Psychose oder Angststörung mit DP/DR

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Psychose oder Angststörung mit DP/DR

Beitragvon sehrnachdenklich » Di. 07.06.2016, 14:35

Hallo liebe Leute ich schreibe euch hier meinen Leidensweg in Hoffnung auf ein paar Reaktionen.
Also angefangen hat alles mit schon in meiner Kindheit ..hatte mit ca 9 Jahren meine erste Panikattacke wenn ich so zurück denke.
Mit 15/16 Jahren dann gehäuft Panikattacken..mir wurde immer sehr schlecht und ich hatte Angst mich übergeben zu müssen ( Seit frühester Kindheit habe ich Angst mich übergeben zu müssen oder andere dabei zu sehen / hören ). Ich entwickelte eine Essstörung und aß nach 15 Uhr fast gar nichts mehr und in Gesellschaft von anderen sehr ungern. Damals war ich aber nicht in psychiatrischer oder psychologischer Behandlung und es ging irgendwann wieder von alleine besser.
Ich machte nach dem Abitur eine Weltreise und nahm einmal Magic Mushrooms auf Bali ..daraufhin folgte ein Horrortrip ..ich spürte meinen Körper nicht mehr ..dachte ich werde sterben und werde nie wieder normal werden.
Ok paar Wochen alles wieder gut ..folgte mein Geburtstag bei dem ich eine Freundin von mir , welche wenig Alkohol vertrug zum trinken überredete bzw regelrecht abfüllte..sie brach zusammen und es gab ein großes Chaos ..sie landete im Krankenhaus und ich gab mir die Schuld dafür ( dachte zwischenzeitlich auch sie wird sterben ) .
Ab dem Tag danach war nichts mehr so wie es war..meine Wahrnehmung war verändert ich dachte ich werde verrückt ...hatte wahnsinnige Panik davor und ging sofort ins nächste Krankenhaus ( zu dieser Zeit war ich noch in Thailand ) , diese stellten nichts fest. Ich googelte was mit mir falsch sein könnte und heulte quasi die ganze Zeit ( ich dachte ich hätte einen Alkoholentzug ..da ich damals oft und viel Alkohol trank ..oder einen Hirntumor ) und wollte eigentlich nur noch schlafen , woran aber nicht zu denken war vor lauter Panik .Dann war ich an dem Punkt wo ich sicher war ich hätte eine Psychose , brach meine Weltreise ab und war erstmal zuhause , wo es mir aber genauso beschissen ging . Ich hatte panische Angst vollständig die Kontrolle zu verlieren und jemandem etwas antun zu können . Konnte mich auf nichts mehr konzentrieren nur noch auf : WAS IST MIT MIR LOS ?? und starrte nur noch vor mich hin . Innerlich war ich Leer.
Irgendwann ging es nicht mehr und ich ging in eine Klinik und schilderte meine Angst eine Psychose zu haben ..daraufhin wurde auch just eine psychotische Störung ohne Anzeichen einer Schizophrenie diagnostiziert.
Ich wurde mit Neuroleptika behandelt und es ging und ging mir nicht besser..vielmehr war ich noch leerer als zuvor. Ich war hoffnungslos.Es mehrten sich Ängste , anderen Leuten etwas antun zu können und fühlte mich nicht mehr sicher in Räumen wo z.B Messer waren. Daraufhin wurde Sertralin verordnet und nach 2 Wochen war ich auf einem rasantem Weg der Besserung.Ein Neuroleptikum hatte ich damals auch noch und zwar Amisulprid 50 mg . Ich konnte eine Ausbildung anfangen und wieder LEBEN . War mental stärker als je zuvor (gedämpft von Medikamenten) ..dachte ich zumindest denn ich fraß eigentlich jegliche negativen Erlebnisse nur in mich rein und scheute mich vor Konflikten.Dennoch kamen ab und zu Gedanken wie : Bin ich normal ? Bin ich psychotisch? in mir hoch doch ich beruhigte mich schnell wieder. Nach ein paar belastenden Erlebnissen und gleichzeitigem Versuch die Medikamente auszuschleichen wurde alles wieder schlimmer ..komische Wahrnehmung und Angst eine Psychose zu haben . Selbstzweifel und Grübeln wurden immer größer und mein Leben entglitt mir langsam . Zu dieser Zeit hatte ich eine ziemlich schreckliche Arbeitsstelle in der Gastronomie , in der ich mehr oder weniger ständig blöd angemacht wurde. Ich machte mich immer kleiner und die komische Wahrnehmung wurde immer schlimmer. Ich war innerlich wieder Leer und hatte weniger Kraft/Lust auf Unternehmungen auch meine Interessen ließen nach . Ich wechselte den Arbeitsplatz doch mittlerweile war ich so im Grübeln / Angst versunken , dass ich schlechte Arbeit leistete und ich mir deswegen selbst viele Vorwürfe machte. Ich nehme im Moment 40 mg Zeldox , mir geht es trotzdem beschissen und ich habe Angst mein Leben nie wieder auf die Reihe zu bekommen. Das Leben hat für mich keinen Reiz mehr und ich kann mich nicht mehr auf meine Umwelt fokussieren sondern nur auf mich selbst. Von dem glücklichen Mensch , der ich mal war ist nicht mehr viel übrig.

