Tavor

In diesem Forum habt Ihr die Möglichkeit, Eure Erfahrungen mit Psychopharmaka zu schildern bzw. Fragen zu bestimmten Medikamenten zu stellen und Informationen über sie zu suchen.

Tavor

Beitragvon Schneewolf » Sa. 22.11.2008, 19:22

hat jemand von euch Erfahrungen mit Tavor ?
Schneewolf
 

Tavor

Beitragvon Jenson » Sa. 22.11.2008, 19:31

Hallöle,

ja und ich kann nur sagen: Finger weg.....!!! Habe vor einigen Jahren mal 3 Wochen lang Tavor genommen und anschließend 6 Wochen gebraucht, bis ich wieder ohne schlafen konnte..... hatte die ersten 14 tage nach dem Absetzen max. 2-4 Stunden Schlaf pro Nacht..... :(
Jenson
 

Beitragvon Schneewolf » Sa. 22.11.2008, 19:36

hallo Jenson
meine Tochter bekommt in der Klinik seit ein paar Wochen jeden Tag je nach Bedarf 3 bis 4 mg Tavor
die Pfleger meinen, dass sie bereits abhängig sei
kannst du mir mehr schreiben über deinen Entzug ?
Schneewolf
 

Beitragvon Crystalix » Sa. 22.11.2008, 19:44

Schneewolf hat geschrieben:hallo Jenson
meine Tochter bekommt in der Klinik seit ein paar Wochen jeden Tag je nach Bedarf 3 bis 4 mg Tavor
die Pfleger meinten, dass sie bereits abhängig sei
kannst du mir mehr schreiben über deinen Entzug ?

krass !
meine mutter arbeitet in einer entzugsklinik als psychologin, daher weiß ich wie hart der entzug von benzos ist.
ich habe selbst auch schon mit einigen leuten gesprochen die einen entzug gemacht haben, die meinten es sei ähnlich dem heroin entzug. einer meinte das er die erste woche im entzug gerade noch seinen namen wusste.. in einem anderen thread in diesem forum schrieb mal eine, dass man sich gleich heroin spritzen könne wenn man täglich tavor nimmt.
warscheinlich hat deine tochter schon vor dem klinikaufenthalt tavor genommen oder? kann mir fast nicht vorstellen dass man in einer klinik eine so hohe dosis bekommt und das auch noch täglich. da müsste sie schon kurz vor dem suizid stehen um das zu rechtfertigen dass man ihr das verabreicht.
ich hoffe für dich und deine tochter dass sie da irgendwie wieder rauskommt...
LG
Crystalix
 

las dich nicht verrückt machen...

Beitragvon Steffen » Sa. 22.11.2008, 19:47

Ich hab das Zeugs anfangs 7,5 mg später 1-3 mg/Tag bekommen. Ich nahms fast 1/2 Jahr beständig und bin auch nicht abhängig geworden. Es ist schon ein Teufelzeug, doch bei einer heftigen Psychose hilfts wahnsinnig gut. Ich nehme momentan so ca. 1xim Monat Tavor (1mg). Nur bei knallharten Krisen. Gruss Steffen
Steffen
 

Beitragvon Jenson » Sa. 22.11.2008, 19:47

3-4 mg ist glaube ich noch recht niedrig dosiert....
die ersten Tage nach Absetzen war ich abends wie gewohnt müde, konnte aber unmöglich zur Ruhe kommen.... mein Kopf hat nach den tabletten geschriehen.....
nach etwa einer woche mit max 2 Stunden Schlaf pro Nacht funktionierte dann das Einschlafen langsam wieder, doch wurde ich meistens nach einer Stunde wieder wach und konnte dann meist solange nicht mehr einschlafen, bis ich völlig erschöpft war (also erst morgens ab 4 wieder)
wie eben schon gesagt war es ein ziemlicher langer Weg, bis ich wieder normal ein- und durchschlafen konnte....
Im Grunde ist es ein Kampf, den Du halt mit eisernem Willen durchaus gewinnst. Aber bedenke, ich habe diese Tabletten nur 3 Wochen genommen.....
Jenson
 

