extreme tagträume / manische psychose / narzissmus

Dieses Unterforum bietet Platz für sonstige, spezielle psychische Störungen und Krankheiten, die in den anderen Foren thematisch nicht passen würden.
Bitte habt Verständnis, dass aufgrund der Übersichtlichkeit des Forums bestimmte psychische Erkrankungen mit sehr geringem Beitragsaufkommen keine eigene "Abteilung" bekommen, sondern hier zusammengefasst werden.

extreme tagträume / manische psychose / narzissmus

Beitragvon CR7 » Sa. 30.10.2010, 13:13

ich hab relativ extreme tagträume. es begann schon im kindesalter so mit 6 jahren würde ich sagen. ich hab mich in irgend ne schöne fantasie reingedacht, in der es nur um mich ging. dabei sprang ich in der gegen rum und hab die blätter unserer palme "geschüttelt". meine elten waren daraufhin beim kinderpsychologen, dieser hat jedoch nur festgestellt, dass ich eigentlich viel klüger bin als mein eltern annahmen und die tagträumerei nur eine kleine macke war, die weggeht wenn ich älter werde. jetzt bin ich 19 und es ist noch genauso wie damals. beinahe jede stunde schalt ich ab. während der arbeit auf der toilette, träum ich vor mich hin, hab dabei die augen geschlossen oder schiele in die ecke und bewege meine hände schnell hin und her. daheim passiert es eigentlich immer wenn ich musik höre. ich hüpfe durch die gegend, völlig abwesend und stell mir vor wie ich von einem talent scout entdeckt werde und mit 20 zum fußballer des jahres gewählt werde oder plötzlich super kräfte bekomme. auf jeden fall geht es darum, dass ich mittelpunkt stehe, der beste bin oder auch völlig glücklich bzw. supernett und megabeliebt. in rund 95 % der fälle hab ich extrem viel geld und seh aus wie ein topmodel. allerdings besteht immer ein bezug zur realität, dinge die man mit ehrgeiz und viel anstrengung erreichen kann. bis auf die superman-fantasie, obwohl ich die auch immer logisch aufbaue, z.b. durch einen kometeneinschlag. (ich weiß, erinnert n bißchen an den film "superman") eigentlich ist die traumwelt was sehr angenehmes. sie lenkt mich nur furchtbar schnell ab, ich trainiere in meinem fitnessraum, hör mein lieblingslied, spring auf und stelle mir etwas zu dem lied vor. ist es ein aggressiveres lied, stell ich mir vor wie jemand mein freundin antouched und ich hin deshalb verprügel. (bin 100% gegen gewalt)

ich geh davon aus, dass im normalfall solche fantasien bei leuten eintreten, die sehr viel pech im leben hatten. bei mir ist es eigentlich gar nicht so. ich bin relativ erfolgreich, seh recht gut aus, hab fast alles, bin seehr sportlich. aber in meinen tagträumen bin ich immer noch besser, obwohl ich in der realität ohnehin schon meistens der beste bin. (im fußball, in der schule). ich fühle mich auch fast immer unterfordert und gehe davon aus, dass ich im großen viel besser bin als die anderen.z.b. in der schule war ich jedes mal einer der besten, obwohl ich gar nichts dafür getan habe. aber ich sehne mich danach etwas ganz besonderes zu sein, denn eigentlich bin ich komplett unzufrieden mit mir. es ging so weit, dass ich einige monate eine krankheit erfunden habe, durch die ich mich komplett auf mein training konzentrieren konnte bzw. generell besser zu werden. anfangs hatte ich mir sogar überlegt, mich ernsthaft am kopf zu verletzten und eine amnesie vorzutäuschen.

hab ich vielleicht eine manische-psychose oder denk ich einfach viel zu viel. im moment hab ich wieder 300 mio. gedanken, welche ich am liebsten hier in den artikel reinprügeln würde. um mich noch weiter zu beschreiben, muss ich wohl auch sagen, dass ich das erste mal darüber spreche. meine umgebung, hält mich wohl größtenteils für nen netten, coolen kerl, der sehr selbstbewusst und ehrgeizig ist und definitv keine psychischen probleme hat. vielleicht sollt ich noch sagen, dass ich sehr kreativ bin und ständig neue ideen hab in bezug auf alles mögliche: freizeit aktivitäten, wege geld zu verdienen, neue trainingsmethoden oder dinge die einfach mein leben erleichtern.
CR7
 

