trimb

Unterforum zu den verschiedenen Therapieformen und -möglichkeiten (sowohl ambulant als auch stationär). Berichtet von Euren Therapie-Erfahrungen mit Therapeuten, Psychologen, Psychiatern und Kliniken oder auch Selbsthilfegruppen. Wir versuchen auch, Euch bei der Arzt-/Therapeuten- oder Kliniksuche zu helfen.

trimb

Beitragvon Justagirl » Sa. 17.03.2018, 14:35

Hallo an alle,

ich wollte mich mal zu einer Therapieform äußern, die ich selber gerade in mehreren Sitzungen gemacht habe. Und zwar trimb. Das ist ein Verfahren um belastende Gefühle und Traumabilder/erinnerungen besser zu verarbeiten und Distanz zu beidem zu schaffen. Es funktioniert ähnlich wie EMDR, da beide Hirnhälften aktiviert werden. Das Gute daran fand ich, dass es nicht darum geht, eine ganze Traumasequenz hervorzuholen und durchzuarbeiten, sondern es viel behutsamer vor sich geht. Man widmet sich nur einem kleinen Ausschnitt.
Mir hat es echt geholfen, obwohl ich sehr skeptisch war. Und auch im Nachhinein merke ich, dass ich jetzt schneller wieder den Boden unter den Füßen bekommen, nachdem mich etwas getriggert hat. Sonst hat mich das tage- und manchmal auch wochenlang rausgerissen.

Ich beschreibe hier mal kurz den Ablauf, damit ihr euch besser vorstellen könnt, wie es abläuft.
Im Vorherein wird erstmal per Imaginationsübung eine sehr positive Erinnerung hervorgeholt und diese sich intensiv vorgestellt und mit der Schmetterlingsübung (Arme übereinandergekreuzt und leichtes Klopfen auf die Schultern) die positiven Gefühle verstärkt bzw. verinnerlicht.
Anschließend geht es an die Traumaarbeit. Dazu habe ich selbst eine traumatische Erinnerung gewählt und mir diese unter Anleitung des Therapeuten als kleines Bild vorgestellt, welches ich an die Wand projeziert habe. Dieses sollte ich, soweit ich konnte, beschreiben und die Gefühle benennen, die ich damals hatte und die ich heute dazu habe. Der Therapeut hat mich gefragt, wie eine Verbindung von mir zu dem Bild aussehen könnte. Und ich meinte, ich stelle mir große, schwere Eisenketten vor. Daraufhin hat er mit mir erarbeitet, welches Werkzeug ich bräuchte um diese Ketten zu durchtrennen. Ich hab eine Kreissäge gewählt und sollte diese auch ganz genau beschreiben. Dann habe ich den Kopf auf die linke Schulter getan und ganz tief eingeatmtet, während er die schlimmen Gefühle genannt hat. Dann habe ich den Kopf mit angehaltenem Atem zur rechten Schulter bewegt und ganz lange ausgeatmet, während er wieder die Gefühle genannt hat. Anschließend hab ich die Luft angehalten und den Kopf mit angehaltenem Atem von rechts nach links bewegt und mir dabei innerlich vorgestellt wie ich mit meinem Werkzeug die Ketten, die mich mit dem schlimmen Bild verbinden, durchtrenne. Das Ganze haben wir mehrfach gemacht, bis ich in meiner Vorstellung alle Ketten durchtrennt hatte.
Für mich klang das erstmal komisch und ich war sehr skeptisch, ob mir das hilft. Aber es hat mir tatsächlich geholfen. Die Gefühle waren danach nicht mehr so schlimm und ich fühlte mich etwas entlastet. Auch hat mir die Vorstellung geholfen, dass ich selbst mich davon trenne und selber bestimme, was ich erzähle.
Der Therapeut hat mir erklärt, dass durch die Atmung und die links-rechts Bewegungen des Kopfes sowie die Imgaination der Körper das schlimme Bild besser verarbeitet und in Distanz zu einem selber bringt.
Also das ist schon neurologisch begründet das Ganze :) .

Ja, vielleicht ist das ja etwas für Jemanden von euch. Das kommt ja auch immer drauf an, wie stabil man gerade ist und was auch zu einem bzw. der eignen Traumaerfahrung passt.

Liebe Grüße

Glowwom
Justagirl
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