Medikament: Risperdal (Neuroleptikum)

In diesem Forum habt Ihr die Möglichkeit, Eure Erfahrungen mit Psychopharmaka zu schildern bzw. Fragen zu bestimmten Medikamenten zu stellen und Informationen über sie zu suchen.

Medikament: Risperdal (Neuroleptikum)

Beitragvon photon » Mi. 13.07.2005, 09:57

Da ich nun seit einigen Wochen Risperdal Consta nehme/bekomme, wollt ich ma fragen ob jemand das kennt/auch bekommt und wie duie Meinungen dazu sind ?

MfG
photon
 

Beitragvon Amon » Mi. 13.07.2005, 23:04

Mit dem Wirkstoff Risperdal kam ich garnicht klar. Ist aber schon wieder ein paar Jahre her. Und ich meine das ich das auch nicht lange genug eingeschlichen habe. Deshalb versuche es besser erstmal. Kann aber 4-6 Wochen dauern, bis es wirkt! Erst dann kann man mit dem Doc. nochmal über die Dosierung sprechen. :wink:
Amon
 

Beitragvon photon » Do. 14.07.2005, 09:49

Das ist richtig, aber bei mir ist es so, dass ich das Zeug schon über 2 Jahre nehme oral mit Lösung und Tabletten. Bin aber vor ca. 5 Wochen darauf umgestiegen. Es geht sich halt darum, dass man nicht mehr jeden Tag oral was einnehmen muss und um den Rückfallschutz. Nur wenn ich mir mal ein paar Bierchen reinziehe wird der blöde Spigel trotzdem noch mit 1 Tag verzögerung für min. 2 Tage gedrückt, sodass ich mich schlechter fühle. Dachte eigentlich das das mit dem Consta anders wäre, da die Microspheres ja kontinuirlich immer eine etwa gleichbleibende menge in den Kreislauf abgeben sodass ein vom alk neutralisierter Spiegel unverzüglich wieder ausgeglichen wird.
photon
 

Beitragvon Fischli » Mo. 25.07.2005, 13:43

Risperidon

Anwendungsgebiete
Akute und chronisch schizophrene Psychosen. Erhaltungstherapie zur Rezidivprophylaxe von stabil eingestellten Patienten bei Schizophrenie. Mäßig schwere bis schwere manische Episoden im Rahmen bipolarer Störungen. Chronische Aggressivität und psychotische Symptome bei Demenz. Verhaltensstörungen bei Intelligenzminderung oder Intelligenz im unteren Normbereich bei Kindern ab 5 Jahren.

Wirkmechanismus
Risperidon gehört zu den neueren Wirkstoffen zur Behandlung der Schizophrenie

Durch Hemmung der Wirkung eines bestimmten Botenstoffes (Dopamin) im Gehirn werden die Symptome einer Psychose und Unruhezustände gedämpft.

Dosierung
Risperidon gibt es als Filmtabletten, als Schmelztabletten, als Lösung zum Einnehmen oder als langsam freisetzende Injektionssuspension. Die Dosierung wird immer individuell auf den einzelnen Patienten und das zu behandelnde Krankheitsbild abgestimmt. Sie kann nur von einem Arzt festgelegt werden. Weitere Hinweise entnehmen Sie bitte der jeweils mitgelieferten Fachinformation.

Anwendungshinweise
Filmtabletten oder Lösung mit oder ohne Nahrung mit etwas Flüssigkeit einnehmen. Sie sollten die Lösung nicht zusammen mit schwarzem oder grünem Tee zu sich nehmen. Die Schmelztabletten sollten Sie auf der Zunge zergehen lassen und anschließend mit oder ohne Flüssigkeit schlucken. Falls Sie die Schmelztabletten während einer Mahlzeit einnehmen, achten Sie bitte darauf, dass sich während der Einnahme keine Nahrungsmittel im Mund befinden. Die Injektionssuspension wird in der Regel alle 2 Wochen vom Arzt in den Muskel gespritzt.