Re: extreme tagträume / manische psychose / narzissmus

Beitragvon Mulle » Mo. 01.11.2010, 11:11

hm, was du für "störung" hast, das kann dir leider nur dein psychiater sagen, den du vielleicht nicht hast.
ansonsten kann ich dir nur raten, auf den boden der tatsachen zu gelangen.
nimm dich an, so wie du bist. du als einzelne person bist schon einzigartig, da musst du dir nicht noch die heldentaten ertäumen.
der drang im mittelpunkt zu stehen, immer herrausragend zu sein, muss nicht unbedingt in deiner kindheit als ursache gefunden werden.
vielleicht ist es auch einer deiner charakterzüge.
halte einfach mal den ball flach, begnüg dich mit dem, was du hast, was du bist. alles andere kannst du dir erarbeiten.
solltets du jedoch einen leidensdruck empfinden, so rate ich dir, einen psychiater zu konsultieren, der dich ggf. an einen psychotherapeuten überweisen kann.
Mulle
 

Re: extreme tagträume / manische psychose / narzissmus

Beitragvon Theodor » Fr. 10.02.2012, 22:02

Hallo CR7,

ich weiß nicht, ob Du dieses Thema noch verfolgst oder abonniert hast. Es ist sehr schade, dass Du nur eine Antwort auf Dein Anliegen bekommen hast.
Hallo erstmal, ich bin komplett neu hier und habe Deinen Beitrag übers googlen gefunden. Ich habe das selbe wie Du. Genau das selbe. Ich trainiere nicht besonders viel für einen Sport, allerdings wäre bei mir mein Studium vielleicht äquivalent. Ansonsten geht es mir genauso wie Dir und ich mache mir seit einiger Zeit Gedanken.
Ich habe das seit ich denken kann, schon immer. Mit viel Fantasie, immer im Mittelpunkt, coole Situationen, passend zur Musik und man bricht schonmal Film gucken oder dergleichen Dinge ab, um gerade diesen Gedanken denken zu können. Diese Geschichte. Ist wirklich so verdammt schwer zu beschreiben. Ich habe im Internet gesehen, dass es wohl viele Menschen mit diesem Phänomen gibt. Anscheinend ist es (noch) nicht psychisch untersucht worden. Darum wollte ich mich eigentlich in nächster Zeit mal bemühen. Vielleicht gibt es ja etwas. Und wenn nicht, mit Sicherheit einen Psychater, den das statistisch interessiert. Mich tut es das nämlich.

Soweit ich das gelesen habe (habe leider keine Forumsseite oder Googleergebnis gespeichert nach meiner letzten Quersuche), gibt es einige Leute, die unter so etwas leiden. Die sich zurück ziehen und/oder nicht nur Geschichten denken, sondern diese auch schaustellerisch nachspielen und das nur schwer unterdrücken können/könnten. Ich verstehe das sogar. Ich "träume" zwar nicht in dieser Intensität, dass ich etwas nachspielen müsste, aber es ist wie eine Sucht ohne schlimme Folgen. Und es ist ständig. Beim Skifahren im Lift, wenn man alleine ist sowieso, wenn man an etwas (alleine) arbeitet (handwerklich z.B.), beim Musikhören (Musik hören ist nur dazu da), beim Autofahren, sogar während des Fernsehschauens, wenn ich durch eine Szene inspiriert wurde und das jetzt selber in eine meiner Geschichten einbauen muss.

Wenn mir meine Träume zu ausgelutscht vorkommen, suche ich mir etwas neues aus. Ein neues Setting, neue Träume, mit neuen Gefühlen/Emotionen. Mal fühle ich mich lässig, meist überlegen, mal ist Action drin, mal sehr ruhig und man wird bestaunt für das tolle, was man gemacht hat. Es hängt glaube ich sehr vom Charakter und den Vorlieben ab. Du sagst, Du stellst Dir vor, wie Du Deine Freundin beschützt. Bei mir ist es meist Science-Fiction und ich rette den halben Planten/Galaxie/Raumschiff, was auch immer.
Am Besten können sich außenstehende das auch so vorstellen meiner Meinung nach: Als Science-Fiction-Film. Ich bin Hulk, Jack O'Neill, Frodo Beutilin, Batman. Nicht "wirklich" natürlich, aber derartige Hauptrollen habe ich. Ich kann schwer darüber sprechen und es noch schwerer erklären, da es sich so anhört, als sei ich komisch, dumm, verrückt und höchst arrogant. Ich bin umgänglich, sozial überall integriert, sehr diplomatisch, habe eine wundervolle Freundin, sehe normal gut aus, habe keine großen Schwächen oder Süchte und bin/war in der Uni/Schule immer im vorderen Feld unterwegs.