Ich zweifele in letzter Zeit an der Diagnose Psychose, ich wusste immer , dass irgendetwas mit mir nicht stimmt und hatte immer Angst die Kontrolle zu verlieren ..habe nie etwas komisches gemacht oder mich mit komischen Dingen beschäftigt ..ich habe nie Dinge gesehen , die nicht da waren oder Dinge gehört , welche nicht da waren. Komisch finde ich es auch , dass es mit mit Amisulprid 50 mg so gut ging , da es meines Wissens erst ab höheren Dosen antipsychotisch wirkt .
Ich persönlich würde mir ja eine Angststörung mit Derealisation/ Depersonalisation diagnstizieren aber davon will kein Arzt wirklich etwas wissen.
Naja das war jetzt ein langer Text aber ich hoffe irgendjemand liest es und sagt mir seine ehrliche Meinung dazu !
Liebe Grüße ,
sehrnachdenklich
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Re: Psychose oder Angststörung mit DP/DR

Beitragvon loner » Di. 07.06.2016, 15:55

Hallo liebe sehrnachdenklich,

Ich bin auch kein Arzt, aber für mich klingt das auch eher nach Angststörung.
Wie genau ist denn deine Wahrnehmung, bzw inwiefern hat sie sich verändert?
Ich weiß, dass ich zB kein Psychose habe und fühle mich manchmal wie im Traum oder einer Blase. Ein wenig, als wäre ich vielleicht angetrunken oder dergleichen. Es fühlt sich alles nicht real an und ich komme mir vor, als lebe ich nicht wirklich. Dann muss ich auch immer an den Film Matrix denken ... Was mit mir da los ist, weiß ich nicht. Ich habe auch oft starke Ängste und depressive Phasen, aber eine Psychose schließe ich aus. Ist das bei dir auch so?
Generell halte ich voll wenig von Ärzten. MIr sind die oft nicht sensibel genug und man muss denen quasi die Arbeit abnehmen, damit man mal behandelt wird. Zumindest sind das so meine Erfahrungen mit Ärzten. Und wenn du da hingegangen bist und gesagt hast du hast Angst eine Psychose zu haben, dann haben die es sich vielleicht auch einfach gemacht. Vielleicht ist es gut, wenn du zu einem anderen Arzt gehst, ohne das Thema Psychose anzusprechen und einfach nur deine Gefühle schilderst.
Auch finde ich es komisch, warum du nicht mehr das Medikament bekommst, das dir geholfen hat. Sondern jetzt noch irgendein anderes. Warum ist das so?

