Antipsychiatrie

Unterforum zu den verschiedenen Therapieformen und -möglichkeiten (sowohl ambulant als auch stationär). Berichtet von Euren Therapie-Erfahrungen mit Therapeuten, Psychologen, Psychiatern und Kliniken oder auch Selbsthilfegruppen. Wir versuchen auch, Euch bei der Arzt-/Therapeuten- oder Kliniksuche zu helfen.

Antipsychiatrie

Beitragvon Lavendel » So. 06.12.2015, 14:34

Hallo ihr Lieben,
ich wollte mal kurz in die Runde fragen, ob jemand sich hier mal eingehender mit dem Thema beschäftigt hat und mir sein Statement dazu geben kann, vielleicht kommt ja auch eine Diskussion in Gange (aber lieb bleiben, ne!)
Ich habe mich nämlich mit dem Thema schon öfter auseinandergesetzt, aber schwanke sehr zwischen "das ist vielleicht der bessere Weg für mich" und "vielleicht doch lieber den klassischen Weg gehen, auch wenn er sich für mich bisher nicht bewährt hat".
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Re: Antipsychiatrie

Beitragvon ViJo » So. 06.12.2015, 15:14

Psychiatrie...
ich war mal als junger Mensch für eine Zeit dort,
Grundsätzlich finde ich es wichtig, dass es diese Einrichtung gibt. Und kann da sowohl positives, als auch negatives berichten.
Eine Zeitlang dachte ich damals, die Verrückten befinden sich unter dem Personal, weil wirkliche Empathie und Beistand erfuhr ich nur unter den Mitpatienten.
Habe alsbald herausgefunden, wie ich mich verhalten muss, um dort so bald wie möglich wieder mit ärztlichem Einverständnis gehen zu können. Es kam nie wieder zu solch einer Situation in der ich mir diese Frage Klinik ja oder nein, zu stellen brauchte.
ViJo
 

Re: Antipsychiatrie

Beitragvon Kleiner Elefant » So. 06.12.2015, 15:26

Gelöscht, da am Thema vorbei... (:
Zuletzt geändert von Kleiner Elefant am So. 06.12.2015, 21:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Antipsychiatrie

Beitragvon Charlotte » So. 06.12.2015, 17:56

Ich hab keine Psychiatrie-Erfahrung, aber mich irritiert der Thread-Titel etwas. Möchtest du eine Diskussion über die Antipsychiatrie-Bewegung? Oder suchst du für dich einen Weg?
Ich nehme mal an, mit dem klassischen Weg meinst du Psychotherapie und eben ggf. auch die Behandlung in einer psychiatrischen Klinik. Aber was ist für dich der andere Weg, den du als den für dich besseren in Erwägung ziehst?

Vielleicht erklärst du noch mal genauer, worum es dir geht. (:
Charlotte
 

Re: Antipsychiatrie

Beitragvon Lavendel » So. 06.12.2015, 21:06

Ja mir geht es um die Antipsychiatriebewegung. Also so Medis in den Müll, sch*** auf Therapie, stattdessen Selbsthilfe, Hilfe von anderen Betroffenen, alternative Erklärungen zur Psyche jenseits der klassischen Meinung...
Ich meine auch keinen Esokram, in dieser Szene mit Heilpraktikern, Workshops, Schamanismus, Reiki, Lomi Lomi Nui, Globuli, Bachblüten und Co. war ich auch schon, bin da gottseidank raus.

Ich hab einfach schon so viel hinter die Kulissen von Kliniken sehen "dürfen", so viel erlebt, bei mir, bei anderen, dass ich denke dass mir Psychiatrie einfach nicht mehr helfen kann.

Ich war bei einem Therapeuten zu einer probatorischen Sitzung, der das ähnlich sieht und die Zustände in deutschen Psychiatrien ziemlich scharf verurteilt, allerdings hatte der eine so konfrontative Art, dass ich bei der ersten Sitzung schon fast zusammengebrochen wäre. Vertrauen dauert bei mir länger, deswegen bin ich da nicht mehr hin. Hat mir Angst gemacht so massiv die Kontrolle zu verlieren.

Insofern suche ich für mich einen Weg und möchte, falls es klappt auch neugierdehalber eine Diskussion anregen....
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Re: Antipsychiatrie

Beitragvon Charlotte » So. 06.12.2015, 22:07

Lavendel hat geschrieben:stattdessen Selbsthilfe, Hilfe von anderen Betroffenen, alternative Erklärungen zur Psyche jenseits der klassischen Meinung...