Ich weiß nicht, ob es Menschen mit ausgeprägter Fantasie trifft oder schlicht Menschen, die sich gut mit sich selbst beschäftigen können, also gerne auch öfter mal alleine sind. Oder einfach Menschen mit relativ hohem IQ (bei mir der Fall), erfolgreiche oder unterforderte Menschen. Vielleicht ist es einfach so, vielleicht genetisch oder neuronal bedingt.
Ich würde das gerne wissen, damit ich mich selbst einschätzen kann. Ich schreibe Dir das, weil Du jetzt der zigste bist, dessen Beitrag ich gefunden habe, dem es ähnlich oder fast genauso geht (nach Beschreibung) und der auch keine Ahnung hat, ob er ein Freak ist oder nicht.

Wenn Du das Thema noch liest, antworte einfach hier rein. Ich werde mich wieder melden, bin wohl eine Tage wegen Umzug aber nicht ganz regelmäßig online.

Grüße


edit: wieder gefunden:
http://www.psychotherapiepraxis.at/pt-f ... =10&t=1294
Theodor
 

Re: extreme tagträume / manische psychose / narzissmus

Beitragvon hugo » Do. 30.05.2013, 20:21

Theodor hat geschrieben:Hallo CR7,

ich weiß nicht, ob Du dieses Thema noch verfolgst oder abonniert hast. Es ist sehr schade, dass Du nur eine Antwort auf Dein Anliegen bekommen hast.
Hallo erstmal, ich bin komplett neu hier und habe Deinen Beitrag übers googlen gefunden. Ich habe das selbe wie Du. Genau das selbe. Ich trainiere nicht besonders viel für einen Sport, allerdings wäre bei mir mein Studium vielleicht äquivalent. Ansonsten geht es mir genauso wie Dir und ich mache mir seit einiger Zeit Gedanken.
Ich habe das seit ich denken kann, schon immer. Mit viel Fantasie, immer im Mittelpunkt, coole Situationen, passend zur Musik und man bricht schonmal Film gucken oder dergleichen Dinge ab, um gerade diesen Gedanken denken zu können. Diese Geschichte. Ist wirklich so verdammt schwer zu beschreiben. Ich habe im Internet gesehen, dass es wohl viele Menschen mit diesem Phänomen gibt. Anscheinend ist es (noch) nicht psychisch untersucht worden. Darum wollte ich mich eigentlich in nächster Zeit mal bemühen. Vielleicht gibt es ja etwas. Und wenn nicht, mit Sicherheit einen Psychater, den das statistisch interessiert. Mich tut es das nämlich.

Soweit ich das gelesen habe (habe leider keine Forumsseite oder Googleergebnis gespeichert nach meiner letzten Quersuche), gibt es einige Leute, die unter so etwas leiden. Die sich zurück ziehen und/oder nicht nur Geschichten denken, sondern diese auch schaustellerisch nachspielen und das nur schwer unterdrücken können/könnten. Ich verstehe das sogar. Ich "träume" zwar nicht in dieser Intensität, dass ich etwas nachspielen müsste, aber es ist wie eine Sucht ohne schlimme Folgen. Und es ist ständig. Beim Skifahren im Lift, wenn man alleine ist sowieso, wenn man an etwas (alleine) arbeitet (handwerklich z.B.), beim Musikhören (Musik hören ist nur dazu da), beim Autofahren, sogar während des Fernsehschauens, wenn ich durch eine Szene inspiriert wurde und das jetzt selber in eine meiner Geschichten einbauen muss.

