Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

In diesem Forum habt Ihr die Möglichkeit, Eure Erfahrungen mit Psychopharmaka zu schildern bzw. Fragen zu bestimmten Medikamenten zu stellen und Informationen über sie zu suchen.

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Sa. 26.01.2013, 23:32

Hi zusammen,

ich bin seit 4-5 Monaten auf Zyprexa eingestellt. Mir geht es zwar körperlich nicht so gut (Übergewicht) aber Kopfmäßig habe ich mich noch nie so gesund oder normal gefühtl.

Wenn ich jetzt meine Mediakmentenerfahrung zusammenfasse:
Seroquel - Keine Antipsychotische Wirkung
Abilify - Starke Mord und Foltergedanken
Haldol - Starke Selbstmordgedanken wegen Depressionen
Zeldox - Starke Schwindelgefühle
Resperidon - Paranoide Schübe und Foltergedanken

Bis auf Leponex hab ich alles durch. Leponex kann ich wegen der ständigen Blutbildkontrolle nicht nehmen, weil ich ne starke Spritzenphobie habe.

Ich arbeite auch seit 3 Monaten in Vollzeit. Teilrente ade! Ich bin froh von keinem Amt mehr abhängig zu sein.

LG, Andreas.
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon Zwahod » Fr. 19.04.2013, 23:49

Wieviel Mg Zyprexa nimmst Du den jetzt?? Hatte das auch mal und mich wirklich erst so ab 5 mg abends damit gut gefühlt.

Grüße

Zwahod
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Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Sa. 25.05.2013, 12:19

Ich hatte Anfangs 20mg Zyprexa, damit fühlte ich mich zwar Kopfmäßig gesund, aber ich war total schlapp und antriebslos.

Vor einiger Zeit haben wir auf 15mg reduziert und ich bin aktiver, Kopfmäßig immer noch gesund.

Aber ich habe so das Gefühl, dass ich die 15mg momentan brauch, ich will nicht reduzieren.

Mein Arzt meinte, wenn ich die Tabletten absetze, habe ich ne 50% Chance keine Psychose zu bekommen. Mir ist das Risiko zu groß.

Nebenbei befinde ich mich in Therapie in der Suchtambulanz und der Therapeut ist der beste den ich bisher hatte. Ich wußte gar nicht, dass ich soviel Probleme hatte. Ich hatte schon früher Therapeuten, aber die waren alle Schei**e. Der Typ hat wirklich was drauf, er wendet sehr gute Techniken an.

Allerdings ist es so, dass Schizophrene normalerweise nicht Therapiert werden, weil das alles viel Schlimmer machen kann. Ich sehe das nicht so, obwohl ich nach manchen Therapie Sitzungen richtig fertig bin.

Grüße,
Andreas
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon Vanilla » Sa. 25.05.2013, 13:29

Ich wusste nicht, dass Schizophrene nicht therapiert werden sollen.
Habe trotzdem einige Jahre Thera gemacht, tiefenpsychologisch und es hat mir nicht geschadet.
Auch wir haben doch oft traumatische Erlebnisse, die ohne Thera nicht verarbeitet werden können.

Wie du fezzoletti, habe ich dadurch nur positive Erfahrungen gemacht.

Meine Thera, macht auch Psychoanalyse und nur dass, sei wegen der Psychosen nicht für mich geeignet.
Hätte ich aber sowieso nicht machen wollen.
Dir wurde dieses Leben gegeben, weil du stark genug bist um es zu leben.
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Ja, ich hasse meine MS und sie mich scheinbar auch. Aber manchmal sitzen wir auch zusammen und lachen gemeinsam über meinen Gang

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Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Fr. 08.11.2013, 16:37

Ich arbeite seit über einem Jahr nun Vollzeit und es funktioniert wunderbar.

