Zwänge :/

Es geht hier sowohl um stoffgebundene Süchte und Abhängigkeiten (wie Alkohol- und Drogenmissbrauch) und nicht-stoffgebundene Süchte wie Verhaltenssüchte (z.B. Internetsucht, Kaufsucht, Spielsucht etc.), als auch um Zwangsstörungen (Zwangshandlungen und Zwangsgedanken/-ideen).

Zwänge :/

Beitragvon Nickie » Sa. 29.03.2014, 00:25

Hallo ihr Lieben,

nun melde ich mich mal zurück.
Hinter mir liegen nun sehr harte Wochen ; am 25.2. habe ich meinen Sohn im 5. Monat still zur Welt gebracht,nach wochenlangen Krankenhausaufenthalten,aufgrund kontinuierlicher Blutungen.
Das Ganze war ein Auf & Ab und letztendlich musste ich ihn gehen lassen. :cry:

2 Tage nach der Geburt wurde ich dann in die Psychiatrie verlegt,weil ich einfach nicht damit klar kam,bzw. komme,dass ich ihn verloren habe,das ging so weit,dass ich auch schlecht bis gar nicht laufen konnte ( ich nehme an,hauptsächlich psychisch bedingt ).

Nun geht es mir besser,bzw. soweit "gut".
Nach knapp einem Monat Aufenthalt in der Psychiatrie,bin ich Dienstag entlassen worden.

Was soll ich sagen ?
Ich trauer um mein Kind,meine Angstzustände sind durch den Verlust und die vorherige permanente Belastung ( ständige Blutungen usw. ) etwas stärker geworden,aber noch im Rahmen und das schlimmste sind eigentlich meine Zwangsgedanken!
Das macht mich noch wahnsinnig. :shock:

Ich hatte das ja schon vorher,als es mir relativ gut ging,aber durch dieses Erlebnis,ist es nun schlimmer geworden.
Ständig denke ich,dass ich Dinge zählen muss,in einer bestimmten Reihenfolge denken muss,und das Ganze dann quasi "abzählen" muss.
Mache ich das nicht,denke ich,dass ich damit etwas schlimmes auslöse.
Mir ist bewusst,dass das schwachsinnig ist,aber trotzdem denke ich so. :(
Mittlerweile frage ich mich schon,ob das wirklich schwachsinnig ist,obwohl ich genau weiß,dass es das ja im Prinzip ist.
Ob ich nun zähle oder nicht,Dinge die passieren "sollen",passieren doch sowieso und wenn ich nichts mache! :roll: :roll:
Ich weiß,dass der Zwang eine Art Kontrolle ist,gerade bei Angstpatienten und dieser dementsprechend auch oft in Zusammenhang mit einer Angststörung auftritt.
Es geht in dem Moment wohl darum,Kontrolle zu haben,der Angst bzw. dem Leben nicht "hilflos ausgeliefert zu sein",wobei man das ja doch immer ist,denn ob ich nun zähle oder nicht : Dinge passieren doch sowieso,oder eben nicht!

Ich habe auch gedacht,dass ich quasi zählen muss,wenn mir Menschen wichtig sind,um sie nicht zu gefährden,oder aber so Dinge wie,dass es ja sowieso alles "vorgegeben" ist ( was ja auch in der Tat so ist : Dinge passieren sowieso,ob man nun zählt,oder nicht. :roll: ) aber ich dachte in dem Moment,dass es wie eine Art "Eingebung" ist,ich kann es schlecht erklären,bzw. weiß in dem Moment nicht mehr,was ich genau gedacht habe..nicht so,dass ich "gesteuert" werde oder so,sondern dass ich es vielleicht unbewusst *??* mache bzw. das die Dinge ja sowieso passieren..alles,was passieren "soll",passiert ja sowieso und hängt nicht von Zwängen ab.. :/
Ich weiß nicht,wie ich es erklären soll :/

Ich habe auch ständig Befürchtungen,vorwiegend basierend auf Eventualitäten
"was ist wenn".
Total schlimm.
Was ist wenn das so ist,oder wenn ich dies und jenes denke oder schon so und so bin und keiner merkt es.
All solche Befürchtungen.
Vielleicht mache ich mir schon unbewusst solche "was ist wenn-Gedanken",sodass ich sie dann bewusst als "real" wahrnehme,also so,dass ich es wirklich habe,oder mir quasi einrede,es zu haben,obwohl es einfach nur meine Angst ist,es zu haben. :cry: :cry:

Das Problem ist,dass ich nun panische Angst davor habe,psychotisch zu sein,oder es in Kürze zu werden.
Ich war ja -wie bereits oben geschrieben- auch bis Dienstag stationär in der Klinik und habe dort auch über meine Aengst usw reden können und die behandelnde Ärztin hat bei mir keine Psychose diagnostiziert,aber die Angst davor bzw. die Befürchtung bleibt.
Ich schaffe es auch unglaublich gut,mich in Dinge reinzusteigern.

Ich war auf der Akutstation ( sollte eigentlich auf die offene,war aber kein Bett frei und letztendlich gefiel es mir da sehr gut ( super freundliches,hilfsbereites Personal,besser als da,kann man es nicht machen! ) ,sodass ich bleiben wollte) und dort ist man durchaus mit heftigen Krankheitsbildern konfrontiert.
Teilweise hatte ich dann Angst,bzw. Befürchtungen,genauso zu werden,wie die "heftigen" Fälle...ich hatte dauernd Angst vor was anderem.
Einmal hatte ich so panische Angst,Stimmen zu hören ..also quasi " so zu werden" und hatte in Folge dessen den ganzen Tag bzw. Tage ein männliches Bild im Kopf und dachte bzw. hatte panische Angst davor,dass er mir was einreden könnte und dachte dann ständig..."..was ist,wenn er dir jetzt Dinge erzählt..."...usw. usf. das war aber nur Angst,ich hab mir immer gesagt,dass nichts passiert und irgendwann war das dann weg.
So kann man sich selbst bekloppt machen. :roll:

Ich bin eben auch ein Mensch,dem man nichts erzählen darf,der nichts sehen darf usw.,weil ich alles sofort aufsauge und -sicherlich auch im Rahmen meiner Angststörung- alles auf mich projiziere.

Richtig Angst vor einer Psychose habe ich seit gestern,nachdem ich den Entlassungsbrief noch einmal gelesen habe und unter anderem die Diagnose F33.3 gegooglet habe und gelesen habe,dass es sich um eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Epsiode mit psychotischen Symptomen,handelt.
Das Entscheidende für mich : " MIT PSYCHOTISCHEN SYMPTHOMEN".
Das hat mich in schlagartig in Panik versetzt. :shock: :shock: :cry:
Dabei haben mir immer alle in der Klinik versichert,dass ich "normal" sei.
Als ich dann mal "psychotische Sympthome" googlete,merkte ich auch relativ schnell,dass es sich dabei eher um "negative" Gedanken,Befürchtungen,etc. handelt und nicht um eine Psychose.

Psychose und psychotische Sympthome scheinen demnach also völlig unterschiedliche Begriffe zu sein!?? :(
Ach ich weiß nicht,ich hab so Angst,verrückt zu werden.
Ich muss dazu sagen,dass ich es in der Regel nicht habe,wenn ich z.B. abgelenkt bin,bzw. meine Angst irgendwie überwinden konnte und ein Erfolgserlebnis habe,oder dergleichen.

Hat sowas (ähnliches) auch jemand von euch ?
Ich hab wirklich Angst,verrückt zu werden oder bereits zu sein und es nicht zu merken ?! :cry:

LG
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Re: Zwänge :/

Beitragvon Atisha » Sa. 29.03.2014, 01:32

Mir macht das Leben auch oft Angst, immer dieses Wissen das mans doch nicht in der Hand hat und das es jederzeit aus sein kann, das nimmt mir oft genug jede Freude, die ich mir mühsam erringe, weg.

