Bin ich schon essgestört? (evtl Trigger??)

Austauschmöglichkeit zum Thema Essstörungen, wie z.b. der Anorexie (Magersucht), Bulimie (Ess-Brechsucht), Binge-Eating-Disorder (Fressanfälle) oder Adipositas (Esssucht), sowie über Ernährung und Essverhalten.

Wichtig: Kein Pro-Ana/-Mia erwünscht!

Bin ich schon essgestört? (evtl Trigger??)

Beitragvon ISurvivesIt » Mo. 06.04.2015, 10:32

Hallo,

ich würde euch gerne um euren rat/eure meinung fragen.

meine beste freundin (seit jahren an MS (magersucht) erkrankt), versucht mich immer wieder davon zu überzeugen dass ich essgestört bin bzw magersüchtig oder ich gerade darein rutsche. Ich verneine das selbstverständlich immer, außerdem denke ich dass sie es nur sagt, weil sie mich als konkurrentin ansieht.

Also nun zu mir.

eigentlich war ich immer mit meinem gewicht zu frieden, bis ich das erste mal in die klinik (damald TK) kam.

ich habe in den 3,5 monaten dort einige kilo (ca 2-3kg) zugenommen, war aber immer noch an der unteren grenze des nomalsgewicht vom bmi her.

auf jeden fall kam ich damit halt schlecht klar und hab die dann halt wieder abgenommen in den ersten 1,5 wochen (ja ich weiß dass das nicht gesund ist), damals durfte ich mir von meinem therapeuten auch anhören, dass wenn ich so weiter mache, ich an meinem geburtstag (der da noch 3 wochen entfernt war) tot sein würde.

auf jeden fall aß ich dann ja wieder normal. schließlich hatte ich ja "mein" gewicht wieder.

bei meinem 2. stationären aufenthalt (nur 2 monate nach der entlassung aus der TK) nahm ich dann in 3,5 wochen über 3 kilo zu, da man sich ja auf station kaum bewegen kann etc. ich hatte meine persönliche "no-go" grenze für mein gewicht überschritten und deshalb mussten mindestens 2 kilo runter. ich war erfolgreich.

seit dem würde ich behaupten, dass ich normal esse. allerdings fällt auch mir auf, dass ich in phasen extrem viel (für meine verhältnisse) esse (ich esse dann alles was da ist) undes dann wieder phasen gibt wo ich mit einer, bzw maximal 2 mahlzeiten am tag auskomme, mit gewichtsabnahme!

vor etwas über einem jahr habe ich mich dazu entschieden absofort vegetarisch zu leben. mit dem effekt, dass ich in den ersten 2 monaten fast 6 kilo abnahm und ich nur knapp der künstlichen ernährung entkommen bin (zu der phase habe ich aber auch nur 2 mahlzeiten am tag, maximal 3 gegessen). meine mutter sagt seit dem, dass ich fast magersüchtig geworden bin. (september letzten jahres)
ich musste die kilos wieder rauf essen und habe von meinen eltern ein mindest-gewicht auferlegt bekommen. bin ich drunter, gibt es sanktionen. das kam nun schon zwei mal vor.

ich hab das problem, dass ich mich im september super gefühlt habe und das zu dünn sein nicht wirklich registriert habe, oder nicht wahrhaben wollte.

seitdem ist es jetzt aber so, dass ich drum kämpfe maximal 1,5 kilo über diesem gewicht zu sein. aktuell bin ich fast 2 kilo drüber aber damit lässt es sich noch leben. es sollte nur nicht mehr als 2,5 sein, denn dann fang ich mit "meiner" diät an....

bestimmte nahrungsmittel habe ich nie komplett weggelassen. es kam halt vor, dass ich statt täglich schokolade, die nur einmal die woche gegessen habe, aber das ist doch normal oder??

ich habe jetzt auf jeden fall angst, dass das essverhalten nicht mehr normal ist und wollte mal nach eurer meinung fragen !
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Re: Bin ich schon essgestört? (evtl Trigger??)

