.. und es geht wieder los

Austauschmöglichkeit zum Thema Essstörungen, wie z.b. der Anorexie (Magersucht), Bulimie (Ess-Brechsucht), Binge-Eating-Disorder (Fressanfälle) oder Adipositas (Esssucht), sowie über Ernährung und Essverhalten.

Wichtig: Kein Pro-Ana/-Mia erwünscht!

.. und es geht wieder los

Beitragvon Imagine » Mi. 23.09.2015, 16:44

Hallo,

ich glaube, ich möchte mir einfach meine Gedanken aus dem Kopf schreiben, da der zu platzen droht und setze hier eine deutliche TRIGGERWARNUNG.




Ich mag nicht mehr essen. Es ging lange gut, wahrscheinlich zu gut, um wahr zu sein. Ich habe keine Lust jedes Mal wieder so zu kämpfen, wenn ich drohe, wieder etwas mehr in die ES zu rutschen. Ich bin es Leid, zu kämpfen. Einfach nichts essen und immer weniger werden..
Der Hunger ist ein altbekannter Freund, ich mag es, ihn zu spüren. Aber ich weiß auch, dass es eigentlich nicht sein darf.
Meine Freundin ist oft sauer auf mich, wenn ich es nicht schaffe zu essen. Das lässt mich irgendwie zu einem kleinen trotzigen Kind werden, das dann erst recht nicht isst. Aber.. darf sie sauer auf mich sein?

Vielleicht fällt jemandem etwas zu meinem Durcheinander ein..

Liebe Grüße
Imagine
Imagine
 

Re: .. und es geht wieder los

Beitragvon Christine » Mi. 23.09.2015, 16:56

Mein erster spontaner Gedanke war - vielleicht reagiert sie sauer, weil sie hilflos ist und nicht weiß, wie sie dir helfen kann? Es ist für Angehörige bestimmt hart zu sehen, wie du vor ihren Augen immer dünner wirst.
Ich kann dich aber auch verstehen.

Sorry... viel mehr fällt mir gerade nicht ein...
Christine
 

Re: .. und es geht wieder los

Beitragvon Tina » Mi. 23.09.2015, 18:50

.
Hallo Imagine

ich selbst habe ( wahrscheinlich ) keine Ess-Störung.

Aber ich esse auch nur, wenn ich Hunger habe, und auch soviel oder so wenig...
oder auch was.... ich grad Lust/Appetit habe.
Dieses Essen nach einem geregelten Tages-Ablauf, nach der Uhr, oder nach einem Plan... wäre mir zuwider.

Ich denke mal, genau dieser Druck "ich darf nicht...." oder auch das Gegenteil "ich muss..."
macht die Sache so schwer.
Vielleicht liegt der Schlüssel gerade darin, das man es schafft, dass das Ganze "unwichtig" wird.

Verstehe das bitte nicht als "klugen" Ratschlag oder als Verharmlosung,
eher als ein *verstehe dich andeutungs-weise*
ich bin bezgl. ES ein Laie..... weiss aber aus eigener Erfahrung, was eine Sucht ist.

Ansonsten *an Christine anschliess*... Aussenstehende, Nicht-Betroffene können das nicht nachempfinden, und fühlen sich daher oft hilflos.
Als Betroffener hat man leider das schwere Los, diese Unsicherheit anderer auch noch mit ausgleichen zu müssen.

elgetina :)
Tina
 

Re: .. und es geht wieder los

Beitragvon Imagine » Mi. 23.09.2015, 19:30

Danke für eure beiden Antworten.

Christine hat geschrieben:Mein erster spontaner Gedanke war - vielleicht reagiert sie sauer, weil sie hilflos ist und nicht weiß, wie sie dir helfen kann?


Ja, das sagt sie oft. Sie kann mir nicht helfen und würde aber so gerne. Das führt des Öfteren natürlich auch zu Streit und sie sagt oft zu mir: "Wenn du wieder so abrutschst wie früher, weiß ich nicht, ob ich noch mit dir zusammen sein kann." Das macht mich traurig..

Tina hat geschrieben:.Ich denke mal, genau dieser Druck "ich darf nicht...." oder auch das Gegenteil "ich muss..."
macht die Sache so schwer.
Vielleicht liegt der Schlüssel gerade darin, das man es schafft, dass das Ganze "unwichtig" wird.


Das hast du schön gesagt, wahrscheinlich ist das die "Kunst".. vielleicht kann ich sie ja irgendwann beherrschen.
Imagine
 

Re: .. und es geht wieder los

Beitragvon Tina » Do. 24.09.2015, 12:46

.
@Imagine

kleiner Nachtrag....
eigentlich müsste Deine Freundin, wenn sie denn eine wirkliche Freundin wäre, sagen...

"Ob Du etwas isst, oder nicht, oder sonst welche Probleme hast.... ich werde bei Dir sein...mach Dir keinen Kopf"
....natürlich ohne die Verpflichtung, Dein Problem auch lösen zu müssen... nur da sein.
Und schon wäre der Druck deutlich geringer.