Beitragvon Jenson » Sa. 22.11.2008, 19:50

sorry, muss mich korrigieren.... habe gerade nochmal nachgeschaut, meine dosierung lag bei 2,5mg am tag....
aber wie gesagt, das reichte..... :(
Jenson
 

Beitragvon Mulle » Sa. 22.11.2008, 20:10

nein, man muß nicht kurz vor einem suizid stehen um tavor als med. zu erhalten. der effekt des tavors beläuft sich vor allem auf die angstlösung und die unmittelbare beruhigung. tavor ist in der akutklinik meist auch ein mittel der wahl, neben diazepam, haldol, ciatyl und neurocil. aber eben nur im akutbereich. nach einer gewissen zeit, je nach intensität der erkrankung, wird tavor nach einem schema ausgeschlichen. der abhängigkeitsfaktor ist wie bei all den benzos sehr hoch, deshalb sollte die verabreichung stets wohlüberlegt sein. wenn deine tochter tavor als bedarfsmed. nimmt und eine abhängigkeit schon besteht (nach angaben des pp), liegt es in der ärztlichen verantwortung dies in den ausgaben zu reduzieren oder alternativen zu finden. du solltest deine bedenken zum ausdruck bringen und im ärztlichen gespräch um information bitten. allerdings weiß ich ja nicht in welch einer verfassung deine tochter ist, zumindest wird auch eine bedarfsverabreichung nicht grundlos sein.
Mulle
 

Beitragvon Schneewolf » Sa. 22.11.2008, 21:23

Maria hat schon mehrere Selbstmordversuche im Bezirkskrankenhaus hinter sich - jetzt wissen sie nicht mehr weiter - sobald ein passender Platz frei wird, kommt Maria in eine geschlossene Klinik irgendwo in Bayern - mehr weiß sie noch nicht -
seit ein paar Tagen versucht sie, mit 2 mg am Tag auszukommen, was ihr aber oft nicht gelingt, dann werden es 3 oder 4 mg
der Entzug wird eine sehr schwere Zeit für sie werden, aber sie wird ihn überstehen, denn wenn es darauf ankommt, kann sie sehr stark sein
und ich bin jederzeit für sie erreichbar und egal, wie es weitergeht, ich bin für sie da
Schneewolf
 

Re: Tavor

Beitragvon Nutzer » So. 11.01.2009, 01:29

Hallo,

ich habe ca. 14 Tage "Tavor" nach einem Suizidversuch genossen. Angeblich, also nach der akuten Therapie, habe ich erfahren, dass ich anfänglich mit 4 mg am Tag zurecht kam.
Ich habe nach der Verabreichung eine starke Müdidkeit und ein schwer geminderten Geschlechtstrieb (Es regte sich nichts mehr gen Himmel) verspürt.
Mein Hausarzt verabreichte mir mir nach der Therapie am Tag 2 Mal 0,5 mg Tavor. Ich hatte mit dieser Dosierung kein Problem, da hier eine Abhängigkeit nicht akut war.

Vielmehr war mein Problem welches ich schon beschrieben habe. Zuerst bemerkte ich, es regt sich nix mehr! So sehr wir uns bemühten! Nix. Ich möchte die Situation nicht schmücken.
Nach gefühlten 4 Millionen Jahren, oder näher geschätzten 4 -7 Tagen nach dem ich Tavor abegsetzt habe waren wir auch wieder zufrieden.

Ich kam, da keine drohende Abhängigkeit von Benzos etc. drohte -und droht- mit Tavor gut zurecht. Die schleichende Nebenwirkungen könnt ihr oben lesen.

Beitrag an der Stelle editiert, wegen Verharmlosung und "Anleitung" zum Suizid. Der Mod.

Mittlerweile habe ich erkannt, dass an meinem Leben etwas falsch läuft.
Ich lobe mich selbst, und steige eine Station vor meiner eigentlichen Bahnstation aus um Selbstgespräche zu führen.
Hört sich komisch an, ist aber so. Und mir hilft es. Ich kann ab der vereinsamten Bahnstation jeden, aber auch jeden zusammensch... und mit Schimpfwörtern eindecken, da es mir meine berufliche Situation nicht augenblicklich zulässt.

