Hat jemand Erfahrung mit Doxepin?

In diesem Forum habt Ihr die Möglichkeit, Eure Erfahrungen mit Psychopharmaka zu schildern bzw. Fragen zu bestimmten Medikamenten zu stellen und Informationen über sie zu suchen.

Hat jemand Erfahrung mit Doxepin?

Beitragvon kaddsche » Sa. 31.01.2015, 19:53

Hallo ihr Lieben,
habe meine Geschichte schon ansatzweise bei den Vorstellungen geschildert. Habe gegen die Depression Escitalopram verschrieben bekommen. Da ich das nicht vertragen habe, wurde mir dann Doxepin 50 mg verschrieben. Ich soll mit einer 1/4 Tablette abends anfangen und es mir dann einteilen wie ich es brauche. Man liest viel Positives aber auch viel Negatives über die Tabletten. Ich habe eine kleine Tochter (4), die mich ziemlich fordert. Ich kann daher ein Medikament, das mich total lahm legt nicht gebrauchen. Habt ihr Erfahrungen mit Doxepin? Es soll ja stark sedierend wirken. Wieviel ich letztendlich dann nehmen soll, damit es auch antidepressiv wirkt, weiß ich auch nicht. Fühle mich von meinem Psychiater über die AD, die er mir verschreibt, nicht gerade gut aufgeklärt. Mein gesammeltes Wissen stammt aus dem Internet :? Schlafstörungen habe ich übrigens keine, sodass ich eigentlich ein sedierendes Medikament zum Schlafen nicht unbedingt benötige, ein stimmungsaufhellendes aber auf jeden Fall, da es mir im Moment wirklich nicht gut geht.
kaddsche
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Re: Hat jemand Erfahrung mit Doxepin?

Beitragvon Kleiner Elefant » Sa. 31.01.2015, 20:08

Hallo,

erstmal: Jedes Medikament wirkt bei jedem Menschen anders. Was Dich total sediert, kann bei mir zum Beispiel gar nicht wirken.

Ich bekam Doxepin als Schlafmittel. Ich nehme keine Antidpressiva, aber eben das Schlafmittel abends.
Und bei mir hat es überhaupt nicht gewirkt, auch nicht in hohen Dosierungen.
Ich fürchte, niemand hier kann Dir voraussagen, wie es bei Dir wirken wird, weil jeder unterschiedlich darauf reagiert.
Kleiner Elefant
 

Re: Hat jemand Erfahrung mit Doxepin?

Beitragvon EwigeMutter » Sa. 31.01.2015, 21:26

Ich habe es ca. 2 Jahre lang genommen.
Für mich war es ein Segen,denn ich hatte extreme Schlafstörungen und nächtliche Panikattacken.
Zuerst nahm ich 12,5 mg abends,dann habe ich auf 10mg reduziert.
Stimmungsaufhellend wirkt es wohl erst nach längerer Einnahme.
Ich fühlte mich damit weniger "aufgeregt" ,ehr gleichmütiger und ruhiger.
Es förderte bei mir den Schlaf und morgens war ich oft noch sehr benommen.
Ich habe dann nochmal reduziert auf 7,5mg, das war bei mir ausreichend für lange Zeit.

Nebenwirkungen hatte ich wenige, ein wenig Mundtrockenheit,-ab und an ganz leichte Herzrhythmusstörungen und manchmal sehr bunte und wirre Träume.
Es hat mir über eine schlimme Zeit mit sehr vielen Sorgen ganz gut hinweggeholfen.
Man muss seine ganz persönliche Dosierung finden....das ist bei jedem ganz verschieden.
Wenn Du allerdings etwas Anregendes brauchst,was Dich sozusagen aufmuntert und aktiviert,ist es vermutlich das falsche Mittel.
EwigeMutter
 

Re: Hat jemand Erfahrung mit Doxepin?

Beitragvon Lightning » So. 01.02.2015, 03:31

Naja.. habe ja schon in deinem Willkommens-Thread ein paar Zeilen dazu geschrieben.