Das Reaktionsvermögen und damit auch die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt werden. Labortests sprechen dafür, dass durch Risperidon das Wachstum bestimmter Brustkrebszellen gefördert werden kann. Daher sollte bei bekanntem Brustkrebs eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Gegenanzeigen und Anwendungsbeschränkungen
Risperidon darf nicht eingenommen werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff und bereits vorbestehender Überproduktion von Prolaktin (Milchsekretion und Wachstum der Brustdrüse anregendes Sexualhormon).

Mit erhöhter Vorsicht muss Risperidon eingesetzt werden bei Parkinson-Krankheit, vorbekannter Epilepsie, Tumoren, deren Wachstum von Prolaktin abhängig ist (z.B. manche Brustkrebsarten), schweren Leber- und Nierenerkrankungen und schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Nebenwirkungen
Häufig sind Angstzustände, Unruhezustände, Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen. Seltener kommt es zu: Müdigkeit, Benommenheit, Bauchschmerzen, Übelkeit, Störungen der sexuellen Funktionen (Erektions- und Orgasmusstörungen), Zyklusstörungen, Wachstum der Brust (auch bei Männern), Sekretion aus den Brustdrüsen, Hautausschlag oder anderen allergischen Reaktionen sowie zur Unfähigkeit, den Urinabgang zu kontrollieren (Inkontinenz). Gelegentlich können Schwindel, niedriger Blutdruck, Herzrasen, vermehrter Speichelfluss, Bewegungsstörungen, Zittern, unwillkürliches Grimmassieren, Gewichtszunahme, Ödembildung, Erhöhung der Leberwerte auftreten. In seltenen Fällen entwickelt sich ein sogenanntes malignes neuroleptisches Syndrom. Erstes Warnzeichen dieser Komplikation kann eine Temperaturerhöhung ohne erkennbare Ursache sein. Bitte informieren Sie bei unklarem Fieber daher sofort Ihren Arzt, da diese Komplikation umgehend behandelt werden muss. Aufgeführt werden hier lediglich die wichtigsten und häufigsten Nebenwirkungen. Jeder Mensch reagiert in anderer Weise und sehr individuell auf die Wirkstoffe in Medikamenten. Es ist daher nicht vorhersehbar, ob überhaupt und in welchem Ausmaß die oben genannten Nebenwirkungen auftreten.

Wechselwirkungen
Die Wirkung von Schlafmitteln (z.B. Diazepam)), anderen beruhigenden oder blutdrucksenkenden Medikamenten sowie von Alkohol wird verstärkt. Medikamente gegen Parkinson (z.B. Levodopa) sind teilweise in ihrer Wirksamkeit beeinträchtigt. Bei gleichzeitiger Einnahme von blutverdünnenden Mitteln besteht verstärkte Blutungsgefahr. Die Wirkung von Risperidon wird durch Carbamazepin vermindert.

vermindert. Aufgeführt sind hier lediglich ausgewählte Beispiele für Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen. Lassen Sie sich in jedem Fall individuell beraten und informieren Sie Ihre behandelnden Ärzte über alle Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen, um Wechselwirkungen möglichst gering halten zu können.

Kinder
Kindern und Jugendlichen sollte Risperidon nicht verordnet werden, da bisher keine ausreichenden Erfahrungen mit dieser Altersgruppe vorliegen.

Medikamente mit diesem Wirkstoff
Diese auf den aktuellen Fachinformationen basierende Medikamentenbeschreibung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ersetzt nicht die Informationen auf dem Beipackzettel oder die ausführliche und individuelle Beratung durch den Arzt oder Apotheker. Diese Patienteninformation ist objektiv und nicht als Empfehlung oder Werbung für das jeweilige Produkt zu verstehen.

Risperdal® 1mg Filmtbl., Rezeptpflichtig
Risperdal® 2mg Filmtbl., Rezeptpflichtig
Risperdal® 3mg Filmtbl., Rezeptpflichtig
Risperdal® 4mg Filmtbl., Rezeptpflichtig
Risperdal® Filmtbl. 05mg, Rezeptpflichtig
Risperdal® Lösung 1mg/ml, Rezeptpflichtig
Risperdal® QUICKLET® 1 mg
Risperdal® QUICKLET® 2 mg
RISPERDAL CONSTA TM 25 mg Langsam freisetzendes Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssus
RISPERDAL CONSTA TM 37,5 mg Langsam freisetzendes Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssuspension
RISPERDAL CONSTA TM 50 mg Langsam freisetzendes Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssuspension

