Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

In diesem Forum habt Ihr die Möglichkeit, Eure Erfahrungen mit Psychopharmaka zu schildern bzw. Fragen zu bestimmten Medikamenten zu stellen und Informationen über sie zu suchen.

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon Mulle » Di. 12.10.2010, 19:24

wau andreas, ich bin beeindruckt!
herzlcihen glückwunsch und ein beständiges durchhalten wünshce ich dir!
Mulle
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Fr. 12.11.2010, 02:04

Noch zwei Tage, dann bin ich zwei Monate Nichtraucher. :) Man wie die Zeit vergeht.

Jetzt hock ich hier und kann net einschlafen, weiß net warum, war noch ne halbe Stunde joggen. Ich möcht endlich wieder meine 80kg haben, ich wär aber auch mit 90 einverstanden. Hab durch das Nichtrauchen 10 Kilo zugelegt, wieg jetzt 110. Aber es paßt schon, es verteilt sich gut. Trotzdem hät ich lieber ein net so aufgedusenes Gesicht. Sch***se.

In der Arbeit läufts gut. Denk ich werd bald mal Vollzeit probieren. Muss mehr geld verdienen und vorallem will ich von der Rente weg. Ich will nicht mehr von irgendwas abhängig sein. Ich möcht Geld verdienen und ich möcht auch davon leben können. Dank Teilrente darf ich nicht mehr als 880 Brutto im Monat verdienen. Ein paar Euro mehr und ich bekämm keine 2/3 von meiner Teilrente, sondern nur 1/3. Was denken die sich eigentlich? Ich Krebs mit meiner Ausbildung und meinem Können auf 1000 Euro im Monat rum? Ich bin nicht überheblich, ich weiß einfach, dass ich gut bin. Aber ich weiß auch wo meine Grenzen meines Wissens und meines Könnens liegen. Aber ich kann vieles, sehr schnell, neu lernen.

Jo, das wars mal wieder.

LG.
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon Aschenbecher » Fr. 12.11.2010, 02:10

Glückwunsch! Ich wünschte, ich könnte auch aufhören mit dem Rauchen... Aber eigentlich will ich es nicht... Hmm... Was hast du denn gelernt? Geh es langsam an, wenn es dir gelingt, wieder Vollzeit zu arbeiten, dann ist das echt cool... :coolguy:
Aschenbecher
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Fr. 12.11.2010, 19:41

Hi,

ich hab einen Chef, der ziemlich viel Stress produziert. Ich erinnere mich immer an diesen Spruch "Wir sind hier auf Arbeit, nicht auf der Flucht". Ich bin jeden Tag auf der Flucht in der Arbeit. Obwohl nur 5 Stunden am Tag ist die Belastung so groß wie eine 8-9 Stunden Tätigkeit bei einem "normalen" Chef.

Ich bin seit ein paar Tagen nicht mehr so gereizt. Ich schrei nicht mehr im Auto, wenn die anderen behindert fahren. Ich reg mich nicht mehr auf. Mir gelingt es sogar besser mit meiner Freundin wieder in Harmonisches Fahrwasser zu kommen, auch wenn sie gerade mal auf ihrem Bordi-Trip ist.

Borderline ist auch ne interessante Krankheit. Man muss sich als Bordi selbst gut kennen und der Lebenspartner sollte auch die Do's and Don'ts wissen. Was ich in den letzten Tagen gelernt habe, ist einfach ruhig zu bleiben, dann beruhigt sie sich auch nach einiger Zeit. Aber mir ist das seit dem Rauchen aufhören nicht mehr gelungen. War selber gereizt und war öfters kurz mal davor den Monitor einzuschlagen oder was gegens Fenster zu schmeissen. Egal, es paßt jetzt wieder. Bin ausgelichen.