Wenn mir meine Träume zu ausgelutscht vorkommen, suche ich mir etwas neues aus. Ein neues Setting, neue Träume, mit neuen Gefühlen/Emotionen. Mal fühle ich mich lässig, meist überlegen, mal ist Action drin, mal sehr ruhig und man wird bestaunt für das tolle, was man gemacht hat. Es hängt glaube ich sehr vom Charakter und den Vorlieben ab. Du sagst, Du stellst Dir vor, wie Du Deine Freundin beschützt. Bei mir ist es meist Science-Fiction und ich rette den halben Planten/Galaxie/Raumschiff, was auch immer.
Am Besten können sich außenstehende das auch so vorstellen meiner Meinung nach: Als Science-Fiction-Film. Ich bin Hulk, Jack O'Neill, Frodo Beutilin, Batman. Nicht "wirklich" natürlich, aber derartige Hauptrollen habe ich. Ich kann schwer darüber sprechen und es noch schwerer erklären, da es sich so anhört, als sei ich komisch, dumm, verrückt und höchst arrogant. Ich bin umgänglich, sozial überall integriert, sehr diplomatisch, habe eine wundervolle Freundin, sehe normal gut aus, habe keine großen Schwächen oder Süchte und bin/war in der Uni/Schule immer im vorderen Feld unterwegs.

Ich weiß nicht, ob es Menschen mit ausgeprägter Fantasie trifft oder schlicht Menschen, die sich gut mit sich selbst beschäftigen können, also gerne auch öfter mal alleine sind. Oder einfach Menschen mit relativ hohem IQ (bei mir der Fall), erfolgreiche oder unterforderte Menschen. Vielleicht ist es einfach so, vielleicht genetisch oder neuronal bedingt.
Ich würde das gerne wissen, damit ich mich selbst einschätzen kann. Ich schreibe Dir das, weil Du jetzt der zigste bist, dessen Beitrag ich gefunden habe, dem es ähnlich oder fast genauso geht (nach Beschreibung) und der auch keine Ahnung hat, ob er ein Freak ist oder nicht.

Wenn Du das Thema noch liest, antworte einfach hier rein. Ich werde mich wieder melden, bin wohl eine Tage wegen Umzug aber nicht ganz regelmäßig online.

Grüße


edit: wieder gefunden:
http://www.psychotherapiepraxis.at/pt-f ... =10&t=1294


Hallo Theodor,

verfolgst du dieses Forum noch? Ich bin durch Zufall auf deinen post gestoßen. Bisher habe ich nicht viele im Netz gefunden die mit dem selben Problem zu kämpfen haben.

Schöne Grüße
hugo
hugo
 

Re: extreme tagträume / manische psychose / narzissmus

Beitragvon GLaDOS » Do. 30.05.2013, 20:31

hugo hat geschrieben:Hallo Theodor,

verfolgst du dieses Forum noch?
Theodor hat leider kein aktives Konto mehr hier, aber vielleicht magst du etwas ueber dich hier schreiben?!
GLaDOS
 

Re: extreme tagträume / manische psychose / narzissmus

Beitragvon hugo » So. 02.06.2013, 21:30

Ehrlich gesagt ist das schwer für mich. Ich hab diese Seite nur durch Zufall gefunden. Nachdem ich lange danach gesucht habe. Personen die das nicht kennen, können das nur schwer verstehen. Ich hätte mich sehr gerne mit ihm darüber unterhalten.
hugo
 

Re: extreme tagträume / manische psychose / narzissmus

Beitragvon kapunkt » Di. 16.07.2013, 12:24

Hallo,

ich unterhalt mich mit dir. Ich hab das auch, so'n Doppel(Dreifach, vierfach...)-Leben, in dem ich mich heimischer und echter und lebendiger fühle als in der echten Welt. Bringt mich zur Verzweiflung manchmal (oft), weil ich davon nicht loskomme und es mich vom Leben abhält. Ich bin aber auch offiziell depressiv und angstgestört, von daher wurde das von Ärzten immer als Begleiterscheinung/Bewältigungsmechanismus abgetan. Ich bin ja auch froh, dass ich mir Tagträumen und nicht irgendne Droge ausgesucht hab (denn es ist ja auch ne clevere Sache), aber ich würde dem gern mehr Aufmerksamkeit schenken. Werd das mal gleich mit meiner neuen Therapeutin ansprechen. So viel von mir - ich weiß nicht, ob ich hier in dem Forum viel von mir preisgeben will - und du so?

Gruß,
K.
kapunkt
 

Re: extreme tagträume / manische psychose / narzissmus

Beitragvon Petruschka » Mo. 03.02.2014, 11:50

hallo,
ich hab das auch, seit ich klein bin! Stelle mir stundenlang Situationen vor, in denen ich im Mittelpunkt stehe, cool und selbstbewusst bin, schöner als im RL, tolle sachen mache, jemanden rette, usw. Manchmal bin ich dabei reich oder so, meine familie lebt woanders etc. Aber es hat immer noch bezug zu mir. Ist schwer zu beschreiben.
ich weiss nicht wie alt ihr seid, bei mir wurde das weniger mit dem älterwerden. ich habe mir auch bewusst gemacht, dass ich das wahre Leben dabei verpasse und unterdrücke es oft.