Ich nehme Doxepin mittlerweile nur noch auf Bedarf. Und das mit Absprache meiner Psychiaterin.. also es hat durchaus auch eine stimmungsaufhellende Wirkung, wenn man es nicht über längere Zeit nimmt. Wobei es bei längerer Einnahme natürlich eine gleichbleibendere Wirkung hat und auch besser wirken könnte.

Es wundert mich, dass Fanti die als Schlafmittel bekam.. das sind nämlich im Normalfall nicht so die Hämmer, was Sedierung betrifft. Ich werde selbst durch meine Baldriantropfen müder.. aber wie Fanti schon sagt, kann es bei jedem etwas anders wirken, wobei die grobe Wirkung gleich sein sollte. Und naja @Fanti.. du nimmst Antidepressiva.. Doxepin ist nämlich eins.. und wenn es dir als Schlafmittel gegeben wurde und nichts hilft, würde ich es auch nicht weiter nehmen ^^

Bei mir ist die Dosierung meist etwas höher.. 25-75mg, damit ich auch etwas merke.. wobei ich 75mg auch am nächsten Tag noch merke.. da bin ich dann auch müde/benommen, was sich aber meist nach 1-2 Std wieder gibt. Laut Psychiaterin kann ich bis zu 100mg nehmen. Wenn deine Depressionen nur Phasenweise auftreten, kannst du ja deinen Psychiater auch mal fragen, was er von Doxepin auf Bedarf hält. Wie gesagt, meine Psychiaterin meinte, es ist eines von sehr wenigen AD, die man auf Bedarf nehmen kann.. und so lange Bedarfsmedikation reicht, macht es für mich Sinn, die Medis so selten wie möglich zu nehmen.. gesund sind die für den Körper nämlich alle nicht.

Nebenwirkungen habe ich in Form von Gewichtszunahme.. hab immer einen Blähbauch, wenn ich 2-3 Tage Doxepin nehme.. und das Gesicht wirkt dann etwas aufgeschwemmt. Zusätzlich träume ich mit Doxepin öfter als normal.. und realer.. aber meist etwas Positives.

Was Sedierung angeht ist das Lorazepam, dass du bekommen hast, ein deutlich schwererer Hammer. In den Benzos ist so weit ich weiss überall Diazepam mit drinn.. und das nehmen z.B. Leute auf Speed, wenn sie anders nicht mehr runter kommen. Wobei dich das natürlich auch sehr locker macht. Ich hätte das gern, wegen Schlafstörungen.. bekomm es aber nicht. Auch wieder total sinnlos, weil das Neurocil was ich dafür bekomme wieder deutlich heftiger ist. Da schlafe ich nicht nur eine Nacht besser.. sondern bin 2-3 Tage nicht zu gebrauchen ^^
Lightning
 

Re: Hat jemand Erfahrung mit Doxepin?

Beitragvon Kleiner Elefant » So. 01.02.2015, 12:14

Lightning, ich schrieb: "ich bekam...".
Da sie nicht gewirkt haben, nehme ich sie nicht mehr.
Und ich nehme keine AD, Doxepin wird häufig als leichtes Schlafmittel angewendet.
Alles eine Sache der Zeit. Also wann und wie sie genommen werden.
Abends vorm Schlafen wirkt es durchaus als Schlafmittel. Über den Tag verteilt wirkt es dann vielleicht als AD.
Wenn Du wüsstest, was ich nun als Schlafmittel kriege :mrgreen: ...
Aber wir schweifen vom Thema ab (:
Kleiner Elefant
 

Re: Hat jemand Erfahrung mit Doxepin?