Manchmal will ein Teil von mir Rauchen. Hab dann die Bilder von einer glühenden Zigarette im Kopf, der Rauch, der Geschmack und das gute Gefühl. Ich denk mir aber dann auch gleich, dass das alles gelogen ist und nicht wahr. Ne Zigarette stinkt wie Sche***e und High macht se auch nicht. Ich hab keinen Bock, das alles nochmal durch zu machen, ich will nicht mehr rauchen, jetzt, nie mehr!!! :)

Lg, Andreas.
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon Mulle » Fr. 12.11.2010, 21:46

dann bleib streng bei deinen vorsätzen, die du schon hast.
ich hab nach 4 jahren wieder angefangen, auslöser war ein äusserst nervenaufreibender konflikt mit meinem sohn.
aber auf ewig hab ich keine lust drauf, also werde ich an mir arbeiten und einen günstigen zeitpunkt zum aufhören wieder finden.
Mulle
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon Crystalix » Fr. 12.11.2010, 22:42

hey andreas,
ich kenn das genau, sobald nikotin fehlt, kommen bei mir heftige aggressionen und starke gereiztheit zum vorschein.
mir haben dagegen nikotinpflaster sehr gut geholfen.
hab jetzt seit 2,5 jahren keine zigarette mehr geraucht.
bin zwischenzeitlich aber mal auf kautabak gewesen, aber damit hab ich jetzt vor nem jahr auch aufgehört.
mir fehlt das rauchen immer noch sehr. es verbindet einen auch mit kumpels, wenn man mal zusammen eine rauchen geht usw. das merkt man erst wenn man mal aufhört.
ich wünsch dir dass dus packst!
und dir auch mulle!
Crystalix
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon planb » Sa. 13.11.2010, 07:00

Hi fezzoletti. Schön, mal wieder was von dir zu lesen, auch wenns bei dir grade nicht einfach ist.

Ja, Rauchen ist Schei**e. Ich wäre froh, wenn ich es endlich packen würde, davon weg zu kommen. Noch dazu, wo die schon wieder die Steuer darauf erhöhen wollen.
planb
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Di. 22.02.2011, 09:59

So,

habe ja lange nix mehr geschrieben. :( Es ist auch wieder viel passiert. Ich habe wegen meinen Gewaltphantsien zu Abilify zusätzlich 2mg Risperidon abends genommen. Das Risperidon beruhigt, macht gewaltärmer und verhindert Impulse. Die Impulse in meinem Kopf gingen dann auch weg. Das ganze ging dann ca. 8 Wochen gut und die Gewaltphantasien kamen wieder ziemlich heftig und leider auch immer perverser. Habe dann eigenmächtig Abilify abgesetzt und es war wieder alles ok. Das ganze ging dann wieder so 8 Wochen gut, bis die Gewaltphantasien wieder kamen. Ich war dann beim Psychiater und habe ihm erzählt, dass ich einen Menschen bestialisch töten werde, wenn wir nix machen. Der Doc war ziemlich geschockt, also haben wir das Risperidon auf 4 mg erhöht. 2mg in der Früh und 2 abends. Tja, das ganze hat es um den Faktor 10 verschlimmert, ich hatte jeden Tag meherer paranoide Anfälle, wo mich alles anschaut und über mich denkt, auch Gegenstände. Sehr unangenehmes Gefühl. Am 7. Tag mit dem erhöhten Risperidon wollte ich wie ferngesteuert ein Kind auf der Straße ansprechen, von meinem Auto aus, damit es mitfährt. Ich hätte es aber nicht einsteigen lassen. Es ging nur ums ansprechen. Total verrückt, ich kam mir vor, als ob irgendjemand eine Fernbedienung von mir hätte und irgendeinen Scheiss damit macht. Ich habe dann Risperidon sofort abgesetzt, weil ich die Schnauze sowas von dermasen voll hatte und auch viel Angst hatte in der Forensik zu landen oder massive Probleme mit dem gesamten Stadtviertel zu bekommen. Nach ca. 2 Tagen war ALLES vorbei. Ich bin jetzt 2 Wochen Medikamentenfrei und bin endlich im Kopf wieder der gute Mensch, der ich bin. Keinerlei fremde Gewaltphantiesen oder Wünsche mehr. Mich macht das ganze trotzdem ziemlich fertig, vorallem habe ich mich meiner Freundin anvertraut, dass ganze belastet unsere Beziehung schon sehr.

Ich hatte trotzdem Entzugserscheinungen, obwohl mir das kein Arzt glaubt, seitdem ich Magenesium zusätzlich nehme, sind die "eingebildeten" Entzugserscheinen weg. Ich glaube es waren großflächige Krämpfe.

