Mache mir Sorgen um meine Tochter

Austauschmöglichkeit zum Thema Essstörungen, wie z.b. der Anorexie (Magersucht), Bulimie (Ess-Brechsucht), Binge-Eating-Disorder (Fressanfälle) oder Adipositas (Esssucht), sowie über Ernährung und Essverhalten.

Wichtig: Kein Pro-Ana/-Mia erwünscht!

Mache mir Sorgen um meine Tochter

Beitragvon celeste » Mo. 07.07.2003, 19:35

hallo an alle, die sich angesprochen fühlen!
Ich mach mir Sorgen um meine Tochter. Sie leidet meiner Meinung nach unter einer psychischen Störung, will es aber selbst nicht so richtig einsehen. Angefangen hat alles mit ihrem damals neuen Freund und dessen Schlankeitswahn...
sie speckte 30 kg ab innerhalb der letzten 4 Jahre und leidet nun unter massiven Esstörungen, ist permanent nervös, schläft schlecht und klagt über alle möglichen körperlichen Symptomen (ständig etwas anderes) Sie redet ziemlich offen mit mir darüber (Gott sei Dank) was sie allerdings nicht einsehen will ist , daß sie eine Therapie braucht um aus diesem Teufelkreis herauszukommen! Ihre Essstörungen versucht sie durch viel Sport in den Griff zu bekommen, auch meinen Rat sich den Weigt-Watchers anzuschliessen hat sie befolgt. Die Ess-Brech-Attacken sind auch schon besser geworden , doch nun klagt sie ständig über neue Schmerzen irgendwo in ihrem Körper. Sie ist ständig bei Ärzten und der letzte hat ihr nun gestern TAVOR verschrieben. Ich versuche ihr klar zu machen, wie schädlich und süchtigmachend dieses Mittel ist und im Grunde nicht ihr Problem beseitigt sondern nur verdrängt.
Hat jemand von Euch ähnliches durchlebt und vor allem wie und wer konnte Euch helfen???? Wenn sie eine Therapie machen würde, wer würde das bezahlen?
Bin ziemlich ratlos!
Eure Celeste
celeste
 

Re: Mache mir Sorgen um meine Tochter

Beitragvon Exitus » Mo. 07.07.2003, 20:18

Mir konnte früher immmer mein Freund helfen. Egal was für Probleme oder Sorgen ich hatte, er war immer für mich da und wir konnten über alles reden.
Aber dann musste dieser scheiss Unfall passieren.
Jetzt habe ich niemanden mehr, der mir zuhört, der mich versteht und dem ich alles anvertrauen kann, der meine Probs net ins Lächerliche zieht und ich weiss nicht was noch alles.
Jetzt bin ich allein...

Ich wünsche dir und deiner Tochter, dass ihr das ZUSAMMEN alles wieder in den Griff bekommt...!

Ich glaub ich bin gerade wieder inner Depriphase...

Alles Gute

Exitus
Exitus
 

Re: Mache mir Sorgen um meine Tochter

Beitragvon celeste » Do. 10.07.2003, 08:43

was immer mit Deinem Freund passiert ist, das tut mir sehr leid.
Man spürt förmlich die Trauer in Deinen Worten und auch die Hilflosigkeit.
Ich und auch meine Tochter haben ebenfalls einen geliebten Menschen verloren , zwar nicht durch Unfall sondern durch Trennung. Mein Mann und ihr Vater hat sich nach 22 Jahren eine andere Frau genommen. Deshalb ist soviel Angst und Wut in meiner Tochter, die sie irgendwie nicht rauslassen kann. Nun hat sie diese Probleme und ich weiß nicht , wie ich ihr helfen kann. Sie war immmer so stolz darauf eine "richtige" Familie zu haben. (Fast alle ihre Freundinnen sind Scheidungskinder) Ich denke schon, daß da die Ursache allen Übels liegt.
Du schreibst von einer inneren Depriphase......wie fühlst Du Dich dann? Mir passiert das eher selten, da ich gelernt habe jeden negativen Gedanken sofort in einen positiven umzuwandeln. Ich bin ein hofflungsloser Optimist.....oder doch eher manisch depressiv? Ich weiß, daß unsere Seele schier unergründbar ist, doch will ich versuchen meiner Tochter zu helfen aus diesen Gefühlen herauszukommen, bevor sich das "festsetzt" Wie ist das bei Dir? Helfen Dir Gespräche oder bedrücken Dich diese eher? Wie kann ich ihr sagen: "ist doch alles nicht so schlimm!" wenn ich genau weiß, daß es für sie gerade schlimm ist!
Ich habe sie zumindest davon überzeugen können, daß Tavor nicht die Lösung ist!
Vielleicht hast Du ja Lust mir etwas mehr von Dir zu schreiben und mir damit auch weiterzuhelfen????
Lieben Gruß ersteinmal
Celeste
celeste
 

Re: Mache mir Sorgen um meine Tochter

Beitragvon Myrddin » Fr. 11.07.2003, 13:57

Hallo Celeste!