Hast du damit schon Erfahrungen?
Ich halte es nicht für verkehrt, zweigleisig zu fahren. Z.B. indem du eine ambulante Therapie bei einem Therapeuten deines Vertrauens machst und nebenbei nach Selbsthilfegruppen schaust oder Selbsthilfebücher liest, Kontakt zu anderen Betroffenen suchst und dir aus beidem das beste rauspickst.

Sich nur für das eine ODER das andere zu entscheiden, wirkt auf mich eher wie über das Ziel hinausschießen. Die klassische psychiatrische Behandlung hat genauso ihre Vorteile wie die Selbsthilfe. Und ich wüsste keinen Grund, der dagegen spricht, das eine mit dem anderen zu verbinden.
Sicherlich ist es sinnvoll, das auf der Suche nach einem Therapeuten direkt zu kommunizieren und vorzutasten, wie er darüber denkt. Denn die Aspekte, die du aus der Selbsthilfe ziehst, sollten natürlich auch Thema in der Therapie sein können, wenn du das Bedürfnis danach hast. Aber du hast ja selbst schon einen Therapeuten kennengelernt, der dem nicht abgeneigt gegenüber steht und da gibt es sicherlich auch noch welche, die vom Rest her besser passen und dir weniger offensiv begegnen. (:
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Re: Antipsychiatrie

Beitragvon Summertime Sadness » So. 06.12.2015, 22:13

Ich hatte einige Psychiatrieaufenthalte hinter mir. Anfangs wollte ich auch nicht hin, musste aber.Ich hatte auch den Dreh heraus, wie ich schnell wieder raus kam, jedoch wurde mein Leidensdruck immer größer.
Ich habe zwei verschiedene von Innen gesehen, die eine war sehr heftig und die andere hat mich am Schluss auch weitergeholfen.

Ich finde, es schon richtig, dass es Psychiatrien, Therapien usw. gibt, da einfach normale Menschen leicht überfordert sind mit psychischen Krankenheiten. Genauso wichtig finde ich Medikamente, denn wenn ein Medikament bewirkt, dass man relativ gut sein Leben im Griff hat, dann ist das doch Positiv.

Genauso wichtig finde ich aber auch alle Selbsthilfegruppen etc. da man dort einfach für bestimmte Sachen mehr Verständnis bekommt, jedoch muss man für sich auch Grenzen ziehen können, denn nicht dass die Selbsthilfe mehr schadet als hilft.

Es kommt immer darauf an, wie sehr einem Ärzte,Psychiater,PflegerInnen,Therapeuten symphatisch sind, ob man sich darauf einlassen kann, ob man "Glück" hat, jemanden zu finden, der einem liegt.
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Re: Antipsychiatrie

Beitragvon Lavendel » So. 06.12.2015, 22:30

Charlotte hat geschrieben:
Lavendel hat geschrieben:stattdessen Selbsthilfe, Hilfe von anderen Betroffenen, alternative Erklärungen zur Psyche jenseits der klassischen Meinung...

Hast du damit schon Erfahrungen?


Aber du hast ja selbst schon einen Therapeuten kennengelernt, der dem nicht abgeneigt gegenüber steht und da gibt es sicherlich auch noch welche, die vom Rest her besser passen und dir weniger offensiv begegnen. (:


Ich habe damit ausser dem, was man so im Netz findet keine Erfahrung. Also ich war mal auf nem Vortrag von nem Typen, der sich da engagiert...Fluchthäuser oder Zufluchthäuser hieß das glaube ich. Ist schon n Stück her.

Und solche Therapeuten zu finden abgesehen von dem bei dem ich war stelle ich mir schwierig vor. Ich war ja jetzt schon bei so einigen und die meisten Erfahrungen waren dann eben doch negativ mit den Damen und Herren Therapeuten. Genauso wie in den Kliniken. Mir sind da schlimme Sachen passiert. Wirklich schlimme.

Und @summertime : da ich scheinbar ein schwieriger Mensch bin, finde ich auch nur schwierig jemanden mit dem ich kann...
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Re: Antipsychiatrie

Beitragvon Charlotte » So. 06.12.2015, 22:38

Lavendel hat geschrieben:Und solche Therapeuten zu finden abgesehen von dem bei dem ich war stelle ich mir schwierig vor.