Beitragvon kaddsche » So. 01.02.2015, 12:36

Danke für eure ausführlichen Antworten. Die haben mir tatsächlich etwas Mut gemacht, es mal mit dem Medi zu versuchen. Wie schon gesagt, versuche ich es seit ein paar Monaten ohne Medis und so langsam geht mir sprichwörtlich die Puste aus. Ich will einfach nur noch, dass es besser wird, v.a. wegen meiner kleinen Tochter. Ich werde langsam immer hoffnungsloser und habe Angst, dass ich irgendwann an einen Punkt komme, an dem ich auf dumme Gedanken komme. Da will ich einfach nicht hin, also muss ich es wohl oder übel mal mit den Medis versuchen. Dass ihr das Doxepin relativ gut vertragen habt, macht mir etwas Mut und ich werde heute Abend wahrscheinlich mal einen ersten Versuch starten. Werde dann berichten wie es war ;-)
Die Gewichtszunahme ist natürlich doof, aber ich glaube ich werde lieber dick und bin glücklich, als mich noch weiter so zu quälen.
Die Lorazepam musste ich erst zweimal nehmen und das auch nur, als ich von dem Escitalopram so ausgeflippt bin (hatte schlimme Panikattacken...). Seitdem liegen sie nur im Schrank und beruhigen mich alleine schon durch ihre Anwesenheit ;-)
Eigentlich hatte ich mit der Psychotherapie schon gute Fortschritte gemacht. Die Panikattacken gingen zurück, ich konnte besser den Alltag bewältigen... Seit letzten Montag ist es jedoch irgendwie wieder ganz schlimm. Von null Appetit, wenig Antrieb, das Gefühl total abwesend zu sein, bis hin zu wüsten Gedanken war wieder alles drin. Na ja, wie gesagt, werde das Doxepin mal versuchen, vielleicht ist es ja das richtige Medi für mich.
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Re: Hat jemand Erfahrung mit Doxepin?

Beitragvon Lightning » So. 01.02.2015, 14:20

Und ich nehme keine AD, Doxepin wird häufig als leichtes Schlafmittel angewendet.
Alles eine Sache der Zeit. Also wann und wie sie genommen werden.
Abends vorm Schlafen wirkt es durchaus als Schlafmittel. Über den Tag verteilt wirkt es dann vielleicht als AD.


*lach* .. so kann man es natürlich auch sehen. Wenn man AD abends nimmt, verwandelt es sich zum Schlafmittel.. mhmm. Tatsache ist, dass so gut wie immer Psychopharmaka als Schlafmittel verschrieben werden. Aber ein AD ist ein AD, egal ob morgens oder abends. Die wirken meist auch länger, also selbst als AD nimmt man manche Medis, die eher sedierend sind, vor dem Schlafen gehen ein und hat dafür am nächsten Tag trotzdem die stimmungsaufhellende Wirkung. Vor allem, wenn das AD dauerhaft genommen wird ;) http://www.schlafgestoert.de/site-64.html

Na dann wünsche ich mal, dass es dir gut helfen wird @kaddsche .. bin recht zuversichtlich :)
Lightning
 

Re: Hat jemand Erfahrung mit Doxepin?

Beitragvon Kleiner Elefant » So. 01.02.2015, 14:28

Doxepin kann sowohl als leichtes Schlafmittel, als auch als Antidepressivum angewendet werden.
Als AD muss es regelmäßig genommen werden. Als Schlafmittel wird es ohne Einschleichen/Ausschleichen genommen. Es ist ein Unterschied, ob ich mir am Tage Antriebssteigerung wünsche oder in der Nacht Schlaf.
Ich nahm Doxepin nicht als AD. Ich nahm es als Schlafmittel. Und das ist ein Unterschied.
Kleiner Elefant
 

Re: Hat jemand Erfahrung mit Doxepin?

Beitragvon EwigeMutter » So. 01.02.2015, 14:51

Mannomann...ist das für die Fragestellerin wirklich wichtig,
ob jemand Probleme damit hat, dass sein Medikament ein AD ist/war?
Das spielt hier doch gar keine Rolle....
Für viele Menschen sind Antidepressiva ein Segen, zumindest zeitweise.
EwigeMutter
 

Re: Hat jemand Erfahrung mit Doxepin?