Quelle
http://www.psychiatrie-aktuell.de
Fischli
 

Beitragvon Laramy » Mi. 19.10.2005, 10:52

Ich persönlich rate von Riperdal in Depotform ab, da die gleichmäßige Ausschüttung des Wirkstoffes, welche in den oberen Bereich (Muskel/Speck) der Pobacke gesprizt wird, zum Beispie durch sportliche Aktivität beeinflusst werden kann (stärkere Ausschüttung -->Depot schneller verbraucht). Außerdem habe ich das Gefühl, dass mehr Wirkstoff ausgeschüttet wird wenn man viel auf dem Bereich mit dem Depot sitzt sprich wenn man etwas in den Stuhl sinkt...

Wie auch immer ich hatte mehr schlechte Zeiten unter dem Depot als jemals mit Tabletten
Laramy
 

Risperdal consta finde ich gut

Beitragvon Lieselotte » Mo. 16.06.2008, 10:35

Hallo, ich nehme seit Jahren Neuroleptika und habe jetzt auf die kleinste Dosis von dem Depotmittel Risperdal Consta gewechselt. Ich bin sehr zufrieden, denn ich spüre fast gar keine Beeinträchtigungen. Meine ewige Müdigkeit ist wie verschwunden und ich kann leben, wie wenn ich kein Medikament bekäme. Ich kann das nur sehr empfehlen, weil alles andere mir sehr viel Lebensenergie geraubt hat, die ich nun zurückgewonnen habe. Ich weiß, dass die hohen Dosen total wie ein Hammer wirken, habe einmal die mittlere Dosis genommen, aber ich kann allen nur Raten etwas Geduld, bis man auf die kleine Dosis wechseln kann und das Leben normalisiert sich.

Lieselotte
Lieselotte
 

AW. @Lieselotte / @all

Beitragvon Jack111 » Sa. 12.07.2008, 13:05

Liebe Lieselotte,
ich nahm letztes Jahr drei Monate lang Risperdal ein, wg. paranoider Ängste.
Dann habe ich es abgesetzt wg. massiver Ängste. Die Paranoia war zwar weg, dafür traten massivste Existenzängste auf. Die Höchstdosis betrug 1,5mg. Meine paranoiden Ängste waren ca. bis zu drei Monaten nach dem basetzen verschwunden. Dann traten sie schleichend wieder auf.

Nach einem Jahr habe ich begonnen, erneut Risperdal zu nehmen. Diesmal vertrage ich es recht gut und verspüre kaum Nebenwirkungen. Ich nehme es seit zwei Wochen, nehme gerade 1mg, soll aber noch erhöht werden, ich mir damit aber Zeit nehmen möchte.
Meine paranoiden Ängste sin deutlich reduziert aber noch vorhanden. Mal stärker, und mal weniger stark, mal gar nicht. Ich werde mir diesmal mit dem Erhöhen auf 1,5mg etwas Zeit lassen, weil ich angst habe, die Nebenwirkungen könnten wieder auftreten.

Meine Frage nun:Was könnten die Gründe sein, dass ich dieses Mal besser auf das Risperdal reagiere als letztes Jahr?
Ich habe nicht so viele Erfahrungen mit NL, als dass ich darauf eine Antwort finden könnte.
Vielen dank erstmal.
LG, Jack
Jack111
 

Risperdal oder Risperidon

Beitragvon Mahalo » Mo. 29.09.2008, 09:43

Liebe Leser (W u. M)
die o.g. Medikamente nehme ich seit Juli 2008, und ich muss sagen sie nehmen in mir eine gewisse Unruhe und Angst bei vorgehensweisen im Alltag. Habe zwar an Gewicht etwas zugenommen aber die innere Unruhe ist weg und ich meistere den Tag ziemlich gelassen und souverän !
Aber ich nehme die Pillen nicht jeden Tag... weil ich kein Pillen esser bin.
Alles im allem sie helfen mir bei [u]Unruhe [/u]und [u]Angst[/u]
Viel Glück und frischen Lebensmut
Aloha :D
Mahalo
 

