Umgang mit unaushaltbaren Gefühlen und Erinnerungen

Thematik dieses Forums: Dissoziationen wie Depersonalisation, Derealisation und andere dissoziative Zustände sowie Traumata und ihre möglichen Folgen, so wie u.a. auch die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), die akute Belastungsreaktion oder die Dissoziative Identitätsstörung (DIS) bzw. Multiple Persönlichkeitsstörung (MPS).

Umgang mit unaushaltbaren Gefühlen und Erinnerungen

Beitragvon Lilie82 » Fr. 04.03.2016, 05:13

Hallo ... Wie geht ihr mit schweren unaushaltbaren Gefühlen und Erinnerungen um wenn diese schlagartig hoch kommen und euch überwältigen ... Ich versuch auf Teufel komm raus mich möglichst viel zu bewegen in Panik und probiere alles was die Sinne stark anspricht... Im hier und jetzt zu bleiben um Kontrolle u Orientierung nicht zu verlieren ... Barfuß auf kalten Boden laufen, Musik aufdrehen, heisst kalt duschen und vieles mehr... Ich habe gelesen Imaginationsübungen sollen helfen... Doch funktioniert das auch in einem Moment der absoluten Panik? Beispielsweise sicherer innerer Ort imaginieren? Was macht ihr in solch schweren Momenten... Meine Diagnose DIS habe ich noch nicht allzu lange und steh noch ganz am Anfang aber helfe mir mit lesen vieler Dissoziations- und Trauma Bücher über die Zeit bis ich eine Therapeutin gefunden habe.. Doch das ist oft mehr als schwer... Liebe Grüße Lilie82
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Re: Umgang mit unaushaltbaren Gefühlen und Erinnerungen

Beitragvon Morgan » Fr. 04.03.2016, 21:36

Hallo Lilie82,

erlaube mir, innerhalb Deines Textes zu antworten.


Hallo ... Wie geht ihr mit schweren unaushaltbaren Gefühlen und Erinnerungen um wenn diese schlagartig hoch kommen und euch überwältigen
Was mir immer geholfen hat, war alles niederzuschreiben, was mir gerade durch die Gedanken ging, bzw. welche Gefühle gerade da waren. Duch die Schnelligkeit des Zehn-Finger-Tipp-System kann ich die Gedanken und Gefühle so wie sie da sind, niederschreiben, denn mit dem Tippen bin ich so schnell wie meine Gedanken. Dies ging vor der Laptopzeit nicht. Da habe ich dann gemalt, denn beim Malen denke ich nicht und entspanne dabei.
... Ich versuch auf Teufel komm raus mich möglichst viel zu bewegen in Panik und probiere alles was die Sinne stark anspricht...
Das ist eine gute Möglichkeit. Bewegung hilft meistens, denn wenn wir in Panik sind, wird unser reptilisches Gehirn angesprochen und das hat nur drei Möglichkeiten: Flucht, Kampf oder Todesstarre. Und Bewegung wäre der Fluchtmodus, somit hilft es.
Im hier und jetzt zu bleiben um Kontrolle u Orientierung nicht zu verlieren ...
Auch dies ist eine sehr gute Methode, denn im Hier und Jetzt, bleibt die Vergangenheit und die Zukunft außen vor, je mehr Übung man darin hat, desto länger kann man dies praktizieren. Für einen anderen da sein, läßt mich am besten im Hier und Jetzt sein.
Barfuß auf kalten Boden laufen, Musik aufdrehen, heisst kalt duschen und vieles mehr...
Auch dies sind super Methoden, Du hast ein ganzes Spektrum von Möglichkeiten Dir angeeignet, meinen Respekt Lilie.
Ich habe gelesen Imaginationsübungen sollen helfen...
Ja, auch Imaginationsübungen bzw. Visualisationsübungen helfen gut.
Doch funktioniert das auch in einem Moment der absoluten Panik?
Probier es aus, ich bei mir, weiß zwischenzeitlich, wenn ich voll in der Panik bin, dann mache ich meinen Lieblingssport Balancen (auf einem Trampolin laufen mit geschlossenen Augen). Dabei muß ich mich konzentrieren, damit ich auf dem Trampolin nicht die Balance verliere und baue das Adrenalin dabei ab. Wenn ich dann das Adrenalin abgebaut habe, schreibe ich alles nieder, was mir durch den Kopf und das Herz rast und anschließend, höre ich die Frequenzen mit Kopfhörer (dabei ist die Wirkung am besten) ( https://www.youtube.com/watch?v=9DsjaXRbrMc ) und wenn das noch nicht reicht, rufe ich meine Freundin an und spreche mit ihr darüber.
Beispielsweise sicherer innerer Ort imaginieren?
Finde Deine Mischung von allen Möglichkeiten, die Du aufgezählt hast, in meiner Wahrnehmung ist es bei Panik immer eine Kombi von verschiedenen Methoden, um wieder ins Lot zu kommen.
Was macht ihr in solch schweren Momenten...
Habe ich Dir oben beschrieben.
Meine Diagnose DIS habe ich noch nicht allzu lange und steh noch ganz am Anfang aber helfe mir mit lesen vieler Dissoziations- und Trauma Bücher über die Zeit bis ich eine Therapeutin gefunden habe.. Doch das ist oft mehr als schwer... Liebe Grüße Lilie82
Ja, daß glaube ich Dir und verstehe Dich. Mir hat es viel geholfen, mein Gehirn zu verstehen und damit meinen Körper, was konkret bei einer Panik geschieht, um dann adäquat darauf antworten zu können.
http://telemedizin24.de/tm24inhalte/con ... Trauma.pdf
Auch finde ich Dr. Gottfried Fischer auf dem Gebiet Traum sehr gut.
Und Dr. Volker Faust finde ich sehr gut, er hat mir mit seinen kostenlosen Artikeln am meisten geholfen.
http://www.psychosoziale-gesundheit.net ... ziativ.pdf
http://www.psychosoziale-gesundheit.net/index.html


Ich hoffe, meine Antwort ist Dir dienlich.

HG Morgan
Morgan
 


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