Definition: Trigger

Es geht hier sowohl um stoffgebundene Süchte und Abhängigkeiten (wie Alkohol- und Drogenmissbrauch) und nicht-stoffgebundene Süchte wie Verhaltenssüchte (z.B. Internetsucht, Kaufsucht, Spielsucht etc.), als auch um Zwangsstörungen (Zwangshandlungen und Zwangsgedanken/-ideen).

Definition: Trigger

Beitragvon Exitus » So. 12.12.2004, 12:03

Trigger - Eine Erklärung

Der Begriff "triggern" stammt aus dem Englischen und steht für Schalten, mehr noch für AUSLÖSER . Besonders in letzter Zeit begegnet einem dieses Wort öfters im Zusammenhang mit der menschlichen Seele, seiner Psyche, der Stimmung.

Beschrieben, umschrieben wird mit dem Wort ein Vorgang, der das zum Teil schnelle, urplötzliche Abkippen der eigenen Stimmung in eine andere Gemütslage, eine andere Gefühlswelt und Stimmung ist. Da dies im gängigen Sprachgebrauch eine miese, sehr negative Gefühlswelt und Stimmungslage ist, ist das Wort "triggern" negativ besetzt. Es ist aber auch ein positiver Trigger denkbar und möglich. So soll
es aber als deutliche Warnung vor diesem möglichen Auslösen, dem Umschalten und Abkippen in das Miese, Negative verstanden werden.
Dies gilt es zu beachten!

Angewandt wird diese Warnung insbesondere bei Texten, speziell im Internet. Aber auch bei einigen Songs, Videos oder Filmen sollte diese Warnung angebracht werden. Jeder, der Texte veröffentlicht, sollte sich Gedanken darum machen!

Betroffen vom Triggern kann jeder Mensch sein. Jeder hat mal einen schlechten Tag, miese Laune. Hier geht es aber um den auslösenden Effekt. Diesen verspüren insbesondere psychisch nicht stabile oder kranke Menschen, wie auch sehr sensibel auf bestimmte Texte, Situationen, Szenen oder Songs reagierende Menschen zum Teil drastisch. Allerdings ist jeder Mensch "irgendwie" triggerbar :-( Das Problem ist nicht der Trigger selbst, sondern seine Folgen aus der sich auftuenden, umgekippten Gemüts- und Stimmungslage. Womöglich tut sich ein seelischer Abgrund auf, was bestimmte Handlungen nach sich ziehen kann.

Ich denke zum Beispiel an Texte, die SVV(Selbstverletzendes Verhalten) beschreiben. Bei SVV- lern kann das zum Drang führen, sich wieder selbst zu verletzen. Oder an Texte, die das Fallen ins Loch, in die die Depression auslösen...

Hervorgerufen wird der Trigger durch starke Emotionen, Gefühle, Erregungen, die zum Beispiel durch Erinnerungen an Depressionen oder
seelische Krisen geprägt sind, welche der gerade gelesene Text auch beschreibt. Oder durch Szenen, die dem eigenen Erleben ähneln. Oder Songs, die Erlebtes, Gefühle und Erinnerungen aufgreifen - sie wieder vor das geistige Auge führen. Allgemein findet die Person in den Texten etc. etwas, was sie irgendwoher kennt, was aber extrem negativ für sie war. Was sie vielleicht sogar versucht hat, bewusst
oder unbewusst, zu verdrängen oder anders zu verarbeiten. Und dann dieser Hammer!

Leider lässt sich nicht vorhersagen, ob ein bestimmter Text oder Song etc. triggern wird. Allerdings ist dies stets zu vermuten, wenn starke oder depriemierende Emotionen und Gefühle oder für die meisten Menschen als extrem negativ zu empfindende Situationen beschrieben werden. Dies kann zum Beispiel bei Gewalt gegen Menschen oder Mißbrauch der Fall sein. Oder alle Arten von dargestellter Tötung in Text, Song, Video und Film. Leider läßt sich das nicht verallgemeinern. Unter Umständen können auch ganz banale Dinge triggern. Sehr oft hängt das von der speziellen Situation ab, in der sich der Mensch befindet, der "getriggert" werden könnte. So ist es dem Autor einmal "gelungen", sich selbst zu triggern mit einem ihm eigentlich bekannten, banalen Song von Pink Floyd. Unerklärbar...