Beitragvon MajorSamCater » Mo. 06.04.2015, 11:11

Hey du,

es klingt auf alle Fälle ungesund...mir fällt auf, dass du dich uund dein Gewicht sehr kontrollierst...und wenn schon von tot und zwangsweise Ernährung gesprochen wird, klingt das doch schon extrem, nicht? Selbst in deinen Ohren klingelt es da...hm?

LG Sammy
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Re: Bin ich schon essgestört? (evtl Trigger??)

Beitragvon ISurvivesIt » Mo. 06.04.2015, 11:28

Na ja das mit Tod und zwangsernährung fand ich etwas übertrieben. Vor allem das mit den Tod.
Als die zwangsernährung angedroht würde wog ich aber auch 4.5 Kilo weniger als jetzt.
Ich hab einfach Angst mit jemand professionellem drüber zu reden. Mein Therapeut hatte es vor fast 2 Jahren mal probiert aber ich konnte einfach nicht ehrlich sein.

Und sein Gewicht täglich zu kontrollieren ist doch nicht ht schlimm, oder?
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Re: Bin ich schon essgestört? (evtl Trigger??)

Beitragvon MajorSamCater » Mo. 06.04.2015, 11:33

Wie ich sagte: es klingt ungesund. Du wolltest eine Meinung. Das ist meine.

Ich glaube halt, dass eine medizinische Ansicht wesentlich objektiver ist, als die eigene.

Ich finde es nicht "schlimm" sich täglich zu wiegen, aber wirklich normal klingt es nicht. Und total stressig...wenn man sich wg 500 Gramm unter Druck setzen muss :-/

Und wenn du schon deshalb lügen musst, liegt doch was im Argen...sonst könntest du doch ehrlich sein, oder ;)?
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Re: Bin ich schon essgestört? (evtl Trigger??)

Beitragvon Mad-Ich » Mo. 06.04.2015, 11:46

Schlimm nicht, aber es scheint dein Leben doch schon ganz schön zu bestimmen. Belastet es dich denn, so sehr aufs Gewicht achten zu müssen? Probleme fangen meist dann an, wenn sie das eigene Leben einschränken. Was passiert denn, wenn du mal nen paar Tage gar nicht auf die Waage gehen würdest? Würden sich dann die Gedanken nur noch darum drehen? Dann bestimmt es schon dein Leben in nem Maß, dass es dich einschränkt, du nicht mehr frei im Kopf bist.

Wenn deine Eltern dir schon Strafen androhen, wenn du nen bestimmtes Gewicht unterschreitest, dann sind sie schon etwas hilflos in der Situation. Wie es scheint, hilft dir der Druck. Aber was passiert, wenn du flügge geworden bist, dein eigenes Leben lebst? Dann fehlt diese Vorgabe. Gehts dann noch weiter runter?

Du nimmst es schon als Problem irgendwo wahr, irgendwo wird auch Scham dabei sein, sonst würdest du damit offen umgehen können gegenüber anderen.

Nach dem, was du hier beschreibst, hast du eine Essstörung. Aus meiner Sicht. Wie weit die geht, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Ich hab selber nen Problem mit Essen. Ich nutz es meist um mich zu betäuben wenns mir schlecht geht und in letzter Zeit ist das wieder häufiger der Fall. Nur um zu zeigen, du brauchst dich hier wegen so etwas nicht zu schämen *kopfschüttel*.
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Re: Bin ich schon essgestört? (evtl Trigger??)

Beitragvon MajorSamCater » Mo. 06.04.2015, 11:55

Um mad-ichs Worte zu unterstreichen (falls mein Beitrag abfälig wirken sollte):

Das ist kein Grund sich zu schämen. Hier haben ganz viele bestimmt ES oder ein anderes Problem. Alle sind gleich "furchtbar".

Sammy
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Re: Bin ich schon essgestört? (evtl Trigger??)

