Emotionale Kälte durch Speed

Es geht hier sowohl um stoffgebundene Süchte und Abhängigkeiten (wie Alkohol- und Drogenmissbrauch) und nicht-stoffgebundene Süchte wie Verhaltenssüchte (z.B. Internetsucht, Kaufsucht, Spielsucht etc.), als auch um Zwangsstörungen (Zwangshandlungen und Zwangsgedanken/-ideen).

Emotionale Kälte durch Speed

Beitragvon StrawberryGashes » Mi. 05.04.2017, 00:32

Hallo,
Ich kenne mich selbst leider wenig mit dem Konsum chemischer Drogen und deren Auswirkungen auf die Psyche der Konsumenten an.
Da jemand in meinem sehr engen VertrautenKreis leider ständig MischKonsum betreibt, fühle ich mich mit einigen fragen konfrontiert, die mir ehrlich auf der Seele brennen. Vielleicht sind hier ja Konsumenten/Exkonsumenten, die mir aus eigener Erfahrung berichten können.
Es geht hier (glaube ich von meinen Recherchen her) wohl um die Auswirkungen von Speed auf das emotionale empfinden der User.
Ich habe das Gefühl, dass nach und nach immer mehr Emotionale Kälte eintritt. Kann mir jemand gleiches berichten ? Wenn ja , wie fühlt sich das an ? Wie soll man dem entgegentreten? Ich bin etwas überfordert und hätte gerne antworten. Ich kann das alles - wie gesagt - wegen mangelnder Erfahrung nicht selbst nachvollziehen und würde es so gerne verstehen. Ich kann das alles echt nicht einschätzen.
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Re: Emotionale Kälte durch Speed

Beitragvon Mietz_x3 » Do. 06.04.2017, 11:07

Ich nehm Speed seit ca nem 3/4 Jahr, Anfangs ziiemlich oft und ziemlich viel.

Mich hat das Ganze eher stabilisiert,also Gedanken geortnet.
Gefühle wurden bei mir eher verstärkt, also Ich fühle mich Tage nach dem Konsum eher stabiler,und eigentlich auch feinfühlliger was andere betrifft.

Ich würd deinem Freund/Freundin raten mit Mischkonsum aufzuhören, das kann so krass nach hinten losgehn

wenn du Fragen rund um Drogen etc hast kannst du mir ne Pn schreiben

und bitte, Ich will jetzt nicht von der Anti-Drogen Armee hier im Forum überannt werden.
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Re: Emotionale Kälte durch Speed

Beitragvon StrawberryGashes » So. 09.04.2017, 00:08

Ich habe bisher beides beobachten können und weiß selbst manchmal nicht mehr, was Charakter und was Substanz ist.
Menschen Konsum ausreden ist - wie du sicherlich weißt - unmöglich und ich möchte das auch nicht machen.
DEr entschluss muss aus der Person selbst kommen.

Anti brauch ich hier auch nicht. DasS das nicht gut ist, kann man ja überall sehen und lesen. Aber hier soll es ja darum gehen, wie man das einschätzt und darum umgeht.

Ich schreib dir später mal eine PN.
Danke für das Angebot.
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Re: Emotionale Kälte durch Speed

Beitragvon Ruby » So. 09.04.2017, 10:09

Ich kenne mich mit allerlei Drogen ziemlich gut aus. Es gibt kaum eine Droge, die ich in meinem Leben ausgelassen habe. Kann mir gut vorstellen, dass Speed bei Langzeitgebrauch zu emotionaler Kälte führen kann. Manchmal kommt man sich damit so abgeklärt vor. In jedem Fall macht es körperlich richtig kaputt, laugt wichtige Mineralstoffe im Körper richtig aus, geht tierisch auf die Zähne, Knochen und natürlich die Schleimhäute. Bei längerem Gebrauch dieser Droge riecht man das Zeugs ja sogar bei der Körperausdünstung.

