Schizoid - Wenn das Leben grau ist

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Bitte habt Verständnis, dass aufgrund der Übersichtlichkeit des Forums bestimmte psychische Erkrankungen mit sehr geringem Beitragsaufkommen keine eigene "Abteilung" bekommen, sondern hier zusammengefasst werden.

Schizoid - Wenn das Leben grau ist

Beitragvon kuscheltier92 » Di. 16.05.2017, 01:44

huhu, ist hier jemand im Forum Unterwegs dem ebenfalls eine schizoide-persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde? und vielleicht auch schon in Behandlung war/ist ? Ich würde mich gern austauschen was er/sie unternimmt / Methoden versucht um es zu verbessern die Situation oder vielleicht sogar was ihm geholfen hat die Situation zu verbessern.
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kuscheltier92
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Re: Schizoid - Wenn das Leben grau ist

Beitragvon Dave » Do. 26.10.2017, 18:28

Hallo,
Ich weiß nicht ob du das Lesen wirst, aber für den Fall oder falls jemand anderes auch dieses Problem hat. Vor über 3 Jahren als ich in einer Psychiatrie war wurde Schizoide Persönlichkeitsstörung bei mir diagnostiziert. Ich hab es schon mit einigen Therapien probiert, aber bisher erfolglos. Für mich hat sich ergeben das 'normale' Verhaltenstherapien nichts für mich sind da ich sehr schnell auf alte Verhaltensweisen zurück falle. Momentan versuche ich es mit einer tiefenpsychologischen Therapie.
In Gedanken vor der Welt zu fliehen ist natürlich etwas das man nicht tun sollte, aber manchmal wenn es mir zu viel wird brauche ich einen Moment Ruhe und benutze diese 'schlechte' Angewohnheit um mir nochmal einen klaren Kopf zu verschaffen. Ich lebe momentan sehr zurück gezogen, wenn es nicht unbedingt nötig ist, also kein Termin ansteht oder ich einkaufen muss, dann verlasse ich meine Wohnung auch nicht. Das ist aber etwas das mich nicht so sehr stört. Wichtig sind für mich in erster Hinsicht körperliche und mentale Gesundheit und der Rest kommt danach, aber das muss jeder für sich wissen. Was mir sehr geholfen hat und immer noch hilft ist meine Xbox. Über sie habe ich Leute gefunden die das selbe Interesse teilen und für die es keine Rolle spielt wenn man nicht normal ist. Dadurch konnte ich über die Zeit hin lernen meine Probleme in einem gewissen Rahmen anzusprechen und so manch harte Zeit zu überstehen. Eine Art von Ersatz für fehlende Zuneigung kann den Unterschied machen ob es noch erträglich ist oder ob es einen Wahnsinn macht, aber man muss darauf achten das daraus keine Abhängigkeit ist.
So ist jedenfalls die Situation bei mir, hoffe das es für andere verständlich ist und jemand damit was anfangen kann.

Mit freundlichen Grüßen:
Dave
"Du schreitest ewig durch die Schattenreiche, kämpfst gegen das Böse, wo andere versagen. Möge dein Durst nach Rache nie versiegen, möge das Blut auf deinem Schwert niemals trocknen - und mögen wir dich nie wieder brauchen.
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Re: Schizoid - Wenn das Leben grau ist

Beitragvon Oskar » Di. 19.12.2017, 23:02

Ich habe ein Problem mit Persönlichkeitsstörung. Bei mir sind mehrere Komponenten mit dabei Histrionische, Negativistische und Narzistische Elemente stehen neben emotional instabilen Anteilen bei mir auf dem Arztbrief aber ich habe das Gefühl, dass das nicht alles ist und kenne diese Schizoiden Züge sehr gut von mir selbst.
Ich denke für kompliziertere Sachen, also Persönlichkeitsstörungen, gerade die die recht selten sind sind ein Fall für wirkliche Experten, nicht für irgendeinen Therapeuten.
Wenn ich etwas erreiche dann lasse ich es euch wissen so fern ihr noch hier seid zum zuhören.