Es ist generell schwierig, einen Therapeuten zu finden, mit dem die Therapie auch wirklich funktionieren kann. Aber wenn du für dich eine Chance siehst, dass es mit dem richtigen Therapeuten funktioniert, dann such weiter. Du kannst ja nebenbei in der Selbsthilfe schauen, ob du was findest, das dir wirklich hilft, aber ich würde die Therapeutensuche nicht komplett aufgeben.
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Re: Antipsychiatrie

Beitragvon Fee23 » Mi. 30.12.2015, 20:40

Hallo , Thema Psychiatrie : ich akuten siuzidialen Fall hilfreich um Schutz vor sich selbst zu haben aber sonst ein no go! Ich hatte zwei Aufenthalte und hatte das Gefühl als würde man für blöd verkauft werden wenn man ein bisschen studierter( also erwachsen und irgendwie im leben stehend) ist kommt es einen vor wie im Kindergarten meine Meinung. Die Therapien die angeboten wurden wie malen,Musik Therapie waren für mich sehr unter fordernd ich meine klar man soll Glück Gefühle bekommen und nicht überfordern aber das war echt so minimal gehalten das ich eher aggression und Langeweile bekam . Es ging vielen anderen so die sind dann immer rauchen gegangen was ja nicht Sinn und Zweck sein sollte. Zudem war das so dort das die Patienten die nichts mit diesen Therapien anfangen konnten weil sie nicht gerne malen oder singen und sonstiges einfach abgeschossen wurden wort wörtlich so war das bei mir und auch mit Patienten ,das man soviele medis bekam das man noch nicht mal wusste welcher Tag eigentlich ist oder wer man selbst ist und nach der Entlassung war man nicht stabilisiert nur massiv ruhig gestellt sodass jedesmal danach mein Psychiater am fluchen war und alle Medikamente umgestellt hat damit ich mal wieder mein Namen und so weiss . Diese erfahrung habe ich in 2 verschiedenen Kliniken gemacht und auch mit Patienten mit denen wir jetzt unsere eigene Selbsthilfe Gruppe haben ...haben sowas berichtet. Deswegen wehre ich mich jedesmal wenn es darum geht besser in die Klinik zu gehen weil meine Therapeutin das mit einmal die Woche nicht auffangen kann wie sie es immer sagt , nach so schlechter Erfahrung und das wenn ich da rauskomme mir es nicht besser geht sondern einfach nur ruhig gestellt bin ,immer sehr dagegen. LG fee
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Re: Antipsychiatrie

Beitragvon Lavendel » Di. 05.01.2016, 11:34

Lieber spät als nie: danke ihr zwei nochmal für eure Meinungen.
Ich war ja jetzt kurz stationär, ich muss sagen ich bin schon stabiler raus als rein, aber auch weil ich hauptsächlich den Kontakt zu den mItpatienten als hilfreich empfand und dann doch Psychiatrieerfahren genug bin um mich in einigen Situationen, die mich echt ärgern zurückzuhalten und freundlich zu bleiben. Hatte allerdings auch einen positiven Gesamteindruck von der Klinik, verglichen mit dem meisten sonst wo ich war...kann also sein dass meine manchmal radikale Einstellung daherrührt, dass die Kliniken in denen ich bisher war, nicht das Gelbe vom Ei waren. Da scheint es dann doch starke Unterschiede zu geben...
Aber vielleicht muss ich mich doch wieder beim SPDi einklinken, denn wenn ich das Zusammensein mit den Mitpatienten als so hilfreich empfunden habe, bringt mich Kontakt mit anderen Betroffenen und Psychiatrieerfahrenen vielleicht nicht nur hier weiter, sondern auch im RL.
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Re: Antipsychiatrie

Beitragvon Oskar » So. 24.01.2016, 02:47

Es ist immer eine Frage davon ob in der Klinik Menschen arbeiten die sich dafür interessieren was man für Probleme hat oder nicht.
Fakt ist: bei vielen Problemen kann nur der Fachmann helfen.
Deswegen ist der Aufenthalt in der Klinik kaum zu vermeiden wenn man Erfolg haben will.
Für Tricks und Methoden mit akuten Problemen umzugehen sind eher Selbsthilfegruppen und andere Menschen relevant.
Im Regelfall haben die Psychiater keine Ahnung wie man sich fühlt, das müssen sie aber auch nicht.
Sie sollen nur helfen die innere Last zu lösen und das Denken mit einem zusammen so zu verändern das es den Patienten gesund macht.
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