Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

In diesem Forum habt Ihr die Möglichkeit, Eure Erfahrungen mit Psychopharmaka zu schildern bzw. Fragen zu bestimmten Medikamenten zu stellen und Informationen über sie zu suchen.

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon Vanilla » Fr. 29.11.2013, 00:10

Hallo fezzoletti,
ich hatte es waehrend meiner Psychosen auch immer, dass die Musik mit mir sprach, mit mir ganz persoenlich.
Egal ob von Platte, CD, oder Radio. Letzteres auf allen Sendern.

Nun hoere ich doch andere Musik als du, Rock, Pop, Alternativ.
Deshalb glaube ich nicht, dass die Interpreten schizophren sind.
Cool war/ist, dass auch die E-Gitarren sprechen.

Bitte schreib uns, wenn du beim Doc gewesen bist.

LG, Vanilla
Dir wurde dieses Leben gegeben, weil du stark genug bist um es zu leben.
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Ja, ich hasse meine MS und sie mich scheinbar auch. Aber manchmal sitzen wir auch zusammen und lachen gemeinsam über meinen Gang

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Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » So. 08.12.2013, 21:55

Jo, ich war letzten Montag bei meiner Psychiaterin. Alles OK. Wir belassen es erstmal auf 10mg Olanzapin. Meine Blutwerte sind in absolut in Ordnung.

Mir geht es wieder so langsam richtig gut. Ich mach mir nicht mehr so viel Sorgen über meine Psychose. Mein Therapeut meinte auch letztens zumir, dass wir die letzen 6 Wochen nur Psychosen Therapie gemacht haben und es ganz normal ist, dass ich mir jetzt soviele Sorgen mache.

Ich fühle mich Frei. So ists schön. Hab mirn Motorrad gekauft, bin schon ein bischen gefahren damit, ne Chopper. War 16 Jahre am Stück Biker, dann mußte ich aufhören, wegen Hartz 4. Nach über 6 Jahren wieder Biken. Einfach nur noch geil.

Grüße
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon rumpelstielzchen » Sa. 04.01.2014, 21:24

Hi fezzoletti,
jetzt hab ich, in ich weiß nicht wie vielen Stunden, deinen Thread komplett gelesen. Uff :D
Und zolle dir meinen größten Respekt dafür! Für deine Ehrlichkeit und für deinen großartigen Humor, mit denen du deinen Umgang mit deiner Erkrankung beschreibst.
Und ich finde nicht, dass auch nur eine einzige Stelle dir peinlich sein müsste.
Im Gegenteil. Mach ein Buch draus! Das mein ich durchaus ernst!
Ich hoffe sehr, dass es dir gut geht und du weiterhin das biken genießt. :D
rumpelstielzchen
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Mo. 06.01.2014, 15:33

Danke für deine Antwort. :)

Ja, dass mit dem Buch wird immer wahrscheinlicher. Wird aber ein bischen dauern, schätz mal 1 Jahr. Titel ist vielleicht ein bischen Streng: "Meine Psychose". Mal kuckn. Ich finde es immer der Wahnsinn, dass du und andere, den ganzen Thread durchlesen. :) Das macht mir Mut.

Mir geht es gut bis sehr gut. Hatte zu Weihnachent rum wieder das Gefühl, dass meine Tabletten keine Wirkung zeigen. Bin aber diesmal mit der Dosis für ein paar Tage NICHT hochgegangen. Ich denke ich verwechsle die Wirkung mit Nebenwirkungen. Es war auch die richtige Entscheidung, ich fühle mich seit Sylvester wieder mit Wirkung der Tabletten. Komische Sache. Es hat sich aber bei mir nichts verändert. Weder leicht manisch oder leicht depressiv. Ich bin in der Mitte.

Mein Therapeut und ich haben festgestellt. Dadurch, dass ich Clean bin (Ist jetzt ein halbes Jahr) und durch die Therapie, wird der Bereich, indem ich Gesund bleibe, immer breiter. D.h. mit jedem Monat wird die Wahrscheinlichkeit niedriger, dass ich Psychotische Sympthome bekomme. Sei es durch Belastung oder Freude.

Durch das halbe Jahr Clean sein habe ich jetzt auch eine Grenze überschritten. So fühle ich es jedenfalls. Der Suchtdruck, der leider immer wieder mal kommt, ist nur noch sehr leicht und nimmer so brutal. Ich freue mich. Das Drogenkapitel ist abgeschlossen. Selbst wenn in den News steht, dass ein paar Länder es legalisieren, ist es mir egal, ob sie es irgendwann hier legalisieren. Es ist vorbei. Punkt, aus.