Ich habe mir vorgenommen dieses Bedürfnis nach Kontakt zu erlernen. Irgendwie muss es ja auch abhanden gekommen sein. Und so wie ich das bisschen was ich von Psychologie verstanden habe begreife kann der Mensch auch "nachreifen" also Entwicklungen die eigentlich vorher passieren müssten in der Lebenszeit später noch zu vollziehen

Probiert euer Bestes und informiert euch darüber was sich machen lässt, ich denke dann kann man erfolgreich sein
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Re: Schizoid - Wenn das Leben grau ist

Beitragvon Dave » Mi. 20.12.2017, 07:28

Hallo,
Hätte nicht gedacht das hier noch jemand antwortet.
Natürlich wären 'Experten' optimal, aber nicht immer gibt es einen in der Umgebung, welcher auch erreichbar ist. Es gibt aber auch einige fähige 'normale' Therapeuten, man muss sie nur finden.

Es ist schön das du ein klares Ziel vor Augen hast und deine Kontakte erweitern will, aber gerade ein großes Problem bei dieser Erkrankung ist das man oft selbst nicht mehr weiß was man will und nicht den geringsten Schimmer hat was man überhaupt erreichen will.
Was das mit dem "nachreifen" betrifft Stimme ich dir zu. Man entwickelt sich ständig weiter, auch wenn man es nicht merkt. Wobei man aber meiner Meinung nach vorsichtig sein sollte ist etwas sein zu wollen was nicht geht und sich selbst zu verleugnen, nur um einen gewissen Schein zu wahren. Das kann einen ziemlich fertig machen und anders sein ist nicht immer schlimm, meist sogar recht interessant.

Noch zum Schluss, ich weiß das es zwar nett gemeint ist, aber ich glaube das der größte Teil hier wie ich schon darauf gekommen ist sich zu informieren was man machen kann. Ist beinahe genauso hilfreich wie einem Depressiven mit sozialen Phobien zu empfehlen ein bisschen raus zu gehen, an die frische Luft und unter Leuten zu gehen, denn das tut ja so gut ;)
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Re: Schizoid - Wenn das Leben grau ist

Beitragvon Oskar » Di. 26.12.2017, 02:29

Dave hat geschrieben:Hallo,
Hätte nicht gedacht das hier noch jemand antwortet.
Natürlich wären 'Experten' optimal, aber nicht immer gibt es einen in der Umgebung, welcher auch erreichbar ist. Es gibt aber auch einige fähige 'normale' Therapeuten, man muss sie nur finden.

Es ist schön das du ein klares Ziel vor Augen hast und deine Kontakte erweitern will, aber gerade ein großes Problem bei dieser Erkrankung ist das man oft selbst nicht mehr weiß was man will und nicht den geringsten Schimmer hat was man überhaupt erreichen will.
Was das mit dem "nachreifen" betrifft Stimme ich dir zu. Man entwickelt sich ständig weiter, auch wenn man es nicht merkt. Wobei man aber meiner Meinung nach vorsichtig sein sollte ist etwas sein zu wollen was nicht geht und sich selbst zu verleugnen, nur um einen gewissen Schein zu wahren. Das kann einen ziemlich fertig machen und anders sein ist nicht immer schlimm, meist sogar recht interessant.

Noch zum Schluss, ich weiß das es zwar nett gemeint ist, aber ich glaube das der größte Teil hier wie ich schon darauf gekommen ist sich zu informieren was man machen kann. Ist beinahe genauso hilfreich wie einem Depressiven mit sozialen Phobien zu empfehlen ein bisschen raus zu gehen, an die frische Luft und unter Leuten zu gehen, denn das tut ja so gut ;)


Ach manchmal braucht das hier im Forum etwas...

Es geht nicht um „fähig“ oder „unfähig“ sondern darum ob man jemanden findet der für besondere Fälle (und das ist Schizoidität) ausgebildet ist
Jemand kann ein guter, ja brillanter Chirurg sein aber für eine Operation am Gehirn würde ich stehts auf einen Hirnchirurg bestehen, völlig egal wie brilliant ein Anderer Kreuzbänder pflickt, er ist nicht geeignet.
Was ich sagen will: Bestehe auf dem Besten was du bekommen kannst denn es ist gerade gut genug für dein Ziel!

