Projektaufruf: weibl. Personen mit ES jeden Alters gesucht

Austauschmöglichkeit zum Thema Essstörungen, wie z.b. der Anorexie (Magersucht), Bulimie (Ess-Brechsucht), Binge-Eating-Disorder (Fressanfälle) oder Adipositas (Esssucht), sowie über Ernährung und Essverhalten.

Wichtig: Kein Pro-Ana/-Mia erwünscht!

Projektaufruf: weibl. Personen mit ES jeden Alters gesucht

Beitragvon Kafkaesk » Mi. 17.06.2015, 20:21

Vor etwa einem Monat bin ich auf einen Blog gestoßen, der das Leben einer Essgestörten aus ihrer Krankheit hinaus verfolgt. Auf diesem Blog fand sich auch ein Projektaufruf, den ich sehr interessant und auch hilfreich fand und ihn euch deshalb gerne mal ans Herz legen wollte. Leider wendet er sich nur an Mädchen/Frauen/weibliche Personen.
Jedenfalls, hier der Aufruf:



Mädchen und Frauen mit Essstörungen (jeden Alters) für Projekt gesucht!
Weißt du wie es sich anfühlt, den ganzen Tag mit dem Gedanken an Essen beschäftigt zu sein? Weißt du wie es sich anfühlt, den Kopf voller Kalorientabellen zu haben? Weißt du wie es sich anfühlt, unkontrolliert all das zu verschlingen, was du dir eigentlich verboten hast?
Weißt du wie es sich anfühlt, danach einem schlechten Gewissen zu erliegen und alles wieder loswerden zu wollen?
Weißt du wie es sich anfühlt, mit deinem Körper auf Kriegsfuß zu stehen und das eigene Spiegelbild nicht mehr wieder
zu erkennen? Weißt du wie es sich anfühlt, wenn die schockierten Blicke anderer Menschen auf dir lasten? Weißt du wie es sichanfühlt, einsam zu sein, weil du keinen mehr an dich heranlässt?
Und: Hast du es satt, Zeit und Energie in etwas zu verschwenden, das dir eigentlich nur im Weg steht?
Dann geht es dir so wie mir.
Mein Name ist Melanie,ich bin 24 Jahre alt und wohne seit einem knappen Jahr in einer betreuten Wohngemeinschaft für junge Menschen mit Essstörungen. Wegen Magersucht bin ich seit längerem regelmäßig in therapeutischer Behandlung. Und ich bin wütend. Warum?
Weil ich so sehr in einer Krankheit gefangen war, dass ich nicht nur jegliche Begeisterung und Freude, sondern auch die Hoffnung auf mein eigen es Leben verloren hatte. Aber das ist nicht der einzige Grund. Wütend bin ich auch, weil
meiner Ansicht nach die Medien immer noch ein oft undifferenziertes, klischeehaftes Bild über Essstörungen vermitteln. Junge Mädchen, die unter dem Einfluss von Fernsehsendungen sowie Modezeitschriften diät- und fitnesshungrigen Hollywoodstars und Models nacheifern, weil sie ebenso dünn sein wollen.
In vielen Medienberichten über Essstörungen werden die Hintergründe und Ursachen der Krankheit kaum thematisiert, ebenso wenig wie ihr Facettenreichtum.
Ich habe viele Betroffene kennen gelernt und sehe die Parallelen. Diesen gegenüber stehen aber auch zahlreiche Unterschiede: Erscheinungsform und Ausmaß, Entstehung, Alter und konkretes Verhalten der Personen sowie Umgang und Bewältigungsversuche sind immer individuell unterschiedlich.
Zurzeit arbeite ich daher an einem Projekt, das unter anderem diese Vielfältigkeit klar machen soll. Dafür möchte ich verschiedene erkrankte Mädchen und Frauen zu ihren eigenen Erfahrungen befragen.
Egal ob Magersucht, Bulimie, Binge Eating, Esssucht. Egal ob noch am Anfang, auf dem Weg der Besserung oder schon fast gesund. Dabei werden Fotos entstehen, und zwar in Momenten, in denen es gelingt, die Essstörung vielleicht für einen
Augenblick zu vergessen. Orte oder Tätigkeiten, die Hoffnung geben und die Kraft, weiter zu kämpfen. Hier ist alles denkbar: tanzen, meditieren, auf dem Meer segeln, in der Sonne sitzen. Die Person kann im Ganzen zu sehen sein oder nur ausschnittsweise, zum Beispiel Gesicht oder Hände.
Am wichtigsten ist das Wohlfühlen in der Situation. Mit den Fotos und Erfahrungsberichten möchte ich verdeutlichen, dass es DIE Esssgestörte nicht gibt, denn jeder empfindet anders. Ich will Mädchen und Frauen Mut machen und zeigen, dass es sich lohnt, für mehr Lebensfreude einzutreten.
Dass es ein langer und steiniger Weg bis zum Ziel ist, der oft einige Rückschritte bereit hält, aber kein aussichtsloser.
Wenn du mich dabei unterstützen möchtest, melde dich einfach per E-Mail (kausch.melanie@googlemail.com) bei mir. Für weitere Fragen oder zum näheren Kennenlernen stehe ich gerne (auch telefonisch) bereit.
Das Projekt soll idealerweise in einer kleinen Ausstellung oder einem Bildband münden, um Fotos und Interviews zu präsentieren.
Ich freue mich auf deine Antwort.
Alles Liebe,
Melanie
»Vor Schaden und Unrecht werde ich die Kranken bewahren«
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