Das mag jetzt für einige sicherlich gefährlich wirken. Aber ich kann auf Partys endlich wieder mit Alkohol Gas geben. Ich mach das aber nicht oft. Dadurch, dass mich Drogen nicht mehr interessieren, habe ich wieder Spaß am Alkohol. Davor hatte ich immer die Entscheidung, Alkohol oder Drogen und habe mich immer für Drogen entschieden. Ich sage jetzt aber ganz ausdrücklich, dass ich weiß wie gefährlich Alkohol ist, ich ein Suchtmensch bin und wenn ich von Alkohol abhängig werde, dann ist es vorbei. Das würde ich nicht schaffen. Ich trinke auch nicht zur Bewußtlosigkeit. Ich kenne meine Grenzen. Ich habe auch nie in meinem Leben am nächsten Tag weitergedrunken. Da ekelt es mich total. Ich brauch dann erstmal ein paar Wochen, bis der Ekel wieder weg ist. Ich weiß, dass ich mit Alkohol verantwortungsvoll umgehen kann.

Grüße!
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Do. 13.02.2014, 23:31

Jo, ich weiß auch nicht. Jeder Tag kommt und geht, es geht immer weiter. Es hört nicht auf, das Leben. :)

Ich bin Stolz auf mein neues Leben, ohne Drogen, mit neuer Kraft. Es läuft gut.

Mich langweilt es nur, dass ich auf Arbeit vor ein paar Tagen, mich bei einem Kollegen hab hinreisen lassen und mich auch negativ zu einem Kollegen geäußert habe. ICH HASSE ES! Das war immer das Problem auf meinen alten Arbeitstellen. Ständig muss ich mich in Teufelsküche bringen und zwischen den Stühlen sitzen. Ich hoffe, dass es keine Auswirkungen hat, ich reiß mich ab sofort zusammen und halte meine Fresse!

Ich hab Festgestellt, dass 10mg Zyprexa wahrscheinlich zu wenig sind und 15mg zuviel. Auf 10mg fangen immer diese paranoide kreisenden Gedanken an. Dass es einen größeren Geheimbund gibt, der sich vor tausenden vor Jahren gebildet hat und jedes einzelne Individium beobachtet (Vorallem mich, lol) und in seinen Tagesablauf eingreift. Je nachdem, was man macht, wird man gut oder schlecht behandelt.
Hab das auch alles meiner Psychiaterin erzählt, es sind halt wie Tagträume, aber ohne Überzeugung. Leider kommt mit 10mg irgendwann mal die Überzeugung, wenn auch nur leicht. Sie meinte, ich sollte jetzt 2 Wochen lang mal 12.5mg nehmen. Nun sind diese Überzeugungen weg, aber die Tagträume sind leider noch leicht vorhanden. Ich hasse es.
Dazu muss ich aber auch sagen, mich hat vor ca. 3 Wochen in einem Philosphie Forum etwas total getriggert. Ich wollte endlich Antworten zu meinem Erleben meiner Sinne bekommen. Seitdem ich Kind bin, versuche ich das Erleben meiner Sinne, Abstrakt zu begreifen. Ich versuche das bewußte Erleben abzukapseln und als eigenes Element zu betrachten. Jedenfalls hat dann ein sehr intelligenter Mensch in diesem Forum mir geantwortet. Seine Antwort war sehr kompliziert und ich habe es 10 mal lesen müssen, um es verstehen zu können. Um es zu umschreiben: er meinte, dass es absoluter Schwachsinn ist, seine Sinne Abstrakt zu betrachten. Du bist die Sinnne. Dein Bewußtsein ist verschmolzen mit den Sinnen.
Nachdem ich das verstanden habe, habe ich das Triggern richtig gespürt. Mein ganzes Denken über mich, meine Sinne und meine Umwelt hat sich geändert. Das war sehr heftig. Seitdem kann ich das Abstrakte Betrachten meiner Sinne nicht mehr. Es ist für mich ein völlig neues Lebensgefühl. Ich habe gemerkt, dass ich es mit dem Abstrakten Sehen übertrieben habe. Ich fühle mich gut. Ich fühle mich seitdem sehr gut und ich fühle mich wieder als ganzes. Leider hat es mich sehr getriggert, so das die paranoiden Tagträume stärker wurden und schliesslich auch eine leichte Überzeugung dazu kam.