lieben Gruß,
loner
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Re: Psychose oder Angststörung mit DP/DR

Beitragvon sehrnachdenklich » Mi. 08.06.2016, 00:16

Danke Ioner für deine Antwort,
also meine Wahrnehmung ist so ,dass ich empfinde alles zieht irgendwie an mir vorbei und ich bin kein Teil davon ..ich sehe verschwommen und zb. flackernde Lichter irritieren mich . Nachts, bei Dunkelheit ist das Gefühl besser. Naja es ist so dass ich einmal versucht habe alle Medikamente abzusetzen ..langsam zwar ,aber vll zu schnell und auf einmal hatte ich wieder diese Wahrnehmung und das verschwommene Sehen, auch als ich wieder aufdosiert hatte. Naja es kam auch viel Stress zusammen in letzter Zeit ..dann dachte ich wieder verrückt zu werden durch das verschwommene sehen ..noch dazu dachte ich ich habe ein Serotoninsyndrom und setzte das Sertralin ab.Wollte dann ein anderes Neuroleptikum probieren um sicher zu gehen dass ich nicht psychotisch werde . Jetzt eben Zeldox und die Angst verrückt zu werden bzw Wahrnehmungskasper ist immernoch da ;(
Erfahrung mit Ärzten habe ich bisher auch nur schlechte gemacht ..ich habe noch eine Hoffnung nämlich Dr Zehentbauer er ist ein Psychiater und gleichzeitig ein Psychotherapeut und setzt auf Naturheilkunde bzw versucht die Krankheit als Ganzes zu sehen ..mal sehen :)
Ich wünsche eine gute Nacht !
sehrnachdenklich
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Re: Psychose oder Angststörung mit DP/DR

Beitragvon loner » Mi. 08.06.2016, 10:22

Hey,

Ja, Ärzte, die sich auch bisschen mit Naturheilkunde auskennen, finde ich auch besser und habe (eher in meiner Kindheit) gute Erfahrungen damit gemacht. Die pumpen einen dann nicht gleich wild mit dem gebräuchlichsten voll sondern gucken erstmal. Ich wusste nur nicht, dass die auch bei psychischen Erkrankungen helfen können.
Also ich kann gar nicht sagen, ob das so ähnlich ist bei dir wie bei mir. Wirklich nicht. Aber Lichter oder auch Bewegungen die nur knapp in meinem Blickfeld liegen, gruseln mich auch immer wieder. Vor allem wenn ich fernsehen will oder wenn ich die Bewegung nicht mehr zuordnen kann (zB wenn der Vohel halt schon weg ist oder so).
Vielleicht spielt wirklich der Stress eine Rolle. Stress kann ja so vieles anrichten... Von daher könnten ja Entspannungsübungen oder so hilfreich sein? Nur so ne Idee... weil Stress ja auch Störungen auslöst.
Ich glaub, wenn es dir aber so bedrohlich vorkommt, würde ich auch solange einen guten Arzt suchen, bis du fündig geworden bist. Einer, der dich dann auch beruhigen kann.

loner
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Re: Psychose oder Angststörung mit DP/DR

Beitragvon Sorgenkind » Mi. 08.06.2016, 13:50

Hallo,

Ich habe leider keinen wirklichen Rat. Beim Lesen deines Textes habe ich allerdings einige Symptome erkennen können, die auch auf mich zutreffen. Ich hab auch schon das öfteren gedacht, eine Psychose zu haben. Wie loner auch schon gesagt hat, habe auch ich zu erst an eine "normale " Angststörung gedacht. Gerade gestern habe ich sehr intensiv über die "generalisierte Angststörung" recherchierst und finde, dass es anhand deiner Beschreibung zutreffend sein könnte. Ich wünsche dir alles Gute und viel Glück.
Ich habe gemerkt: Das Wunder, auf das ich solange gewartet habe, bin ich selbst.

(Zitat einer schwedischen Schriftstellerin)
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