Ja das stimmt wohl. Ich kann es bis heute nicht wirklich ausdrücken was ich will. Aber in meinem Kopf hat sich nach längerer Zeit und Arbeit eine gewisse Klarheit etabliert
Ich denke auch das muss man sich erarbeiten.

Ja die Frage des „Ändere ich mich oder verstell ich mich bloß?“ habe ich mir so oft gestellt. Ich will unbedingt Alles richtig machen und mich nicht von mir selbst in die Irre leiten lassen.
Wirklich treffend beantworten was mich davor schützen könnte konnte ich in theoretischen Gedanken nie.
Aber mittlerweile bin ich zu dem Punkt gekommen das es ungemein hilft sich gut selbst zu kennen und den Unterschied zwischen „verstellen“ und „verändern“ immer im Hinterkopf zu behalten
Bisher bin ich damit recht ordentlich gefahren

Oh mit meinen Erfahrung möchte ich da energisch widersprechen. Mit informieren ist nicht gemeint ein paar Wochen nach Therapien zu suchen und zu sehen was sich gut anhört und die Krankheit zu googeln um dann eine Stunde mit der Recherche und dem lesen von Text darüber zu verbringen.
Damit ist eher gemeint die eigene Krankheit zu studieren und die Mechanismen zu begreifen die dahinter stehen, jede Therapiemethode die man finden kann zu kennen und ihre Funktionsweise heraus zu lesen und sich nicht Artikeln sondern Büchern und wissenschaftlichen Texten zu widmen und wirklich jeden Stein umzudrehen. Das tun die Wenigsten.
Es ist eher ein wöchentlich betriebener Aufwand über Monate hinweg als ein bisschen lesen
Wissen ist Macht. Wenn man den Experten nur selten sieht sollte man versuchen so sehr wie möglich sein eigener Experte zu sein. In der Fachwelt kursiert schon das Wort „Bibliotherapie“ und man sagt dem Ganzen eine recht hohe Wirksamkeit nach
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Re: Schizoid - Wenn das Leben grau ist

Beitragvon Dave » Fr. 29.12.2017, 23:22

Der Vergleich ist interessant, jedoch vielleicht nicht ganz passend. Gerade Persönlichkeitsstörungen können sehr vielfältig sein, vor allem in der Kombination mit verschiedenen Arten. Da reicht es für eine optimale Behandlung nicht nur auf einem Gebiet spezialisiert zu sein wie ein Hirnchirurg, aber ich verstehe was du meinst.

Etwas das mir auch manchmal zum Thema verändern durch den Kopf geht ist der Gedanke ob ich wirklich noch ich selbst bin wenn ich mich in massiver Weise ändern muss um mein Leben unter Kontrolle zu kriegen. Es würde mich interessieren ob ich nicht allein mit diesem Gedanke bin.

Wenn es so ist, dann muss ich mich entschuldigen da ich es dann falsch verstanden habe und Stimme voll und ganz zu. Wissen ist definitiv Macht. Gerade bei solchen Erkrankungen ist es aber auch der erste und wichtigste Schritt um überhaupt eine Behandlung möglich zu machen und eine Chance zu haben etwas zu verändern.
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Re: Schizoid - Wenn das Leben grau ist

Beitragvon Oskar » Mo. 01.01.2018, 04:42

Gerade diese Vielschichtigkeit ist es ja die einen Spezialisten benötigt. Irgendwie ist alles so viel komplizierter dabei.
Aber gut das wir uns da verstehen. :)

Wenn du dich wirklich veränderst dann bist das du. Dein neues Ich. Anders wäre wenn du versuchst dich umzuformen oder zu verstellen.
Man ist kein feststehendes Ding sondern etwas fluides. Du bist heute nicht mehr wer du warst und du wirst schon am Ende dieses Jahres nicht mehr der sein der du heute bist
Aber klar, wenn das Problem die Persönlichkeit selbst ist dann stellt man sich diese Fragen und auch wenn ich sie jetzt irgendwie beantwortet habe stelle ich sie mir so oder so ähnlich immer wieder und habe sie auch schon so oft gehört. Nein, allein bist du damit sicher nicht.

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