"Geheimversteck" von meinem Opa gefunden! - Was tun?

Es geht hier sowohl um stoffgebundene Süchte und Abhängigkeiten (wie Alkohol- und Drogenmissbrauch) und nicht-stoffgebundene Süchte wie Verhaltenssüchte (z.B. Internetsucht, Kaufsucht, Spielsucht etc.), als auch um Zwangsstörungen (Zwangshandlungen und Zwangsgedanken/-ideen).

"Geheimversteck" von meinem Opa gefunden! - Was tun?

Beitragvon TearsinVain » Do. 21.01.2016, 17:18

Hallo liebe Community,

Vorgeschichte:
ich war heute bei meinen Großeltern und habe 3 Stunden auf meine demenzkranke Oma aufgepasst (ab 10 Uhr vormittags). Sie lag heute mit einer leichten Erkältung im Bett und wollte erst um 12.30 Uhr aufstehen. Geduscht hatte sie schon die Dame vom ambulanten Pflegedienst, und meine Oma hat sich wieder hingelegt.
Sie wollte sich um kurz nach 12 anziehen, und ich habe ihr dabei geholfen. Es hat alles gut geklappt, ABER ich habe die Socken zuerst nicht gefunden. Also hab ich meiner Omi die Puschen angezogen, und sie ins Wohnzimmer begleitet und ihr ihren Lieblingssender NDR angeschaltet. Dann bin ich wieder zurück ins Schlafzimmer meiner Großeltern un habe nach einem Paar Socken gesucht. Wen´s interessiert: Ich habe nach meinem "Fund" natürlcih ein passendes Paar Schocken gefunden.
Jetzt komme ich zum eigentlichen Kern meiner Geschichte:

Ich habe in dem Schrank, in dem die Anzüge meines Opas hängen, einen Vorrat von 8 Flaschen alkoholischer Getränke gefunden (u.a. Metwein, mehrere Sektflascehn, Vodka etc.) 7 der 8 Flaschen waren eingestaubt und sahen unberührt aus. Nur aus einer Flasche Korn (Marke "Goldkrone"?, rot-braunes Etikett, bernsteinfarbene Flüssigkeit) war schon circa 0,25 l von 1 l weg.

Ich weiß, das "Flaschen verstecken" schon ein Anzeichen von Alkoholismus ist, und nun mache ich mir dementsprechend Sorgen um meinen Opa. Sein "normaler" Vorrat von leichtem Bier steht im Küchenschrank, solange, wie ch zurückdenken kann, trinkt er jeden Abend ein Bier (0,75 l , irgendwas mit einem Stier ==> vielleicht "Stierbier"??). Er ist schon 83 Jahre alt und muss sich fast alleine um meine demenz- und brustkrebskranke Oma kümmern. Wir (meine Mama, meine Schwester und ich) unterstützen ihn natürlich dabei, aber was passiert, wenn er so weiter macht?

Soll ich ihn darauf ansprechen oder erst einmal mit meiner Mama darüber reden?

Was meint ihr dazu?
Ich hänge mich erst auf, wenn alle Stricke reißen.
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Re: "Geheimversteck" von meinem Opa gefunden! - Was tun?

Beitragvon Morgan » Do. 21.01.2016, 21:52

Hallo Tears in Vain,

die Flaschen waren eingestaubt, d.h. Dein Opa war da schon lange nicht mehr dran, wenn sie im Schrank eingestaubt sind.
Vielleicht haben sie die irgendwann da man hingestellt und dann vergessen.
Das bei dem einen Korn etwas fehlt, muß nicht unbedingt etwas heißen, vielleicht kam mal ein Besuch und man hat ihm einen Korn angeboten (haben meine Eltern immer so gemacht) und so ist der fehlende Teil entstanden.

Doch sprich mit Deiner Mutter darüber. Sie kennt ihre Eltern und weiß, was zu tun ist.
Vielleicht könnte ihr ja dann gemeinsam mit Deinem Opa sprechen.

HG Morgan
Morgan
 

Re: "Geheimversteck" von meinem Opa gefunden! - Was tun?

Beitragvon Tina » Do. 21.01.2016, 23:12

.
Hallo TearsInVain

Ein Gespräch mit Deinen Eltern ist sicherlich erstmal günstig....
man muss da aber behutsam vorgehen, es gibt auch so etwas wie das Selbstbestimmungs-Recht Deines Opas.

Eine gewisse Angst gegenüber Alkohol ist immer angebracht... und okay.
Vielleicht ist bei Dir diese Angst übertrieben hoch... weiss ich nicht, kenne auch keine Gründe.

Ich sags mal ganz direkt, Dein Opa wird, nachdem wie Du es beschrieben hast, kein Alkoholiker* mehr.
Das hat jetzt um-himmels-willen nichts damit zu tuen, dass ich ihm eine zu geringe Lebens-Erwartung wünsche.... nein absolut nicht... sondern...
Ein erwachsener Mensch müsste 15 Jahre lang ( fast ) täglich mehr als die kritische Menge trinken, etwa 40 Gramm Alkohol bei einem Mann.
Und nachdem, wie Du es beschreibst, jeden Abend ein Bier.... und ab und zu ein oder zwei Gläschen Weinbrand.... da ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass etwas passiert.

Das sind natürlich erstmal nur Richtwerte,... die genauen Umstände lassen sich aus der Ferne schlecht einschätzen.

*damit ist das schwere klinische Stadium gemeint.... je nach Betrachtungs-Weise sind natürlich fast alle Deutschen Alkoholiker :wink:
Tina
 

Re: "Geheimversteck" von meinem Opa gefunden! - Was tun?

Beitragvon TearsinVain » Fr. 22.01.2016, 15:51

@Morgan & Tina: Danke für eure Antworten!

Ich habe dann gestern Abend noch einmal mit meiner Mutter telefoniert ud sie meinte, ich hätte faschlen Alarm geschlagen. Wenn ich mir die Situation noch einmal durch den Kopf gehen lasse, war es wahrscheinlich wirklich ein Fehlalarm. :oops: :oops:

Ich werde meinen Opa mal beobachten und dann sehe ich weiter, aber wahrscheinlich ist es wirklich nichts.

Ich war gestern nur so aufgeregt, deshalb habe ich sofort hier einen neuen Thread eröffnet.
Ich hänge mich erst auf, wenn alle Stricke reißen.
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Re: "Geheimversteck" von meinem Opa gefunden! - Was tun?

Beitragvon Morgan » Fr. 22.01.2016, 19:58

Alles gut, Tears in Vain,
lieber einmal zuviel Alarm geschlagen, als einmal zu wenig, oder?
Morgan
 

Re: "Geheimversteck" von meinem Opa gefunden! - Was tun?

Beitragvon TearsinVain » Mi. 27.01.2016, 21:34

@Morgan: Ja, genauso ist es! Lieber einmal zuviel Alarm schlagen als die Zeichen ignorieren. :)
Ich hänge mich erst auf, wenn alle Stricke reißen.
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Re: "Geheimversteck" von meinem Opa gefunden! - Was tun?

Beitragvon Atisha » Fr. 29.01.2016, 19:10

Hallo, ich bin auch ein Trinker. Ich will dir nur sagen, bei aller Furcht und Liebe zu deinem Opa, ob er nun trinkt oder nicht, viel kann man an einem alten Baum nicht mehr verändern, er hats bis hier her geschafft ... sehs mal so.
Die Welt ist ein Spiegel. Man kann den Spiegel noch so putzen, aber das eigene darin betrachtete Gesicht wird dadurch nicht sauber.
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