Grüße P.
Petruschka
 

Re: extreme tagträume / manische psychose / narzissmus

Beitragvon Angelika » Di. 04.02.2014, 17:33

Ist in dieser Richtung denn mal was von einem Facharzt diagnostiziert worden?
Ich finde Tagträume nicht schlimm,sondern sogar normal.
es ist ein guter Skill,wenn man seine Vorstellungskräfte nutzen kann,und sich selbst zum Helden macht.
Das baut das Selbstwertgefühl auf und ist allemal besser,als wenn man sich ständig selbst abwertet.

Nun ja,und wenn man "hellsehen" oder "hellhören"kann oder besonders feinfühlig ist,dann ist das auch nicht krank,sondern eine sehr gute Gabe.Man ist anderen Menschen ein gutes Stück voraus,denn die Tendenz wird zu Feinstofflichkeit und Transzendalität führen,
das ist nicht unbedingt gleich krank.

ich habe mal einen Patienten in einer Klinik kennengelernt,der wegen einer Psychose da war.
Ich war damals noch sehr jung und fragte ihn,was das bedeutet?
Er sagte,er könne Engel sehen und die reden auch mit ihm.
Wow
Ich war begeistert,wo ich mich doch sehr anstrengen muß,wenn ich sie wahrnehmen möchte.
Oft hab ich mit den Wesen aus dem göttlichen Jenseits sogar schon gemeckert,wenn ich mal wieder was verkackt hab...Die hätten ja mal deutlicher mit mir umgehen können.Hinterher kann ich auch ne große Fresse haben...was soll n der Scheiss?
Ich hörte ihm fast die ganze nacht zu und er war so glücklich,daß ihn endlich mal jemand ernst nahm,
er packte relativ schnell seine Sachen,lehnte seine Medikamente ab und führte anschließend ein zufriedenes Leben mit seinen Engeln.
So einfach kann es sein.
Angelika
 

Re: extreme tagträume / manische psychose / narzissmus

Beitragvon Christin » Mi. 26.11.2014, 22:29

Hey,

tut mir Leid, dass ich das Thema noch einmal ausbuddel. Ich bin auch über Google hier drauf gestoßen und würde mich gerne mit jemandem austauschen, der das gleiche Problem hat. Es ist schon einmal ein gutes Gefühl Leute zu finden, denen es so geht wie mir - ich finde mich sehr in den Beschreibungen wieder.

Habe es auch seitdem ich 6 bin, oder schon früher. Es ist auch nicht so, dass ich die Fantasien gezielt einsetze, um aus einem Tief rauszukommen. Viel mehr werden sie noch einmal angeregt, wenn ich Komplimente oder dergleichen bekomme. Ich brauche Bewegung und Musik dazu. Manchmal rufe ich sie "willentlich" hervor, in dem ich zum Beispiel, wenn ich alleine bin, auf und ab hüpfe. Aber die Fantasien kommen auch so, ohne dass ich es will. Mir war das bisher nie so stark bewusst, aber ich merke immer mehr, wie das richtige Leben durch diese Parallelwelt überschattet wird.

Ich kenne schon die Kommentare, dass sich das ja eigentlich nicht so schlimm anhört und es sei doch schön eine ausgeprägte Fantasie zu haben. Aber ich erlebe diese Traumwelt eindeutig als Sucht, die mich unglücklich macht. Während ich in den Fantasien nachgehe, bin ich vielleicht in einer Art Hochphase, aber danach folgt ein latentes Unglücksgefühl, was ich sehr schlecht beschreiben kann.

Ich habe einmal einem Psychater mein Problem geschildert. Er war der Meinung, ich hätte ADS ohne Hyperaktivtität. Neben meinen Fantasien bin ich nämlich eindeutig sehr unkonzentriert und sich in eine andere Welt zu träumen sei ein Aspekt, der bei ADS auftreten könne. Würde vllt. auch diesen Bewegungsimpuls erklären. Konnte dem ganzen allerdings nicht weiter nachgehen, da ich kurz nach der Diagnose vorübergehend den Wohnort gewechselt habe. Ich bin allerdings auch nicht vollends überzeugt. Es ist zwar wirklich offensichtlich, dass ich eine Konzentrationsschwäche habe: In der Schule habe ich im Unterricht wirklich absolut gar nichts mitbekommen. Und das absolut gar nichts meine ich so wie es da steht. War jedoch in der Lage den Stoff zu Hause nachzuholen und studiere jetzt sogar, aber mit dem gleichen Problem, dass ich in den Vorlesungen und Seminaren geistig abwesend bin. Aber immerhin studiere ich und bekomme das halbwegs auf die Reihe. Ich dachte, ADSler sind diejenigen, die kaum durch die Schulzeit kommen.

