Therapie fehlgeschlagen?

Unterforum zu den verschiedenen Therapieformen und -möglichkeiten (sowohl ambulant als auch stationär). Berichtet von Euren Therapie-Erfahrungen mit Therapeuten, Psychologen, Psychiatern und Kliniken oder auch Selbsthilfegruppen. Wir versuchen auch, Euch bei der Arzt-/Therapeuten- oder Kliniksuche zu helfen.

Therapie fehlgeschlagen?

Beitragvon UnlovedHousecat » Di. 24.11.2015, 16:44

Da ich, wie immer, nicht weiß, wie ich anfangen soll, schreibe ich nun halt einfach mal los, was mich gerade beschäftigt.
Ich war nun bei vielen Ärzten wegen meinen Atemproblemen, die jetzt wirklich schon eine ziemlich große Belastung sind. Jeder Arzt, Hausarzt, Lungenarzt, neutraler Arzt, hat mjr geraten,mal einen Psychologen aufzusuchen, da es nach etwas klingt, das durch eine Depression oder Angststoerung ausgeloest wird. Nach vielen Ueberlegungen und Gesprächen mit meinem Lebensgefährten habe ich dann also einen Termin bei einer Psychologin gemacht. Davon erwartet habe ich mir von Anfang an nicht viel, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass mich eine Freme 'heilen' koennte, dennoch habe ich den Termin wahrgenommen und wurde irgendwie sehr enttaeuscht, da alles noch viel unsinniger war, als in meinen ohnehin negativen Erwartungen.

Anfangs hatte ich ein gutes Gefuehl. Die Frau war sehr nett und ich dachte, sie wuerde sich gut mit solchen Dingen auskennen und ich waere in guten Haenden. Mit jedem ihrer Saetze verschwand dieses Gefuehl aber zunehmend und die recht kurze 'sitzung' wurde zu einem riesen Reinfall fuer mich. Ich habe noch nie so offen mit einem Menschen ueber meine Gedanken, Gefuehle und Probleme gesprochen, wie ich es vor einer Woche bei dieser Frau getan habe. Ich habe ihr erzaehlt, was andere Aerzte mir gesagt haben, wie ich darueber denke, ich habe ihr auch gesagt, was meine Familie darueber denkt, welche Vermutungen meine Familienmitglieder haben.. allerdings ist sie auf all das nicht eingegangen. Woerter wie "Depression", "Angst" und "Hypochondrie" haben sie ziemlich kalt gelassen, und wurden mit einem einfachen Nicken abgespeißt. Nach zehn Minuten stand ich dann ziemlich enttaeuscht in einer Apotheke und hielt zwei Rezepte in der Hand. Ich wusste weder, was ich habe, noch, wie dieses etwas zu stande kommt oder ähnliches. Alles was ich wusste war, dass ich einer fremden Frau meine ganze Privatsphäre preis gegeben habe und im Gegenzug dafuer zwei recht starke Beruhigungstabletten (unter anderem Tavor) bekommen habe. Nicht mal einen neuen Termin habe ich bekommen, weil sie der Meinung war, ein weiteres Gespräch sei nicht nötig.

Ich habe die Medikamente noch nicht genommen, denn ich habe Angst davor. Ich habe Hypochondire und ich mache mir Gedanken darüber, dass ich die Tabletten nicht vertrage, und davon krank werde. Ausserdem habe ich Angst, dass die Tabletten gar nicht wirken und ich mich Grundlos mit starken Pillen zuballer. Meinem Freund habe ich von dieser Angst erzählt und natürlich auch von dem Gespraech mit der Psychologin. Ihm kam das alles etwas komisch vor und er meinte, er findet es gut,dass ich die Pillen noch nicht genommen habe und er meint auch, dass ich lieber noch einmal zu einer anderen Psychologin gehen sollte, um mir eine zweite Meinung einzuholen. Wie denkt ihr darueber? Ist es normal, dass Psychologen einem einfach Tabletten verschreiben, ohne sich wirklich mit der Naterie zu beschaeftigen, oder war es einfach kein guter Griff? Sollte ich lieber noch einmal einen zweiten Versuch starten, bevor ich mich mit starken Beruhigungstabletten 'krank mache' ? Ich bin wirklich enttaeuscht und habe ein wenig Angst davor, dass der zweite Termin ebenfalls ein solcher Reinfall wird. Dabei will ich doch einfach dass diese unertraeglichen Probleme aufhoeren und ich nicht jeden Tag Angst davor haben muss vor die Tuer zu gehen, weil es mir dann wieder schlecht geht. Ich habe es satt, jeden Abend voller Panik im Bett zu liegen und mir grauenvolle Gedanken ueber das Ende meines Lebens Gedanken zu machen. :cry:
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Re: Therapie fehlgeschlagen?