Dass der Konsum von Speed hirnorganische Areale aktiviert, die einem suggerieren, den absoluten Durchblick zu haben und einem sogar Sinn machende Zusammenhänge bewusst werden, auf die man ohne Speed gar nie gekommen wäre, mag ich hier gar nicht bestreiten. Das gleiche kenne ich auch von Ethylphenidat und anderen Drogen. Das aber könnte eventuell auch zu einer abgeklärten Überheblichkeit oder Selbstüberschätzung führen, was dann wie emotionale Kälte rüber kommt. Bei Langzeitgebrauch kann man aber auch schnell in wahnhafte Paranoia hinein rutschen. Drogen führen in jedem Fall dazu, unsere Gehirnverschaltung und Gehirnkonditionierung zu verändern. Unter anderem führt das dann auch zu Suchtverhalten.

Wir Menschen haben von Natur aus die Fähigkeit, körpereigene Drogen zu produzieren, zum Beispiel Endocannabinoide oder Dopamine, um nur zwei davon aufzuzählen. Nur leider haben viele von uns verlernt, diese bewusst zu steuern und auszuschütten.

Lieben Gruß
Ruby
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Re: Emotionale Kälte durch Speed

Beitragvon StrawberryGashes » So. 09.04.2017, 16:40

Danke an Ruby für die sehr ausführliche Antwort =)

Ruby hat geschrieben:Ich kenne mich mit allerlei Drogen ziemlich gut aus. Es gibt kaum eine Droge, die ich in meinem Leben ausgelassen habe. Kann mir gut vorstellen, dass Speed bei Langzeitgebrauch zu emotionaler Kälte führen kann. Manchmal kommt man sich damit so abgeklärt vor.

Dein Beitrag überschneidet sich eindeutig mit meinen Beobachtungen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass sich die Person in diesen Momenten fast gottgleich und über allem schwebend empfindet und keinerlei andere Sichtweisen oder Probleme des "niederen Volkes" (also zum Beispiel mir) sehen oder begreifen kann, da sie ....falsch erscheinen und keine begründete Ursache haben.


In jedem Fall macht es körperlich richtig kaputt, laugt wichtige Mineralstoffe im Körper richtig aus, geht tierisch auf die Zähne, Knochen und natürlich die Schleimhäute. Bei längerem Gebrauch dieser Droge riecht man das Zeugs ja sogar bei der Körperausdünstung.

Das weiss ich leider :/
Dass der Konsum von Speed hirnorganische Areale aktiviert, die einem suggerieren, den absoluten Durchblick zu haben und einem sogar Sinn machende Zusammenhänge bewusst werden, auf die man ohne Speed gar nie gekommen wäre, mag ich hier gar nicht bestreiten.

Das tritt auch in Paarung mit der von mir beschriebenen emotionalen Kälte auf. Es werden Begrüdungen und Schuldumwälzungen auf andere Personen getätigt, die rein in ihrer Argumentationsstruktur auf jeden Fall Sinn machen, nur leider nicht wirklich etwas mit dem realen Sachverhalt zu tun haben.
Manchmal denkt man selbst, dass man derjenige sei, der sie "nicht mehr alle hat", da die Rechtfertigungen unheimlich gut - und leider auch oft sehr von oben herab - durchdacht sind.

Das gleiche kenne ich auch von Ethylphenidat und anderen Drogen. Das aber könnte eventuell auch zu einer abgeklärten Überheblichkeit oder Selbstüberschätzung führen, was dann wie emotionale Kälte rüber kommt. Bei Langzeitgebrauch kann man aber auch schnell in wahnhafte Paranoia hinein rutschen. Drogen führen in jedem Fall dazu, unsere Gehirnverschaltung und Gehirnkonditionierung zu verändern. Unter anderem führt das dann auch zu Suchtverhalten.

Wie äußert sich letztere ? Ich will verstehen.

Wir Menschen haben von Natur aus die Fähigkeit, körpereigene Drogen zu produzieren, zum Beispiel Endocannabinoide oder Dopamine, um nur zwei davon aufzuzählen. Nur leider haben viele von uns verlernt, diese bewusst zu steuern und auszuschütten.



Ich schätze, dass die Fähigkeit vor allem durch den (wirklich langzeitigen und exzessiven) Konsum sogar eher nich eingeschränkt ist. Die Ausschüttung wird ja in dem Moment des Konsums extrinsisch gesteuert und geregelt. Körper und Hirn sind in diesem Moment dann ja arbeitslos.
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