Womit auch umschrieben ist, dass das Triggern im Allgemeinen von aussen, ungewollt und ungewünscht, teilweise unerwartet auf den Menschen einwirkt. Anders der "Selbsttrigger". Dies passiert, wenn bewusst zum Beispiel eine CD mit Songs aufgelegt wird, die bekannterweise
negative Emotionen weckt. Somit will dieser Mensch abkippen. Er weis um den Effekt, der eintreten könnte - nicht muß! Er will seelisches Leid und Depression verspüren. Oder es passiert mehr oder weniger unbewusst, weil man beispielsweise gerade an einem Text schreibt, der plötzlich leidvolle Erinnerungen weckt. Den Selbsttrigger löst also jeder für sich selbst aus.


Quelle: http://home.debitel.net/user/hannes.lau ... rigger.htm
Exitus
 

Re: Definition: Trigger

Beitragvon eisbaerchen » So. 15.03.2009, 14:37

ich finde diese erklärung sehr gut... mir hat es gerade etwas die augen geöffnet...

wie geht ihr damit um, wenn es euch von jetzt auf gleich einfach "umhaut" und die gute stimmung in einer ganz negativen und depressiven ist? ich weiß grad nicht mehr was mit mir los ist. wenn ich meine einträge lese, die ich schon gemacht habe, bewundere ich dies und frage, wo diese person die anderen hoffnungen machte, hin ist... geht es jemand vielleicht auch so?
eisbaerchen
 

Re: Definition: Trigger

Beitragvon senta » Sa. 28.11.2009, 12:56

Hi eisbärchen,
(süßer Name)
das geht mir auch manchmal so, es ist wohl viel leichter, eine Situation oder ein Problem ein zu schätzen, wenn es nicht um einen selbst geht.
Oftmals fällt mir, wenn ich Anderen zuhöre etwas hilfreiches ein und es ist ein super schönes Gefühl, dann auch positive Rückmeldungen zu bekommen, wenn man jemandem weiterhelfen konnte.
Wenn ich allerdings selbst in Schwierigkeiten bin und einen Tiefpunkt habe, dann habe ich keinen Blick für irgendwelche hilfreichen Verhaltensweisen.
Ein Anstoß von außen kann dann auch wieder Ideen für mich selbst wecken, das finde ich im Forum eben auch so gut, manchmal hilft dann auch das "Stöbern" in ähnlichen Themen.
Vielleicht ist das positives Triggern???
LG senta
senta
 

Re: Definition: Trigger

Beitragvon Angelika » Mi. 04.12.2013, 18:26

In vielen Therapien habe ich allmählich gelernt,mit Antriggerungen umzugehen.
Mal geht es relativ gut,und manchmal haut es mich doch noch massiv um,aber die Zeit der Erholung ist kürzer,und ich weiß,was da gerade in mir warum passiert.

Wichtig ist das Bewußtwerden,daß jetzt Gefühle von damals präsent sind und nichts mit der jetzigen Realität zu tun haben-also versuchen in den Kopf zu kommen und sich mittel s aller Sinne im Hier und jetzt stabilisieren.

Es kann hilfreich sein,dann zu erkennen,woher der Auslöser kam,um besser verstehen zu können.

Ansonsten gilt es,sich in Schutz zu bringen,und schauen,wie man sich etwas Gutes tun kann,was man gerade braucht.

Man sollte auch keine Angst vor Antriggerungen haben und wenn man sich einigermaßen stabil fühlt,ruhig ab und an ausprobieren,wie viel man ertragen kann und wo die Grenzen liegen können,um damit umgehen zu lernen.

Man kann es schaffen,was Einen mal antriggerte,heute zu überwinden,aber das erfordert viel therapeutische Übung.
Angelika
 


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