mit Enten, die sogar Namen hatten und die wir immer gefüttert haben. (Heimlich Brot vom Essen mitnehmen ;) )

Man darf auch in die Stadt zum Einkaufen gehen. Allerdings ist Einkaufen sowie wandern und alles Verlassen der Klinik davon abhängig ob du persönlich das darfst. Also generell ist es gestattet, aber es kann sein, dass du es aus irgendeinem Grund verboten bekommst. Aber wenn du "nur" wegen Depressionen da bist, wirst du glaub schon ne Erlaubnis dafür bekommen. Nach Oberursel darf man auch einfach so gehen, um beispielsweise nach Frankfurt fahren zu dürfen, muss man sich eine Erlaubnis vom Therapeuten geben lassen. Aber normalerweise ist das alles kein Problem. Bei uns auf Station war eine, die nicht nach Frankfurt und nur nach Oberursel das klinikgelände verlassen durfte. Das war aber auch besser so! Also wenn sie es dir verbieten, wird das schon gut so sein ;) Aber auch da würde ich mir keine Gedanken machen, weil das eher die Ausnahme, als die Regel ist.

Wie gesagt, ich durfte sogar ins Internet, obwohl es bei mir eignetlich echt angebracht gewesen wäre, dies nicht zu tun... Kann allerdings auch sein, dass die Therapeuten das gar nicht geblickt haben, weil sie es nicht kannten. War ja auch keien Essstörungsstation, auf der ich war...

Mach dir keinen Kopf und freu dich auf die Zeit! Es kann echt richtig gut tun ;)
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Re: Fragen zum Klinikaufenthalt

Beitragvon Mäuschen » Sa. 23.07.2016, 19:57

Inzwischen müsstest du ja in der Hohe Mark angekommen sein. Wie ist es denn?! Geht es dir gut?!
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Re: Fragen zum Klinikaufenthalt

Beitragvon Mäuschen » Sa. 05.11.2016, 14:19

schade, dass du nicht mehr hier bist... Hätte gerne noch von dir gehört! :cry:
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