Trauma und JakobswegPilgern

Thematik dieses Forums: Dissoziationen wie Depersonalisation, Derealisation und andere dissoziative Zustände sowie Traumata und ihre möglichen Folgen, so wie u.a. auch die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), die akute Belastungsreaktion oder die Dissoziative Identitätsstörung (DIS) bzw. Multiple Persönlichkeitsstörung (MPS).

Trauma und JakobswegPilgern

Beitragvon Mäuschen » So. 28.02.2016, 23:21

Hallo alle miteinander :)

ich habe vor einiger Zeit ziemlichen Mist erlebt, wie vermutlich auch die meisten anderen hier... Jetzt würde ich dieses Jahr gerne den Jakobsweg laufen. Diesen Wunsch habe ich schon sehr lange und wollte ihn mir dieses Jahr diesen Wunsch gerne erfüllen.

Jetzt stellt sich aber folgendes Problem, das mir heute von einer anderen Person auch nochmal gesagt wurde. Er meinte, dass er sich morgen macht, wenn ich den Weg alleine laufe, weil es mich emotional überfordern könnte und er nicht weiß, was bei mir alles hochkommt oder passiert, in der Stille des Weges. Die Sorgen, die angemerkt hat, hatte ich vorher auch schon. Also der, mit dem ich heute gesprochen habe, ist Seelsorger und jetzt nicht unbedingt spezialisiert in dem Bereich, aber so, dass er durchaus Ahnung hat und ich nehme seine Bedenken ernst.

Ich habe halt die Hoffnung, dass der Weg mir gut tun würde. Nicht nur in der Verarbeitung des Traumas, sondern auch bei anderen Problemen.

Jetzt meine Frage: Hat jemand von euch mit dieser Problematik schon den Jakobsweg gelaufen oder kennt jemanden?! Was denkt ihr?!

Er meinte noch, dass er denkt, dass es besser wäre, wenn ich nicht alleine gehen würde und jemand dabei wäre, mit dem ich reden kann, wenn etwas hoch kommt oder ich nicht mehr klar komme. Er meinte halt auch, dass ich dort auf mich gestellt wäre und auch nicht mal eben jemandem schreiben könnte oder mich bei jemandem melden. Unrecht hat er nicht und ich fände es schon irgendwie cool, wenn ich in Begleitung gehen könnte. Allerdings nicht irgendeine Freundin oder so, sondern gerne jemand, der Ahnung hat...
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Re: Trauma und JakobswegPilgern

Beitragvon Mäuschen » Di. 01.03.2016, 23:18

niemand Erfahrungen mit dem Pilgern und Fernwanderwegen oder TrekkingTouren oder so und wie das mit einem Trauma machbar ist?!

Bin gerade am Zweifeln und ich das überhaupt packen könnte oder es emotional doch so belastend sein könnte, dass ich es lieber nicht tun sollte. Stille führt halt irgendwie ja auch dazu, dass Dinge hochkommen, die ansonsten in der Geschäftigkeit des Tages versteckt bleiben...
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Re: Trauma und JakobswegPilgern

Beitragvon Sneg » Mo. 13.06.2016, 04:40

Hi!

Ich bin den Camino Frances gerade gelaufen. Leute zum Reden findet man unterwegs genug, jedoch habe ich lieber die Stille vorgezogen. Der Weg ist sehr sehr anstrengend. Ich bin am Tag 25-30 KM gelaufen. Ich konnte zu Hause nie gut schlafen. Auf dem Weg habe ich jedoch so gut wie noch nie geschlafen, was auch an der Erschöpfung lag. Ich habe auch einen Stein von zu Hause mitgenommen, den ganzen Weg getragen und in Fisterra ins Meer geworfen. Der Stein war der Inbegriff meiner Belastungen.

Ich kann Dir also nur empfehlen den Weg zu laufen. Ich habe eine komplex PTBS und es tat mir gut. Ganz ehrlich. Es ist nichts schlimmer geworden, eher leichter. Und man ist auch nicht der einzige Pilger der mal weint etc. Du wirst Teil eines Ganzen sein und das ist sehr spirituell.

Gruß
Sneg
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