Narzisstische/histrionische Persönlichkeitsstörung

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Bitte habt Verständnis, dass aufgrund der Übersichtlichkeit des Forums bestimmte psychische Erkrankungen mit sehr geringem Beitragsaufkommen keine eigene "Abteilung" bekommen, sondern hier zusammengefasst werden.

Re: Narzisstische/histrionische Persönlichkeitsstörung

Beitragvon Christine » Sa. 07.09.2013, 12:40

:troest:
Ist was passiert? Magst du erzählen?
Christine
 

Re: Narzisstische/histrionische Persönlichkeitsstörung

Beitragvon cats47 » Sa. 07.09.2013, 20:28

Ich habe am Dienstag mit meiner Therapeutin über meine Vermutung mit der
Narzisstischen PS gesprochen.
Außer das sie die Ursache für meine Probleme in meiner Kindheit vermutet
hat sie nicht viel dazu gesagt.
Hatte ich auch nicht wirklich erwartet.
Ich weiß nicht in wie weit ich meinen eigenen Einschätzungen, Wahrnehmungen,
Empfindungen noch trauen kann und wann ich wieder mal total daneben liege.
Kein Wunder das die Leute mich nicht mögen und mich für arrogant halten
wenn ich nicht endlich lerne auch mal zu geben, zuzuhören und auf andere
einzugehen.
Die Hoffnung das aus mir Eisklotz noch ein fühlendes Wesen wird ist im Moment
bei mir gleich null.
Nicht das ich nicht will aber der Gedanke an sich ist so abstrakt das ich keine
Vorstellung habe wie das gehen soll.
Dazu das schreckliche Alleinsein und die Angst vor der entgültigen Einsamkeit
wenn ich es nicht bald schaffe mich zu ändern.
Bin mit der Situation überfordert und denke oft warum gibst du nicht einfach auf
und greifst wieder zur Flasche dann ist das Leben einfacher zu ertragen.
Aber das geht natürlich nicht.
cats47
 

Re: Narzisstische/histrionische Persönlichkeitsstörung

Beitragvon EwigeMutter » Sa. 07.09.2013, 21:48

Es ist ja sehr lobenswert,dass Du Dich ändern willst.
Aber nur dadurch,dass Du die Gefühle anderer wichtig nimmst und ein mitfühlender Zeitgenosse wirst,
erlangst Du nicht unbedingt Freundschaft und Zuwendung.
Ich bin zum Beispiel ein Typ,der immer zuerst an Mann und Kinder gedacht hat,sie umsorgt und verwöhnt hat.Ich selbst stand immer ganz hinten und meine Bedürfnisse hat jahrelang niemand auch nur wahrgenommen.
Dadurch habe ich viel Schaden genommen,bin krank und depressiv geworden.
Ein gewisses Maß an Egoismus macht das Leben angenehmer.

Vielleicht ist es bei Dir das andere Extrem,- Du hast immer Fürsorge und Aufmerksamkeit entgegengenommen ohne an die Bedürfnisse derjenigen zu denken,die alles für Dich gemacht haben.
Beide Positionen sind aber nicht gut.
Man muss da ein Mittelmaß finden.
Durch die Liebe zu anderen Menschen kann man fürsorgliche und mitfühlende Denkweisen erlernen.
Du musst einen/mehrere Menschen kennenlernen,für die Du Liebe empfindest.Dann kannst Du auch etwas geben und nicht immer nur nehmen.Wer liebt,gibt bedingungslos.
Ich weiß nicht,ob man lieben lernen kann....ich dachte immer,es ist jedem von Natur aus gegeben.
EwigeMutter
 

Re: Narzisstische/histrionische Persönlichkeitsstörung

Beitragvon cats47 » So. 08.09.2013, 13:09

Ja, ich glaube auch das die Wahrheit wie immer irgendwo in der Mitte liegt.
Freundschaft und Zuwendung werde ich vielleicht irgendwann bekommen
wenn ich andere Menschen nicht mehr als Objekte zur Befriedigung meiner
Bedürfnisse ansehe.
Das Gefühle ursprünglich da sind und nicht erlernt werden müssen davon bin
ich überzeugt. Aber wie soll ein Kind das zwar überbehütet und materiell
verwöhnt wird aber keine Liebe,Anerkennung und Geborgenheit bekommt
anders reagieren als die Schuld dafür bei sich zu suchen.
Und mit der Zeit diese unerwünschte Gefühlswelt abzuspalten und zu
verdrängen.
Anpassung und Perfektionismusgedanken um Anerkennung zu bekommen.
Ich hab' kein Selbstwertgefühl , keine eigene Identität, kein Vertrauen in die
Welt und die Menschen.
Für Zuwendung würde ich fast alles tun.
Aber so wie ich jetzt bin werde ich die nicht bekommen.
Keiner möchte auf Dauer von mir ausgenutzt und manipuliert werden.
Minderwertigkeitsgefühle und Größenphantasien.
Was ist real und was existiert nur in meinem wirren Kopf ?
cats47
 

Re: Narzisstische/histrionische Persönlichkeitsstörung

Beitragvon EwigeMutter » So. 08.09.2013, 14:31

Von wem wünschst Du Dir denn diese Zuwendung?
Gibt es denn Menschen,die Dir etwas bedeuten? Wird es mal welche geben?