Beitragvon Lightning » So. 01.02.2015, 15:45

Naja die Fragestellung ist ob man Erfahrung mit Doxepin hat. Fanti hat Erfahrung damit, als Schlafmittel. Und ich wollte hier nur nochmal deutlich machen, dass Doxepin an sich ein AD ist und kein Schlafmittel, auch wenn es als Schlafmittel verwendet werden kann. Daher - ja, ich finde es für die Fragestellung wichtig, dass das Medikament wenigstens richtig eingeordnet wird. Und dass AD ein Segen sind, hat keiner angezweifelt. Ich zweifle auch nicht an, dass sie als Schlafmittel geeignet sind. Ich sage nur, dass Doxepin ein AD ist.. und das ist für die Wirkung im Gehirn durchaus wichtig, weil es ganz anders ansetzt wie z.B. Benzos :)

Und antriebssteigernd wirkt Doxepin im Normalfall nicht. Dafür gibt es dann andere AD auf die man zurückgreifen könnte, falls das Doxepin zu stark sediert. Wie gesagt "muss" Doxepin als Antidepressiva auch nicht regelmäßig genommen werden, ich hab es auf Bedarf.. und zwar als AD, nicht als Schlafmittel. Wobei ich gerade auch gelesen habe, dass die stimmungsaufhellende Wirkung zum Teil erst nach 2-3 Wochen auftritt. Das kann ich von meiner Erfahrung her nicht bestätigen. Mir hilft das nach 1-2 Stunden.

*edit* Achja.. und sobald man Doxepin dauerhaft und regelmäßig einnimmt, egal ob als Schlafmittel oder aufgrund der stimmungsaufhellenden Wirkung.. sollte es - wenn man es absetzt - ausgeschlichen werden, um Entzugserscheinungen weitgehend zu vermeiden. Je höher die Dosierung und je länger der Zeitraum der Einnahme.. desto langsamer sollte ausgeschlichen werden.. wobei das bei unter 20mg wohl eher nicht so wichtig ist ^^
Lightning
 

Re: Hat jemand Erfahrung mit Doxepin?

Beitragvon mafeczek12345 » Do. 16.06.2016, 22:12

Halle, am Anfang nahm ich vor dem Schlaf 50mg, nach 2 Jahren 100mg und jetzt, nach 4 Jahren schon 150mg. Ich woge 105 kg und ich vermute, die Dosis, ist mit eigenem Gewicht auch verbunden. Wo ende ich, keine Ahnung. Trost spendet mir das Erkenntnis, dass ich keine Nebenwirkungen verspüre.
mafeczek12345
 

Re: Hat jemand Erfahrung mit Doxepin?

Beitragvon Tim_wü » Di. 06.12.2016, 21:12

Hallo!
Erstmal nehme ich dir die Angst komplett gelähmt zu sein. Doxepin ist keine Schlaftablette. Doxepin bringt Ruhe in den Körper und soll Energie nach dem Aussehens bringen.
Ich hatte mit einer Dosis 50mg begonnen. Bin mittlerweile bei 300mg. Die hohe Dosis ist Depressionschon begründet. Selbst bei dieser hohen Dosis sind bei mir keine Ausfallerscheinungen aufgetreten. Im Gegenteil, ich war frühs sehr gut gelaunt und habe mich erstaunlich fit gefühlt. Gleich frühs sich fit zu fühlen ist gerade bei der Krankheit Depression sehr wichtig. Empfinde ich als Leidtragender jedenfalls so. Du solltest dem Medikament Doxepin eine Chance geben. Auch nicht verunsichert sein, dass es vielleicht demnächst in einer höheren Dosis dir empfohlen wird. Es ist kein Schlafmittel welches abhängig macht. Vielmehr findet man es auch in einer ähnlichen Form in Allergie Medikamenten wieder. Vertraue deinen Arzt oder suche dir einen des Vertrauens. Manchmal sind auch Hausärzte sehr fit in diesen Themen und gehen mit der Dosis oder Medikamentation etwas feinfühliger um.

