Umgang mit der Familie

Thematik dieses Forums: Dissoziationen wie Depersonalisation, Derealisation und andere dissoziative Zustände sowie Traumata und ihre möglichen Folgen, so wie u.a. auch die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), die akute Belastungsreaktion oder die Dissoziative Identitätsstörung (DIS) bzw. Multiple Persönlichkeitsstörung (MPS).

Umgang mit der Familie

Beitragvon nat* » So. 02.04.2017, 11:31

Hallo ihr Lieben,

ich bin seit einigen Jahren in Therapie (gegen Magersucht, Depressionen...), habe aber erst vor 2 Wochen meiner Therapeutin von meiner zweiten Persönlichkeit (Alexa) erzählt. (Es gibt wahrscheinlich noch mehr, zumindest noch eine kindliche.)
Ich fühle sie in letzter Zeit immer deutlicher, ich führe das darauf zurück, dass ich sie vorher durch Hungern (ich war/bin schon Jahre lang magersüchtig) unterdrückt habe.
Manchmal übernimmt sie die Kontrolle, ich kann mich jedoch meist daran erinnern. Die Unterschiede in unserem Verhalten sind zwar deutlich, aber meine Stimme oder so ändert sich nicht. Nur meine Haltung, Ansichten, Verhalte gegenüber anderen, Gedanken, Pläne, Gefühle usw. Das Alter ist auch in etwa gleich.

Meine Familie weiß gar nichts davon, sie merken zwar, dass mein Verhalten oft schwankt, halten das aber einfach für eine Eigenart von mir.

Ein diesbezüglich Diagnose (also DIS oder so) hab ich natürlich auch nicht....

Jetzt weiß ich nicht, weil ich das Thema meiner Familie und auch Therapeutin gegenüber angehen soll.

Soll ich einfach gar nichts sagen und warten ob wirklich eine Diagnose kommt oder soll ich das ansprechen?
Wobei ich natürlich nicht weiß, ob meine Therapeutin das überhaupt diagnostizieren wird, weil sie mir nicht noch mehr auf laden will oder das einfach für einen ziemlich stark dissozierten Ich-Anteil hält...

Ich hab Angst, dass sie sagen ich bilde mir das nur ein oder will mich wichtig machen...

Ich freue mich über alle Antworten und Ratschläge!

LG
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Re: Umgang mit der Familie

Beitragvon loner » Mo. 03.04.2017, 10:49

Hey nat,

Ich bin kein Experte, aber ich denke mal, dass es schon Sinn macht, möglichst offen mit der Therapeutin zu sprechen, damit sie dir bestmöglichst helfen kann. Sie kann ja auch nicht in deinen Kopf sehen und muss das nehmen, was du ihr Preisgibst, um eine Diagnose zu machen.

LG loner
Wie einfach wäre das Leben, wenn sich die unnötigen Sorgen von den echten unterscheiden ließen. (Karl Heinrich Waggerl)
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Re: Umgang mit der Familie

Beitragvon glöckchen » Mo. 03.04.2017, 14:36

Zu deiner Familie würde ich auch erst mit einer Diagnose gehen. Dann fällt das erklären und akzeptieren einfacher.
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Re: Umgang mit der Familie

Beitragvon glöckchen » Mo. 03.04.2017, 21:56

Was wäre denn schlimm daran wenn du die Diagnose starke Dissoziation und nicht DIS bekommen würdest?

(Ich hoffe du nimmst mir die Frage nicht übel...du mußt nicht antworten wenn du nicht magst)
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Re: Umgang mit der Familie

Beitragvon nat* » Di. 04.04.2017, 11:20

Nein ich fände das nicht schlimm....
Warum sollte ich dir die Frage übel nehmen? :?:

Und ich halte das ganze wohl so wie von euch empfohlen :wink:

Vielen Dank!
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Re: Umgang mit der Familie

Beitragvon nat* » Mo. 28.08.2017, 11:24

So, hier nochmal ein Update:

Ich habe das Thema jetzt weiter mit meiner Therapeutin begesprochen und sie nimmt mich anscheinend ernst.
Das erleichtert mich ziemlich, ich komme mir nicht mehr so verrückt vor.

Inzwischen haben wir 5 Anteile "entdeckt":
-ein ca. 2-3 jähriges Kind (unklar ob nur inneres Kind oder doch mehr)
-ein ca. 5 jähriges Kind (Mina; anhänglich, verspielt, z.T. ängstlich; übernimmt manchmal)
-ein Teenager (14-16J.; Alexa, launisch, oft in Flirtlaune; übernimmt manchmal)
-den Dunklen (noch kein Name, männlich, zwischen 19 & 25, Gift für Selbstwertgefühl)
-die Beobachterin (weiblich, ohne Alter, ruhig, bedacht, still)

Mal sehen wie weitergeht...
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Re: Umgang mit der Familie

Beitragvon phine » Sa. 09.09.2017, 02:42

Hallo nat

Ich finde es toll, dass du so mutig warst. Ich kenne es genauso von meiner Familie, wenn ich mit meinem Neffen Kongfu spiele. Ich FRAU 38 und er 7. Keiner nimmt es als mekwürdig, gehen aber dazwischen aus Angst jemand verletzt sich, obwohl dass noch nie passiert ist und wir immer nur show machen.

Aber ich habe keinee defintiven Namen, ich habe verschienden Altersstufen, von ganz klein über Teenager und einer Frau, einem Orakel, Roboter, und noch welche die ich nicht erwähnen möchte.

