Dissoziation; Ich kapiere es nicht

Thematik dieses Forums: Dissoziationen wie Depersonalisation, Derealisation und andere dissoziative Zustände sowie Traumata und ihre möglichen Folgen, so wie u.a. auch die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), die akute Belastungsreaktion oder die Dissoziative Identitätsstörung (DIS) bzw. Multiple Persönlichkeitsstörung (MPS).

Dissoziation; Ich kapiere es nicht

Beitragvon Oskar » Fr. 15.01.2016, 16:57

Seit Ewigkeiten lese ich über Dissoziationen nach, auch um der Frage nachzugehen ob ich selbst betroffen bin. Im Internet habe ich wahrscheinlich alle Seiten gesehen die das zum Thema haben.
Wirklich kapiert habe ich es allerdings bis heute nicht.
Dissoziation ist praktisch eine Art Abspaltung von Gefühlen und Gedanken, das habe ich begriffen.
Wie genau das funktioniert wie und ob man sich überhaupt helfen kann und was genau das ausmacht ist allerdings nirgends beschrieben.

Ich zum Beispiel habe folgendes Problem: Ich spalte meine Gedanken und Gefühle komplett von mir selbst ab.
Während andere Menschen normal denken erlebe ich jeden Gedanken als Tagtraum.
Wenn ihr daran denkt das ihr noch Eier kaufen wollt träume ich wie ich gerade Eier kaufe und an der Kasse zahle.
Irgendwie ist das Ganze auch nicht auf ADHS zurück zu führen denn ich hatte diese Probleme früher nicht so schlimm.
Allerdings kann ich in diesen Träumen durchaus noch Gefühle haben.
Ich erlebe sozusagen die Situationen an die ich denke im Traum anstatt zu denken, es ist als würde im Hintergrund in meinem Kopf die ganze Zeit etwas ablaufen aber ich bekomme werde wirklich Zugriff auf die Gedanken noch schaffe ich es in der Realität Aufmerksam zu sein.
Ich rutsche einfach ab mit meinen Gedanken auch wenn ich mich unterhalte.
Faszinierenderweise habe ich diese Zustände mittlerweile fast den ganzen Tag über und es ist auch nicht unangenehm aber ich frage mich schon was ich dagegen tun kann.
Ist das jetzt auch eine Form von Dissoziation?
Irgendwie fürchte ich mich davor aus der Klinik zu müssen, zwar wird hier nichts gemacht aber ich fühle mich zumindest relativ sicher.
Ich glaube nämlich nicht das ich damit irgendwie einen Alltag auf die Reihe bekomme.
Irgendwie ist es merkwürdig, ich bin in der Klinik und es geht mir kontinuierlich immer schlechter und jetzt werde ich entlassen.
In wie weit sind solche Zustände eigentlich akut Behandlungsbedürftig?
Ich kann zwar nichts mehr spüren und mein Leben scheint so wie so gelaufen zu sein aber dennoch hätte ich es ungern wenn alles noch schlimmer wird.
Oskar
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Re: Dissoziation; Ich kapiere es nicht

Beitragvon Morgan » Fr. 15.01.2016, 22:12

Hallo Oskar,

ich habe Deine Worte gelesen.
Ich weiß nicht, was ich Dir antworten soll, was ich Dir nicht schon geschrieben habe.
Jeder hat eine andere Wahrnehmung und darum erlebt jeder Diss auch ein Stück weit anders.

Mach denen in der Klinik klar, daß es Dir schlecht geht und Du nicht verstehst, warum sie Dich nun entlassen wollen.

Und es gibt bestimmt viele Tagträumer, die ihren Alltag auf die Reihe bekommen, oder?

HG Morgan
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Re: Dissoziation; Ich kapiere es nicht

Beitragvon SoundOfSilence » Sa. 16.01.2016, 01:36

Lieber Oscar,

für mich hört sich das nach Derealisation an, eine Form von Diss...
Aber, wie Morgan schrieb, das erlebt jeder auch anders.

Was die Klinik angeht: manchmal ist es vor der Entlassung akut schlechter - das ist die Angst vor der Welt "da draußen ".... Mir ging es jedenfalls so, und als ich dann draußen war, da ging es viel besser.... Nur so als Gedanke... Das gibt es nämlich auch :)

Wie soll es weiter gehen jetzt? Was ist der Plan für dich?