Auf jeden Fall suche ich gerade nach einem geeigneten Psychater, der mich da vllt. beraten könnte. Es ist aber wirklich nicht leicht jemand geeignetes zu finden. Ich hab den Eindruck das Problem ist komplett unbekannt. Habe noch keine Literatur oder dergleichen dazu gefunden, die wirklich exakt die Symptome beschreibt. Befürchte deswegen auch, dass evtl. Psychater/Psychologen nichts damit anzufangen wissen. Der, mit dem ich damals gesprochen hatte, machte auch nicht den Eindruck, als wäre ihm das Phänomen schon einmal im Studium begegnet.

Ich hoffe SEHR, dass ich hier noch ein paar Leute finde, mit denen ich mich persönlich austauschen kann. Wenn jemand den Post sieht und vllt. schon einmal etwas Ähnliches gelesen hat, dann spuckt es aus! Und wenn es jemand anderem auch so geht, dann bitte schreiben. Freunde und Familie, mit denen ich darüber gesprochen habe, wussten bisher wirklich nichts damit anzufangen.
Christin
 

Re: extreme tagträume / manische psychose / narzissmus

Beitragvon Laura » Do. 21.05.2015, 23:20

Ich bin echt baff, dass ich Leute gefunden habe, die genau das gleiche erleben wie ich.
Auch ich habe diese "extremen Tagträume", die jedoch oft in sehr belastende Situationen abgleiten, jedoch immer gut ausgehen.
Sie wirken auf mich so emotional, dass ich dabei durch mein Zimmer laufe oder renne (meist auch mit Musik an).

Ich bin mir nicht sicher, ob ich genau das als kleines Kind schon hatte, aber ich glaube schon.
Ich war immer sehr interessiert an Rollenspielen (Harry Potter mit meiner Freundin etc.) und dabei machte es mir große Freude die Charaktäre bis ins kleinste Detail zu planen (Vorgeschichte etc.).
Genauso ist das heute in den Tagträumen auch noch.

Ich war wohl früher in meiner Grundschulzeit oft so abwesend, dass die Lehrerin mich manchmal mehrmals ansprechen musste.
Dann erschrak ich so heftig, dass ich immer weinte.
Sie vermutete dann ADS (ohne Hyperaktivität), was sich jedoch nicht bestätigte.
Laura
 

Re: extreme tagträume / manische psychose / narzissmus

Beitragvon Grübel » Mo. 13.07.2015, 14:59

Hallo an alle Tagträumer,

ich (weiblich, 33) bin eine sehr aktive Tagträumerin. Schön, dass ich hier Gleichgesinnte treffe. Leider kann ich die Hoffnung, dass sich das von selbst verwächst, nicht bestätigen (siehe mein Alter). Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich Tagträume benutze, um zu kompensieren. D.h. wenn es mir nicht gut geht, hole ich mir die gewünschten Gefühle (Erfolg, Glück, Gebrauchtwerden usw.) aus meinen Träumen. Ich hab als Kind Gewalt erlebt, aber ich habe auch eine Nichte, mit glücklicher Kindheit, die mir sehr ähnlich ist. Sie ist auch eine Tagträumerin.
Ich glaube mittlerweile, dass am Tagträumen nichts Verkehrtes ist. Manche Menschen haben diese Fähigkeit und tun es einfach, weil es ihnen gefällt. Ich verstehe allerdings sehr gut, dass man nicht immer von seinen Träumen vom wahren Leben abgelenkt werden möchte. Aus der Traumwelt zurück in die Realität ist immer ein Losreissen aber wer hatte jemals ein so schönen Kuss geträumt, dass er einen echten dagegen eintauschen würde?
Hier sind also meine Methoden, mit dem Tagträumen besser fertig zu werden:
1. Aufschreiben. Es wurde hier von Sets gesprochen, die verbraucht werden. Ein Set ist viel schneller verbraucht, wenn ihr euch eine Geschichte dazu ausdenkt und sie aufschreibt. Das ist zwar mühevoller als nur zu träumen, aber man fühlt sich danach viel befreiter. Kleiner Tipp: Wenn es euch peinlich ist, hilft es enorm nur die Anfangsbuchstaben der Wörter zu notieren. Nehmt euch dazu ein weisses Papier ohne Linien und einen schwarzen und roten Stift. Schreibt die Anfangsbuchstaben sorgfältig auf und nehmt für wichtige Wörte einfach rot. Sieht auch sehr hübsch aus.
2. Gedicht. Noch anstrengender als aufschreiben. Aber danach hat man etwas schönes erschaffen und kann sehr stolz darauf sein.

