wie soll ich es nennen?

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wie soll ich es nennen?

Beitragvon UnverstandeneSeele » Mo. 22.07.2013, 20:55

Hallo an alle,

neben meiner Angst habe ich auch noch ein anderes Problem.
Hier mal ein bisschen aus meiner Vergangenheit damit ihr ein Bild davon bekommt.

Als ich ein Kind war, so ungefähr 6 Jahre alt, habe ich mich immer gefragt warum ich auf der Welt bin und hatte das Gefühl das mir etwas fehlt.

Ich wäre dreimal fast gestorben.
1. Ich konnte noch nicht schwimmen, bin immer vom Beckenrand in einen Schwimmreifen gesprungen, das ging ein paarmal gut, bis ich dann daneben sprang und ich fast ertrunken wäre.
2. Ich musste immer mit dem Zug zur Schule. Als eines morgens ein Hund vor Freude über die Einfahrt des Zuges auf die Gleise sprang, war meine erste Reaktion mich nach dem Hund zu strecken ihn am Nacken zu packen und rauszuziehen. Dabei rutschte mir mein Schulranzen über den Kopf und hätte mich nicht jemand an der Hose nach oben gezogen hätte, dann wäre ich auf den Gleisen gelandet. (Das war ziemlich knapp)
3. Mit meinem Vater bin ich mit dem Motorrad in Urlaub gefahren (ich war 14) und er abends los wollte, weil dann ja die Autobahn so schön frei wäre, bin ich eingeschlafen und fast vom Motorrad gefallen, hätte mein Vater mich nicht noch rechtzeitig festgehalten.

Da der Körper meiner Mutter Mitte des 5 Monats feststellte, das ich nicht geboren werden sollte, öffnete sich der Muttermund und meine Mutter hätte mich fast verloren, wenn die Ärzte nicht eingegriffen hätten.

Heute denke ich mir, wieso haben die Ärzte mich gerettet? Mein Leben ist für mich jeden Tag ein Kampf und ich habe das Gefühl das ich nirgens richtig hinpasse. Zudem habe ich nie eine Bindung zwischen meiner Mutter und mir gespürt. Ich liebe sie zwar und kann sein das sie mich auch liebt, aber dieses gewisse Band fehlt irgendwie.

Ich habe sie auch schonmal gefragt ob ich nicht vielleicht noch ein Zwillingsgeschwisterchen hätte haben sollen, aber mein Zwilling gestorben ist als sich der Muttermund meiner Mutter öffnete und ich halt überlebt habe. Sie meinte nein, aber dieses Gefühl das mir irgendwas fehlt ist immer noch da.

Was ist nur los mit mir? Wieso ist es so schwer für mich zu Leben? Liegt es daran, das die Natur dies eigentlich nicht wollte? Mich selber umzubringen, das kann ich nicht, eher "wünsche" ich mir schon fast eine tödliche Krankheit zu bekommen und daran zu sterben. Das kann doch nicht normal sein :( Eine schlimme Krankheit wünscht sich doch niemand...

lg
UnverstandeneSeele
 

Re: wie soll ich es nennen?

Beitragvon Liv » Di. 23.07.2013, 16:50

Hallo UnverstandeneSeele,

ich kann relativ gut nachvollziehen wie es dir geht, was du empfindest und deine Gedankengänge.
So geht es mir auch häufig: die Frage wieso man lebt, gab und gibt es doch Ereignisse die eigentlich "dagegen" sprechen. Auch den Wunsch einer schlimmen Krankheit, die für einen des Rest erledigt kenne ich zu gut.

Leider kann ich dir keine Antort geben, wieso ich/wir so denken und es einen so schwer fälllt. Oder was man dagegen machen kann, das man so denkt bzw. fühlt. Ich versuche nicht "darauf zu hören" und so Abstand zu gewinnen - klappt aber nur selten...
Liv
 

Re: wie soll ich es nennen?

Beitragvon Luna » Do. 25.07.2013, 13:58

Hey!
Man kann das Ganze auch positiv sehen und sagen: Es ist ein Segen, dass du noch lebst! Und dass du die Chance hast, was aus deinem Leben zu machen.
Das ist schwer, aber das ist auch eine Sichtweise.

Drück dich mal, Luna
Luna
 

Re: wie soll ich es nennen?

Beitragvon UnverstandeneSeele » Fr. 26.07.2013, 18:59

Momentan fällt es mir aber wieder so schwer positiv zu denken und für mich war es noch nie ein Segen "überlebt" zu haben. Schon als Kind, mit 6 Jahren wollte ich nicht Leben.

Ich bin auch oft wie in Trance, schon meine Grundschullehrerin hat das gesagt und das wird mir auch heute noch oft gesagt. So als seie mit meinem Gehirn irgendwas nicht in Ordnung.

Danke für eure lieben Antworten
UnverstandeneSeele
 

Re: wie soll ich es nennen?

Beitragvon Luna » Fr. 26.07.2013, 20:18

UnverstandeneSeele hat geschrieben:Ich bin auch oft wie in Trance, schon meine Grundschullehrerin hat das gesagt und das wird mir auch heute noch oft gesagt. So als seie mit meinem Gehirn irgendwas nicht in Ordnung.


