Nachts Hungerattacken

Austauschmöglichkeit zum Thema Essstörungen, wie z.b. der Anorexie (Magersucht), Bulimie (Ess-Brechsucht), Binge-Eating-Disorder (Fressanfälle) oder Adipositas (Esssucht), sowie über Ernährung und Essverhalten.

Wichtig: Kein Pro-Ana/-Mia erwünscht!

Nachts Hungerattacken

Beitragvon Zwahod » Fr. 24.10.2014, 21:28

Hallo Leute,

ich wiege etwas zu viel, allerdings führe ich das auf meine Medikation zurück...aber seit geraumer Zeit wache ich immer auf mitten in der Nacht - geh an den Kühlschrank und esse etwas.

Tagsüber esse ich weitesgehend normal nur seit dem ich das mache - vielleicht ein halbes Jahr, frühstücke ich morgens seltener.

Ich werde richtig von einem Gefühl im Bauch wach, ich sollte jetzt was essen - verschlafen wie ich bin, kann ich mich dagegen auch nicht wehren. Das kommt wahrscheinlich direkt aus dem Unterbewusstsein. Es ist dabei egal, wie spät ich esse und wie viel ich esse - irgendwann in der Nacht passiert es.

Dann gehe ich wieder ins Bett und "kann" schlafen.

Ich hatte seit ewiger die Zeit das Gefühl ich könnte ohne ein kleines Abendessen vorm zu Bett gehen nicht einschlafen und tatsächlich hat sich das Gefühl das ich ohne etwas im Magen nicht schlafen kann echt festgesetzt.

Ich weiß von anderen, dass die Abend gar nichts essen können sonst können sie nicht schlafen. Bei mir ist es genau anders rum. Es ist auch egal was ich dann esse, hauptsache es ist was im Magen.

Wenn ich nachts nicht essen müsste, könnte ich mit Sicherheit ein paar Pfund verlieren...was aber nicht das Hauptproblem ist weil ich mich weitesgehend wohl in meiner Haut fühle.

Kennt diese Problematik jemand? Wenn ja - wie habt ihr es in den Griff bekommen?

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Zwahod
Zwahod
 

Re: Nachts Hungerattacken

Beitragvon Harmony » Fr. 24.10.2014, 22:19

Kenn ich zu gut. In der Nacht aufwachen und Schokoladen Fressattaken. Dann esse ich manchmal bis zu zwei Tafeln in der Nacht und das sozusagen jede. Was ich dagegen tuh ist auf den Küchentisch Zwieback legen. Salzstangen. Halt leichte Sachen. Wichtig ist das man es nicht reinschling wie ein Staubsauger. Sondern lange an einem Stück kaut. Das Gehirn registriert ja erst nach ca 20 min das es richtig satt ist. Damit will ich nicht sagen kau 20 min lang am Zwieback rum nein, nein. Sondern einfach das du dich bemühst so langsam wie möglich zu essen, gut kauen. Und auch wenn ein nettes Brödchen oder gar Schokolade *hach* einem lieber ist. So sollte man sich zusammen reißen leichte Sachen zu essen die nicht sofort auf die Hüften gehen. Wird dir sicher am Anfang Schwer fallen. Aber wo ein Wille ist ist auch ein Weg. Viel Glück
Harmony
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Re: Nachts Hungerattacken

Beitragvon warum ich » Fr. 24.10.2014, 22:40

warum denn überhaupt ...

möchtes du es "in den griff" bekommen ... ?

wem psychopharmaka eine gewichtszunahme auslösen, kommt das ganz sicher nicht davon, daß diese medikamente besonders "nahrhaft" wären. vielmehr ist es das, was eben ausgelöst wird, wenn der mensch versucht in ein ansonst und bis dahin austariertes funktionierendes system einzugreifen und damit so einiges im hirn durcheinanderbringt (umdirigierung der hormon-ströme).

wenngleich es eben auch nötig sein kann, daß man eine schwerwiegendere sache auf diese weise mildern versucht, so dürfen wir unserem organismus indessen aber nicht übelnehmen, daß er halt "irgendwie" gegenzusteuern versucht.

den sinn dahinter müssen wir nicht verstehen wollen :mrgreen:

aber verstehen läßt es sich insoweit, daß dies ja dinge sind, die dir ein wohlfühlgefühl verschaffen (sollen).

grob vereinfacht: dein organismus erkennt die zwangsmaßnahme, die die medikation - eingriff in seine bis dahin autarken lebens- und gesunderhaltungsmechanismen (auf die physis bezogen) - darstellt, als eine art "bestrafung", und versucht, dem etwas entgegenzustellen, das nachher wieder belohnung wäre.