Grüße
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon Vanilla » Do. 13.02.2014, 23:40

Huhu Fezzoletti*freu*
Hoffe mit den 12,5mg klappt alles für dich :kiss:
Dir wurde dieses Leben gegeben, weil du stark genug bist um es zu leben.
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Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Sa. 19.04.2014, 19:41

Hi zusammen,

bin jetzt schon länger auf 10mg, und es läuft super, seitdem ich mich von Zufällen (die immer passieren) nicht mehr triggern lasse. Ich reime mir keinen Scheiß mehr zusammen, seitdem ich bei Zufällen (z. B. das Autokennzeichen vor mir trifft auf meine Gedanken zu) mir immer denke "Was würde ein gesunder Mensch denken?". Seit einiger Zeit muss ich diese "Hilfe" auch nicht mehr benutzen. Ich bin bei 10mg angekommen.

Allerdings merke ich auch, dass ich auf mich schauen muss. Z. B. hatte ich ein 2 Projekte auf der Arbeit am laufen (Erfolgsdruck), Stress mit meiner Mutter und ein nettes Schreiben von einer Betrugsfirma, die Geld von mir will und vor Gericht geht, wenn ich net zahle. Das alles hat dafür gesorgt, dass ab und zu einfach mein Herzschlag sich verdoppelt hat. Um mich selbst zu schützen, habe ich stressige Termine nach hinten verschoben. Das war genau richtig, jetzt ist wieder alles gut.

Momentan läufts gut, noch 1,5 Monate und ich bin 1 Jahr clean. Das Drogen kapitel ist zu, darum interessiert mich das auch nicht mehr so, wollte es nur erwähnen. Es ist vorbei. In meiner Freizeit nehmen neue Dinge den Platz ein, z. B. Motorrad fahren, E-Bass, usw.

Meine Therapie, die ich seit ca. 1.5 Jahren mach, trägt einen Massiven Teil dazu bei, dass es mir gesundheitlich und auch so sehr gut geht.

Grüße
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Di. 07.10.2014, 17:46

Bin seit 4 Monaten auf 7.5mg Zyprexa (Olanzapin) und mir gehts gut. Es ist schön sich mal wieder Unglücklich zu fühlen. Die scheiß Medis glätten einfach zu stark die eigenen Emotionen. Aber ohne Tabletten habe ich zu starke positive wie auch negative Gefühlsausbrüche.

Duch meine 16 Psychosen in den letzten 20 Jahren hat sich ein kleiner Paranoider Kern in meinem Hirn fest gefressen. Obwohl ich viel in der Therapie lerne und ich weiß, dass ich paranoide Vermutungen erst seit dem LSD-Trip vor 20 Jahren hab, fällt bei mir der Groschen nicht.

Es ist meistens nicht, aber es sind immer 2-3 Vorfälle in der Woche, die paranoid Geprägt sind. Ich will raus aus diesem Traum. Ich brauche Geduld, das weiß ich.

Gottseidank kann ich arbeiten, führe ein normales Leben mit Freundin, Freunden und Familie. Habe meine Hobbies. Ich tu was und gammel net rum.

Ich habe mal gelesen, dass unser Gehirn ein Meister ist in "Muster"-Erkennung. Es erkennt sehr schnell und perfekt ähnliche oder gleiche Muster. Das ist genau das, was ich mache. Ich interpretiere in Zufällen zuviel rein, weil ich Muster erkenne. Dabei ist mir klar, dass am Tag tausende von Zufällen passieren, die man gar nicht mitbekommt. Dass da an manchen Tagen 2 oder 3 Zufälle in mein paranoides Muster passen ist doch ganz klar!

Trotzdem fällt bei mir der Groschen nicht. Ich denke ich will was besonderes sein, darum halte ich mich daran so fest.