Das schlimmste aber war, das mein Körper plötzlich gemerkt hat, dass er Fett ist, bzw. zu viel Fett depos hat. Das ist ein komisches schlechtes GEfühl und auch da würde mir die Schulmedizin nicht glauben.

Mittlerweile bin ich von den Nebenwirkungen ziemlich enttäuscht. Ich werde erst dann wieder Medikamente nehmen, wenn ich in der Klapse bin. Ich habe einfach keinen Bock mehr und ich glaube auch nicht mehr so richtig an meine Krankheit.

Das kann ich deswegen sagen, weil ich auf Wikipedia das über Asberger Autismus gelesen habe und es trifft leider alles auf mich zu. Ich denke, weil mein Vater es ignoriert hat und immer sagte "Es wird schon wieder", hatte ich deswegen eine grausame Vergangenheit mit anderen Kindern und später Jugendlichen. Ich habe sehr spät gemerkt, wie das soziale funktioniert und habe mich als 10 jähriger schon über die Affenähnlichen Gruppenhiearchien im Pausenhof aufgeregt. Dazu kam auch, dass ich früher im Sprachkindergarten war, weil mich niemand verstanden hat, weil ich auch "Du" mit "Ich" verwechselt habe. Jedenfalls müssen "Aspies" anders behandelt werden, aber das meinem Doc klar zu machen, wird unmöglich. :(

Wenn ich so über alles nachdenke, hoffe ich, dass ich wieder gesund bin und deswegen die Psychopharmaka nicht mehr helfen. Den Unterschied den ich auch zu früher mache, ist das ich alles weglasse, was mein Gehirn beeinflußt, unter anderem auch Alkohol. Nur den Kaffee krieg ich nicht weg. :( Ich war eine Woche ohne Kaffee und es war echt schlimm, Kopfweh, Depressionen...

Mfg, Andreas.

Edit: Ich bin noch immer über 5 Monate Rauchfrei :) Und habe auch Null Verlangen danach. :)
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon planb » Mi. 23.02.2011, 17:26

Heftig Andreas. Du hast ganz schön aufgeräumt bei dir. Ich hoffe, es wird dir damit gut gehen.
planb
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon Mulle » Mi. 23.02.2011, 20:19

da war ja die letzte zeit bei dir sehr ereignisreich, im das verantwortungsbewusstsein, mit dem du an dir und deiner gesundheit arbeitest. respekt!
Mulle
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon sternenreiter » Fr. 15.04.2011, 19:04

Hallo Andreas!

Das hier ist wirklich eine premiere für mich. Ich hätte doch nie gedacht, dass ich mich mal in so einem forum anmelden würde... :oops:

kurz vorab meine geschichte und wie ich überhaupt auf dein "tagebuch" gestossen bin:
Ich leide seit nunmehr ca. 18 Jahren unter soialer Angst. Ich liebe die einsamkeit und gleichzeitig sehne ich mich so sehr nach einem "normalen" leben. Grosser stress (2 Jobs, schule, kinder) führten nun vor genau 1 Jahr zu einem burn-out mit anschliessender schwerer Depression. Ich hab mich lange geweigert Tabletten zu nehmen :evil: und dann doch vor 4 Monaten mit sehr einfachen Antidepressiva begonnen. Nun soll ich aber zu Abilify wechseln und wollte mich via Internet nur auf den nächsten "Nein ich will nicht!"- kampf :twisted: vorbereiten.
Gott sei dank sind Psychosen kein Teil meines Lebens, zumindestens nicht meines eigenen. Die Krankheit an sich musste ich leider kennenlernen, als meine beste Freundin daran erkrankte.

So, soviel dazu und nun zu dir. Ist auf jeden FAll keine einfache Lektüre, sich einen fast fünfjährigen Lebensabschnitt einer fremden person in 2 Stunden reinzuziehen, was aber wohl den distanzierten Blick auf die situation ermöglicht. Und ich muss leider sagen, dass deine geschichte alles bestätigt, was ich selber erlebt habe (war gerade in Alkoholbehandlung und starte nun zum ersten mal(ist ja immer irgendwann das erste mal!) beim psychiater).