Sofern ihr aus Deutschland seid, wird eine Therapie von der Krankenkasse bezahlt, sofern sie bei einem kassenärztlich anerkannten Therapeuten gemacht wird. Am besten bei einer Krankenkasse (muss gar nicht die eigene sein) eine Liste mit allen Psychotherapeuten in Eurer Umgebung (geht auch per Email, habe ich schon gemacht) anfordern, sich dann die geeigneten Kandidaten (Therapieform, männlich/weiblich, Lage der Praxis/Erreichbarkeit) aussuchen und dann anrufen, um um ein Erstgespräch zu bitten und zu fragen, wann ein Therapieplatz frei wäre (die meisten haben leider sehr lange Wartezeiten). Die ersten fünf (Probe-)Stunden bei einem Therapeuten werden auf jeden Fall von der kasse bezahlt. Danach muss man sich entscheiden, ob man es mit diesem Therapeuten versuchen will, der stellt dann bei der Kasse einen Antrag auf Therapie (der bei Problemen wie Ess-Störungen etc. in aller Regel auf jeden Fall mit mindestens 25 Stunden positiv beschieden wird). Merkt man schon beim Erstgespräch oder nach der ersten Stunde, dass der Thera nicht der richtige ist, ist es natürlich besser, sofort zum nächsten zu gehen. Zwar darf man diese Probestunden theoretisch bei so vielen Therapeuten machen, wie nötig, um den richtigen zu finden. Trotzdem ist es bei den Kassen natürlich nicht gerne gesehen, zu 20 verschiedenen Therapeuten zu gehen und bei allen 5 Stunden zu machen. Aber das bekommt Ihr schon hin! :)

LG, Myrddin


( myrddin58@gmx.de )
Myrddin
 

Re: Mache mir Sorgen um meine Tochter

Beitragvon celeste » Sa. 12.07.2003, 11:56

Ich danke Dir für Deinen Rat und Tipp!
Ich habe in der letzten Woche schon einige Versuche gestartet und mir auch schon telefonische Auskunft bei Therapeuten geholt. Leider sind die Wartezeiten wirklich sehr hoch! Grössere Sorge bereitet mir eher , daß meine Tochter nicht wirklich an den Erfolg einer Therapie glaubt. Sie denkt, daß sie "da alleine wieder rauskommen muss". Aber ich arbeite daran ihr eine etwas andere Sichtweise zu vermitteln. Ich denke, wenn sie nicht voll dahintersteht und eine Therapie für sinnvoll und helfend ansieht ist der Erfolg eher gering!
Im Moment sieht sie mich als ihre Therapeutin an, aber ich merke wie ich damit mehr und mehr überfordert bin. Aber da sie guten Willens ist etwas zu ändern habe ich die Hoffnung, daß sich ihre Probleme nicht manifestieren werden und es doch noch zu einer Besserung kommen wird.

Also noch mals Danke und lieben Gruß
Celeste
celeste
 

Re: Mache mir Sorgen um meine Tochter

Beitragvon Myrddin » So. 13.07.2003, 06:21

Ich wünsche Euch viel Glück und Erfolg. Mach Deiner Tochter klar, dass der Sinn der Therapie nicht ist, ihr irgendetwas abzunehmen - das kann niemand. Die Therapie ist nur dazu da, ihr zu helfen, sie an der Hand zu nehmen und ein wenig zu führen, ihr mögliche Wege zu zeigen und sie auch aufzufangen, wenn es mal wieder einen Schritt rückwärts geht - denn Rückschläge gehören zum Heilungsprozess leider auch immer dazu... Natürlich braucht sie auch Deine Unterstützung (und die hat sie ja auch) - aber Du hast völlig Recht, dass Du damit allein überfordert bist. Und die Tatsache, dass sie bereit ist, Deine Unterstützung anzunehmen, zeigt ja nicht nur, dass sie auch möchte, dass es ihr besser geht, sondern dass sie auch erkannt hat, dass sie Hilfe annehmen kann und darf. Eine Therapie wäre ja lediglich eine Aufteilung dieser Hilfe zwischen Dir und einer fachlich ausgebildeten Person, die Erahrung auf diesem Gebiet hat.

Ich denke, Ihr bekommt das gut hin!

Noch einmal viel Glück und Erfolg,

LG, Myrddin
Myrddin
 


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