Viel Erfolg und gute Besserung
Tim_wü
 

Re: Hat jemand Erfahrung mit Doxepin?

Beitragvon Oskar » Fr. 17.03.2017, 01:32

Doxepin bei mir:
25mg => nichts passiert
50mg => nichts passiert

=> Abgesetzt weil für nutzlos befunden
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Re: Hat jemand Erfahrung mit Doxepin?

Beitragvon Doppelstern » Sa. 14.10.2017, 20:55

Hi Leute, ( mein erstes richtiges Post...)

ich nehme seit 3 Jahren Doxepin. Die Dosis war Anfangs stationär 200 mg und nach 3 Monaten bis heute 150mg täglich. Ich bestehe auf Neurax.
Dazu nehme ich auch noch täglich 45 mg Metoprol fürs Herz, obwohl man das eigentlich nicht zusammen nehmen soll. In den ersten Wochen habe ich fast nur geschlafen und war zu nix fähig- Auto fahren durfte ich auch nicht.
Vorher hatte ich andere Sachen bekommen- das schlimmste war Tavor oder wie das Zeug heist. Ich wurde in der Geschlossenen Abteilung regelrecht zugedröhnt, so das ich mich nur lückenhaft an die Zeit erinnern kann. Die Absetzung war hart...
Mir wurde Doxepin verordnet, weil es nicht persönlichkeitsverändernd wirkt. Das war Voraussetzung für eine psychosomatische Tiefen-Terapie.
Es bringt ja nix wenn man z. B. alles gleichgültig hin nimmt und vieleicht nicht mehr in der Lage ist selbstkritisch zu denken...ihr wisst bestimmt was ich meine.

Doxepin wirkt nicht direkt auf den Serotonin Haushalt. Es setzt vielmehr schon an den Hormonen an, die den Serotonin Pegel bestimmen. Das ist in etwa vergleichbar mit den Tyroxin für die Schilddrüse Das ist auch so ein "Masterhormon". Doxepin wirkt auf alle Serotonin-Nerven-Rezeptoren, sowohl im Hirn wie auch im Bauch(hirn). Doxepin wirkt zweifach. Einmal direkt und nach Bearbeitung in der Leber gleich nochmal. Doxepin wird lange im Körper gehalten und macht nur bedingt abhängig ( Ich merke halt wie ich mich ohne verändere- also bin ich abhängig) Ein gesunder Mensch wird, denke ich, nicht abhängig. Wenn ich mal eine Dosis vergesse ist das nicht schlimm.

Der Beipackzettel beschreibt Nebenwirkungen- ich habe fast alle. Ich habe in 2 Wochen 20% Gewicht zugelegt. Ich habe mehr Durst, muss mich aber auf 2 Liter bremsen. Die Verdauung macht was sie will, vor allem das mit dem Klo. Es wird ein leichter Diabetis erzeugt. Das Interesse an Sex ist so gut wie weg. Ich sehe Nachts schlecht. Am Tag sehe ich dauerhaft leicht Lichter ( Sterne sehen ?) Ich vertrage keine Sonne - extreme UV empfindlichkeit.
Das Kälte/Wärme / Schmerz empfinden der Haut ist gestört. Die Leber ist stark belastet. Man sollte sie nicht zusätzlich stressen.

Jetzt zu den "Guten" Wirkungen. Ich kann nachts schlafen. Ich habe seltener Albträume. Die Haut ist etwas taub- ich habe weniger oft Schmerzen und Krämpfe.
Wenn es mich triggert, bin ich eher in der Lage dem wieder Herr zu werden. Doxepin lässt bei mir sich drehende immer wiederkehrende Gedanken langsam verblassen.
Doxepin lässt eine selbstkritische und lenkbare Stimmung zu. Das ist z.B wichtig bei Achtsamkeitsübung. Doxepin verhindert nur eingeschränkt depressive Gedanken.
Heist ich kann traurig sein und mich freuen- das war mir sehr wichtig.
Für mich ist die Dosierung schon die Minimumdosis. Ich lege aber trotzdem manchmal in stressfreien Zeiten einzelne Medi - freie Tage ein, damit sich vor allem die Verdauung etwas erholen kann. Ich muss dann gleich öfters aufs Klo... Ich trinke keinen Alkohol mehr. Man merkt, das Doxepin auch zum Alkoholentzug eingesetzt wird- man wird nicht mehr berauscht im Kopf von Alkohol.