Ich finde es sehr traurig, dass du keinen "ganzheitlichen" Therapeuten finden konntest. Da gibt es zum einen gruppen, die dir nach muster die drogen abgewöhnen wollen, dann den psychiater, der sich nur für seine medikamente interessiert und wahrscheinlich heimlich von lobotomie träumt und eine "Reha", die wiederrum nur daran interessiert sind, dich auf ein bestimmtes "Stundenmass" pro Tag zu trainieren.
Aber wo ist in dem GAnzen der (professionelle) Mensch, der dich nach deinen Ängsten, Träumen, Hoffnungen fragt..?? Den ganz einfach vielleicht nur die Frage nach dem WARUM interessiert..??
Bist du noch mit deiner Freundin (Borderline) zusammen? Denn ich denke, dass sie dir sehr nahe war(ist?), vielleicht auch, weil du ähnliche Tendenzen zeigst. Ich habe ja nun deine geschichte im Schnelldurchlauf gelesen heute und ich denke, dass du jedes mal, wenn es dir gut geht, angst davor bekommst und dann alles dir mögliche unternimmst, um wieder zurückgeworfen zu werden in die dir bekannte realität. (So ist es jedenfalls bei mir!) Und das ist auch eine Form der Selbstverletzung! (Eigene schmerzliche Erfahrung)

Ich hoffe für dich, dass du deinen Weg findest und auch den Arzt an deiner Seite, der nach dem Warum fragt!
Liebe Grüsse K. :cuddle:
sternenreiter
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Sa. 16.04.2011, 17:42

Hi Sternenreiter,

danke für einen Beitrag. Ist immer wieder geil, wie Leute meinen Threat hier beurteilen. Ich hatte früher mehrmals Angst, wegen meinen Gewaltthemen hauptsächlich, dass es zu krass ist. Aber ich denk mittlerweile, dass man im ganzen herauslesen kann, dass diese Gewaltphantasieen nicht mein Teil sind.

Jedenfalls gibt es wieder ein paar Neuigkeiten.

Zigaretten:
Ich habe vor 2 Tagen zum ersten Mal in meinem Leben begriffen, was der Unterschied zwischen Sucht und Flucht ist. :) Ich war nie abhängig vom Kiffen, ich MUSSTE nur aus der Realität flüchten, aus meiner Scheisspersönlichkeit (die ich sinnigerweise durch den Drogenkonsum hatte, denn in den ersten 6 Monaten des Konsums, war noch alles ok). Edit: Bin seit 7 Monaten rauchfrei, von 70 kippen/tgl. runter.

Alkohol:
Absolut freiwilliger Verzicht seit 01.01.11. Dann kam unerwartet die Medikamentenabsetzung. Nun ein richtiger Grund auf Alkohol zu verzichten. Mir ist meine gesunde Psyche wichtiger als einen Krankheitausbruch.

Drogen:
Fuck off!!!!! Ich hab mir mit LSD nicht nur eine krasse Sichtweise zur Welt außerhalb der Menschlichen Realität geöffnet, nein, ich habe mein Gehirn vergiftet mit dem Scheiss Stoff. Darum, fuck off. THC? Naja, weniger gefährlich als Alkohol, aber ich will und kann mittlerweile auch ohne. Hatte 2010 es geschafft kontrolliert mit dem Kiffen umzugehen, sprich ich hab ca. 30 mal gekifft in dem Jahr. Früher waren es ca. 200-400 mal. Soviel dazu. :)