Allerdings bin ich erst seit 20.06.13 clean vom Kiffen. War teilweise bekifft vom Vortag in der Arbeit. Zum k*tzen! Ich habe mich entschieden mein 20 jähriges Drogenkapitel komplett abzuschliessen. Das hat mir 4 Monate einen Höhenflug verpaßt, ich war durchwegs happy auf mein neues Leben. Vor 2 Wochen ca. hat es aufgehört, ich bin in eine kurze Deppression gefallen. Seit 5 Tagen bin ich wieder normal gut drauf, hatte aber bis vor kurzem massiven Suchtdruck. Der ist gottseidank nun auch weg.

Wurde vor ca. 2 Monaten auf 10 mg Zyprexa eingestellt. Es war krass, dachte es hat keine Wirkung mehr, fühlte mich ohne Schutz. Habe auch zweimal massive Warnzeichen gehabt und habe jeweils für 3 Tage auf 15 mg höherdosiert. Diese kurze Zeit hat sehr gut geholfen, allerdings wurde ich jedesmal für 2 Wochen total antriebslos.

Mein Gewicht ging auch runter, wiege momentan 109kg, habe ca. 15 kg abgenommen. Jetzt steht das Gewicht, aber das macht mir nix aus.

Die Therapie ist das beste, was mir passieren konnte. Ich habe es geschafft, mein Leben ist wieder in normalen Bahnen, es muss nur noch so bleiben.

Gewaltätige Gedanken habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr gehabt, bin auch sehr froh darüber. Das Abilify werde ich NIE mehr nehmen, ebenso Risperdal. Eigentlich vertrage ich psychisch überhaupt keien Psychopharmaka mehr, außer Zyprexa, leider, denn es ist nicht wirklich gesund für den Körper. (Erhöhte Diabetes Gefahr)

Grüße
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon GLaDOS » Sa. 09.11.2013, 11:56

Schön wieder von dir zu lesen, und noch schöner das es dir relativ gut mit allem zu gehen scheint, auch wenn es kurzzeitig mal nicht so gut lief...ansonsten :respekt: Danke das du uns daran teilhaben lässt, und damit zeigst das man es schaffen kann.

Gruß =)
GLaDOS
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon Carmen » Sa. 09.11.2013, 18:46

Ich hab mich durch den kpmpletten Thread durchgearbeitet... viel geschrieben, sehr interessant, Danke dafür :)

Schön, dass das jetzt ein gutes Ende( bzw der Moment) genommen hat. :)
Carmen
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon John Miller » Mi. 13.11.2013, 23:58

guten tag andreas erstmal respekt an dich für all deine bemühungen, ich selber hatte vor nun bald 2 jahren meine erste psychose, ich war zu der zeit im ausland work and travel und ich würde es als eine reise/liebespsychose einstufen. jedenfall nehme ich seid anfang dieses jahres als mein 2ter schub kam abilify. kiffe schon seid einiger zeit und dadurch ist das psychosenrisiko angeblich 8 mal höher. habe für ein paar monate aufgehört was mir sehr schwer fiel kiffe nun aber wieder fast täglich. hatte/habe glaub ich auch adhs was bei mir jedenfalls nie wirklich festgestellt wurde weil ich mich bei ärzten immer verstellt habe in dem glauben, dass sie nur böses mit mir vorhaben das kiffen hatte mir halt geholfen mich ruhig zu halten... jedenfalls habe ich nun seid ein paar wochen abilify abgesetzt weil ich ebenfalls durch abilify viel zugenommen habe ca. 30 kilo und habe merkbar weniger hunger als vorher. natürlich habe ich auch respekt vor einem erneuten psychosenschub und werde es natürlich meinem psychodoktor erzählen (habe ende des monats einen termin) nur hoffe ich natürlich ohne medikamente klar zu kommen, meine psychose hatte viel mit verschwörung und dem maya kalender zu tun, da ja offenbar nichts weltbewegendes eingetreten ist, habe ich die hoffnung das mir mein gehirn nicht noch einmal so einen streich spielt... ich hoffe du kannst mir mit deiner erfahrung ein bisschen helfen auf was ich in zukunft achten soll.

vielen dank und weiterhin viel erfolg

John
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Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon Vanilla » Do. 14.11.2013, 01:40

