abhängige Persönlichkeitsstörung

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abhängige Persönlichkeitsstörung

Beitragvon erschöpft » Fr. 02.05.2014, 23:01

Hallo,
meine Therapeutin gab mir die Diagnose abhängige Persönlichkeitsstörung.
Kennt sich jemand damit aus?
Bzw mit den Ursachen dafür`?

Meine Mutter sagt es liegt an einem Mobbingvorfall in meiner Grundschulzeit.
ich zweifle daran.
aber muss es zwangsläufig mit der Entwicklung als Kind und dem Familienleben zusammenhängen? :?

hinzu kommt, dass ich mit einer Narzisstin zusammenlebe.. wir bezeichnen uns oft als schwarz und weiß.
es ist immer schwierig mit Narzissten, aber kann es mir richtig schaden`?
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Re: abhängige Persönlichkeitsstörung

Beitragvon Mad-Ich » Sa. 03.05.2014, 00:19

Hi,

in der Regel wird es einem immer schaden mit jemandem zusammenzuleben, bei dem er selber an erster Stelle steht, der sich selber wichtiger ist als alles andere. Der all das, was er tut, für richtig hält. Denn so drauf sind Egomanen immer. Man kann netmal mit ihnen diskutieren. Selbst wenn man mal die Oberhand behält (was extrem Nerven und Zeit kostet) wird es der Narzist dich sehr sehr lange spüren lassen durch irgendwas anderes, nur damit du dann leidest. Weil du es gewagt hast dich gegen ihn aufzulehen, dich durchzusetzen und ihm zu widersprechen.

Eigentlich müsst ich dir den Rat geben, wenn dein Partner denn wirklich ein Narzist ist, trenn dich von ihr. Da ichs aber null beurteilen kann, ich weder dich noch sie kenne, ist das nur nen für mich allgemeingültiger Rat. Und ja, ich hab da leider eigene Erfahrungen mit machen müssen ...
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Re: abhängige Persönlichkeitsstörung

Beitragvon erschöpft » Sa. 03.05.2014, 01:06

Danke für deine Antwort!

Also, wir leben in der gleichen betreuten Wg, sind also "nur" Freundinnen und haben auch nicht wirklich die Wahl.
wobei sie allerdings ausziehen und eine wg nur mit mir gründen will

Ich habe sie wirklich lieb, und ich denke mir auch, sie kann ja nicht wirklich was dafür, sie hat nie Liebe erfahren, bei dem was ich weiß ist es kein Wunder dass sie so ist wie sie ist und sie bemüht sich sehr, macht Therapie und versucht in kleinen Schritten mich nicht ganz so einzunehmen.
es ist ein Dilemma, denn ich komm nicht von ihr los.. ich könnte sie niemals "allein " lassen, ohne sie kann ich auch gar nicht.. ich frage mich einfach nur ob ich das vlt muss um mit meiner Therapie voran zu kommen :? :?:
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Re: abhängige Persönlichkeitsstörung

Beitragvon Mad-Ich » Sa. 03.05.2014, 19:00

Uh, das Argument - man könne ja nichts dafür weil man dies oder jenes mal erlebt hat - ist, ganz ehrlich gesagt, ziemlicher quatsch. Ganz offen gesagt. Damit gibst du jedem nen Freischein alles zu tun, was ihm in den Kopf kommt. Er quält Tiere? Ach, hatte ne schlimme Kindheit. Er raubt ne Bank aus? Ach, schlimme Kindheit. Er misshandelt seine Kinder? Kindheit *durchwink*. Er nutzt jemandes Gutgläubigkeit aus bis er jemand anderen, besseren gefunden hat und der ehemalige Partner braucht Monate bis er wieder halbwegs sein Leben auf die Reihe bekommen hat, aber hat dadurch für den Rest seines Lebens nen Knacks weg? Du weißt schon, Kindheit.

Freifahrtscheine zu verteilen, nur weil man dieses oder jenes mal erlebt hat, dann würden wir in reinster Anarchy leben. Warum? Weil irgendwas Schlechtes hat jeder erlebt. Die einen mehr, die anderen weniger.

Guck, du redest dir das schön, wie man so sagt. Verschließt die Augen vor der Realität. Aus Angst selber leben zu müssen nehm ich an? Und grad sowas nutzen Narzisten gerne aus. Aber letztlich musst du selber wissen was du machst. So wie jeder andere auch. Vielleicht könnt sowas sogar heilsam sein, mal so richtig das eigene Leben gegen die Wand zu fahren - vor allem mit offenen Augen.

Aber ich kenn weder dich noch sie. Ist nur das, was ich dir dazu sagen kann. Lies dich einfach mal nen wenig klug was Narzismus, antisoziale Persönlichkeitsstörung und Co eigentlich bedeutet.

Wenn sie von sich aus mit dir ne WG gründen will, dann geh davon aus, sobald sie das erreicht hat wird sie sich verändern. Dann hat sie was sie wollte und du wirst uninteressant. Sie wird dich am langen Arm halten. Dir immer nur so viel geben von dem, was du dir ersehnst, dass du nicht völlig aus ihrem Bann kommst. Sie wird dich manipulieren, wann immer es ihr danach ist. Vielleicht wird sie sogar zu Mitteln greifen, die dir wirklich schaden.