Liebe Grüße, Silence
SoundOfSilence
 

Re: Dissoziation; Ich kapiere es nicht

Beitragvon Oskar » Sa. 16.01.2016, 09:09

SoundOfSilence hat geschrieben:Lieber Oscar,

für mich hört sich das nach Derealisation an, eine Form von Diss...
Aber, wie Morgan schrieb, das erlebt jeder auch anders.

Was die Klinik angeht: manchmal ist es vor der Entlassung akut schlechter - das ist die Angst vor der Welt "da draußen ".... Mir ging es jedenfalls so, und als ich dann draußen war, da ging es viel besser.... Nur so als Gedanke... Das gibt es nämlich auch :)

Wie soll es weiter gehen jetzt? Was ist der Plan für dich?

Liebe Grüße, Silence


Gibt es denn eine Möglichkeit etwas gegen diese Form von Dissoziation zu unternehmen?
Ich hätte das ganz gerne weg und würde das therapieren lassen wollen wenn das geht

Ich denke es ist schon ein Aspekt das ich eigentlich nicht raus will aus der Klinik, also effektiv Angst habe wieder Zuhause zu sein
Allerdings glaube ich das es nicht der einzige Punkt ist.

Ich habe eigentlich keinen genauen Plan wie es weiter gehen soll.
Die Angebote der Klinik sind dürftig.
Man hat mir eine Tagesklinik für Depression angeboten und das wars eigentlich
Leider geht das natürlich vollkommen daran vorbei was mein eigentliches Problem ist.
Zumindest ist es keine Lösung sondern bestenfalls das behandeln eines kleineren Symptoms
Oskar
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Re: Dissoziation; Ich kapiere es nicht

Beitragvon SoundOfSilence » Sa. 16.01.2016, 10:43

Hallo Oscar,

gegen das Derealisireren oder Dissoziieren kann man schon etwas tun, nämlich herausfinden, was das auslöst und welche psychische Ursache da zu Grunde liegt. Das ist sehr aufwendig und braucht lange Therapie.
Ob du da wegen Depression oder Dissoziativen Symptomen behandelt wirst ist, ein Stück weit, egal, wenn du eine Psychotherapie machst. Wichtiger ist die Frage ob Verhaltenstherapie oder analytisch (also "schnell " oder "aufdeckend")
Insofern könnte Tagesklinik gut sein für einen Übergang. Was du dort machst an Therapie wird nicht vergebens sein, auch wenn die Diagnose nicht ganz passt. Und du könntest die Zeit nutzen, um dir eine ambulante Therapie zu suchen. Und um stabil genug zu sein, um den Alltag zu meistern während du auf einen ambulanten Platz wartest...

Was hältst du davon?


Liebe Grüße,
Silence
SoundOfSilence
 

Re: Dissoziation; Ich kapiere es nicht

Beitragvon Oskar » Sa. 16.01.2016, 16:44

SoundOfSilence hat geschrieben:Hallo Oscar,

gegen das Derealisireren oder Dissoziieren kann man schon etwas tun, nämlich herausfinden, was das auslöst und welche psychische Ursache da zu Grunde liegt. Das ist sehr aufwendig und braucht lange Therapie.
Ob du da wegen Depression oder Dissoziativen Symptomen behandelt wirst ist, ein Stück weit, egal, wenn du eine Psychotherapie machst. Wichtiger ist die Frage ob Verhaltenstherapie oder analytisch (also "schnell " oder "aufdeckend")
Insofern könnte Tagesklinik gut sein für einen Übergang. Was du dort machst an Therapie wird nicht vergebens sein, auch wenn die Diagnose nicht ganz passt. Und du könntest die Zeit nutzen, um dir eine ambulante Therapie zu suchen. Und um stabil genug zu sein, um den Alltag zu meistern während du auf einen ambulanten Platz wartest...

Was hältst du davon?


Liebe Grüße,
Silence


Keine Ahnung was es auslöst, ich tue es ständig aber es hat mit Sicherheit etwas mit Stress zu tun.
Generell scheint mein Hirn unter einem unglaublichen Stress zu stehen, die Gedanken rasen schneller als ich sie beobachten kann brechen mitten drin ab teilweise mit Übersprunghandlungen. Es ist als wäre mein Hirn in Panik und würde schreiend im Kreis rennen.