Da bin ich gespannt, ob das ohne NL gut geht, wenn du kiffst.
Sicher weisst du,.das kiffen den Appetit anregt.
Es gibt auch.NLs, von denen man nicht dick wird.
Sind meine Gedanken dazu.
Entscheiden kannst nur du:)
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Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon John Miller » Do. 14.11.2013, 08:21

logisch weiss ich das, rauche meist eh nur abends nach dem abendbrot, zum einschlafen gibt es meiner meinung einfach kein besseres mittel, stimmen im kopf habe ich zum glück nie gehört nur wahnvorstellungen gehabt, allerdings habe ich auch vor das mit dem kiffen ein bisschen einzustellen, denn man soll nicht mehr so oft träumen wenn man kifft. ich habe es auf die luziden träume abgesehen, also ein traum in dem man weiss, dass man träumt und dann nahezu alles machen kann was man möchte, habe sorgen, dass abilify diese träume unterdrückt
John Miller
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Di. 19.11.2013, 19:50

Bei Abilify hatte ich nicht solche Gewichtsprobleme, aber hatte trotzdem konsquent 92kg.

Mit dem Kiffen ist es schwierig, bis man einsieht, dass es ohne besser ist. Allerdings ist es meiner Meinung nach auch nur bei Menschen, die zu Psychosen neigen, besser. Meine 20 jährige Kifferzeit, mit einigen Unterbrechungen und duzent Psychosen, haben mich fast zum Frührentner gemacht.

Ich sehe das Problem beim kiffen, wenn man beschließt aufzuhören, ist man für Wochen oder Monate in so einem Hochgefühl. "Ja, neues Leben", "Diesmal schaff ichs". Leider läßt das nach und man überlegt sich dann immer öfter, mal wieder "einen" zu kiffen. So Gründe wie, "ich muss mal ausspannen", "ich will wieder glücklich sein", kommen da sehr schnell hoch. Das es vom Kopf her immer besser wird, wird ausgeblendet. Man verliert leider das Positive Ziel vor Augen, Clean zu sein. Clean sein wird Negativ.

Tja, dann kifft man mal wieder, will ja schliesslich nur mal den Turn wieder haben. Am Anfang geht das ganz gut. Aber wie bei einem Alkoholiker, man fängt wieder an täglich zu kiffen. Alles dreht sich ums Kiffen. Dabei ist der Druck was zu besorgen nicht so schlimm, es geht auch ein paar Tage/Wochen ohne. Aber sobald man etwas hat, dann kifft man täglich, obwohl man das nicht will.

Wenn dazu noch Belastungssituationen vorkommen, ist die Psychose schon fast vorprogrammiert. Was mir auffällt, dass die Psychose auch meist erst nach ein paar Wochen nach dem Kiffen kommt. Also nicht akut, das macht es mit der richtigen Einschätzung zum kiffen auch wieder schwerer, man sieht den Zusammenhang nicht.

Mein Höhenflug ist vorbei, dass ich Clean sein will. Ich bin im Altag angekommen. Der Suchtdruck ist seit gestern wieder da und er ist ziemlich heftig. Das langweilt mich. Das gute ist, dass es irgendwann vorbei sein wird. Allerdings wird es wohl auch ein paar Jahre dauern, bis kein Suchtdruck mehr kommt. Damit habe ich zwar ein Problem, aber ich merke bereits seit Monaten, dass ich Belastbarer bin und dass ich mich zum positiven ändere. Es geht in Wellen, aber nicht bergab, sondern langsam und gemächlich bergauf.

Ich glaube an meinem Ziel. Allerdings, wenn das Kiffen legal werden sollte und es Coffeshops gibt, werde ich wahrscheinlich nicht wiederstehen können. Mein Hirn sagt mir, dass ich es dann im Griff habe. Weil ich würde mir nur was für 1 Joint kaufen, den Rest wegschmeissen und nur alle paar Wochen kiffen. Jetzt wo ich das schreibe, fällt mir auf, dass es der völlige Schwachsinn ist. Ich werde und habe mehr vom Leben wenn ich nicht kiffe. Am besten hilft mir die Vorstellung, dass es sooooo viele Menschen gibt, die noch nie Drogen genommen haben und die vermissen das nicht.