Irgendwas ist da mit unserem Bewusstsein anders, wir sind überbewusst. Nur so kann ich mir das erklären, dass die anderen es gar nicht mitbekommen.
Die Welt ist ein Spiegel. Man kann den Spiegel noch so putzen, aber das eigene darin betrachtete Gesicht wird dadurch nicht sauber.
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Re: Zwänge :/

Beitragvon Vanilla » Sa. 29.03.2014, 09:26

Das tut mir so leid Nickie :troest:
Kann gar nichts sonst schreiben.
Dir wurde dieses Leben gegeben, weil du stark genug bist um es zu leben.
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Ja, ich hasse meine MS und sie mich scheinbar auch. Aber manchmal sitzen wir auch zusammen und lachen gemeinsam über meinen Gang

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Re: Zwänge :/

Beitragvon Sayuri » Sa. 29.03.2014, 12:43

Hallo Nickie,
das scheint doch schon etwas extremer bei dir zu sein.
Ich habe auch Angst, dass ich verrückt werde (wenn ich es nicht schon bin) oder zumindest noch verrückter werde, noch irgendwas psychisches dazu kommt etc. Aber bei mir ist es nicht so ausgeprägt wie bei dir. Bei mir läuft die Angst eher im UNterbewusstsein ab, ich habe keine Panikattacken, habe keine Bilder im Kopf.
Das tut mir sehr leid für dich, aber das scheint doch ein ernsteres Problem zu sein?! :troest:
Mit Psychosen und psychotischen Symptomen kenne ich mich nicht aus, da kann ich leider auch nicht weiterhelfen.
Machst du denn eine Therapie? Wenn ja, würde ich es da mal ansprechen. Und wenn nein, würde ich dir eine empfehlen :)
Ansonsten wünsche ich dir einfach ganz viel Kraft, dass du mit deinem Verlust irgendwann leben kannst und deine Zwänge nicht mehr so stark sind.
Sayuri
 

Re: Zwänge :/

Beitragvon bulandus » Sa. 29.03.2014, 20:55

Hallo Nickie,

so klar,wie du schreibst und dich mitteilst,hast du keine Psychose,glaube mir.
Ich habe in meinem Leben 2 schwere Psychosen gehabt und das ist etwas ganz anderes als das Sich-Sorgen-Machen in einer schweren depressiven Phase.Auch das Sich-Hineinsteigern in dunkle Phantasien ist erstmal nichts abnormales,ich glaube,viele Menschen kennen das,erst recht,wenn man depressiv ist.Man sieht halt innerlich kein Land und rechnet immer mit dem Schlimmsten...

Das mit deinem Kind tut mir sehr leid,du hast mein Mitgefühl.
Es kann sicherlich nicht schaden,wenn du jemanden (eine Therapeutin) findest,mit der du deine Sorgen,Nöte und Ängste,aber auch deine Trauer und deinen Schmerz teilen könntest.

Ich wünsche dir alles Gute,Bulandus
bulandus
 

Re: Zwänge :/

Beitragvon Nickie » So. 30.03.2014, 00:47

Atisha,

wie meinst du das genau ?

bulandus,

bist du dir da ganz sicher,dass es bei mir keine Psychose sein kann ? :shock:

Sayuri,

darf ich mal fragen,was du hast ? :/




Ja,ich mache eine Therapie.
Ich habe die lange vor der Schwangerschaft schon angefangen,bzw. schon gemacht.

Vor der Schwangerschaft ging es mir auch relativ gut,was die Psyche anbelangt,zumindest konnte ich raus,kaum bis keine Angst,nur eben die Zwänge aber nicht so extrem,wie jetzt ( ich denke,dass das durch den Tod meines Sohnes wieder schlimmer geworden ist).
Da hatte ich dann eher depressive Phasen,aber sonst war erst mal alles ok.

Eine Freundin,die auch Ärztin ist,meinte eben,dass die Ärztin diese Diagnose mit den psychotischen Sympthomen nur gestellt hat,da sie es irgendwie vor der Krankenkasse rechtfertigen muss,dass ich auf der geschlossenen Station war ( ich wollte dort freiwillig bleiben,weil ich es dort sehr liebevoll und herzlich fand ) ,da ein Bett auf der geschlossenen Station das Doppelte kostet.

Zudem habe ich mal dazu was interessantes im Netz gefunden :

http://www.depression-leitlinien.de/microsite/7986.php

Demnach,scheinen psychotische Sympthome doch was "normales" zu sein ; immerhin macht sich doch jeder mal übertriebene Gedanken,oder dergleichen.
Und davon ab,gibt es ja einen Unterschied zwischen Psychose und psychotische Sympthome,ne... :/

Ich habe einfach nur panische Angst,verrückt zu werden,eine Psychose zu bekommen,usw.
Mir ist ja bewusst,dass Leute mit einer Zwangserkrankung auch denken,dass sie Schaden anrichten,insofern sie den Zwang nicht "korrekt" ausführen,und es also angesichts des Krankheitsbildes was "völlig normales" ist,aber mir macht das trotzdem Angst.