Stell dir nur mal eine einzige Frage: Jemand, der offen nur sich selber liebt, was will der dann mit dir?

Und nein, eine Therapie kann keine Persönlichkeiten ändern *kopfschüttel*. Man kann nur nen leichteren Umgang mit sich selber erlernen. Bewusst gegensteuern. Bleibt aber dennoch immer man selber. Aus nem egoistischen A...loch kann keine Therapie der Welt nen Menschenfreund machen *kopfschüttel*.

Entschuldige die sehr direkte Wortwahl, aber ich hab grad das Gefühl man müsst dich wachrütteln.

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Re: abhängige Persönlichkeitsstörung

Beitragvon GefallenerEngel » Sa. 03.05.2014, 21:50

Mad-Ich hat geschrieben:in der Regel wird es einem immer schaden mit jemandem zusammenzuleben, bei dem er selber an erster Stelle steht, der sich selber wichtiger ist als alles andere. Der all das, was er tut, für richtig hält. Denn so drauf sind Egomanen immer.


Ähm... ich würde behaupten das ist bei allen normalen Menschen so, die keine Minderwertigkeitskomplexe mit sich herumschleppen und nicht an unterentwickeltem Selbstwertgefühl leiden. Also nix Egomanen...

Daher gibt es auch so etwas wie Verhandlungen, Vereinbarungen und Kompromisse, auf die man sich einigen muss, um Interessenkonflikte zu lösen. Politik ist auch nichts anderes.
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Re: abhängige Persönlichkeitsstörung

Beitragvon erschöpft » Di. 06.05.2014, 13:26

Ich bin der Ansicht, dass man es sich genauso leicht macht jemanden deshalb zu verurteilen. Sie muss sich selbst als so wichtig empfinden, weil es sonst nie jemand getan hat.
Ich kann und will sie nicht für ihre Krankheit verurteilen, darum geht es auch gar nicht. Ich bin hin und her gerissen, weil ich eben nicht weiß, wie unsere Beziehung sich verändern würde, wenn wir zusammenleben. Und da könntest du eben Recht bekommen, dass sie mich quält.. ist es überhaupt für irgendjemanden möglich, mit einem Narzissten zusammenzuleben?
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Re: abhängige Persönlichkeitsstörung

Beitragvon Mad-Ich » Mi. 07.05.2014, 00:26

Gute Frage, hmm, Masoschisten? Wobei, ob es einem Narzisten gefällt wenn sein Gegenüber dabei sexuell erregt wird? Ach, das Leben ist schon schräg *schmunzel*. Ich stell mir das grad vor, der Narzist wird immer wütender, der Maoschist immer geiler, und hinterher sind sie beide befriedigt, jeder auf seine Art und Weise *lach*.

Spaß beiseite. Man müsst wohl sehr leidensfähig sein, sich selber unterdrücken können, den anderen machen lassen, was immer er auch grad macht. Nie urteilen, nie widersprechen. Immer all das tun, was er will. Ne gewisse Hörigkeit haben. Kein Problem damit sich manipulieren zu lassen. Kein Problem damit sich einzuschränken. Seine Freiheit aufgeben können. Seine Mündigkeit. Alles ertragen, dem Narzisten immer nützlich sein. Ihm aber gleichzeitig auch immer eine Herausforderung bieten. Und der letzte Teil, puh, keine Ahnung wie das noch gehen soll wenn man nur noch ein Spielball für all das ist, was ein anderer mit einem so anstellt. Es müsst immer irgendwie reizvoll sein für den Narzisten, dass er den anderen in seiner Nähe behält.

Das wär für mich kein Leben mehr *kopfschüttel*.
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Re: abhängige Persönlichkeitsstörung

Beitragvon GefallenerEngel » Mi. 07.05.2014, 21:00

So muss das nicht sein. Man kann auch so lange streiten und diskutieren, bis man sich auf einen gemeinsamen Nenner einigt. Das muss dann allerdings von beiden Seiten eisern eigehalten werden. Am besten man vereinbart alles schriftlich, es gibt ja schon so etwas wie Eheverträge - eine sehr vernünftige Sache, wie ich finde. Nur werden solcher Vereinbarungen leider immer wieder von der offiziellen Gesetzgebung unterminiert.

Im Prinzip sollte man selbst egoistischer und durchsetzungsfähiger werden. Dann ist es auch egal, wer dir gegenüber sitzt, ob ein Narzisst oder nicht. Du weißt, was du willst, worauf du verzichten kannst und worauf nicht. Also führst du die Verhandlungen entsprechend. Die unverzichtbaren Punkte werden vom Gegenüber erfüllt, oder er darf gehen und die Beziehung wird beendet. Klug verhandeln und konsequent bleiben, Zuckerbrot und Peitsche einsetzen - das ist die Lösung.
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