Meine Gedanken zum Thema, ich mit Medis (Abilify, Zyprexa, Solian, usw....) und das davor und danach vom Absetzen nach ca. 17 Jahren Erfahrung mit der Krankheit, mit ca. 12 Psychosen unterschiedlichem Schweregrades, davon 2 sehr sehr schwer. Ca. 5 Absetzversuchen:
Es ist ein Unterschied für mich den ich wahrnehme. Aber kein großer. :) Ich merke das einfach daran, dass es keine dämpfung gibt, die meine Emotionen ständig in einem kleinen Rahmen hält. Ich bin manchmal sehr aufbrausent, aber nicht explosiv oder impuls gesteuert. Einfach normal am ausflippen manchmal wenn mich meine Freundin mit Schwachsinn nervt. ;) Ich bin ein bischen mehr nach aussen gekehrt. Angst oder Scheu habe ich nicht so, obwohl es mich net so gestört hat, da ich den LEuten einfach aus den Weg gegangen bin. Meine ->bewußten<- Reaktionen sind verdammt schnell geworden. Ansonsten hat sich bisher nicht viel geändert.
Warnzeichen habe ich natürlich (leider) auch:
Z.B. kommt es mir so vor, dass manches im Strassenverkehr nicht so stimmt. Es gibt einfach zu viele Situationen, in denen man Entscheiden muss. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich ein bischen schneller und wacher Autofahre als zuvor. Und das ist es was ich mein, aber dazu beim zweiten Wahrnzeichen:
Ich kam mir an einem TAg ziemlich beobachtet vor, hatte also dieses Gefühl. Darüber habe ich dann gleich in einem Selbstgespräch im Auto diskutiert. Ich habe dadurch herausgefunden, das einige Stunden davor ich den "Wunsch hatte beobachtet zu werden", evtl. mit dem Hintergrund, weil ich mich für was besonderes halte (aber pssssst, des weiß nur ich). Dieser WUnsch hat sich verselbst ständigt zur Paranoia, ohne das ich den Zusammenhang wahrgenommen habe. Seit dieser Erkenntnis habe ich meine Ruhe, keine Beobachtungsgedanken mehr. Und damit mein ich: WEnn ich es bisher geschafft habe, nur mit Strategien wieder "runterzukommen", ab wann brauche ich dann erst Medikamente? Für mich sind das 7 Tage DAuerWArnzeichen am Stück habe ich beschlossen, stand auch irgendwo mal in einer alten Psychatrie Broschüre, dass man bei Psychotischen Patienten erstmal 7 Tage warten sollte, obs net von allein weggeht. Ich habe leider keine AHnung, ob sowas wirklich gemacht wird. :(
Meine Essenz ist: Viele psychotische Dinge kommen nicht von meinem kranken Gehirn, sondern von Zusammenhänge, die schwer zu erkennen sind, die evtl. auch nur der Betroffene erkennen kann.

Ich mach den Ärzten und Psychatirien keine Vorwürfe mehr, die haben das halt gelernt und müssen sich an etwas orientieren. Leider gibt es meiner Meinung nach zuviele, die Übertreiben und viel zu schnell irgendwas annehmen ohne sich zu vergewissern, ob sie wirklich recht damit haben. Ich denk, wenn zwei Menschen das selbe sagen, heißt es noch lange nicht, dass intern auch das selbe bei dem sprechen abläuft, oder? Ich bin im moment auch so drauf, das ich erkennen konnte das meine Mutter bei mir nicht übertreibt, wenn sie Warnzeichen feststellt. Denn bei einem mega "Terror-Alarm" von meiner Mutter war ich 2 oder 3 Wochen später in der Klapse und das war eine Psychose mit 3 Tagen filmriß, also nicht lustig für die um mich herum. Mir macht ja das ganze nix aus, und das ist auch das Problem der Mißverständnise und flaschen Beurteilung, meistens von mir ausgehend habe ich gerade festgestellt. Scheisse, ich muss nochmal mit meiner Mutter reden, woran sie das erkannt hat. Bisher hab ich ihr nur Vorwürfe gemacht, dass sie alles nur schlimmer gemacht hat. Man, ich fühl mich jetzt gerade schlecht, wo ich das schreib. :( Mist. Ich werds bestimmt klären können.

Mir gehts gut, ich mach mir keinen Stress. So wie andere Lebenslang MEdikamente mit Nebenwirkungen nach z.B. Organspenden nehmen müsssen, muss ich lebenslang auf meine psychische Verfassung mehr aufpassen, kümmern und rechtzeitig Vorsorge treffen, als vielleicht andere gesunde Menschen.

Das richtig Geile ist, ich habe 0, ich wiederhole -> 0 perverse kranke Gewaltphantasien seit der Absetzung mehr. :)

Ich blick nach vorn, ich brauch mich nicht verstecken und Respekt für alle, auch die, die es nicht verdient haben. :)

Mein Freundin wird mal meine Frau, das steht fest. :) Wir lieben uns.

LG, Andreas.
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Mo. 18.04.2011, 03:19

:)

Mir gibts jetzt 1 Regel:

Versuche niemandem mitzuteilen, das du intelligent bist (was du Subjektiv ja von dir denkst, mehr im Text zu dieser "blöden" Regel)

Dann 1 Tatsache, die ich akzeptieren muss:

Mich beobachtet nichts und niemand.