Wenn man eine Psychose hat,merkt man es nicht,bzw. man hat dann keine Angst,da man seinen gegenwärtigen Zustand als "normal" empfindet,so habe ich es zumindest mal gehört,also muss ich mir wohl doch keine Gedanken machen und sozusagen ist meine Angst davor eine Art sicheres Zeichen dafür,dass ich es nicht habe ?

Ich hab da echt so Angst vor :(


LG und danke euch :*
Nickie
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Re: Zwänge :/

Beitragvon bulandus » So. 30.03.2014, 10:41

Guten Morgen Nickie,

natürlich bin ich kein Profi im engeren Sinne und würde es mir auch nicht anmaßen,eine Ferndiagnose zu stellen.
Nur,jemand,der psychotisch ist,schreibt,denkt,fühlt und handelt anders,als du es tust.
Ich glaube einfach,daß du in einer emotionalen Ausnahmesituation bist und jetzt viel Hilfe brauchst.
Zwangsstörungen und Angststörungen gehören eher in den Bereich der Neurosen,und daß jemand mit Neurosen plötzlich zum Psychotiker wird,ist eher unwahrscheinlich.
Da braucht es noch viel mehr dazu.

Ich wünsche dir etwas Gelassenheit und viel Kraft in deiner Therapie,
Bulandus
bulandus
 

Re: Zwänge :/

Beitragvon withoutwings » So. 30.03.2014, 12:19

Hallo Nickie,

zu mir meinte letztens der Psychater:
Wenn du dir ein Schloss baust, in dem du leben kannst, und du fühlst dich toll. Du weißt, es ist dein gebautes Schloss.
Dann ist es eine Neurose.
Baust du dir ein Schloss und lebst darin, weil es so schön ist, du kommst nicht mehr raus und weißt auch nicht das DU es dir gebaut hast.
Dann ist es eine Psychose.

Das ist natürlich seeeehr laienhaft erklärt, aber ich habs kapiert.
Wir können uns hier kein Urteil darüber erlauben, aber ich würde Bulandus zustimmen.

Möchtest du villeicht "gern" eine Psychose haben...um eine Diagnose zu bekommen, die evtl. anders zu behandeln ist ?!
Um in gewisser Weise etwas mehr Aufmerksamkeit zu haben ?
Das ist in keinster Weise böse gemeint, war nur so ein Gedanke von mir. Wahrscheinlich lieg ich voll daneben...

Lass dir liebe grüße hier und wünsch dir viel Kraft für deine nächsten Wege !
withoutwings
 

Re: Zwänge :/

Beitragvon Nickie » So. 30.03.2014, 22:26

Withoutwings,

damit liegst du mehr als daneben! :shock:
Gerne haben !? Eine Psychose !?
Sorry,aber ich habe genug Probleme zur Zeit und ausreichend "Aufmerksamkeit". -.-

Ich hab einfach das Problem,dass ich sehr viel aufnehme und alles auf mich projiziere und eben ständig Angst habe,dass mir die Dinge auch passieren und momentan ist es eben panische Angst vor einer Psychose,weil meine Zwangsgedanken,seit dem Tod meines Sohnes so stark geworden sind,vor allem wenn sich meine Gedanken auf ihn beziehen,merke ich,dass es mit dem Zwang sehr stark wird, ich denke dann zum Beispiel,ich muss gewisse Dinge mehrmals denken oder so,um ihn "zu beschützen" um ihm was gutes zutun..total bescheuert,so zu denken,aber ich hab halt auch immer Angst,dass ich ihn nicht "richtig" verabschiedet habe,Angst,dass er gelitten hat usw usf. und so ein Zwang ist ja auch immer eine Art Kontrolle..man will ja irgendwie Kontrolle über Situationen haben,die man aber meist sowieso nie kontrollieren kann. Man sucht ja quasi Schutz,Sicherheit,usw.

