multiple persönlichkeit oder "stiller begleiter"

Thematik dieses Forums: Dissoziationen wie Depersonalisation, Derealisation und andere dissoziative Zustände sowie Traumata und ihre möglichen Folgen, so wie u.a. auch die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), die akute Belastungsreaktion oder die Dissoziative Identitätsstörung (DIS) bzw. Multiple Persönlichkeitsstörung (MPS).

multiple persönlichkeit oder "stiller begleiter"

Beitragvon Gast » So. 29.01.2006, 16:16

Hi,
ich hab lange überlegt ob ich überhaupt posten soll - wer will sich schon gerne als "verrückt" outen :wink: , aber ich tus jetzt trotzdem mal, weil ich hoffe, dass ich mit meinem problem nicht alleine bin

ich glaube nämlich, dass ich sowas wie ne "multiple persönlichkeit" habe. nicht so extrem, dass ich von einer minute zur anderen ein anderer mensch bin, sondern eher so, dass ich einen "stillen begleiter" an meiner seite habe und zu dem ich mich flüchte wenn ich alleine bin. sowas, wie ein fantasiefreund, den man als kind gerne hat.
sobald ich alleine bin und meine ruhe habe, verwandle ich mich in ihn, ich führe gespräche, ich phantasiere ein leben zusammen, ich bin so, wie ichs im wahren leben nie sein könnte... - ich weiss auch nicht, wie ichs beschreiben soll.

bisher hab ich noch nie mit irgendjemandem darüber geredet. ich weiss auch gar nicht, ob ich mich deswegen behandeln lassen soll. einerseits fühl ich mich wie ein "psycho" deswegen (muss auch manchmal regelrecht aufpassen, dass ich mich nicht bei selbstgespächen erwischen lasse usw...) andererseits könnte ich mir ein leben ohne "ihn" gar nicht vorstellen.
sobald ich mal versuche in der realität zu bleiben, fühl ich mich total beschissen...

vielleicht mal kurz zu mir: bin weiblich, 32 jahre, verheiratet, ein kind (1 jahr),
war als kind (ca 5 jahre) schonmal bei nem psychologen, weil ich von heute auf morgen aufgehört hab zu reden und lachen und plötzlich vor allem extreme angst hatte. weiss bis heute nicht, was mich damals so aus der bahn geworfen hat. die therapie wurde dann mehr oder weniger von meinen eltern beendet.
bin bis heute noch ein sehr ängstlicher und schüchterner mensch und stelle mein licht lieber unter den scheffel aus angst, dass andere zu viel von mir erwarten könnten. im grunde funktioniere ich immer nur so, wie andere es von mir erwarten. was ich selbst will, weiss ich schon gar nix mehr. hab das gefühl, dass ich meine "innere stimme" schon vor jahren verloren hab...

sorry für das viele gequatsche - ich hoffe dass vielleicht trotzdem irgendjemand nachvollziehen kann, was in mir vorgeht, dass ich mich nicht mehr ganz so alleine fühle. danke fürs lesen vorab :cuddle:
Gast
 

Hallo erstmal!

Beitragvon Stella-cuore » So. 29.01.2006, 16:36

Hallo erstmal,
und "Respekt" dafür, dass du den Mut hattest zu schreiben! Fast jeder hier weiß schließlich, dass man sich hier nicht mal eben so locker anmeldet, und seine Sorgen aus dem Ärmel schüttelt!
Hast du bei deinen Eltern hartnäckig nachgefragt, woran es liegen könnte, dass du von einem Tag auf den anderen "verstummtest"? Ich denke schon, dass da irgendwas passiert sein muss, was dich dazu bewegt hat!

Deine innere Stimme ist sicher das, was du in deiner heimlichen 2. Rolle spielst! ... So möchtest du sein, traust es dir aber nicht zu wegen der Anderen! ..... weil sie von dir etwas anderes erwarten, wie du meinst!
Hast du es denn schon einmal versucht? ..... dich anders zu verhalten? .... so wie DU es möchtest, und nicht die Anderen?

Du hast das doch Recht so zu sein, wie du bist, und wie du willst! ....

Vielleicht kannst du ja gelegentlich noch mehr versuchen, ihn, deinen "stillen Begleiter" näher zu beschreiben!