Im "echten Leben" gelte ich als normal!". Also versucht es mal. Ich bin weder Psychologe noch Psychater. Jedoch hat mir meine oben geschilderte Einstellung geholfen um meine Situation und mein Verhalten zu ändern/ zu verbessern.

Gruß
Nutzer
Nutzer
 

Re: Tavor

Beitragvon Mulle » So. 11.01.2009, 11:29

ich kann deinen empfindungen dem tavor gegenüber nicht ganz zustimmen. der abhängigkeitsfaktor dieses med. ist sehr hoch und wird halt nur in akutsituationen eingesetzt um angst zu nehmen und zu entspannen. und da tavor als benzo ja auch müde macht, genauso wie z.b. diazepam oder kollegen, so relanxiert es auch die muskulatur des körpers. was deine unangenehme nebenwirkung erklärt.
ich denke nicht das solch medikamente als wohlfühl- und spassfaktor zu werten sind. auch verharmlost sollte es nichtwerden! selbst wenn ambulant tavor verschrieben wird, muß es unter kontrolle bleiben und im ausschleichschema reduziert werden.
wenn du einen guten weg gefunden hast um deinen frust abzubauen so ist das sehr schön und zeigt, das du deine problematik ernst nimmst und erkennst. vielleicht hilft dir ja auch eine psychotherapie? sowas geht auch ambulant über deinen behandelnden psychiater, der dich zum therapeuten überweist. versuch es doch mal!
Mulle
 

Re: Tavor

Beitragvon Scout » Di. 13.01.2009, 01:34

@mod
schade, das zu meinem post ein mod eingreifen musste. ich wollte hier keine verherrlichung öffentlich machen! jedoch gab ich meine,unerfahrenen, persönlichen eindrücke zu "papier". ich möchte mich für mein fehlverhalten entschuldigen.


Hallo Mulle,

dein hinweis bringt mich aus dem gleichgewicht.
ich wollte die beschrieben medikamente keinesfalls als "Spaß" hervorheben! never!! Nutze ich doch nicht mal aspirin etc.!!
ich muss angeben, dass ich das beschriebene medikament ca. 2 wochen stationär "genießen" musste. es wurde mir anschließend, seitens meines hausarztes, ausschleichend mit erheblich geminderter konzentration verschrieben.
ich hatte mit den medikamenten kein problem und werde sie auch nach dem aufenthalt nicht haben, da die verordneten medikamente fast keine anwendung fanden.

stümmt, ich bin nach verabreichung erheblich schlaff gewesen. da mir das "produkt" unbekannt war und ich keine sonstigen erfahrungswerte zu medikamenten liefern kann.
nebenbei: auch eine stark verminderte erektion kam zum tragen. diese erfahrung muss ein "gesunder" mensch erstmal machen...

den hinweis einer therapie greife ich nur zu gerne auf.
ich habe mich um eine therapie nach dem stationären aufenthalt bemüht (ich wurde 1 mal innerhalb von derzeit 4 monaten ambulant behandelt).
nach der dritten kontaktaufnahme eines orstansässigen Psychologen habe ich aufgegeben, da hier einhellig zu hören war: ja, einen termin können wir ihnen in ca. 4 monaten anbieten.
ich galt anscheinend nicht als akuter fall.
ob ich hier einen guten weg gefunden habe? ich bin wie geschildert dabei, muss aber angeben, dass ich mich jeden tag neu motiviere. bei fast jeder gelegenheit. auch bei kleinigkeiten, sei es der sonnenschein am morgen, oder dass ich mich an vergangene dinge erinnere. als leitender angestellter nicht ganz so einfach alles, vor allem das beschriebene, unter einen hut zu bekommen. fühlen sich doch die mitarbeiter gerne vernachlässigt auch wenn sie wie immer "betreut" werden.
ich muss den ar... ganz schön hoch hängen um klar zu kommen.