Ich weiß ja,dass es Schwachsinn ist,aber ich hab eben diese extremen Zwangsgedanken und daraus resultierend,panische Angst eine Psychose zu entwickeln ; was weiß denn ich,was durch sowas alles kommen kann und da ich-wie oben geschrieben-sowieso dauernd Angst habe und alles auf mich beziehe,usw usf. ist es sicherlich nicht erstaunlich,dass ich davor so Angst habe. :?
Das wäre das schlimmste für mich..vielleicht ist es auch so,weil ich auf der Station eine sehr heftige miterlebt habe,die absolut nicht mehr bei Sinnen war,falls man das so nennen kann,und ich SO nie enden will!!! :shock: :shock:
Naja,wer will das schon... :/

In erster Linie habe ich massive Angstzustände und eben (daraus resultierend?! wie es ja oft so ist) eine Zwangserkrankung,so nehme ich an.

Morgen habe ich erst mal den Termin bei meiner Neurologin...die denkt wahrscheinlich auch,dass ich einen Totalschaden habe,wenn ich der das erzähle. :?

Anfangs hatte ich auch immer Angst,überhaupt jemandem von meinen Gedanken zu erzählen,ganz einfach deshalb,weil ich wusste,dass diese Gedanken schwachsinnig sind und mir dann immer dachte,dass derjenige,der mir zuhört denken muss,dass ich nicht mehr ganz gescheit bin. :roll: :roll:
Im Prinzip kann man ja nichts gegen diese Gedanken tun,die drängen sich ja quasi auf..ich bin nun dabei,zu ignorieren,weil ich eben genau weiß,dass es Quatsch ist und zum anderen,stresst es natürlich auch enorm,wenn man das Gefühl hat,ständig einem inneren Drang,dem Zwang,nachgehen zu müssen.

Wenn ich beschäftigt bin,also abgelenkt bin,habe ich das gar nicht so extrem,ich muss mich immer wieder "dran erinnern".
Oder aber,wenn ich Angst vor anderen Dingen habe,in die ich mich mal wieder erfolgreich reinsteigern konnte :roll: :roll: ..dann ist der Zwang und meine ständigen Befürchtungen erst einmal nebensächlich..naja,wenn ich das so lese,kristallisiert sich für mich selbst schon relativ schnell heraus,dass mein Hauptproblem einfach Angst ist und vielleicht mache ich mich selber manchmal zu sehr verrücke,denke zu viel nach usw. :(

Ich hoffe nur,dass ich es einigermaßen regelmäßig zu den Therapien schaffe,und nicht "zusammenbreche",bei dem Gedanken,hin zu müssen,andernfalls lasse ich mich einfach noch mal einweisen. :/
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Re: Zwänge :/

Beitragvon withoutwings » So. 30.03.2014, 22:35

Natürlich willst du das nicht gerne haben! Das meint ich auch nicht. Eher unterbewusst...nja, egal.
Kam mir halt nur so der Gedanke...weil du dich seeehr viel mit der Angst davor beschäftigts.
Aber ich schrieb ja schon, dass ich wohl völlig daneben liege. War auch wirklich nicht böse, abwertend oder sonst irgendwie so gemeint.
Hoffe du kannst mir den Gedanken verzeihen.

Hast du auch Angst vor körperlichen Krankheiten ?

Das mit dem eigentlichen Zwang kann ich ganz gut nachvollziehen...hab das Problem ja selbst etwas abgewandelt.
Einen Tipp habe ich dafür leider nicht, den such ich selbst...

Ich drück die Daumen für den Termin morgen und hoffe sehr, dass sie dir helfen kann!
withoutwings
 