Ich nenne meine Tagträumerei "Tricks machen" und glaube dass es ein Talent aber auch ein Fluch ist. Das richtige Maß zu finden aus Träumerei und dem wahren Leben ist eine Herausforderung, der ihr euch stellen solltet. Betrachtet es als Süßigkeit, man sollte davon naschen, sich davon zu ernähren ist ungesund!
Ich hoffe, dass hilft euch weiter. Was sind eure Strategien um klar zu bleiben?
LG Grübel
Grübel
 

Re: extreme tagträume / manische psychose / narzissmus

Beitragvon Oskar » Mo. 30.11.2015, 23:15

Das mit den extremen Tagträumen habe ich auch, oft stelle ich mir vor ich wäre in irgendeiner Situation die ich gerade im TV sehe beteiligt. Oder bei Dingen die ich im Internet lese oder sehe. Manchmal steigere ich mich auch auf die selbe Weise in Dinge hinein. Ich habe eine auch weil ich auch andere Merkmale von ADHS aufweise auch eine ADHS Diagnose bekommen.
Ich weiß nicht ob es schon immer so war aber ich kann mich nicht daran erinnern das es mal anders war bei mir.
Auch ich laufe dann oft auf und ab durchs Zimmer, werde ganz Teil der Sache die ich gerade erlebe wie ein Kind das vollkommen in seinem Spiel abtaucht.
Die Gefühle die ich dabei verspüre sind immer unterschiedlich, oft sind es positive Dinge weswegen ich diese extremen Tagträume nicht als Leiden erlebe.
Ich rutsche allerdings fast immer automatisch in diese Tagträume hinein, fast alles genügt als Auslöser für den nächsten Tagtraum. In meinen Tagträumen werden dann Alpträume und Träume wahr.
Aber immer sind es Ereignisse die mich berühren, die mich emotional anregen.
Ein zusammenfassende Merkmal ist aber das die Tagträume immer einen extremen Inhalt haben.
Auf der anderen Seite habe ich Probleme mit der Realität :mrgreen: man könnte sagen es fehlt mir an einschneidenden Erlebnissen im realen Leben und ich kann nicht locker sein wenn es um den Umgang mit wirklichen sozialen Situationen geht.
Vielleicht habe ich dieses extreme Tagträumen auch erlernt als Reaktion auf meine Situation als Außenseiter
Jetzt wo ich das lese frage ich mich ob nicht auch das der Grund sein kann warum ich depressiv bin.
Entsprechend stellt sich die Frage ob es möglich ist auch abseits davon trotz dieser Tagträume ein erfülltes Leben zu haben und ob sich die anderen Probleme ohne das "Problem" von Tagträumen abzuschaffen beheben lassen.
Bisher habe ich das Träumen immer zugelassen weil es wie eine Art Erholung war, allerdings habe ich die Träume auch selbstdarstellerisch in mein Verhalten mit eingebaut.
Das hat dann natürlich soziale Konsequenzen und ist eher unschön.
In den letzten Monaten, in denen ich begonnen habe selbst reflektiert über mich nachzudenken habe ich angefangen diese Träume zu unterdrücken. Vielleicht ist es keine gute Idee, außerdem kostetet es extrem viel Mühe und Aufmerksamkeit.
Eine wirkliche eigene Strategie zu Bündelung und Verarbeitung habe ich noch nicht gefunden (weil ich och nicht gesucht habe) aber was mir immer (und vielleicht deswegen) Spaß gemacht hat ist Minecraft spielen, eine Atmosphäre oder Situation lässt sich dort plastisch abbilden.
Eine Frage habe ich am Ende noch: ist es eher positiv zu träumen oder macht es das Krankheitsbild eher schlimmer?
Und was viel wichtiger ist; wie schafft ihr es parallel zu eurem Träumen ein erfülltes reales Leben zu führen
Oje ich bin hier einfach in allen Abteilungen unterwegs... :mrgreen:
Das Forum dient mehr zu Diagnose was mir eigentlich fehlt als jeder Arztbesuch.