gruß
Scout
 

Re: Tavor

Beitragvon Mulle » Di. 13.01.2009, 10:27

ich denke schon das du erhebliche probleme damit hast den tag gut und "erfolgreich" zu überstehen. aber ich glaube auch, das du das ohne hilfe nicht über einen längeren zeitraum schaffst. auch eigene kraftreserven neigen sich irgenwann mal dem ende entgegen, das resultat ist dann der burn out. und das muß ja nicht sein.
ich wollte dich in keiner weise verunsichern wegen des tavors. ich glaub ich bin eher auf deine wortwahl des genießens angesprungen. das hebt bei mir eine gewisse abwehr an.

was therapiplätze betrifft, so solltest du die wartezeit nicht als persönliche abwertung sehen. es ist, glaube ich inzwischen deutschlandweit so, das auf eine ambulante psychotherapie eine wartezeit vo 4-6 monaten besteht. da kann man nur warten bis man dran ist. die psychologen haben ihren terminplan auch voll und überschlagen können auch diese sich nicht. daher ist es ratsam, sich in dieser wartezeit weiter über seinen psychiater betreuen zu lassen, um eventuelle verschlechterungen des gesundheitszustandes zu erkennen und ggf. maßnahmen zum schutz zu treffen.
da du beruflich in einer leitenden position scheinst, ist stress und druck schon ausreichend da. in der firmenleitung wird keiner so sozial und menschlich sein um auf dich zu achten wenn es dir wirklich schlecht geht. auf sowas ist eine leitung nicht ausgelegt, du sollst für sie nur funktionieren.
du brauchst das alles nicht allein durchzustehen. hol dir die unterstützung die du brauchst und nimm dir zeit für dich selbst.
ich wünsche dir viel kraft. und wir sind auch noch da um dir zur seite zu stehen! :kiss:
Mulle
 

Tavor - paradoxe Wirkung

Beitragvon Iniuria » Di. 03.08.2010, 23:06

Habe nach einem Suizidversuch in der Klinik Tavor bekommen, wohl in einer ziemlich hohen Dosis. Am gleichen Tag wurde ich vom Pfleger erwischt, wie ich die Schnürsenkel aus den Schuhen zog - ich weiß nicht mehr, was ich damit wollte. Die Nacht habe ich mich etlichen kleinen Alpträumen geschlafen, die extrem grell und bunt waren und davon handelten, wie ich eine Blume bin, die überfahren wird und ähnliche "lustige" Sachen. Das Zeug wurde dann sofort abgesetzt, da es anscheinend eine "paradoxe Wirkung" gab, also genau das Gegenteil der üblichen Wirkung eintrat.
Bin aber anscheinend eher ein Einzelfall.
Hatte bei einem früheren Klinikaufenthalt schonmal Tavor bekommen, in geringen Dosen, jetzt weiß ich auch, warum ich immer so unruhig war, hatte es auf die Umstände geschoben.

Diazepam half mir jedoch besser.
Iniuria
 

Re: Tavor

Beitragvon senn_55 » Sa. 28.08.2010, 21:25

Tavor JA oder NEIN-Diskussion

In bestimmten Lebenssituationen ist es nötig bestimmte Medikamente einzunehmen und Gott sei Dank gibt es sie auch. Die ganze Diskussion über Abhängigkeit stellt sich primär so nicht. Wenn die Gaben von TAVOR indiziert sind wissen die verantwortlichen Ärzte schon was sie tun.
Eigenbehandlung oder ein abruptes Absetzen kann den Anschein einer Abhängikeit erzeugen. Keine Klinik oder kein Arzt wird jedoch TAVOR abrupt absetzen. Demnach ist die ganze Diskussion kontraproduktiv...

Ich hatte TAVOR schon einmal gebraucht. War damals sehr froh auf dieses Medikament zurück greifen zu können. Nahm es ca. 3 Wochen lang und hatte mit Abhängikeiten nie ein Problem. Die Leute die es dringend brauchen werden durch diese Diskussion leider zusätzlich und unnötig verunsichert.
senn_55
 

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