Re: Zwänge :/

Beitragvon Angelika » Mo. 31.03.2014, 13:12

Ich hab mal den Thread überfolgen.
Zunächst einmal sollten wir uns alle mit Diagnosen zurückhalten und uns lediglich in der Symtomatik unterstützen und uns gegenseitig mit eigenen Erfahrungen unterstützen oder auch mal nur zuhören und Trost spenden etc.
Ich vermute mal,dass keiner von uns einen Doktortitel in Psychiartrie hat.
Und selbst wenn,dann halten sich wahre Experten mit einer Onlineberatung meistens zurück,und wenn dann nur in einem stabilisierendem oberflächlichen Bereich.
Um aber die Entscheidung von Psychose oder Neurose zu entspannen...
Ich in meinem Fall läge mit meinen Hauptdiagnosen gerade dazwischen.
Borderlinepersönlichkeitsstörung läge laut Definition wie ein schmaler Schwebebalken genau zwischen psychotischem und neutotischem oder hysterischem Verhalten...wo man halt grad hinstrauchelt...
Also es gäbe noch mehr zur Auswahl,was ich aber nicht so wichtig finde.
Mir käme auch die Idee,wenn der Grund der Verlust des Baby s war,daß es auch eine posttraumatische Belastungsstörung sein kann.
Wichtig sind jetzt halt gute therapeutische Gespräche,um dieses schlimme Erlebnis gut verarbeiten zu können und wieder einigermaßen stabil zu werden.
Angelika
 

Re: Zwänge :/

Beitragvon bulandus » Mo. 31.03.2014, 14:32

Ich halte generell nichts von Psychiatern und deren stigmatisierenden Diagnosen.
Niemand hat behauptet,daß er einen Doktortitel hat,und selbst wenn jemand einen Doktortitel hätte,würde das genausowenig für mich aussagen.

Sie hat sich gefragt,ob sie eine Psychose hat,und ich habe ihr geschrieben,daß,so wie sie sich ausdrückt,sie in meinen Augen keine Psychose hat.Dazu stehe ich auch.

Ich habe eher das Gefühl,daß sie es sich einredet,daß sie psychotisch werden könnte und dafür eine Bestätigung sucht...meinetwegen!

Ich habe keinen Bock,mich hier anpflaumen zu lassen,nur weil ich meine Sichtweise schildere.
Nein,ich habe keinen "Doktortitel",dnnoch habe ich nun mittlerweile 15 Jahre Erfahrung mit Psychosen,Depressionen und Psychopharmaka,also bin ich Experte in eigener Sache und diese Selbsteinschätzung lasse ich mir auch nicht nehmen!

Bulandus
bulandus
 

Re: Zwänge :/

Beitragvon Nickie » Mi. 02.04.2014, 21:06

withoutwings,

ich beschäftige mich damit,weil mir das eben sehr Angst macht..das ist es ja!
Nicht,weil ich es gerne hätte oder dergleichen,das wäre der absolute Horror,etwas derartiges zu bekommen ---> deswegen Angst davor!

Angst vor körperlichen Krankheiten nicht so direkt,eher ist es so,dass ich sofort denke,sterben zu müssen,wenn ich irgendwas habe. Ein Sympthom,oder dergleichen...wenn ich zB mal Nasenbluten habe,denke ich,dass ich verbluten werde.

Hast du denn Angst vor Krankheiten ?

Angelika,

hast du Borderline ? Oder habe ich da was missverstanden ?
Borderline beschreibt die Grenze zwischen neurotischem und psychotischem Verhalten ??? O.o

Bulandus,

ich glaube du hast es ansatzweise verstehen können ( insofern menie Selbsteinschätzung richtig liegt ) ich denke auch,dass ich mir einrede,psychotisch werden zu können und das resultierend aus meiner Angst,zum einen,wegen der starken Zwänge und zum anderen,weil ich in der Klinik stark psychotische Leute miterlebt habe und grundsätzlich immer viel auf mich selbst projiziere.
Ich brauche quasi immer die Bestätigung,dass ich es nicht habe bzw. nicht werde.

Mittlerweile ist es aber auch etwas besser geworden... ich habe zwar noch Zwangsgedanken aber ich versuche sie so gut es geht zu ignorieren.
Auslöser war wohl der Tod meines Sohnes ( zumindest der Auslöser,dass es so stark wurde ) irgendwie steht man dann ja natürlich noch eine Weile neben sich und vielleicht auch ein bisschen die Situation auf Station ( stark psychotische Menschen ).