Zu der Tatsache. Ich werde damit net fertig, dass vieles von mir nicht wichtig ist. Also vieles im Nichts verschwindet. Ich bin das einzige Wesen, das diese Dinge, die sonst niemand mitbekommt, weiß. Damit werd ich net fertig, dass für alle Ewigkeit viele Stunden von mir am Tag, einfach ins Nichts gehen. Das setze ich mit Wertlosigkeit gleich. Das geht mir seit 5 Tagen so (= Mittleres Warnzeichen)

Ich bin kreativer. Ich hab heut Rührei mit Zwiebeln und Schnittlauch gemacht. Hab ich noch nie gemacht und ich kenn das Rezept auch nicht. Ich habs frei "erfunden" (Tolle Leistung;).

Meine Wohnung heute am Sonntag komplett umgestellt, war schon seit Freitag geplant. Hab 7 Stunden gebraucht, hab auf viele Details geachtet. Hab ich früher nicht so gemacht und wenn, dann nicht so umfangreich. Habe aber keinen überflüssigen Scheiss gemacht. Das Ergebnis ist geil. Schaut alles echt gut aus. Mir gefällts total, freu mich schon in 5 Tagen auf meine Freundin, dann kommt se zurück. Hab ihr Metallica Poster eingerahmt. :)

Worauf ich hin will. Ich seh immer mehr die Gefahren für meine Psyche. Es läuft alles so ab, wie immer, wenn ich meine Medis absetze. Der krasseste Punkt vor dem Verrücktwerden war immer der, als ich meinen Körper wieder entdeckt habe und sehr bewusst esse. Ab diesem Punkt (den habe ich seit heute Morgen erreicht) kam die Verrücktheit in schnellen Schritten.

Ich habe gestern meine Mutter angerufen, und sie gefragt an was sie damals vor etlichen Jahren erkannt hat, das ich bald ne Psychose bekomme. War ziemlich heftig, was sie mir gesagt hat, ich kann mich jetzt auch wieder daran erinnern, habs komplett verdrängt. Ich hab ihr so ganz normal und voller Stolz damals erzählt, dass ich alle Messerspitzen umgebogen hab, damit wenn jemand Einbricht, mich nicht erstechen kann. Dann hab ich erzählt, ich hab ein 2 Monate altes Wasser aus dem Kühlschrank getrunken, aber das macht ja nichts, weil das Wasser ja eh schon Millionen von Jahre alt ist. Und so weiter. :)

Wenn ich das ganze so Überblicke, mich reflektiere, analysiere und mit mir Diskutiere. Dann komm ich so langsam auf den Grund. Leider habe ich im Moment keinen Beweis dafür. Das wird sich für mich in den nächsten Wochen zeigen, wenn ich gesund bleibe.

Ich bin sehr sehr mitteilungsbedürftig, was Intelligente Dinge und Themen betrifft. Ich denk seit dem ich 14 bin über viele Dinge nach. Über manche Dinge denk ich schon über mein ganzes Leben, manche Jahre, Wochen, Tage, Stunden oder Minuten. Wies halt grad ist.
Beim absetzen der Medis stelle ich nun fest, das ich immer schneller davon überzeugt bin, das es genial ist, was ich denke und damit auch richtig ist. Die Überprüfung meiner Ergebnisse wird immer schlampiger, hab ich den Eindruck, weil auch immer schneller. Dazu bin ich aber ein bisschen kreativer geworden, was z.B. die Essenszubereitung angehtl. Das nächste ich bin überrascht, das ich öfters mal Zeit hab. :) Z.B. hab ich gestern 20 Minuten lang die vertrockneten Blätter abgeschnitten, weil das arme Ding seit nem halben Jahr in der Ecke am verrecken ist. Ich kann so richtig in private (langweilige;) Tätigkeiten versinken und das ist wie Meditation. Komm aber auch schnell wieder raus, ist also nicht so, als ob ich weg wär. Wenn ich fertig bin mit der Tätigkeit ist es auch wieder vorbei.

Dann kommen solche Selbst-Aufträge plötzlich von mir, z.B. will ich jetzt schaun, dass die Pflanze überlebt und dafür fast jeden Tag was tun. lol. Warum jetzt?