Bei mir hat das Kiffen die Träume unterdrückt. Von den Medis kann ich das nicht behaupten. Ich fühl mich auch nicht als Zombie. Es ist leider die Erfahrung mit der Manischen Phase vor den Psychosen, dass redet mir nach einer Psychose ein, dass mich die Medis ruhigstellen. Aber das stimmt nicht, ich bin auch mit Medis mal ausgeflippt, bekomme Lachanfälle oder raste auch mal voll aus.

Grüße,
Andreas
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Di. 19.11.2013, 20:12

Carmen hat geschrieben:Ich hab mich durch den kpmpletten Thread durchgearbeitet... viel geschrieben, sehr interessant, Danke dafür :)

Schön, dass das jetzt ein gutes Ende( bzw der Moment) genommen hat. :)


Danke :) Ich will auch mal den Thread komplett durchlesen, aber ich hab im Moment ein bischen Schiss. Habe Angst, dass irgendwas hochkommt oder mir peinlich ist.

Jo, ich will alles dafür tun, dass es so bleibt, bzw. immer ein bischen mehr besser wird. ;)

Grüße
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Sa. 23.11.2013, 19:20

So, Suchtdruck seit gestern weg, gottseidank!
fezzoletti
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon John Miller » Do. 28.11.2013, 14:19

ich hatte jetzt ca. 1 monat die tabletten komplett abgesetzt morgen hab ich den termin bei dem nervendoc... und ich merke schon langsam wieder wie ich bei musik z.B. von tupac oder eminem vieeeeel zu sehr abhebe und denke er würde nur zu mir reden denn ich wäre ja der "lord" so ging es überhaupt los bei mir... beide sind ja in verdacht ebenfalls shyzo zu sein, und ich glaube dadurch wird die verbundenheit so stark, dass man sich da einfach extrem reinsteigern kann... wie dem auch sei... ich sehe nun glaube ich endgültig ein, dass es ohne medikamenten nicht mehr geht... das ist eine sehr traurige wahrheit aber diese zu erkennen ist glaube ich ein grosser schritt in richtung "normalität"
John Miller
 

Re: Abilify seit 4 Tagen abgesetzt und... (Tagebuch)

Beitragvon fezzoletti » Do. 28.11.2013, 23:03

John Miller hat geschrieben:ich hatte jetzt ca. 1 monat die tabletten komplett abgesetzt morgen hab ich den termin bei dem nervendoc... und ich merke schon langsam wieder wie ich bei musik z.B. von tupac oder eminem vieeeeel zu sehr abhebe und denke er würde nur zu mir reden denn ich wäre ja der "lord" so ging es überhaupt los bei mir... beide sind ja in verdacht ebenfalls shyzo zu sein, und ich glaube dadurch wird die verbundenheit so stark, dass man sich da einfach extrem reinsteigern kann... wie dem auch sei... ich sehe nun glaube ich endgültig ein, dass es ohne medikamenten nicht mehr geht... das ist eine sehr traurige wahrheit aber diese zu erkennen ist glaube ich ein grosser schritt in richtung "normalität"


Diese Erkenntnis ist Gold wert. Ich bin nun 15 Montate Psychosen frei und seit 5 Monaten vom Kiffen clean. In den letzten 2 Monaten durfte ich immer wieder erleben, wie ich zurück zu meiner alten, richtigen Persönlichkeit finde. Leider schwankt das noch. Es ist kaum beschreibbar, wie sehr ich mich in Geduld üben muss, vorallem, wenn ich mal etwas mehr Medis wegen Wahrnzeichen brauch. Die Versuchung, es nicht zu tun, ist sehr groß. Ich denke mir immer "Hab Geduld, es wird irgendwann für immer besser sein".
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