plötzliches Stottern durch extreme Unsicherheit und Mobbing?

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plötzliches Stottern durch extreme Unsicherheit und Mobbing?

Beitragvon MessiasDerStille » Sa. 11.06.2016, 23:37

Ich hab mich die letzten Tage mit dem Thema viel auseinander gesetzt. Zwar habe ich das Problem momentan nicht mehr, aber trotzdem interessiert es mich, was das damals war.

Das Problem war Folgendes: Ich hatte nie Freunde, kaum soziale Kontakte usw., wurde schon im Kindergarten von anderen Kindern eher negativ als positiv beachtet und war meistens alleine. So war es dann auch in der Grundschule, Mittelstufe und Oberstufe. In der Oberstufe, so dachte ich, wären alle etwas reifer und vernünftiger, allerdings wurde es da nur schlimmer. Da waren es nicht mehr nur mehr oder weniger hintenrum ablaufende Lästereien, sondern offensichtliche Beleidigungen und ein wirklich respektloses Verhalten mir gegenüber. Ich habe mich damals so weit zurückgezogen, dass ich mich nach etwa zwei bis drei Wochen (und das habe ich die kompletten drei Jahre der Oberstufe durchgezogen) nicht mehr freiwillig gemeldet habe. Dennoch gab es Leute (diejenigen, die mich genauso beleidigt haben), die mich dann absichtlich immer wieder dran genommen haben.

Gut, kommen wir zu meinem Problem: Ich meine, ich bin nicht dumm, ich wurde immer von meinen Lehrern für meine Rechtschreibung, Ausdruck und Grammatik gelobt, nur mit dem Lesen hab ichs nicht so. Ich habe mich früher nie für Bücher interessiert (war mir zu langweilig, so lange still zu sitzen) und habe nie wirklich gelesen. Inzwischen lese ich echt gerne, aber dennoch offenbar sehr langsam im Vergleich zu anderen (besonders, wenn mich das Thema nicht interessiert). Jedenfalls hatte ich schon immer oder länger das Problem, dass ich mich beim Laut-Vorlesen ständig (und wirklich mehrmals in einem Satz) verhaspelt habe. In der Oberstufe war es dann so, dass es oft keine Freiwilligen gab, die vorlesen wollten, also wurde meistens jemand ausgewählt, der dann irgendjemand anderen drannehmen durfte. War sehr auffällig, dass ich meistens die erste war. Ich muss dazu auch sagen, dass mir bewusst war, dass ich nicht gut vorlesen kann, was mir vielleicht noch mehr Stress gemacht hat. Ob die anderen das so wahrgenommen haben wie ich und sie mich deshalb bloßstellen wollten, oder ob es ihnen generell nur darum ging, mich überhaupt vor der Klasse vorzuführen, weiß ich nicht. Ich wusste es jedenfalls für mich, dass ich nicht sonderlich flüssig lese. Mein Problem war irgendwie (ich spreche normal immer relativ schnell), dass mein Kopf nicht so schnell mitgekommen ist beim Lesen, wie ich die Wörter aussprechen wollte. Ich habe dann irgendwie versucht, den Text einfach so schnell wie möglich raus zu hauen und mein Hirn einfach abzuschalten, um nirgends hängen zu bleiben, was dann dazu geführt hat, dass ich nicht mal mehr Atempausen eingelegt hatte und auch irgendwie angespannt war in meiner Brust. Dann kam es immer wieder, dass ich Wörter mittendrin wirklich abgewürgt, halb verschluckt habe und dann wie so eine Atem-Blockade hatte (so als müsste ich atmen, aber könnte nicht, weil irgendwas blockiert). Das ging aber immer schnell weg, also nach 2-3 Sekunden oder so, denke ich. Es war auch nur dieses Abwürgen von Wörtern und diese Atem-Blockade eben. Dass ich Silben wiederholt hätte, kam eigentlich nie vor.
Das hatte ich in vereinzelten Fällen auch in andere Gesprächen, aber fast immer nur beim Vorlesen. Ich weiß auch noch, dass ich dann oft ein "eeehhh" dazwischen geschoben habe, wenn ich ein Wort noch nicht mit Denken und Sprechen kombiniert hatte, wobei ich nicht weiß, ob das wirklich bewusst war.

Naja, wie gesagt, war das nur in der Oberstufe so schlimm. Inzwischen habe ich jedenfalls einigen Kindern Bücher oder Geschichten vorgelesen (Kinder sind super, die urteilen nicht so schnell) und war da anfangs auch sehr angespannt. Inzwischen hat es sich eigentlich wieder gelegt.

Aber weiß jemand, ob das ein Stottern war?
MessiasDerStille
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Registriert: So. 06.03.2016, 18:34

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