Sagen kannst Du es ihr wahrscheinlich nicht, so was müsste schon von selbst kommen....
.... man/frau will ja bei den Unbeteiligten nicht noch ein schlechtes Gewissen erzeugen. :mrgreen:
Tina
 

Re: .. und es geht wieder los

Beitragvon Imagine » Do. 01.10.2015, 17:08

Heute sagte sie sowas.. ich bin mir irgendwie unsicher, was ich glauben soll?
"Wenn du wieder so wirst, wie du schon mal warst, kann ich dir nicht versprechen, dass ich bei dir bleiben kann" - oder: "Ich bin immer für dich da, mach dir da keine Sorgen".

Ich hab noch eine andere Frage.. es macht mir Angst, wenn ich essen "muss", es also der Anstand gebietet, wie z.B. beim Essen gehen. Am Samstag geh ich mit meiner Freundin essen, darauf freue ich mich, das wird auch okay werden. Nur am Sonntag bekomm ich Besuch von meinen Großeltern (die wohnen ca. 1 1/2 Stunden weg) und die wollen am Sonntagmittag auch mit mir essen gehen. Ich bin irgendwie ratlos. Ist das normal, dass einem das mit so kurzem Abstand zu viel wird oder ist das nur in meinem Kopf so unglaublich schlimm?
Imagine
 

Re: .. und es geht wieder los

Beitragvon jazzpaula » Sa. 03.10.2015, 19:28

Tina hat geschrieben:.
@Imagine

kleiner Nachtrag....
eigentlich müsste Deine Freundin, wenn sie denn eine wirkliche Freundin wäre, sagen...

"Ob Du etwas isst, oder nicht, oder sonst welche Probleme hast.... ich werde bei Dir sein...mach Dir keinen Kopf"
....natürlich ohne die Verpflichtung, Dein Problem auch lösen zu müssen... nur da sein.
Und schon wäre der Druck deutlich geringer.

Sagen kannst Du es ihr wahrscheinlich nicht, so was müsste schon von selbst kommen....
.... man/frau will ja bei den Unbeteiligten nicht noch ein schlechtes Gewissen erzeugen. :mrgreen:


das seh ich nicht ganz so. ich finde es sehr schwierig als freund für jemand da zu sein, wenn man sieht, der- oder diejenige rennt in sein/ihr schicksal. zudem kommt es auch immer darauf an wieviel eigene kraft ich als freund oder freundin habe.

bevor mich jemand steinigt, ich bin so gut ich kann für meine freunde da, aber es gibt auch punkte da kann ich nicht mehr, da würde ich da stehen und quasi zum "hilflosen helfer" werden. das ist der punkt wo ich evtl. mehr schaden anrichte als gutes.

auch ich war magersüchtig, essstörungen sind weiter da, ich hatte damals eine freundin die sich auch immer mehr zurück zog. sie machte sich solche großen sorgen, dass sie es nicht mehr aushielt dabei zuzusehen wie ich immer weniger wurde.

heute noch versuche ich oft über meine eigene kraft hinaus zu helfen und steh dann selber am abgrund, daher ist das schon zu differenzieren, die freundin handelt garantiert nicht aus boswillen.

@imagine: vielleicht sprichst du mal genau das mit ihr an?
was deine frage angeht. auch mir wird das in so kurzem abstand oft zu viel, wenn dann bekomm ich das ein paar tage hintereinander nur mit viel sport hin.
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Re: .. und es geht wieder los

Beitragvon Imagine » So. 04.10.2015, 17:56

Liebe jazzpaula,

dein Beitrag hat mich zum Nachdenken gebracht. Wahrscheinlich hast du Recht.. sie ist überfordert (was ich gut verstehen kann!).
Danke für deine Worte :)

Da ich jetzt krank bin, fällt das Essen heute weg. Irgendwie bin ich froh :shock:
Imagine
 

Re: .. und es geht wieder los

Beitragvon senta » So. 04.10.2015, 22:11

jazzpaula hat geschrieben:das seh ich nicht ganz so. ich finde es sehr schwierig als freund für jemand da zu sein, wenn man sieht, der- oder diejenige rennt in sein/ihr schicksal. zudem kommt es auch immer darauf an wieviel eigene kraft ich als freund oder freundin habe.
kann ich nur zustimmen, wie bei jeder Suchterkrankung ist die Einflussmöglichkeit einer Freundin begrenzt und sie muss sich auch selbst schützen, denn eine gute Freundin verhungern zu sehen ist unendlich belastend!
senta
 

Re: .. und es geht wieder los

Beitragvon senta » Di. 29.12.2015, 17:37

wie geht es dir zZt Imagine?

nach deinen Beiträgen in anderen threads habe ich den Eindruck, es hat sich doch wieder etwas beruhigt bei dir

:?:
senta
 

Re: .. und es geht wieder los

Beitragvon Imagine » Di. 29.12.2015, 18:06

Hallo senta,

danke, dass du dich danach erkundigst.
Ja, es hat sich tatsächlich wieder etwas beruhigt. Ich habe die ES wieder mehr im Griff, nicht sie mich. Das ist gut.. wobei viele Gedanken da sind.. 'bin ich gut so?'.. 'darf ich "normal" sein oder bin ich nur zu dünn gut genug?'.. Fragen, auf die ich immer noch keine Antworten für mich gefunden hab. Es kommen immer mal wieder Antworten von außen, die ich aber für mich nicht glauben kann.. naja, es kann ja nicht alles okay sein..
Imagine
 


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