Wieder Spaß am Leben ohne Drogen

Es geht hier sowohl um stoffgebundene Süchte und Abhängigkeiten (wie Alkohol- und Drogenmissbrauch) und nicht-stoffgebundene Süchte wie Verhaltenssüchte (z.B. Internetsucht, Kaufsucht, Spielsucht etc.), als auch um Zwangsstörungen (Zwangshandlungen und Zwangsgedanken/-ideen).

Wieder Spaß am Leben ohne Drogen

Beitragvon fezzoletti » Sa. 06.02.2016, 21:04

Seit 4 Jahren arbeite ich intensiv daran. Ich habe mit 18 das Kiffen angefangen, jetzt bin ich 40. Vor 4 Jahren war ich 2 Jahre am Stück clean. In den letzen 2 Jahren hatte ich 4 Rückfälle, habe im Abstand von 6 Monaten mal nen kleinen Joint geraucht. Der letzte Joint war kurz vor Weihnachten 2015. Der Zustand hat mich extrem gestört. Ich dachte, cool jetzt ein Game zocken, aber ich war einfach zu verpeilt. Ich war froh wie der Zustand nach 4 Stunden wieder vorbei war.

Um es kurz zu machen, ich mußte immer mit dem Kiffen mein Erleben vertärken. Mir hat ohne Kiffen nichts Spaß gemacht, wie z.B. das Computer Spielen, Film anschauen oder Musik hören. Nun hat es vor 1 Jahr schleichend begonnen, dass ich wieder extrem viel Freude an vielen Dingen finde, ohne die Verstärkende Wirkung der Drogen zu vermissen.

Auch wenn viele Hardcore Drogenabhängige (Heroin, Crystal, etc.) mich wegen meiner Kiffersucht belächeln, ihr habt Recht! Kiffen ist für mich eine harmlose aber auch nervende Droge geworden. Es ist der ganze Hype nicht wert. Es ist der letzte Mist und ich habe auch keine gute Meinung mehr gegenüber dieser Droge. Es ist eine verpeiler Droge und sie ist es nicht Wert jeden Tag konsumiert zu werden. Wer damit normal klar kommt, bin ich der letzte der was dagegen hat. Ich komm damit nicht mehr klar.

Das gute bei mir ist, und da muss ich mich selbst beweihräuchern ;), ich wußte immer wie gefährlich Alkohol ist und wie gefährlich die harten Drogen sind. Denn davon abhängig zu sein, wäre mein Tod. Ich bin zu schwach um solchen Süchten zu widerstehen.

Mein Therpeut hatte Recht. Nach 3 Jahren etwa bildet das Gehirn die Suchtareale wieder zurück auf den Normalzustand und genau das ist bei mir passiert. Gottseidank. Aber wie es immer so ist, wenn man erst vor kurzem ein Rückfall hatte, man sollte nicht soviel darüber Reden, die Zeit wird es zeigen. Aber ich bin mir diesmal sehr, sehr sicher. :)
fezzoletti
 

Re: Wieder Spaß am Leben ohne Drogen

Beitragvon cats47 » Sa. 06.02.2016, 21:12

:respekt: Ich bewundere jeden der seine Sucht in den Griff bekommen will.
Egal um was es sich handelt.
Bin selber seit über 25 Jahren alkoholabhängig und schaffe den dauerhaften
Absprung nicht.
Weiterhin viel Erfolg für dein Leben ohne Kiffen.
cats47
 

Re: Wieder Spaß am Leben ohne Drogen

Beitragvon Ruby » Mo. 08.02.2016, 17:11

fezzoletti hat geschrieben: Es ist der ganze Hype nicht wert. Es ist der letzte Mist und ich habe auch keine gute Meinung mehr gegenüber dieser Droge. Es ist eine verpeiler Droge und sie ist es nicht Wert jeden Tag konsumiert zu werden. Wer damit normal klar kommt, bin ich der letzte der was dagegen hat. Ich komm damit nicht mehr klar.

Genau so geht es mir nun auch, lieber Fezzoletti. Ich kann aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen nun auch kaum mehr ein gutes Haar daran lassen. Sogar als Medizin taugt das Zeugs nur bedingt, obwohl Lobbyisten Verbände wie zum Beispiel der deutsche Hanfverband der Bevölkerung gerne was anderes vorgauckelt.

fezzoletti hat geschrieben:
Mein Therpeut hatte Recht. Nach 3 Jahren etwa bildet das Gehirn die Suchtareale wieder zurück auf den Normalzustand und genau das ist bei mir passiert. Gottseidank.

Oh je, solange geht es, bis sich die Suchtareale im Gehirn zurückbilden? Mir war bisher gar nicht klar, dass Drogen die Verdrahtung im Gehirn auf so lange Zeit verändern. Da kann ich mich ja nun auf eine lange Zeit gefasst machen.

Bleib schön sauber, lieber Fezzoletti. Ich versuche es ebenfalls. :)

Ganz lieben Gruß
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Re: Wieder Spaß am Leben ohne Drogen

Beitragvon senta » Mo. 08.02.2016, 20:18

cats47 hat geschrieben:Ich bewundere jeden der seine Sucht in den Griff bekommen will.
Egal um was es sich handelt.
kann ich mich nur anschließen! :respekt:
senta
 

Re: Wieder Spaß am Leben ohne Drogen

Beitragvon fezzoletti » Di. 09.02.2016, 13:45

Ich hab in den letzten Jahrzenten 5 mal ernsthaft versucht mit den Drogen aufzuhören. Die Anfangszeit ist so voller positiver Energie. Ich kam bei meinem Umfeld und auch bei Fremden besser an. Alles war toll, zunächst. Nach 2-3 Monaten kommt dann der Alltag. Alles wird langweilig, ohne Sinn. Eigentlich eine Depression. Der kleine Drogenteufel fing dann auch wieder das reden im Kopf an. "Es war doch nicht so schlecht.", "Eigentlich schadet es dir doch nicht", "Komm noch einmal", usw.

Der beste Tipp, denn ich vor ca. 5 Jahren mal bekommen habe von einem Sorgentelefon, war: "Sie müssen das einfach aushalten". Ich konnte zunächst nicht wirklich was damit anfangen. Seit 2 Jahren kann ich es. Ich habe MASSIVE Suchtdrücke, wirklich massiv, aber ich habe keinen Bock auf den Zustand nach dem Konsum. So gesehen habe ich einen Sinnlosen Suchtdruck. Manchmal Tagelang, manchmal 2 Wochen lang am Stück. Aber ich halte es einfach aus. Ich akzeptiere es einfach.

Es ist kein Unterdrücken oder so, ich lass dieses Gefühl des Suchtdrucks einfach zu, schäme mich nicht dafür. Ich halte es einfach aus. Es ist mir egal wie lang ich damit leben muss, ich bin einfach angewidert von einem Drogenrausch, dass macht es vielleicht aus. Keine Ahnung. Es kommen bessere Zeiten und ja, die waren auch schon da und immer öfters und länger. :)

Es ist allerdings auch die Zeit, wie lange man noch nichts mehr genommen hat. Ich weiß noch früher, ich war wie ferngesteuert. Nur auf der Suche nach Drogen und Konsum. Das ist Gottseidank nicht mehr der Fall.
fezzoletti
 


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