Dennoch werde ich demnächst mal länger weg sein, nur als Vorwarnung für alle die sich dann wundern wenn sie keine Antwort bekommen oder sich fragen wo ich hin bin
Oskar
Vielschreiber
 
Beiträge: 246
Registriert: Sa. 07.11.2015, 14:29
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Re: extreme tagträume / manische psychose / narzissmus

Beitragvon Angehöriger » Do. 14.07.2016, 11:53

...nur mal so als kleiner Tipp:

Das hört sich ganz klar nach Narzissmus an!
Angehöriger
 

Re: extreme tagträume / manische psychose / narzissmus

Beitragvon Känguroo » Mi. 19.10.2016, 23:36

Klar, diese Tagträume klingen etwas Narzisstisch. Aber ein echter Narzisst, mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung würde sich niemals selber hinterfragen, ob etwas mit ihm nicht stimmt. Ein Narzisst glaubt von Grund an unfehlbar und perfekt zu sein. Ein gesunder Narzissmus brauchen wir Menschen zum Überleben-oder wer lässt sich schon gerne immer unterdrücken? Wer wehrt sich nie wenn er ungerecht behandelt wird?
Auch ich habe immer wieder Tagträume, in denen ich mich in eine Parrallelwelt flüchte, die es nicht gibt. Wenn ich Musik höre und herumspringe kann ich mir die kühnsten Dinge vorstellen. Dort bin ich furchtlos, kühn und akzeptiere meine rundliche Figur, dort kann ich zu mir stehen. In meinen Tagträumen fahre ich alleine mit dem Allradantrieb- Auto durch Australien. Na ja. Ob Tagträume gut oder schlecht sind? Es kommt darauf an, was man aus diesen Träumen macht. Was sie auf jedenfall verraten: Dir fehlt etwas , was du dir herbeisehnst und nich hast - sonst würdest du dir das nicht erträumen. Du bist vielleicht unzufrieden mit deinem Leben oder andere sind es und du möchtest darum mehr haben und erträumst dir das was du nicht hast. Das klingt alles negativ, ist es aber nicht. Tagträumer wissen was sie wollen, davon träumen sie. Nur: Warum die Träume nicht leben? Aber nur zu träumen verbraucht definitiv Zeit, die wir nicht haben. Wenn du zum Beispiel davon träumst blonde Haare zu haben, dann färbe sie. Wann du träumst mit einem Jeep quer durch die Australien zu rösten, dann tue es. So als Selbstexperiment. So lernt man nicht nur einen neuen Lebensstil kennen - man lernt auch sich selbst kennen und hört damit auf nur zu träumen- kurz, man beginnt zu leben. Tagträumereien sind ausserdem Trancezustände. Interessant ist, dass sie vorallem beim Tänzen zu taktrhytmischer Musik auftreten. Um Trancezustände zu erreichen wurde auch die Trancemusik erfunden. Bei mir traten diese Träumereien bei besonders Taktrhytmischer Musik auf. Ich habe dann begonnen klassische Musik zu hören. Später habe ich das Musikhören auf ein Minimum reduziert. Interessant: Von da an hatte ich wieder Zeit zum Leben und lernte ein neues Phänomen kennen: Die Ruhe! Fazit: es ist ok, manchmal Tagträume zu haben. Aber wenn sie zur Sucht werden ist handeln angesagt. Denn jede Sucht, egal welche, haltet dich vom realen Leben ab und isoliert irgendwann von der Aussenwelt. Zum Psychologen zu gehen muss nicht unbedingt sein. Jeder kennt sich selbst besser als ein Psych. Ein Psychiater löst auch unsere Probleme nicht. Die müssen wir selbst lösen. Hilf dir selbst so hilft dir Gott- etwas das ich in meinem eigenen Leben nur bestätigen kann. Zudem macht uns auch nicht alles glücklich was wir wollen, wie bei mir die Haarfärberei. Seid wie ihr sind- Natürlichkeit kommt am besten an. Jeder Mensch gibt's nur einmal- warum also andere kopieren?

Alles Gute von Kaktus
Känguroo
 


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