Grüße,
Andreas
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Mi. 08.04.2015, 22:32

Meine Fortschritte zum "normalen" Leben:

- Begriffen, dass die Paranoia von mir ausgeht. Ich hatte immer den Eindruck, dass die Paranoia von den Fremden und von den Zufällen ausgeht. Aber ich bin derjenige, der diese Paranoide Welt erschafft und die Fremden wissen davon rein gar nix.
- Begriffen, dass ich ein süchtiger Kiffer bin. Wie bei einem Alkoholiker reicht mir nicht 1 leicht gestopfter Joint an einem Abend innerhalb von 3 Monaten. Ich muss mich immer wegmachen. Darüber bin ich ziemlich erschrocken.
- Begriffen, dass ich kein Einstein bin. Nach der LSD Einnahme hatte ich so (für mich) krasse intelligente Gedanken, über meine Umwelt, über mich, über die Realität. Alles Müll. Ich bin ein Durchschnittsmensch, der durchschnittliche Schulnoten hatte und einen normalen Job hat.
- Meine nicht diagnostizierte Depersonalisation http://de.wikipedia.org/wiki/Depersonalisation überwunden. Gottseidank! Das war echt schlimm für mich.

Meine letzten 2 paranoiden Krisen habe ich ohne kurzfristige Medikamentenerhöhung (Olanzapin 7,5mg -> 10mg für max. 3 Tage) überstanden und das ist schon 6 Wochen her. Meine Freizeit dreht nun mehr um Aktivitäten. Motorrad, Joggen, Fitnessstudio, Programmieren, E-Bass lernen.

Meine Geduld macht sich langsam bezahlt. :)
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon Ayse » Fr. 20.11.2015, 19:44

Hallo ich habe abilify auch abgesetzt.es ist jetzt sechs Tage her. Ich habe eine Psychose gehabt, durch Cannabis Konsum...nehme natürlich keine Drogen mehr. Werde gerne berichten wie es mir weiter hin ohne abilify geht.
Ayse
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Mo. 01.02.2016, 16:12

Bin seit langem mehr oder weniger stabil. Mit Absprache des Psychiaters entferne ich mit dem Cuttermesser einen kleinen Teil der Zyprexa Schmelztablette. Ich nehm jetzt so ca. 6 mg am Abend, sprich Olanzapin. Regelmäßig ins Fitnessstudio zu gehen ist für mich kein Problem mehr. Es ist sogar "normal" geworden. :) Viele Jahre habe ich mich nicht mehr getraut, etwas aktiv außerhalb zu machen, weil ich Angst hatte, dass das ein Warnzeichen ist und ich wieder eine Psychose bekomme.

Wichtig ist für mich weiterhin: Den goldenen Mittelweg einhalten und Veränderungen nur langsam zulassen. Aber das wichtigste, mich bei meiner Familie zusammenzureißen, sonst machen die wieder Terror. Diese Belastung könnte ich nicht standhalten.

Viele Grüße
Andreas
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Mo. 01.02.2016, 21:54

Da mir jemand per PN 3 Fragen gestellt hat, und ich sie beantwortet habe, möchte ich sie hier öffentlich machen:

Wie kam ich auf die Gedanken mit dem Geheimbund?
Die Gedanken mit dem Geheimbund kamen durch die stark erhöhte Aufmerksamkeit den Zufällen gegenüber. Ich habe Zufälle erlebt, die quasi keine für mich waren. Wie z.B. an ner Gruppe Menschen vorbei zugehen, etwas von dem Gerede aufschnappen und dieses Gerede passt perfekt zu meiner aktuellen Situation oder was ich vor kurzem gedacht oder erlebt habe. Das hat mich ziemlich sicher werden lassen, dass alle unter einer Decke stehen. Vor 1 Jahr ca. ist mir klar geworden, dass ich das mit den Geheimbünden erst seit meiner 1. Psychose habe. Davor hatte ich nichts in dieser Richtung gedacht. Daher weiß ich jetzt 100 Prozentig, dass es nicht real ist. Dann ist mir klar geworden, dass wir in einer Welt voller Menschen leben, die eben Menschliche Dinge tun, so wie ich auch. Dass es da zufällige Überschneidungen gibt, ist kein großer Zufall. Wir sind eben alle ähnlich. Zum Beispiel, dass im Radio ein Lied gespielt wird, dass quasi für mich ist. Aber dieses Lied hat ein Mensch geschrieben, der vielleicht ähnliche Probleme hatte wie ich. Fakt ist, es ist Zufall und wenn nicht, dann will mich jemand ärgern, der mich eben persönlich von irgendwo her kennt. Ich habe mit der Paranoia meinen Frieden gefunden, es ist eine Krankheit mehr nicht. Es war sehr ernüchtern und auch sehr traurig für mich, nicht mehr der Mittelpunkt der Welt zu sein. :)

Wie war das mit meinen Sinnen als Kind?
Als Kind war ich mehr oder weniger normal. Ich hatte bis vor kurzem zuviel rein interpretiert. Dass ich z.B. ein Asperger Syndrom hatte. Letztens habe ich ein paar uralte VHS Kassetten digitalisiert, ich war auch auf den Aufnahmen. Ich war ca. 12 Jahre alt und ich war komplett normal.