Meine Diagnose "Dissoziative Störung nicht näher bezeichntet" auch DDNOS genannt hat überJahre gedauert (von Borderline über Psychose und anderenm was mich ebenfalls retraumatisiert hat)

Ich freue mich so zu lesen, dass du so mutig warst, und eine Therapeutin hast die dir geglaubt hat. Viel schlimmer ist es Jahrzehnte damit zu verbringen zu denken niemand glaubt dir und sich selber nicht zu verstehen. Da wo du bist! Selber deine Anteile zu beschreiben! Das is schon ein großer Schritt!!!!

Bleib dabei und bleib dir treu.. und traue nur denen dir dir trauen..... lass sich nicht aus der Bahn werfen von denen denen du nicht traust ... ABER wenn du jemanden traust .. dann denk darüber nach was er sagt.... aber mit alle Anteilen in dir! MIT ALLLEN, hoffentlich erreichbar :-) Denn letzendlcih ist es nicht verrückt, jeder Mensch hat veschiedene Anteile, das ist nicht krank! Es ist nur so anstrengen alle auf einen Nenner zu kriegen und diese inneren Diskussionen mitzukrigen und zu steuern, das ist deine Arbeit ;-) egal welche Therapeutin etc.... komme und bleib mit dir im innerrem Gespräch... egal was die anderen sagen ob sie dir glauben.

ganz liebe Grüße! Phien
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Re: Umgang mit der Familie

Beitragvon KleinesMädchen » So. 17.09.2017, 22:25

Woher weiß man, dass das echt ist ? Und sich das nicht nur einbildet, weil man irgendwann mal davon gelesen hat ? Wie merkt man das ?
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Re: Umgang mit der Familie

Beitragvon nat* » Mo. 18.09.2017, 11:28

Ich weiß es nicht. Wirklich keine Ahnung.
Ich weiß ja selbst nicht, ob ich mir dasd nicht einbilde.
Als ich meiner Mutter von den Stimmen erzählt habe, meinte sie auch ob ich nicht ein bisschen viel gelesen hätte.
Das hat mich enttäuscht und ich weiß nicht wie ich jetzt mit ihr umgehen soll.
Andererseits bin ich wütend auf mich und alle Anteile sind auch sehr wütend, weil ich mich ihr anvertraut habe.
Diesen Fehler werde ich auf jeden Fall so bald nicht wieder machen.
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Re: Umgang mit der Familie

Beitragvon KleinesMädchen » Mo. 18.09.2017, 19:58

Sind sie immer da? Die Stimmen?

Ich versuche es zu begreifen. Ich habe nämlich auch etwas in mir entdeckt, aber ich weiß nicht, ob es nicht nur eine Fantasie ist, etwas, mit dem ich mir versuche selbst zu helfen. Im Endeffekt ist es auch ganz unwichtig, ob diese Teile echt sind oder Fantasie, aber ich bin jemand, der für alles einen Namen braucht. Etwas, dass die Dinge real macht, etwas, das einem hilft, von anderen ernst genommen zu werden.
Sie sind nur selten da, bemerkbar. Aber es beschäftigt mich.


Es tut mir leid, dass deine Mutter so reagiert. Vielleicht kann deine Therapeutin ihr das erklären ?
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Re: Umgang mit der Familie

Beitragvon nat* » Mo. 18.09.2017, 21:02

Ich weiß genau was du meinst mit Dingen einen Namen geben zu müssen, damit sie real sind usw.
So geht es mir auch.

Meine Stimmen sind nicht immer da. Manchmal ist es auch still in meinem Kopf. Das hängt aber nicht mit Situationen von außen zusammen.
Manchmal ist es laut wenn Streß ist manchmal leise... usw. ...

Ich werde erstmal nicht mehr mit meiner Familie oder so darüber reden. Ich glaube das ist einfach zu weit von der Welt "Normaler" entfernt und verwirrt sie nur.
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Re: Umgang mit der Familie

Beitragvon nat* » Sa. 04.11.2017, 15:03

Update:

Ich meine Therapeutin hat jetzt offiziell Verdacht auf DIS geäußert und möchte, dass ich zur Abklärung der Diagnose in ein Krankenhaus/ eine Psychiatrie gehe.

Hat da jemand Erfahrungen gemacht?
Wie lange dauert die Diagnostik?
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Re: Umgang mit der Familie

Beitragvon Mäuschen » So. 05.11.2017, 12:21

Wenn es um die reine Diagnostik geht, würde ich sagen, dauert das nicht so lange. Ich war damals etwas über drei Monate in der Klinik, aber es ging auch nicht nur um Diagnostik...
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Re: Umgang mit der Familie

Beitragvon nat* » So. 05.11.2017, 12:51

Ja das denke ich eigentlich auch. Einen Klinikaufenthalt habe ich auch noch für Februar geplant, aber die Diagnose wollten wir vorher noch abklären.
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Re: Umgang mit der Familie

Beitragvon Mäuschen » So. 05.11.2017, 12:59

So schnell bekommt man in der Regel aber keinen Platz in einer Klinik, außer man geht als Akkutfall hin. Also wenn ihr vor Februar noch einen weiteren KLinikaufenthalt plant, dann ist das echt knapp bemessen. In der Klinik, wo ich war, sind die Wartezeiten für eine Traumabehandlung etwa ein Jahr. Ich kam nur schneller rein, weil ich eigentlich nicht wegen einem Trauma dort war...
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