Das Kind in mir...

Thematik dieses Forums: Dissoziationen wie Depersonalisation, Derealisation und andere dissoziative Zustände sowie Traumata und ihre möglichen Folgen, so wie u.a. auch die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), die akute Belastungsreaktion oder die Dissoziative Identitätsstörung (DIS) bzw. Multiple Persönlichkeitsstörung (MPS).

Das Kind in mir...

Beitragvon KaempferHerz. » Di. 24.01.2017, 01:14

Huhu ihr Lieben,

ich bin neu hier und habe mich bereits kurz vorgestellt im dafür vorgesehenen Forum.
Nun habe ich eine Frage.
Wie die Überschrift schon sagt, geht es um das Kind in mir.

jia, im Dezember war ich, über die Feiertage bei einem Kollegen, in meiner Heimat( bin vor 6 Monaten umgezogen, nachdem ich eine Drogen Therapie gemacht hatte)

Nun War es so, dass Er mich plötzlich anfiel , wie so ein Tier.
Er sprang mich an , mit diesem Wahnsinn im Blick.
Ich bekam Angst, doch anstatt mich dem entsprechend zu wehren, wechselte ich anscheinend in eine Kinder-persönlichkeit. Mein Handeln, meine Körpersprache und sogar meine Stimme , gleichte dem ,eines Kindes. Ich schaffte es nicht, mich adäquat zu wehren

Dann folgt ein Black out. Als ich wieder "zu mir kam, war ich Nackt und er ebenfalls Nackt, fast neben mir.


Ich möchte das ganze nicht weiter ausführen.
Meine Frage nun, kann es sein, dass da in dieser Situation diese Kinder Persönlichkeit die Kontrolle übernahm und ich auch deshalb dies Black out hatte ?!
Ist es normal, das ich immer, sobald mich jemand berührt, in diese Kinder Persönlichkeit Wechsel ?!

Kurz zur Aufklärung , ich leide unter einer PTBs, aufgrund jahrelangen MB in meiner Kindheit.

Vielen Dank schon mal im voraus

kaempferHerz
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Re: Das Kind in mir...

Beitragvon loner » Do. 26.01.2017, 20:00

Hallo KaempferHerz,

Ich bin überhaupt keine Expertin auf dem Gebiet, ganz im Gegenteil. Ich möchte dir gern trotzdem antworten, damit du nicht das Gefühl hast, dass dich keiner liest. Für mich hört es sich schon fast nach einer Abspaltung deiner Persönlichkeit an, wobei nach meinem Wissen, die Betroffen eigentlich nicht unbedingt merken, wenn sie in die Rolle ihres damaligen ichs schlüpfen. Bist du denn in Thearpie wegen deiner PTBS? Wenn es dir möglich ist, solltest du deinen Therapeuten mal fragen. Dann könnt ihr beraten, wie du in solch einer Situation damit umgehst. Also von dem her würde ich deine Vermutung mit ja beantwortet, aber ich bin, wie gesagt kein Experte.
Aber mal ne andere Frage. Hat der Kollege das denn nicht gemerkt? Bzw habt ihr darüber gesprochen? Es klingt alles sehr unfreiwillig...

Liebe Grüße
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Re: Das Kind in mir...

Beitragvon KaempferHerz » Do. 26.01.2017, 21:13

Hallo Ioner ,
erstmal vielen Dank für deine Antwort.
Normalerweise habe ich immer nur Blackouts, allerdings auch im Alltag, also auch ohne jegliche Art von Nähe. Nur dieses mal kann ich mich an den Anfang erinnern, dass ich das nicht wollte, was er macht aber ich habe mich gefühlt als sei ich ein kleines Kind.

Ja ich bin in Therapie aber vorrangig erstmal wegen meiner Drogenabhängigkeit. Habe letztes Jahr den Absprung geschafft und habe eine Stationäre Reha gemacht. Nun bin ich in einer Nachsorge. Mein Therapeut versucht immer mal wieder mit mir über die PTBS zu sprechen, ich kann es leider nur noch nicht wirklich zulassen. Ich Drifte dann immer schnell ab. Zum Glück merkt er es schnell und kann mich zurück holen.
Mein großes Problem ist immer, das ich mich irgendwie nie traue , die Themen anzusprechen, die mich belasten.

Ich weiß nicht so recht ob er es nicht merken will oder ob es ihn sogar anmacht. Er weiß das ich Körper Kontakt nicht ab kann doch das ist ihm in diesem Moment egal. Er ist sehr rabiat und wirklich so als sei er bessesen. Drüber geredet haben wir nicht, weil ich total verwirrt War danach und das nicht richtig verarbeiten kann , wenn sowas passiert. Jia von meiner Seite War es unfreiwillig, deshalb denke ich habe ich auch wieder so ein Black out, denke mein Körper will mich da schützen.

Liebe Grüße
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Re: Das Kind in mir...