Vor den Medis: Ok, aber ein bisschen stumpfer als ich es bin.
Nach den Medis: Ok, aber bisschen bunter als ich es eigentlich bin.
Ich brauch die Mitte!!!! Verdammt. :(

Mir ist vollkommen klar, das ich ne hübsche fette Psychose bekomme, wenn ich nicht das mach, was ich hier grad mach und es beschreib. Bzw. ich hoffe es.
Denn ich gehe davon aus, das dieser drohende Psychotische Anfall mehr wie ein Effekt von Gegebenheiten in meinem Fall zu sehen ist.

-> Ein Effekt des Aufschaukelns durch ein paar Gegebenheiten, die einzeln kein Problem sind, aber gemeinsam das Aufschaukeln bis zur Überschreitung der Grenze fördern und damit einen globalen nicht tödlichen Defekt in den höheren Gehirnprozessen auslösen. Die defekte sind vor der Grenzüberschreitung schon wahrnehmbar, für Außenstehende wie für mich. Die defekte Springen auch von den einzelnen Gebieten (Bewusstsein, Emotionen, etc.) unterschiedliche Schwere. Unmittelbar vor der Grenzüberschreitung ist bereits das Bewusste nicht mehr funktionstüchtig. Es wird von mir nichts mehr wahrgenommen, obwohl ich mich später an vieles Erinnern kann und ich das Bewusstsein dabei nicht vermisse. Ich habe definitiv kein Bewusstsein über mich. Über die Welt die mich umgibt mit meinem Sinnen schon, aber ich nehme mich nicht mehr bewusst war, auf Dauer! Bis zur Medikamenteneinnahme nicht. <-

Diese Gegebenheiten sind in meinem Fall "von Gschmarie labern", an dem es ja meine Mutter vorher gemerkt hat (Also eine Stufe, dich ich jetzt noch nicht erreicht habe, aber ausgelöst von folgenden:

- Beginn: Hohes Mitteilungsbedürfnis der Intelligenten Ergebnisse meines Denkens (Subjektiv)
- Die Mitmenschen reagieren verstört durch:
- "Der hält sich für was besseres"
- "Oh mein Gott, der Spinnt"
- "Scheiße, is der Hängengeblieben"
- "Arme Sau, kriegst nicht mit"
Die Reaktion ist meist, das nicht Diskutiert wird. (Weil es nicht diskussionswürdig ist)
Die Reaktionen sind für mich nicht "normal", dadurch reagiere ich mit:
- Weiterreden über ähnliche Dinge
- Andere höhere /teils abstrakte/ "intelligente" Dinge labern um zu übertrumpfen (Irgendwann müssen Sie mich ja mögen, oder Achtung haben.)
- Die Angst oder Missverständnisse ausräumen, indem ich weiter über intelligente Dinge laber, damit die anderen sehen es ist alles ok.

Dazu kommt auch noch, dass ich mich im Recht fühle und die anderen doch einfach nur zu dumm sind. Denn ich hab ja so viel Erkenntnis und ein so rießen Hirn. ;)
Die anderen Gegebenheiten sind in meiner Kindheit und meiner Persönlichkeit. Ich war bis zur Pubertät introvertierter Außenseiter, der ziemlich krass 7 Schuljahre lang am Stück gehänselt und gemobbt wurde. Meine Persönlichkeit: Ich hasse die Gruppenhierarchien, schon immer, ich finde das kommt von den Affen und wir sind Menschen, wir sind alle gleich. Inwieweit das dazu passt, weiß ich jetzt auch nicht. ;)

Aber ich hab das alles nicht mehr. Ich weiß seit heut wieder wer ich bin und ich weiß was ich ab jetzt mache. Ich bin ich und das ist gut so. Ich bin weder schlechter noch besser.
Vieles geht verloren, so ist die Welt in der ich lebe. Fakt, da brauche ich auch nicht nach anderen Ausreden zu suchen. Das machts einfacher, abhaken, fertig, mich beobachtet nichts.


Jojo. :) Wieder mal viel geschrieben und es hat gut getan. Ich denk mir, wenn ich meine Fresse halte, wenns um das beweisen meines Genies geht, dann wirds scho irgendwie gehen. ERSTMAL, den ich weiß, ich werd bis an mein Lebensende auf meine Psyche aufpassen müssen und mich mit ihr auseinander setzen müssen.