du schreibst ja selbst, daß es dich nicht derart reißt wie bspw. jemanden eh schon krankhaft auf sein gewicht fixierten.

auch einen gewissen ausgleich hast du bereits darin gefunden, dann halt weniger regelmäßig darauf folgend zu frühstücken.

sicher gäbe es da noch mehr, daß du dich am ende "getrost zurücklehnen" könntest, was du also noch versuchen und in deinen alltag einbauen könntest als ausgleich dessen, was du dir bei der nacht "anfutterst" ;)

etwa eine stunde mal am tag stramm "spazieren gehen", statt fernsehen; wege zu fuß erledigen, oder aber mit dem rad, wozu du derzeit vielleicht noch das auto oder die öffentlichen nimmst.
... nicht zuletzt vielleicht auch mehr auf die inhaltsstoffe der lebens- und genußmittel schauen, die man so immer einkauft.

wichtig ist doch allein, daß da etwas ist, das die glückshormone frei fließen läßt. du es mithin "zuläßt", daß dir diese nächtlichen "diners" eben nicht unangenehm sind, sondern das (sind), als das es dein organismus dir ... zu verstehen "vorschlägt" ;)

ich bspw. habe mir "ausgedacht", daß ich auf kaffee nicht länger aufgekratzt sein mag, statt dessen lieber davon müde werde ...
und, was soll ich sagen ? es klappt wunderbar. sofern man eben es nur so sehen will: ganz gelassen als das ur-gefühl eben, welches sich eigentlich schon immer mit einer tasse guten kaffees verbindet; und sich einlassen auf das eigene gefühl, zu welchem man für sich selber so dann also hinfinden geschafft hat.

... statt sich von der allgemeinen volksmeinung vereinnahmen und "niederreißen" zu lassen, daß (im beispiel) auf kaffee ja keiner schlafen könne.

(angestoßen war dieser mein gedanke übrigens zunächst von schwarztee, von dem ja bekannt ist, daß es die zeit macht, die man den teebeutel im wasser beläßt, ob er anregt oder müdemacht.
halt einfach auf meine persönlichen bedürfnisse adaptiert.)

und das schreibst du ja nun auch, daß es nicht zwangsläufig dann jedesmal "freß-attacken" seien, sondern du mitunter auch nach wenigem schon gleich wieder aufhören kannst.

... und eben dadurch zufrieden dann bist ...
warum ich
 

Re: Nachts Hungerattacken

Beitragvon Zwahod » Sa. 25.10.2014, 11:14

Hallo!

heute Nacht wieder ein paar Haferflocken gegessen - aber gut - ich werde mir mal Knäckebrot zulegen und das am Kühlschrank für diesen Fall zu deponieren. Das ist vielleicht eine gute Zwischenlösung.

Es ist kein großes Problem, aber wenn ich komplett durchschlafen könnte oder mir zumindest das "wach werden" gar nicht erst bewusst werde (laut Forschung wird man so 20Mal pro Nacht wach ohne dass wir es merken), wäre es schon besser.

Sport und solche Sachen mache ich und kann mich auch dazu motivieren - Süßigkeiten esse ich in der Regel so gut wie überhaupt nicht.
Kann sein, dass mein Organismus die Psychopharmaka als "Bestrafung" ansieht...allemal besser als mit ner Psychose durch die Gegend zu laufen.

Danke für Eure Antworten

Viele Grüße

Zwahod
Zwahod
 

Re: Nachts Hungerattacken

Beitragvon warum ich » Sa. 25.10.2014, 14:34

im vergleich zu anderen, die dieses problem haben, bist du doch bestens dran, wenn du es auf wenig (an menge) begrenzen kannst.

wenn es nachher also mehr nur das eigentliche problem für dich ist, eben bei der nacht neuerdings essen zu müssen, und du es als "nicht normal" akzeptieren willst, dann hätt's noch den weg über "zeremonien" es sich wieder abzugewöhnen: du würdest dir vielleicht vor dem zubettgehen etwas gleich schon auf's nachtkastl bereitstellen, damit du nichteinmal mehr extra noch aufstehen müßtest dazu.

... und irgendwann wäre dir der ganze blödsinn dann gleich auch wieder zu viel, und aus ... "trotz" :mrgreen: würdest du dann vielleicht gar nicht erst mehr diese gedanken ans essen "zulassen"; sie würden dir nicht mehr kommen.

kann freilich keinen erfolg der methode versprechen, nachdem ich ja nicht wissen oder von hier aus beurteilen kann, ob du ein solcher "trotz-mensch" nachher sein könntest, dem rituale irgendwann zuwider werden.

... speziell, wenn sie einem eingeredet worden waren ... ;)
warum ich
 


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