Ich suche ja seit mehr als einem Jahr schon Hilfe aber es ist halt nichts zu finden.
Immer geht es nur um Depression aber meine Depression interessiert mich nicht. Vielleicht habe ich nicht mal eine sondern ziehe mich nur zurück weil ich Angst vor der Zukunft habe und weil ich mit der enormen Stressbelastung die dieses Gedankenrasen auslöst nicht gewachsen bin

Die Tagesklinik könnte mich stabilisieren, das ist definitiv ein Punkt.

Ich habe im Anschluss eine stationäre Therapie vor die sich mit dem befasst was ich an Katastrophen bereits angesammelt habe

Die Frage was ich für einen Therapiemodus nehme ist in der Tat schwer zu beantworten.
Im Zweifel sage ich: lieber gründlich und Theorie und Glaubenssätze sind wichtig für mich.
Also eher Tp.
Allerdings denke ich das es mittlerweile schon so ist das in einer Klinik beides angeboten wird.
Da wäre mir ein Konzept wichtig das mich im Ganzen weiter betreut
Oskar
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Re: Dissoziation; Ich kapiere es nicht

Beitragvon SoundOfSilence » So. 17.01.2016, 09:14

Also ist schon geplant, dass du noch mal stationär gehst?
Dann wäre die Tagesklinik doch wirklich nur für die Zwischenzeit... Oder musst du dich da für eins entscheiden wegen der Krankenkasse?
Für wann ist denn der zweite Aufenthalt geplant?

Dir geht das alles nicht schnell genug, hm? Und die Depression ist für dich nicht zentral genug... Aber von außen, aus Arzte-sicht, wirkt das möglicherweise anders, weil vieles von dem was doch belastet auch eine Begleiterscheinung der Depression sein könnte... Es ist, vor allem bei psychischen Erkrankungen, immer schwer zu sagen, was eigentlich wie zusammen hängt. Da hilft manchmal nur "erleben ".

Ich war teilweise sehr überrascht, wie viel besser es mir durch Kleinigkeiten ging. Und dann wieder gibt es auch das Gegenteil, dass es dich kleine Veränderungen viel schlechter ging..........

Und das ist auch sehr individuell.

Bekommst du nun eigentlich noch irgendwelche Medis, oder hast du alles weg lassen können?

Wie lang bist du noch stationär?

Liebe Grüße,
Silence
SoundOfSilence
 

Re: Dissoziation; Ich kapiere es nicht

Beitragvon Oskar » Mo. 18.01.2016, 13:59

SoundOfSilence hat geschrieben:Also ist schon geplant, dass du noch mal stationär gehst?
Dann wäre die Tagesklinik doch wirklich nur für die Zwischenzeit... Oder musst du dich da für eins entscheiden wegen der Krankenkasse?
Für wann ist denn der zweite Aufenthalt geplant?

Dir geht das alles nicht schnell genug, hm? Und die Depression ist für dich nicht zentral genug... Aber von außen, aus Arzte-sicht, wirkt das möglicherweise anders, weil vieles von dem was doch belastet auch eine Begleiterscheinung der Depression sein könnte... Es ist, vor allem bei psychischen Erkrankungen, immer schwer zu sagen, was eigentlich wie zusammen hängt. Da hilft manchmal nur "erleben ".

Ich war teilweise sehr überrascht, wie viel besser es mir durch Kleinigkeiten ging. Und dann wieder gibt es auch das Gegenteil, dass es dich kleine Veränderungen viel schlechter ging..........

Und das ist auch sehr individuell.

Bekommst du nun eigentlich noch irgendwelche Medis, oder hast du alles weg lassen können?

Wie lang bist du noch stationär?

Liebe Grüße,
Silence


Moin.

Okay...
Es wird Zeit das ich wieder vom.PC aus schreiben kann, ich lösche ständig die Nachrichten die ich schon fast fertig geschrieben habe.