Du musst vermutlich erstmal auf Menschen zugehen lernen.
Vertrauen kann man erst haben,wenn man jemanden (gut) kennt und mit ihm Umgang hat.
Der erste Schritt ist wohl: Lerne Menschen kennen!
Blind vertrauen sollte man anfangs niemandem.Leider sind nicht alle Menschen gut.
Du brauchst jetzt viel Zeit,um Dich mit anderen Menschen vertraut zu machen.
Dazu musst Du Deine Hemmungen überwinden und unter Leute gehen.
Ich schlage Dir Vereine und Kurse vor.
Über gemeinsame Interessen lernt man sich schnell und unverbindlich kennen.
Ich würde Dir empfehlen,Dich nicht zu "verstellen" und nur Du selbst zu sein.
Auch wenn es dadurch vielleicht schwerer wird,auf Sympathie zu stoßen.
Geheuchelte Nettigkeit und "Schöntun" sind aber auf Dauer durchschaubar und bringen Dich im Endeffekt nicht dahin,wahre Freundschaften zu knüpfen.
Ich habe durch meine kreativen Hobbies sehr nette Leute kennengelernt,zwei Frauen davon näher.
Wir unternehmen etwas zusammen,gehen Kaffee trinken und werkeln zusammen.Das ist sehr schön!
EwigeMutter
 

Re: Narzisstische/histrionische Persönlichkeitsstörung

Beitragvon cats47 » So. 08.09.2013, 15:33

Meine Schwester und meine Nichte in Spanien sind die einzigen Menschen die ich noch habe.
Größer ist unsere Familie nicht.
Ich bin zu durchgeknallten, übersteigerten Schwärmereien in der Lage auf der Suche
nach einer Ersatzmamafigur aber, nein , außer meinen Katzen gibt es niemanden
der mir etwas bedeutet.
Wahrscheinlich muß ich mich erst mal selbst finden bevor ich lernen kann wie man
Kontakt zu anderen Menschen aufnimmt.
Ich kann mich nicht natürlich geben. Mich als eigene Person gibt es gar nicht.
Da ist nur eine leere Hülle die nach Zuwendung schreit und sich wie eine Ertrinkende
an jeden klammert der ein bißchen nett ist.
Das man entgangene Mutterliebe in der Kindheit nicht als Erwachsene mit einem
Ersatzobjekt nachholen kann ist mir, rein vom Verstand her, natürlich schon klar.
Mir ist mein Leben lang gesagt worden was ich zu tun und zu denken habe.
Eine eigene Meinung, wissen was man will und woran man glaubt ,eine Form von
Wertesystem ,nicht nur gefallen wollen sich bis zur Selbstaufgabe dafür anpassen
und um Anerkennung und Zuwendung betteln.
Daran muß ich erst mal arbeiten sonst schlage ich mit meinen maßlos überzogenen
Erwartungen und halt, hmm, leider auch mit meiner Kälte und meinem Egoismus
jeden in die Flucht. Der typische Klammeraffe eben.
Ich gehe einmal die Woche zum Sportverein und einmal zum Sprachkurs aber da bleibe
ich für mich weil die Menschen mir Angst machen.
Das wirkt dann leider auf andere ablehnend und arrogant.
Obwohl ich das gar nicht will.
cats47
 

Re: Narzisstische/histrionische Persönlichkeitsstörung

Beitragvon Angelika » Do. 30.01.2014, 15:24

Mir wurde vor ungefähr 25 Jahren auch mal histrionische Persönlichkeit diagnostiziert,womit ich nun auch erst mal weiter nichts anfangen konnte und eher entsetzt war.
Aber man kann ja daran arbeiten.
ZB Neigung zur Dramatisierung.
Wenn das so ist,dann halt nur noch kurz und knapp und ohne große Andichtungen berichten.
Oder Aufmerksamkeit bekommen wollen.
Nun ja,wenn man ständig übersehen wird und andere ständig zuerst oder nur dran sind,sollte man sich auch nicht unbedingt ständig in Bescheidenheit üben.
Halt abwägen,was wichtig ist.
Als dreifache Mutter und 2.Tochter hab ich gelernt,zurückzustecken.
Emotional instabil passt schon,
aber so andere Komorbitäten eher nicht.
Und wenn ich denn mal n ICH hätte.
Wie kann ich egoistisch sein,wenn ich nicht mal weiß,wer ich eigentlich wirklich bin?
Ich muß mich ja erst finden,und aus therapeutischer Sicht muß ich mich ja permanent in Achtsamkeit üben und darf mich nicht selbst kasteien und muß es mir ja gut gehen lassen.
Da wiederspricht sich aber Einiges ziemlich.
Als ich damals diese Diagnose las,war ich sehr entsetrzt,weil ich der Meinung war,man glaubt mir nicht und ich würde meine Lebensdramen einfach nur erfinden,weil ich nach Aufmerksamkeit schrei.
Ganz schön gemein.
Angelika
 

Re: Narzisstische/histrionische Persönlichkeitsstörung

Beitragvon GefallenerEngel » Mi. 05.02.2014, 08:29

Mir wurde schonmal unterstellt ich würde nach Aufmerksamkeit suchen, was überhaupt nicht der Fall gewesen ist. Es ist ein großer Unterschied zwischen sich aussprechen/auskotzen wollen (was auf mich oft zutrifft) und dem Drang nach Aufmerksamkeit.

Außerdem ist Aufmerksamkeit nicht gleich Aufmerksamkeit... Auch hier gibt es gravierende Unterschiede. Es gibt harmlose Formen davon, aber auch für die Mitmenschen sehr gefährliche Formen...
GefallenerEngel
 

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