Beitragvon Ruby » Do. 26.01.2017, 23:15

Hallo KaempferHerz,

So, wie Du den Vorfall mit Deinem Kollegen beschreibst, kann ich mir gut vorstellen, dass sich das innere Kind in Dir meldet, zumal Du ja MB in der Kindheit erlebt hast und unter PTBS leidest. Wahrscheinlich ist das ein Schutzmechanismus, der dann der Situation entsprechend auch in einem Black-Out enden kann. Vielleicht war dieses Black-Out eine Form von Dissoziativer Amnesie. Ein Automatismus aus einer besonderen Stresssituation heraus. Solche Black-Outs hatte ich früher auch schon mal, wenn auch in einem anderen Zusammenhang. Hast Du denn das früher schon mal erlebt, dass Du bei körperlichen Annäherungen so reagiert hast. Ich kann mir gut vorstellen, dass Dich das belastet und verwirrt.

KaempferHerz hat geschrieben:Ich Drifte dann immer schnell ab. Zum Glück merkt er es schnell und kann mich zurück holen.
Mein großes Problem ist immer, das ich mich irgendwie nie traue , die Themen anzusprechen, die mich belasten.
Dieses Abdriften während Therapiesitzungen kenne ich ebenfalls. Manchmal bin ich ganz weit weg. Ich mache mir im Vorfeld zur Therapiesitzung meist Notizen, die ich dann versuche mit der Therapeutin abzuarbeiten. Und über schwierige Themen schreibe ich meist einen kleinen Aufsatz und gebe es der Thera zu lesen. Mir fällt darüber zu schreiben meist leichter, als darüber zu reden. Vielleicht könnte das ja auch eine Möglichkeit für Dich sein. Auch von Deinen Black-Outs solltest Du in Therapie unbedingt erzählen, liebes KaempferHerz,

Lieben Gruß
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Re: Das Kind in mir...

Beitragvon KaempferHerz » Fr. 27.01.2017, 17:02

Hallo Ruby,

das ist ja eines meiner Größten Probleme, ich weiß gar nicht wie ich damals auf solche Situationen reagiert habe. Meine Erinnerung ist leider viel zu Lückenhaft und wenn ich mich dann doch an etwas erinnern sollte, kommt es mir so vor als wüsste ich dieses nur aus Erzählungen. Habe also absolut keine Persönliche Bindung zu erlebten Dingen. Das macHz dass ganze natürlich nochmal extra kompliziert, weil ich ja gar nicht sagen kann, wie lange diese Symptome schon besten etc.

Ich weiß ja das ich häufig Dissoziiere im Alltag, merke das ja auch immer. Häufig erkenne ich auch Leute nicht wieder, kann diese einfach nicht einordnen.
Auch mit Namen oder allgemein Gesichert, habe ich es nicht so. Vergesse Menschen immer ganz schnell wieder


wo du grad schreibst, dass du besser schreiben als reden kannst, erinnert mich das anmich . Als ich damals in der Wohngruppe wohnte, habe ich meiner Betreuerin auch immer Briefe geschrieben, weil es mir leichter viel. Heute ist die Betreuerin eine sehr gute Freundin von mir und unterstützt mich auch bei allen Lebenslagen. Dank ihr, erfahre ich immer ein Stücken über mich und mein Verhalten damals.

Vielleicht sollte ich mal über meinen Schatten springen und meinem Therapeuten sagen, dass ich eigentlich ganz viel habe was mich belastet, ich mich aber nicht traue zu sprechen.


Danke dir schon mal, für deine hilfreiche Antwort


Liebe Grüße

KaempferHerz
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Re: Das Kind in mir...

Beitragvon Ruby » Fr. 27.01.2017, 17:27

KaempferHerz hat geschrieben:
Vielleicht sollte ich mal über meinen Schatten springen und meinem Therapeuten sagen, dass ich eigentlich ganz viel habe was mich belastet, ich mich aber nicht traue zu sprechen.

Ja, liebes KaempferHerz, das solltest Du unbedingt tun. Das ist eine gute Idee. Vielleicht kann er Dir dann auch helfen, Deine diesbezügliche Hemmschwelle ein bisschen abzubauen. So, dass Du Dich dann auch eher traust, Dich zu öffnen. Ich finde es zum Beispiel sehr wichtig, dass Du Deinem Therapeuten von dem Black-Out oder den Aussetzern in Deiner Erinnerung erzählst. Auch über all die anderen Dinge, die Dich belasten, solltest Du unbedingt mit ihm sprechen. Indem Du über Deinen Schatten springst, kannst Du eigentlich nur gewinnen, zumal Dein Therapeut dann vielleicht ganz andere Anhaltspunkte bekommt, Dir angemessen helfen zu können. Ich wünsche Dir dafür ganz viel Kraft.

Ganz lieben Gruß
Ruby
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Re: Das Kind in mir...

Beitragvon KaempferHerz » Sa. 28.01.2017, 19:37

Vielen Dank Ruby.
Ich werde es nächste Woche mal versuchen anzusprechen.
Ich weiß wie wichtig das ist und das es mir auf Dauer helfen wird.

Liebe Grüße

KaempferHerz
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