Ich werde definitiv noch mal stationär gehen.
Bisher bin ich ja nicht therapiert worden.
Ich bin aber auch vollkommen überfordert gerade, 10.000 Gedanken rasen durch meinen Kopf, ich kann das gar nicht zurück verfolgen so schnell geht das
In meinem Kopf ist die Hölle los aber ich sitze den Tag über nur apathisch da und tue nichts.
Das ist sicher keine Trägheit sondern eher das erschlagen werden von Reizen

Ich habe keine Ahnung Was die Krankenkasse dazu sagt aber wegen dir habe ich erstmal angerufen und warte jetzt was ich für eine Antwort bekomme
Ich sehe die Tagesklinik allerdings nicht als Teil der Lösung sondern es geht nur um die Stabilität die mir diese Klinik geben würde
Wenn alles nach Plan läuft wird mir dann Ende März endlich geholfen in einer Klinik in der es auch um meine Probleme geht und nicht um Entspannungsinseln.

Naja "nicht schnell genug" impliziert ja das überhaupt etwas passiert. Das ist nicht der Fall.
Seit über einem Jahr suche ich nach Hilfe und bekomme keine.
Ich würde gerne endlich anfangen.
Ich weiß nicht wie die Leute die das beurteilen auf die Idee kommen das ich depressiv bin, wahrscheinlich weil sie von ihrem Vordermann jeweils die Diagnose abschreiben.
Der Arzt von der Therapeutin die von dem Neurologen der vom Hausarzt, hinterfragen ob Panik, Gedankenrasen, Derealisation, Zwangsgedanken, Konzentrationsschwäche, Bindungsunfähigkeit und körperliche Stressymptome evtl nicht teil der Depression sind tut keiner

Ich denke durchaus das Kleinigkeiten wichtig sein können und das es am Ende Kleinigkeiten sind die zur Lösung führen aber es müssten schon die richtigen Kleinigkeiten sein.


Ich habe 3 Wochen keine Medikamente genommen mittlerweile nehme ich seroquel 50 mg
Es geht mir im Prinzip nicht schlechter oder besser als zuvor, ich brauche einfach nur eine Therapie...
Aber keine Ahnung wo ich die herbekommen soll, irgendwie ist es aussichtslos.
Bis Freitag bin ich noch stationär dann gehe ich genau so krank und ohne Plan aus der Klinik raus wie ich rein gekommen bin

Sorry @ Morgan, jeder verdient eine Antwort wenn er mir schreibt:

Danke erstmal.

Das wird denen nicht wirklich klar zu machen sein und ehrlich gesagt bin ich auch Konfliktscheu.
Im Prinzip habe ich ja selbst zugestimmt als das ausgemacht wurde.

Ja Tagträume sind schon ein bisschen was anders
Ich lebe ja nur in Tagträumen, ich kann seit Tagen nicht mehr daraus Aufwachen und beim Tischtennis fällt mir fast der Schläger aus der Hand weil ich geistig weg bin
Ich kann im Prinzip nichts mehr,geschweige denn selbstständig einen Alltag führen.
Ich habe ADHS, da hab ich schon immer Tagträume gehabt aber das war halt was anderes.
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Re: Dissoziation; Ich kapiere es nicht

Beitragvon Fee23 » Di. 19.01.2016, 17:12

Es könnte vielleicht am Medikament liegen das am Anfang erst alles sich verschlimmert... Nehme auch seroquel aber 300 mg aktuell und am Anfang war das viel schlimmer ....könntest ein Arzt mal fragen ob das vielleicht daran liegt ? Bis sich der Körper dran gewöhnt ?
Fee23
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Re: Dissoziation; Ich kapiere es nicht

Beitragvon Oskar » Mi. 20.01.2016, 00:10

Fee23 hat geschrieben:Es könnte vielleicht am Medikament liegen das am Anfang erst alles sich verschlimmert... Nehme auch seroquel aber 300 mg aktuell und am Anfang war das viel schlimmer ....könntest ein Arzt mal fragen ob das vielleicht daran liegt ? Bis sich der Körper dran gewöhnt ?


Ich muss halt gucken was die in den nächsten Tagen sagen. Morgen habe ich Visite und übermorgen mein letztes Gespräch.
Ich nehme im Moment 50mg seroquel, das langt bei mir eigentlich
Aber ich bin emotional sehr instabil und habe großes Gedankenrasen. So oder so muss ich das psychotherapeutisch behandeln lassen
Ich muss gucken was die nächsten Wochen bringen, es geht ja demnächst mal los
Oskar
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