Wie oben geschrieben nehme ich auch Metoprol. Das sorgt dafür, das mein Ruhepuls im Lot bleibt.
Ohne gehts sofort auf 105 ppm. Metoprol verlängert die Erholpause im Herzschlag und senkt die Frequenz. Das verbessert die Herzdurchblutung. Ich habe keinen Bluthochdruck.
Die Gefahr ist, das das Herz auch mal aufhöhren kann zu schlagen oder der Blutdruck plötzlich in den Keller fällt, da beide Medikamente ähnliche, sich Verstärkende Wirkung auf den Kreislauf und das Herz haben.

Ich muss alle 6 Wochen zum Check zum Arzt. Ich arbeite 2 Schichtig. Mein Arzt sagt: Doxepin ist für dich wie für einen Diabetiker Insulin oder für einen mit keiner Schildrüse das Tyroxin. Es ist zwar nicht gesund, aber du lebst länger als ohne...

Wenn es mir akut sehr schlecht geht, nehme ich zusätzlich als Bedarfsmedi bis zu 80 mg Pipamperon als Einzeldosis... bin aber sehr sparsam damit weil das dann belastend für den Kreislauf und fürs Hirn wird. Ich kann dann nur noch schlafen gehen...
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Re: Hat jemand Erfahrung mit Doxepin?

Beitragvon Jens28 » So. 26.11.2017, 02:30

Hallo Doppelstern ,

Ja , ich habe Erfahrungen mit Doxepin ! Ich war medikamentenabhängig von Benzodiazepinen , sehr lange.Das Doxepin habe ich beim Absetzen von Diazepam bekommen.
Bei mir wirkt Doxepin sehr gut , ich kann damit gut schlafen und werde ruhig.
Ich habe nach dem Absetzen der Benzos eine Psychotherapie angefangen.Ende 2015 starb meine Mutter - und jetzt wird es krass: nach deren Tod kommen Traumas von Früher in mir hoch , die verdrängt waren , schlimm und schwer auszuhalten - aber das Doxepin hat geholfen.Nur : manchmal werden die Gefühle von Wut und Angst sehr stark - um dann schlafen zu können oder zur Ruhe zu kommen , muss ich meine Doxepin-Dosis erhöhen , über 200 mg , z.t. noch höher.Die Traumen bzw. diese Erinnerungen kommen in fast regelmäßigen Abständen von einigen Wochen hoch , bisher waren es 12 traumatische Situationen , die ich nicht mehr wusste.Einmal drückte sie mich als Kind in eine gefüllte Badewanne mit dem Kopf unter - und ließ mich erst im letzten Moment hoch - und sagte:"Ich sage Dir , wenn Du nicht machst , was ich sage , bringe ich Dich um!" - das war schwer auszuhalten , ich musste das natürlich verdrängen als Kind !!! Selbst jetzt , nachdem sie tot ist und "nur" noch die Erinnerung hoch kommt , war das nicht einfach.
Jedenfalls brauche ich an manchen solchen Tagen mehr Doxepin , als im Beipackzettel steht , um schlafen zu können.Aber mein Arzt verschreibt nicht mehr.Dabei müsste , denke ich , für Ausnahmefälle eine zeitweise erhöhte Verschreibung möglich sein.Denn ich kann mir nicht vorstellen , dass ich alleine diese Problematik habe , bestimmt geht es anderen Traumapatienten ähnlich!!!
Jens28
 


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