Beitragvon Mulle » Mo. 29.09.2008, 13:02

Hallo mahola,
das ist aber sehr leichtsinnig das Risperdal als Tbl. nicht täglich zu nehmen. Du solltest daran denken, das sich in deinem Stoffwechsel eine gewisse Stabilität und ein Spiegel einstellen soll. Mit deiner Inkonsequenz gefährdest du deinen Genesungsprozess. Denk noch mal drüber nach!
Mulle
 

Re: Medikament: Risperdal (Neuroleptikum)

Beitragvon b00n2k » Mi. 28.10.2009, 21:37

Hi,

ich bekomme 50mg Risperdal Consta. Muss sagen, dass alles seit Ausbruch der Schizophrenie (oder Psychose, wieso eigentlich Schizophrenie, klingt so als ob das zwangsweise ein Dauerzustand wäre) besser geworden ist, was ich aber eher auf die Zeit schiebe als auf das Medikament.
Jetzt wo ich wieder im Leben stehe, frage ich mich allerdings, ob das nicht doch mein Leben nachteilig beeinflusst:
Ich bin nicht mehr so "da" wie früher, oft müde, ideenlos.. Alles ist so, als ob ich körperlich da, aber geistig eingeschlafen wäre. War sonst eigentlich immer ein recht pfiffiges Kerlchen, aber davon ist schon lange nichts mehr da.. Hat hier jemand änhnliche Erfahrungen gemacht oder ist das der normale "Hammer", von dem schon Liselotte geschrieben hat?
Bin dankbar für jede Antwort!
b00n2k
 

Re: Medikament: Risperdal (Neuroleptikum)

Beitragvon Mulle » Mi. 28.10.2009, 23:21

es ist schn möglich, das du die müdigkeit als eine nebenwirkung des risperdals consta erlebst. aber es kann genauso gut sein, das du vielelicht etwas erschöpft und/oder ausgelaugt bist. vielleicht hast du auch einen eisenmangel im blut. es gibt so viele gründe dafür. am besten fragst du mal deinen behandelnden arzt, er kennt dich auf jeden falls besser und wird dir weiter helfen können.
Mulle
 

Re: Medikament: Risperdal (Neuroleptikum)

Beitragvon kaffeetante80 » Do. 29.10.2009, 12:21

also das "consta" kenne ich nicht. aber das normale risperdal hat bei mir sehr gut geholfen. leider hatte ich ne heftige nebenwirkung. bei mir hat sich milch gebildet und zwar ganz viel, musste es dann sofort wieder absetzen, leider, denn psychisch ging es mir damit wirklich gut.
kaffeetante80
 

Re: Medikament: Risperdal (Neuroleptikum)

Beitragvon b00n2k » Do. 29.10.2009, 23:57

Die Müdigkeit ist ja noch das geringste Problem.. Viel schlimmer ist, dass ich dauernd in einer Art "geistigem Dämmerzustand" bin, übertrieben gesagt. Ich merke das vor allem im Studium, da komm ich nicht auf Antworten, die vor einem Jahr noch selbstverständlich gewesen wären, kann nichts mehr kombinieren, etc.. Ist schwierig zu beschreiben. Es ist halt so, als ob ich irgendwie "weg", die Welt langsamer wäre. Das alles ist vermutlich eher eine Wirkung als eine Nebenwirkung des Risperdals, aber mich nervts mittlerweile nur noch an, dass ich geistig praktisch ruhiggestellt bin.
b00n2k
 

Re: Medikament: Risperdal (Neuroleptikum)

Beitragvon Mulle » Fr. 30.10.2009, 16:44

bekommst du zusätzlich auch noch andere medikamente?
Mulle
 

Re: Medikament: Risperdal (Neuroleptikum)

Beitragvon b00n2k » Fr. 30.10.2009, 21:03

Nein, zum Glück nicht.. Werde aber das nächste Mal dem Arzt sagen, dass er das so schnell wie möglich absetzen soll, weil mir das nicht mehr gefällt. Und außerdem hab ich ja auch gar nichts mehr: Bin seit 5 Monaten absolut beschwerdefrei und soll immernoch 50 mg alle 2 Wochen davon nehmen?! Nee danke.
b00n2k
 

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