Beitragvon ISurvivesIt » Mo. 06.04.2015, 12:50

Wenn ich mir eure Kommentare so durchlese, könntet ihr recht habe.
Habe gerade auch so einen es-selbsttest im Internet gemacht. Der eine meinte dass ich schon eine ms habe der andere dass ich gefährdet bin. Aber warum kann ich mir das selber nicht eingestehen
wisst ihr was ich meine.?Ich fühle mich selber doch als "normal" an und nicht als schlank
.. Und außerdem empfinde ich selber mein (ess)verhalten nicht so abnormal...
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Re: Bin ich schon essgestört? (evtl Trigger??)

Beitragvon senta » Mo. 06.04.2015, 12:53

ISurvivesIt hat geschrieben:wisst ihr was ich meine.?Ich fühle mich selber doch als "normal" an und nicht als schlank
.. Und außerdem empfinde ich selber mein (ess)verhalten nicht so abnormal...


klar wissen wir, was du meinst,
das ist ja ein entscheidendes Symptom einer Suchterkrankung
senta
 

Re: Bin ich schon essgestört? (evtl Trigger??)

Beitragvon Seelenflüsterer » Mo. 06.04.2015, 13:39

Zudem solltest Du immer mit einrechnen, dass man bei solchen Tests oft unterbewusst die wahren Sachverhalte noch etwas verharmlost. Wenn Dir die aber trotzdem schon das Vorhandensein oder zumindest die Gefährdung für eine Ms attestieren, ist das ein ernstes Warnzeichen. Noch bedenklicher aber ist das, was Du schreibst. Selbst wenn Du noch keine Essstörung hast, was ich ehrlich gesagt aber s hon vermute, ist es jetzt allerhöchste Zeit etwas dafür zu tun, dass Du keine bekommst! Je länger sich Deine negativen Essgewohnheiten einfahren, desto schwerer wird es, da wieder einen Weg heraus zu finden. Schämen brauchst Du Dich für Dein Problem allerdings nicht!-Es zeigt nur, dass Deine Seele offenbar unter etwas sehr leidet, was bearbeitet werden sollte. Ich wünsche Dir die Entschlusskraft dazu!
Seelenflüsterer
 

Re: Bin ich schon essgestört? (evtl Trigger??)

Beitragvon ISurvivesIt » Mo. 06.04.2015, 14:36

ich muss sagen, dass mich eure kommentare gerade echt zum nachdenken bringen...

Mit dem hilfe holen ist das so eine sache. ich hatte selbst schon überlegt iwo hinzugehen, um klären zu lassen ob ich wirklich eine ES habe, aber ich würde das 1) gerne anonym machen, und da weiß ich nicht ob es sowas gibt :/
und 2) könnte ich die Therapie nicht bei meinem derzeitigen Therapeuten machen und dann müsste ich einen Wechsel vor nehmen und ich weiß nicht ob ich das emotional schaffe einer weiteren Person zu vertrauen (ich brauch dafür so meine monate und jahre :( )
außerdem hängt mir 3) immer der satz meiner mutter von damals in den Ohren "ist das jetzt deine alternative zum Ritzen dich in den tot zu hungern oder was?"

ab welchem BMI zählt es denn als riskant oder ES (wenn man das hier fragen darf) ?
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Re: Bin ich schon essgestört? (evtl Trigger??)

Beitragvon senta » Mo. 06.04.2015, 15:16

ISurvivesIt hat geschrieben:immer der satz meiner mutter von damals in den Ohren "ist das jetzt deine alternative zum Ritzen dich in den tot zu hungern oder was?"

da hat deine Mutter gar nicht so Unrecht,
das passiert nicht selten, dass man von einer Sucht in die nächste rutscht,
eine Therapie wäre jetzt so wichtig!!!

Damit du mehr Selbstbewußtsein entwickeln kannst und die Verantwortung für dein Leben übernehmen lernst!

Du wirst demnächst "volljährig", das wäre doch ein idealer Zeitpunkt,
dein Leben anzugehen, oder? :wink:
senta
 


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