Welches AD als Bedarf?

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Welches AD als Bedarf?

Beitragvon stern1372 » Do. 08.10.2015, 20:52

Ich habe PMDS, d.h. ca. zwei Wochen vor dem Einsetzen meiner Regel habe ich schlimme Stimmungsschwankungen, die bis zu psychotischen Symptomen reichen. Gegen die psychotischen Symptome hilft mir Amisulprid, aber ich möchte ein AD als Bedarf nehmen, um das NL evtl. absetzen zu können. Meine psychotischen Symptome hängen stark mit den Stimmungsschwankungen vom PMDS zusammen. Nach dem Einsetzen der Regel, bin ich wieder normal und habe keine Beschwerden mehr.
Meine Frage daher: Welches AD kann man bei Bedarf einsetzen?
stern1372
 

Re: Welches AD als Bedarf?

Beitragvon Carmen » Do. 08.10.2015, 21:25

Gar keins. AD auf Bedarf gibt es nicht und sollten auch nicht unregelmäßig genommen werden, auch wenn es Ärzte gibt, die es so verschreiben.
Damit ein AD stimmungsstabilisierend wirken kann, muss regelmäßig, d.h. täglich eingenommen werden. Die Wirkung setzt nach 2-6 Wochen, je nach Wirkstoff ein.
Generell sind wir hier keine Fachleute und können nur aus eigenen Erfahrungen berichten.
Es wäre ratsam, das Thema mit deinem verschreibenden Arzt zu besprechen, der kann dir sicher weiterhelfen.

Außerdem müsste man mal über die Ursachen nachdenken. Ich bin da kein Experte, aber vor der Regel hängt es ja meist mit Hormonen zusammen. Vielleicht wäre da ein Besuch beim Frauenarzt eine Idee.

Ich hoffe, ich konnte helfen.
LG Carmen
Carmen
 

Re: Welches AD als Bedarf?

Beitragvon stern1372 » Fr. 09.10.2015, 18:25

Danke für die Antwort Carmen.

Also, wenn ein Arzt ein AD auf Bedarf verschreiben sollte, wäre ich zufrieden damit.
Hormone möchte ich nicht nehmen.
stern1372
 

Re: Welches AD als Bedarf?

Beitragvon Charlotte » Fr. 09.10.2015, 18:42

Darf ich fragen, warum du Hormone ablehnst? Und wurde mal ausprobiert, ob das deine Stimmungsschwankungen verbessern würde?

Ich frage das, weil Antidepressiva viel tiefer in den Körper und seine Funktionen eingreifen als ein Hormonpräparat wie die Pille es tun würde. ADs sind in ihrer Wirksamkeit deutlich unberechenbarer (nicht jedes AD hilft jedem Patienten) und wie Carmen schon schrieb auch nicht für die Bedarfseinnahme geeignet, weil sie erst einen Wirkspiegel im Körper aufbauen müssen, ehe sie überhaupt Wirkung zeigen. Das ist leider nicht wie eine Schmerztablette, die man schluckt und eine halbe Stunde später sind die Schmerzen weg. Und wenn man eine Weile lang ADs genommen hat, müssen die allermeisten langsam ausgeschlichen werden. Und mit langsam meine ich über Monate. Während man die Pille beim nächsten Zyklus einfach wechseln oder weglassen kann.

Insofern würde ich auch erstmal dazu raten, dein Problem auf dem hormonellen Weg zu lösen, anstatt es auf dem psychischen Weg anzugehen. Wenn es sich durch Hormone beeinflussen lässt - und danach klingt es in deiner Beschreibung - ist das auf jeden Fall der einfachere Weg.
Charlotte
 

Re: Welches AD als Bedarf?

Beitragvon Carmen » Fr. 09.10.2015, 18:47

Der Wirkmechanismus eines ADs ist nicht so, dass du es einmal nimmst und dann gehts dir besser.
Um eine Wirkung zu haben, muss ein Pegel aufgebaut werden. Das dauert 2-6 Wochen. Du siehst, es wäre sinnlos.
Es gibt AD, die sedierend wirken. Manche nehmen die als Bedarf und merken eine Stimmungsverbesserung, das liegt aber mehr an der Sedierung und dem evtl daraus folgenden guten Schlaf.
Ausserdem ist es Gift für deinen Körper, ständig ein AD zu nehmen und wieder aufzuhören.

Charlotte sagt da schon das Richtige. Eine Pille wäre wohl ein einfacherer Weg um das in den Griff zu bekommen.
Ich hab PMS zwar nicht so sehr wie du, aber die paar Tage vorher hatte ich auch oft depressive Phasen. Mit Pille hat es sich eingependelt (wohlgemerkt ich nehme nebenher eine niedrige Dosis AD, Venlafaxin).

LG
Carmen
 


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