Beitragvon Tina » Di. 24.11.2015, 17:02

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Also ich finde es zumindest sehr ungewöhnlich, dass eine Psychologin Dir Medikamente verschreibt...?? :roll:
Und dass auch noch nach einem kurzen Gespräch, und dann auch noch so etwas "starkes".

Dass Du selbst der Meinung bist, Du hättest Hypochondrie... find ich insofern schon mal positiv....
denn ich kenne Leute, die das auch haben... aber konsequent abstreiten.

Ich wäre also auch dafür, noch ein anderes Gespräch / ne andere Thearapeutin zu suchen.

Ein Großteil Deiner Probleme scheinen ja doch in Deiner Psyche zu liegen.
Ich weiss... Angst kriegt man nicht von heut auf morgen weg... da hilft nur Geduld.

Ich hoffe mal, Du bekommst noch mehr Antworten... ich wollst bloß erstmal nicht so unkommentiert stehen lassen.
Tina
 

Re: Therapie fehlgeschlagen?

Beitragvon UnlovedHousecat » Di. 24.11.2015, 17:20

Ich fand es eben auch ziemlich komisch, weil ich eher gedacht habe, dass wir vielleicht eine Weile reden, oder so. Ich weiss nicht. Ich als Arzt wuerde niemandem einfach Medikamente verschreiben, wenn ich nicht 100% wueste, was der Patient hat. :/

Zu der Sache mit der Hypochondrie.. na ja, ich habe es anfangs auch abgestritten. Aber mittlerweile weiß ich, dass ich mich immer rein steiger und Angst bekomme. Wenn ich zB Husten habe, habe ichbsofort Angst, dass ich an Lungenkrebs leide, und das habe ich zumindest schonmal eingesehen.. ich will ja auch dass es aufhoert, dafuer muss ich lernen das zu akzeptieren.
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Re: Therapie fehlgeschlagen?

Beitragvon Lavendel » Di. 24.11.2015, 17:30

Hallo Unloved Housecat.

In der Regel verschreiben Psychiater Medikamente und psychologische Psychotherapeuten machen gesprächstherapien. Viele kennen diesen Unterschied nicht und verwechseln das, leider. Das führt immer wieder zu Mißverständnissen.
Du könntest versuchen, statt der Medikamente (von denen ich dir auch abraten würde, TAVOR MACHT KÖRPERLICH ABHÄNGIG und ein Tavorentzug ist kein Spaß) dir von deinem Hausarzt eine Überweisung zu einem oder einer psychologischen Psychotherapeuten geben zu lassen. Da hast du dann fünf "Schnuppersitzungen" und dann wird eine Therapie bei der Krankenkasse beantragt. Warum du das bisher nicht erklärt bekommen hast, ist mir schleierhaft.
Im Notfall können solche Tabletten natürlich hilfreich sein, wenn man eine akute Panikattacke o.ä. hat, aber es gibt auch andere Methoden. Die sind zwar anstrengender, als eine Tablette zu schlucken, aber sicher auch insgesamt hilfreicher.
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Re: Therapie fehlgeschlagen?

Beitragvon Atisha » Di. 24.11.2015, 20:43

Probiers noch mal bei einem Psychotherapeuten/in. Man sollte nicht bei einem Kontakt den Versuch aufgeben jemanden zu finden der einem helfen kann.
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