Warum macht meine Familie Terror?
Meine Eltern, vorallem meine Mutter, steigern sich in das Thema zu stark hinein. Sie wollen mich nur schützen. Wobei ich keine Gefahr für mich oder andere bin. Sie sehen auch nicht ein, dass es mir nicht schlecht geht. Sie sind in vollem Panik Modus. Respektieren meine Ruhe nicht. Sprich, meine Mutter ruft in Dauerfrequenz an, läßt mich nicht in Ruhe, hängt nicht auf und will dass ich in die Geschlossene gehe. Obwohl mir Ruhe besser tun würde. In der Geschlossenen werde ich erst richtig krank. Aber das verstehen sie nicht. Ich brauch einfach nur Ruhe und Verständnis, ich erhöhe von selbst die Medis leicht und es geht wieder weg. Mein Weg ist quasi Schauspielerei wenn ich bei meinen Eltern bin. Ich erzähle nicht mehr, worüber ich gerade denke, oder was ich gerne machen möchte. Meine Mutter ist praktisch auch Schuld, dass ich nun seit fast 20 JAhre Psychopharmaka Abhängig bin. Wir hatten nach der 1. Psychose die Medis abgesetzt. Nach ca. einem halben Jahr habe ich mich ihr anvertraut und gemeint, dass ich so das leichte Gefühl habe, dass die Autos auf den Straßen wegen mir hier sind. Nichts schlimmes, nur so eine ganz leichte Ahnung. Meine Mutter ist total ausgeflippt, ich war total eingeschüchtert, beim Psychiater hat wieder nur sie geredet und das Ende vom Lied war, dass ich Höchstdosis Zyprexa bekommen habe. Ich habe dann mein Leben hingeschmissen und habe wieder gekifft und einfach drauf geschissen.
Aber ich sehe nach vorne, ich mache es besser. Keine Drogen, kein Stress, Medis nehmen, Dosis über 2 Jahre reduzieren und vielleicht ausschleichen lassen. Wobei ich mit einer niedrigen Dosis gut zurecht komme. Aber ich habe Angst um meine körperliche GEsundheit.

Viele Grüße
Andreas
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Di. 02.02.2016, 00:09

Wie erlebst du die Paranoia genau?

Nicht nur, dass ich was beim vorbeigehen etwas aufschnappe. Es kommt auch öfters vor, dass ich mir denke, dass bestimmte Tätigkeiten oder Entscheidungen nur Tests sind. Dass mir Gutes oder Schlechtes Passiert nichts weiteres als Belohnungen oder Bestrafungen der absolvierten Tests sind. Es ist für mich auch manchmal Interessant, sowas zu erleben, aber ich habe genug davon erlebt. Ich kann es leider nicht als Wissenschaftliche Arbeit beweisen, dass für uns Menschen auch eine Paranoide Welt möglich ist. Sprich, dass ich Gesunden beibringe Paranoid zu sein. :) Wenn ich aber eine hohe Medikamentendosis habe, fällt mir gar nix mehr auf, bin allerdings auch nicht mehr fähig wie ein normaler gesunder Mensch zu sein. Paradox.


Was für Psychosen hattest du, bzw. was verstehst du darunter?

Ich hatte schon richtige Psychosen, die sind wirklich verrückt. Aber für mich ist das als ob ich Träumen würde. Ich erlebe fantastische Dinge, natürlich nur im Kopf. Bin in fremden Welten und übertrieben esotherisch. Aber das alles bin nicht ich.

Habe oft gedacht, was wäre, wenn man nicht arbeiten müßte. Also die Tabletten nur nimmt, um für die Gesellschaft angepasst zu sein. Das ist ein Problem, was viele Psychisch Kranke haben. Ich weiß aber, dass ich ohne Tabletten sterben würde. Ich Esse oder Trinke nichts in einer Psychose, von der Körperpflege ganz zu schweigen.