Das hat mal ein Lehrer im Gymnasium über mich gesagt. "Das Kind ist geistesabwesend." Wir retten uns in unsere eigene Welt, wenn die wirkliche zu grausam ist.
Auch heute bin ich oft noch in mir gefangen. Ich verstehe deinen Zustand nur zu gut.

Luna
Luna
 

Re: wie soll ich es nennen?

Beitragvon UnverstandeneSeele » Fr. 26.07.2013, 22:21

Luna hat geschrieben: Wir retten uns in unsere eigene Welt, wenn die wirkliche zu grausam ist.
Auch heute bin ich oft noch in mir gefangen.
Luna


Meine Chefin hat am Montag zu mir gesagt "Du läufst wie im Dornröschenschlaf durch die Firma"
Ich krieg das aber selber ja gar nich so mit wenn das dann so ist.
Auch habe ich ja schwierigkeiten morgens wach zu werden, sie tut so als würde ich das extra machen, dabei höre ich den Wecker GAR NICHT. Ich kann mir das ja selber nicht erklären.

Meine Mutter hat wenn sie mich zur Schule geweckt hat sogar gesagt "Du hast doch mit mir geredet, klar warst du wach". Ich habe sie dann gefragt "Hatte ich denn die Augen auf und habe dich angeguckt? Nein? Dann war ich auch nicht wach"

Sie hat das auch nie verstanden und ich würde gerne wissen was das ist. Mich macht das nämlich völig fertig, deswegen als unzuverlässig abgestempelt zu werden :(
UnverstandeneSeele
 

Re: wie soll ich es nennen?

Beitragvon Luna » Sa. 27.07.2013, 01:22

Dass man morgens kurz vorm richtigen Wachwerden antwortet und sich später nicht daran erinnert, hat damit aber wohl nichts zu tun. Dieses Phänomen kenne ich auch und ebenso von vielen anderen. Mach dir da mal keinen Kopf.

Was das andere angeht...denke, es ist einfach ein gewisses "Gefangensein" im eigenen kopf. Ich weiß nicht, wie man da rauskommt. Wenn es dich zu sehr beunruhigt, sprich mit einem Arzt/Psychiater/Psychotherapeuten.

Lieben Gruß
Luna
 

Re: wie soll ich es nennen?

Beitragvon UnverstandeneSeele » Mi. 31.07.2013, 23:07

Hatte am Dienstag einen Termin bei meinem Neurologen (hab da 3 Monate jetzt drauf warten müssen) Hab ihm alles geschildert wie ich mich fühle, er hat mir fürs erste Citalopram 10mg verschrieben. In 3 Monaten habe ich einen weiteren Termin bei ihm.
UnverstandeneSeele
 

Re: wie soll ich es nennen?

Beitragvon Atisha » Mi. 31.07.2013, 23:11

warum ein Neurologe und kein Psychiater? Ich hoffe das du die Medi gut verträgst.
Atisha
 

Re: wie soll ich es nennen?

Beitragvon UnverstandeneSeele » Sa. 03.08.2013, 21:14

Ich sag immer Neurologe ^^ Dabei ist er Facharzt für Neurologie und Facharzt für Psychiatrie u.Psychotherapie
UnverstandeneSeele
 

Re: wie soll ich es nennen?

Beitragvon iyuraeel » Sa. 03.08.2013, 22:32

Hallo Seele :)

Erstmal was das Aufwaachen angeht, da würde ich mir auch keine Sorgen machen, das kenne ich auch von einigen Leuten.
Was da vielleicht hilft sind neue Wekcer / lautere Wecker / nervendere Wecktöne ...

Was das
Liegt es daran, das die Natur dies eigentlich nicht wollte?

angeht denke ich, sind doch genug Beweise vorhanden, dass du auf jeden Fall Leben sollst.
Erstmal die Geburt ueberhaupt und dann noch drei gefährliche Situationen...da wäre es doch viel zu Schade, wenn du das Leben nach diesen Ereignissen nicht auskostest.

Das Gefühl nirgends richtig hinzupassen wird vielleicht auch noch lange bleiben. Vielleicht hast du einfach
noch nicht das gefunden was dir gefällt, womit du dich wohl fühlst, womit du glücklich sein kannst.
Aber das bedeutet nur, dass du noch viel mehr suchen, noch mehr Erfahrungen und damit auch schöne
Momente sammeln kannst :)

Eine schlimme Krankheit wünscht sich doch niemand...

Sowas habe ich schon häufiger gelesen, teilweise selbst gefühlt. Es scheint ein leichter Ausweg zu sein: Man braucht sich nicht mehr anstrengen, man kann sowieso nichts mehr machen, wozu noch... . Ich finde den Gedanken sehr nachvollziehbar, dennoch bin ich immer wieder glücklich, an einer solchen Krankheit nicht zu leiden und ich hoffe,
du wirst das auch irgendwann sein :)
iyuraeel
 


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