LG, Andreas.


P.S.: Der krasse Vollmond heut, der diesmal ja extrem hell leuchtet, lässt mich anscheinend net schlofn. :(
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Mo. 18.04.2011, 23:13

Ich habe keinen Bezug mehr zu meinen Zuständen in der Druffi-Zeit. Ich kann mich gut an diese High-Zustände erinnern. Es reizt mich nicht mehr. Ich bin nicht mehr Abhängig von der Möglichkeit mich für ein paar Stunden wegzumachen. Ich bin seit genau 108 Tagen ohne Unterbrechung in der Realität. Ich hatte 3 Tage, an dennen ich mich normalerweise weggemacht hätte. Ich hab das deutlich gespürt und es war auch heftig das auszuhalten. Gute 24 Stunden sag ich nur!

Es es ist eine neue Erfahrung. Am Stück, ohne 1-2 Dosen Becks alle 14 Tage, ohne Partyrausch alle 30 Tage. :) Mir gefällt es jedenfalls sehr gut.

Ich bin nicht Stolz, es ist keine Leistung, ich hab Anfang des Jahres gesagt, ich probier des jetzt aus. Dieses ganze Jahr ohne irgendwas (Nur Kafffee in nicht gesundheitsschädlichen Mengen ist erlaubt) hab ich mir vorgenommen, 108 Tage sind um, und es wird nicht bei 365 Tage bleiben!
Wenn mir jemand einen guten Grund sagt, warum gerade ich ab und zu mal n Bier trinken soll/kann, bitte, ich hörs mir an. Aber ich Scheiss drauf. :)

Ich red hier nur von mir, bitte nicht nachmachen. Mich hat heut n Kumpel gefragt, wie er am besten seine Medis ausschleichen kann. Ich habe ihm eine gute Antwort gegeben: Ich weiß es nicht. Ich kann es nur bei mir wissen und ob ich richtig liege zeigt die Zeit.

Außenstehende tun sich leicht, warum man die Medis "lieber" nicht absetzen sollte. Denn sie haben keine Vorstellung davon wie es ist, wenn man gedämpfte Gefühle hat. Sie hören nur die Information "man hat gedämpfte Gefühle durch diese Medis" und denken sich vielleicht auch unbewußt "Und? Ist doch nicht sooooo schlimmm. Ein bischen Einschränkungen hat man halt". Sie haben aber keine Vorstellung davon, was da für ein rießen Rattenschwanz dranhängt, die auch die Probleme beim Absetzen und den nächsten Menschen und ihre Sorgen um einen Psychotischen Schub durch massives Unwissen und Verunsicherheit verursachen.

Bei mir führen die gedämpften Gefühle währen der Medikamenteneinnahme dazu, das ich eine -> leicht <- defensive Persönlichkeit, vorallem gegenüber Fremden (auch lange Zeit mit neuen Kollegen) habe, wo ich mir vielleicht nicht sicher in den Reaktionen bin.

Ohne die Medis fühle ich mich -> leicht <- offensiver, aber nicht aggresiv und keineswegs impulsiv. Durch diese Offensive Art, kommt es für die nächsten so vor, als ob ich fast ein ganz neuer Mensch wäre. Voll mit Selbstbewußtsein, Aktiv, Nett, Spontan. Und dann kommen Begriffe wie Manie. Wobei, das muss ich hier nochmal erklären, manie ist, wenn man ganz viel anfängt, aber nix zuende bringt. Ich mach auch mehr, aber net übertrieben viel und ich bring alles gut zum Abschluss.


LG, Andreas.
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Mo. 23.05.2011, 21:13

Bin seit 21.4 in der geschlossenen wegen Manie.

Heut mal übernachten Daheim, dann wieder rein für ca. 2 Wochen auf der offenen.

Mir geht es erstaunlich gut, obwohl ich voll einen Medikamenten-Mix nehme:

Früh: 400 mg Seroquell, Akineton
Mittags: Nix
Abends: 6mg Haldol
Nachts: 100 mg Seroquell, 1mg Tavor.

Habe am Anfach 6mg Tavor übern Tag gehabt, verstehe aber trotzdem nicht, wie man davon abhängig werden kann.


LG, Andreas
fezzoletti
 

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