Liebe Grüße
Stella
Stella-cuore
 

Beitragvon Gast » So. 29.01.2006, 16:53

erstmal danke für die schnelle antwort :)

meine eltern haben mir immer erzählt, ich sei mal von einem hund mehr oder weniger attackiert worden, und daher so ängstlich geworden. komischerweise, erinnere ich mich aber noch sehr genau an dieses ereignis und ich weiss, dass ich zwar schon angst hatte, aber nicht soooo, dass es mein gesamtes leben umgeworfen hätte. ich glaub, daher diese geschichte nicht so recht. entweder wissen es meine eltern selber nix mehr oder sie wollens einfach nicht sagen.... :?:

tja und was mein zweites ich angeht - irgendwie kann ich gar nicht wirklich so sein, das ist ja das problem. Es ist nämlich ein "er" (oh gott, das ist alles so bekloppt - wenn mans schriftlich vor sich sieht kommt man sich gleich noch bescheuerter vor als man sich eh schon fühlt deswegen :roll: ) na gut, ich versuch ihn trotzdem mal zu beschreiben: er ist musikalisch und künstlerisch unheimlich begabt. er ist halbamerikaner. das alter variiert - im moment ist er 16 - zwischenzeitlich war er auch schon älter. er ist auch eher schüchtern, kann aber auch sehr schlagfertig und lustig sein. und ich glaub, das wichtigste an der sache ist: er mag mich, so wie ich bin (ich weiss grad nicht, ob ich heulen oder lachen soll - so doof hört sich das alles an 8) )
gott, ich weiss auch nicht, wie ich das alles beschreiben soll - in meinem kopf herrscht irgendwie totales chaos, seit ichs mir quasi selbst schwarz auf weiß gebe...
Gast
 

Beitragvon Stella-cuore » So. 29.01.2006, 17:08

Musste gerade ein bisschen lachen! .... Denn ganz genauso ging es mir heute auch schon, als ich etwas "total bescheuertes" über mich geschrieben habe! (Nicht hier im Forum) .....Ich versteh dich schon! ..... Ich denke, wichtig ist, dass man diese Dinge nicht leugnet, und versucht damit umzugehen!
Ich denke, du solltest noch mal ernsthaft mit deinen Eltern sprechen, wegen damals! ... Es ist sehr wichtig für dein Leben! ...

Und dass du von deinem "heimlichen Freund" so gemocht wirst, wie du bist, das zeigt doch, dass du dich genau danach sehnst: Du selbst zu sein, und einfach dafür geliebt zu werden! Versuchs!

Liebe Grüße
Stella
Stella-cuore
 

Beitragvon Gast » So. 29.01.2006, 17:23

es geht vielen so wie dir: wenn ich mich über was auslasse, liegen die meisten vor lachen am boden, weil ich wohl ne lustige art hab mich auszudrücken;) und im grunde genommen, hast du vermutlich recht damit, dass ich einfach mal ich selbst sein soll

aber das problem ist dann: ich weiss irgendwie gar nicht, wer ich bin, was ich wirklich will, und wie ich wirklich sein will.

ausserdem kann ich nicht von jetzt auch nachher mein ganzes leben über bord werfen. ich kann nicht einfach zu meinem mann sagen: du ich hab die letzten jahre irgendwie nie das gemacht, was ich wirklich wollte. würds dir was ausmachen die schulden fürs haus abzuzahlen und mich und dein kind durchzufüttern bis ich mich mal eben wieder selbst gefunden hab? :D
ich kann auch nicht einfach koffer packen und in nem anderen land ein neues leben anfangen - ich hab auch verantwortung für das leben meiner familie

und irgendwie bin ich halt auch zu alt um nochmal total von vorne anzufangen :roll:

menno, das ist doch alles scheiße :(
Gast
 

Beitragvon severin » So. 29.01.2006, 17:28

so hab mich jetzt doch registriert - ist ja eh schon grad wurscht 8)
severin
 

Beitragvon Stella-cuore » So. 29.01.2006, 17:31

Deine Verantwortung für die Familie solltest du sicher nicht aus dem Auge lassen! .... Aber dich und deine eigenen Bedürfnisse auch nicht! .... Dafür bist du nämlich noch viel zu jung! ;-)

Versuche es doch erst einmal mit kleinen Dingen! ... Musst ja nicht gleich die Koffer packen! .... Wie wärs mit einem Rucksack, für einen kleinen Ausflug! .... Einfach auch mal tun was du möchtest?!

(Ich muss hier jetzt erst Schluss machen! Bin später noch mal hier!)

Liebe Grüße
Stella
Stella-cuore
 


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