Der Menschliche Geist ist zu kompliziert und wir verstehen eigentlich nichts. Nur nicht alles ist eine Psychose, vieles können auch Gesunde denken. Dass man z.B. verfolgt wird. Aber wenn es irgendwann zu abgedreht wird, dass man z.B. im direkten Kontakt mit Aliens steht, aber keinerlei Beweise hat, dann ist es eine Psychose für mich.

Ich mach mich als Psychisch Kranker nicht verrückt, so blöd wie sich das anhört. Ich habe früher ständig Selbstreflektiert, jede Sekunde, jeden Gedanken, jeden Eindruck, ob es Psychiotisch ist oder nicht. Heute erhöhe ich die Medis leicht, wenn Paranoide Gedanken nach 3 Tagen immer noch präsent sind. Ansonsten klinkt das meiste nach 1-2 Tagen ab.

Das ist auch das ganze Problem. Ich habe in einer Studie gelesen, dass die Medis die "bösen" Rezeptoren ja blockiert, um gesund zu sein. Allerdings steuert das Gehirn dagegen an und legt mehr dieser "bösen" Rezeptoren an. Darum bin ich Medikamenten Abhängig und leichte Dosis Absetzungen triggern die Paranoia wieder, da einfach zuviele dieser Rezeptoren vorhanden sind. Darum kann man meiner Meinung nach, die Medis nicht von heute von morgen absetzen. Auch nicht, wenn man die Mindestdosis hat. Man muss bis zum Schluss einen kleinen Teil nehmen.

Mittlerweile klingt alles selber ab, weil ich ruhig bleibe und mich Emotional nicht reinsteiger, weil mir eben klar ist, dass es eine Krankheit ist. Und nur emotionale Ruhe kann diese Krankheit besiegen.
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Di. 02.02.2016, 00:22

Ich habe mal bei klarem Versand ziemlich intensiv über einen Geheimbund nachgedacht. Welcher die Menschheit überwacht und praktisch Tests oder triggender Zufälle bei einzelnen Personen macht. Ich hatte bei diesem Nachdenken keine Paranoia und auch keine paranoiden Erlebnisse. Aber es hat mich interessiert was es für Grundlagen geben muss, für so eine "Parallelgesellschaft".

Die einzig annähernde "vernünftige" Betrachtung ist folgende:

- Die Menschen gibt es ja schon seit ein paar tausend Jahren. Man hatte genug Zeit einen Geheimbund zu erschaffen und genug Zeit für die Überlegungen der Herangehensweise, der Technik u.v.m.
- Was ist die Seele? Was ist der Mensch? Was ist die Realität? Was ist Bewußtsein? Fragen, die einige sehr gerne (wissenschaftlich) Ergründen möchten. Genau das versucht dieser Geheimbund herauszufinden.
- Welche Menschen würden, bzw. könnten sowas machen? So lustig es sich anhört, aber es können nur Menschen sein, die von nichts abhängig sind. Die genug Geld, Essen und Zeit haben.
- Diese Menschen sind mächtig, von Generation zu Generation und immer im Hintergrund.

Aber das ganze wird zunichte gemacht durch folgenden Punkt: "Warum ist sowas noch nicht bekannt?". Alles kommt raus. Alles. Darum mache ich mir keinen Kopf mehr darüber, ich habe mir das mal ausgedacht. Ende.
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Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Di. 02.02.2016, 12:58

Ich habe noch ein paar Fragen per PN bekommen. :)

Wie merkst du das sich dein Gefühszustand verändert im Bezug auf eine nahen psychotische Attacke ?