Meine Neurologin hat eigentlich gar nichts weiter zu meinen Zwangsgedanken gesagt ( ich habe es halt erwähnt,dass ich Zwangsgedanken habe )
für sie scheint es auch keine Diagnose zu sein,selbst die Aerztin aus dem Krankenhaus hielt es nicht für nötig,dieses Krankheitsbild im Entlassungsbericht zu vermerken. Warum auch immer. O.o

Es liegt wohl auch an der Angststörung ( Zwänge sind ja oft ein Resultat oder laufen parallel zu einer Angststörung),es geht ja immerhin um Kontrolle,die man damit quasi erzielen möchte und Sicherheit.
Nur weiß man,dass man die ohnehin nicht hat,schon gar nicht durch einen Zwang. :roll:
:/

LG
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Re: Zwänge :/

Beitragvon Angelika » Fr. 04.04.2014, 14:05

Borderline beschreibt noch eine ganze Menge mehr,und Borderline ist mittlerweile eine grobe Überschrift,wie zb Depression auch.
Es ist immer wichtig,das Individuum zu sehen und nicht mit Anderen zu vergleichen.
Jeder ist ganz individuell mit seiner Störung oder Krankheit.
Selbst einen Schnupfen erlebt ja jeder auf eigne Weise und geht damit so um,wie es für ihn am Besten ist.
Und ich gebe da Bulandus völlig Recht.
Jeder sollte in eigener Sache sein eigener Experte werden.
Man kann Anderen von seinen eigenen Wegen und Erfolgen berichten,aber was für einen selbst gut ist,muß noch lange nicht für den Anderen genauso gelten.
So ist es auch mit Psychopharmaka.
Da muß jeder für sich selbst herausfinden,was ihm gut tut und wann er wie viel nehmen möchte.
Die Ärzte können da auch nur aus durchschnittlichen Erfahrungen heraus Empfehlungen geben.
Nur manchmal kann man sich eben nicht selbst helfen,zB mitten in einer Psychose,einer Dissotiation oder sonstigen Situationen.
Dann müssen Experten eben die Funktion der Führung oder des Eigenschutzes übernehmen.
Angelika
 

Re: Zwänge :/

Beitragvon Nickie » So. 06.04.2014, 22:52

Ich denke auch,dass jeder Mensch ein Individuum ist,das ist -so denke ich-ein ganz entscheidender Satz!
Man kann sich an gewissen Krankheitsbildern quasi orientieren,aber nichts desto trotz bleibt jeder Mensch ein (wunderbares) Individuum und dementsprechend muss auch gehandelt werden.

Mittlerweile habe ich auch gar nicht mehr so wirklich Angst vor einer Psychose,wahrscheinlich war es nur eine Phase,in der ich eben auch diese stärkere Zwänge hatte.
Ich schaffe es nun einigermaßen,diese zu ignorieren.
Sicherlich ist es alles noch ein wenig viel für mich,mit dem Tod meines Sohnes umzugehen,und vor einigen Wochen war es natürlich noch schwieriger,sodass ich eben in diesem emotionalen Ausnahmezustand war,bzw. bin und da passiert es vielleicht mal schnell,dass man etwas "durchdreht". :(

Heute habe ich auch wieder sehr viel an ihn gedacht und mir gingen viele Dinge durch den Kopf ( Angst vor einer erneuten Schwangerschaft,Vorwürfe,usw usf. ) alles "normale" Dinge,wenn ich das richtig einschätze. :/

Zudem machen mich so unüberlegte Äußerungen von manchen echt fertig.
Ich bin auch ein Mensch,der grundsätzlich alles auf die Goldwaage legt,wie man so schön sagt. Das macht es nicht immer einfach.
Ich nehme mir vieles,bzw. eigentlich alles sehr zu Herzen,und natürlich gerade dann,wenn es mir psychisch nicht gerade gut geht..da muss man mich manchmal schon wie ein kleines,rohes Ei behandeln. :roll: :roll:

Aber ich denke,dass ein derartiges "Verhalten" in solchen Situationen,oder viel mehr Momenten,völlig normal ist,oder ? :(
Ihr kennt das sicher auch ; wenn etwas noch so frisch ist,dann reagiert man sehr sensibel,vor allem,wenn man es ohnehin schon ist. :(
Das geht manchmal nur so weit,dass mir das den ganzen Tag keine Ruhe lässt. :/

Wie geht es euch denn ?

Wie auch immer : Irgendwie möchte ich euch nicht gerne mit meinen Problemen belasten. Sorry. :? :?

Liebe Grüße und einen schönen Abend noch.
Nickie
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