Unterschiedliche Warnzeichen sind es. Teilweise auch mal neue. In der Regel merke ich es schon, wenn ich zu Fuß richtig schnell gehe. Wenn ich einen "Laberfilm" habe. Wenn ich mich kindisch benehme. Eine Manie habe ich meiner Meinung nach nicht, da ich in den Hochphasen auch alles erledigt bekomme. Leider sehe nur ich das so. Manchmal habe ich auch drehende Gedanken im Kopf, die kein Ende nehmen. Oder Gedanken die alles Wissenschaftlich Kommentieren. Ich höre keine Stimmen, habe aber den Eindruck, dass es "Fremde" Gedanken sind. Das ich durch irgendwas getriggert werde, kommt so gut wie nicht mehr vor, ich habe meine innere Ruhe gefunden. Wenn die Warnzeichen nach 3 Tagen noch vorhanden sind, dann erhöhe ich die Medis für 2-5 Tage, je nach schwere der Warnzeichen. Dann ist wieder alles normal, aber ich bin dann leicht Depressiv für 3-6 Wochen. Jetzt wo ich allerdings immer ein kleines Stück an der Tablette weg mache und ich ab und zu doch Sicherheitshalber das Stück dran lass, wenn ich mich leicht unwohl fühle, habe ich keine Depressive Phase mehr. Die festen Medikamentenschritte von 2.5mg sind einfach zu groß. Bei mir wirken 1.0mg Unterschiede schon. Ich habe vor 2 Jahren etwa angefangen, freiwillig die Medis zu erhöhen. Das war nicht sehr leicht. Jetzt bin ich es gewöhnt. Es kamen immer so Gedanken "Willst du wirklich erhöhen? Dir gehts doch gut! Es ist Gesundheitsschädlich zu erhöhen. Du willst doch weg von den Medis". Aber ich habs geschafft und es ist nicht mehr schlimm für mich. Hatte nun seit 4,5 Jahren keine Psychose mehr. Das liegt auch an meiner Emotionen Ruhe und der 2 jährigen Therpaie die ich hatte. Ich habe gelernt, in bestimmten Situtation immer einen bestimmten zugehörigen Satz zu sagen. Z.B. steiger ich mich in letzter Zeit beim Träumen rein, dass ich Situationen erfinde, in der ich mich Rechtfertige, aber dem nicht geglaubt wird. Ich unterbreche das, in dem ich jedesmal zu mir selbst sage "Das hat keinen Zweck!". Also dass es keinen Sinn macht, sich solche Situation auszudenken. Dadurch bleibe ich Emotional ruhig.

Was war/ ist für dich der Antrieb etwas verändern zu wollen ?

Ich lebe nur einmal und das Leben kann schön sein. Ich habe Familie, Freundin, Freunde, Wohnung, Auto, Motorrad, Hobbies, Arbeit. Das lass ich mir nicht mehr nehmen. Ich habe in meinem Leben schon 2 mal alles verloren. Habe 8 Jahre auf Hartz 4 gelebt. Nun habe ich wieder einen sehr gut bezahlten Job und werde dort anerkannt, auch mit Schwerbehinderten Ausweis. Im Endeffekt weiß ich nicht, ob das Leben einen Sinn hat. Aber wenn es einen hat, will ich keinen Scheiß mehr bauen. Denn wer weiß, was nach dem Tod kommt. Wahrscheinlich nichts, aber ich erhoffe mir so eine Art Erlösung im Tod. Und ich hoffe ich werde sehr, sehr alt. :) Ein großer Punkt ist auch das finanzielle, damit ich mir was leisten kann. Vielleicht schaffe ich es noch Wohneigentum zu haben und Kinder zu zeugen. Aber ich setz mich da nicht unter druck. Es gibt nicht DIE eine Art, wie man sein Leben lebt. Aber ich möchte finanziell schon was haben und das geht nur gesund, sonst würde ich nicht in der IT arbeiten können.

Wie schaffst du es deinen Alltag zu gestalten?

Unterschiedlich. Wenn ich mal 2 Tage keinen Bock hab aufzuräumen, dann mach ich es auch nicht. Aber danach zwinge ich mich es zu tun. Ich sehe vieles als Antrainierbar an. Sich etwas anzutrainieren ist schwieriger als abzutrainieren. Mittlerweile Räume ich gerne und gründlich auf, aber setz mich nicht unter Druck. Mit dem Fitnessstudio ist es so, dass ich mir denke, was ist negativer? Ins Fitness zu gehen oder daheim rumzugammeln? Und dann geh ich ins Fitness. :) Momentan arbeite ich daran, dass es mir nicht so wichtig ist, daheim zu sein. Das hat auch mit Ängsten zu tun, dass mir draußen komische Zufälle passieren. Dass Menschen gemein zu mir sind und ich wieder Nächte drüber nachdenke. Am wichtigsten aber ist, Arbeit. Durch das Aufstehen müssen, in die ARbeit fahren zu müssen, entsteht bei mir erst Struktur. Ich mache viel, viel mehr als in der Zeit, als ich arbeitslos war. Schon komisch. Das wichtigste bei meiner Absicht mehr zu machen ist, dass nichts von Heute auf Morgen passieren muss. Und keine Extreme. Immer den Mittelweg einhalten und langsam steigern.
fezzoletti
 

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