Nähe & Distanz

Thematik dieses Forums: Dissoziationen wie Depersonalisation, Derealisation und andere dissoziative Zustände sowie Traumata und ihre möglichen Folgen, so wie u.a. auch die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), die akute Belastungsreaktion oder die Dissoziative Identitätsstörung (DIS) bzw. Multiple Persönlichkeitsstörung (MPS).

Nähe & Distanz

Beitragvon Newcomer » Mi. 23.12.2015, 18:25

Hey Ihrs,

ich hab hunderttausend Fragen& Gedanken zu dem Thema, gehts noch jemandem so? Vielleicht können wir uns ja ein bisschen austauschen. Ich fänds inspirierend zu hören was ihr so denkt. Stellt ihr euch diese Fragen auch? Hat jemand ne Meinung/ Antwort zu einer davon?

wie regelt ihr zB, wie nah was kommen darf? Eigene Erinnerungen oder Emotionen zB, wie nah dürfen Emotionen kommen, zB Angst, Wut, Trauer? So dass ihr überwältigt seid oder sie halt zur Kenntnis genommen habt oder gar nicht nah?
& wie nah kommen Freunde& Familie & deren Anliegen? Berührt euch das? Seid ihr lieber alleine oder in Gesellschaft?
& wie nah kommt der Therapeut? Wie viel Emotion oder Offenheit könnt ihr in der Therapie zeigen? Wie eng ist die Beziehung? Ist Abhängigkeit ein Risiko?
& sowas wie Weihnachten zB oder ein Flugzeugabsturz oder Paris oder die Fußball WM, also wenn die Gesellschaft als Kollektiv besinnlich, traurig oder glücklich ist, wie nah kommt das an euch ran? Wie gehts euch damit? Besonders weil morgen Weihnachten ist -.-

Ist das dann eine bewusste Entscheidung oder „passiert euch das halt so“?

Ist Nähe für euch ein Risiko für Verletzung & Stress? Wie kann man vertrauen ohne Angst vor Kontrollverlust? Wie kann etwas nahe kommen & weiterziehen dürfen, ohne es festhalten oder fernhalten zu müssen?

Wann dürft ihr aufhören zu kämpfen und stark zu sein und Leute / Bilder/ irgendwas näher kommen lassen?

Habt ihr „Ideale“ wie besondere Freunde oder Vorbilder oder einen Vater-/ Mutterersatz wo ihr „anhänglicher“ seid als bei anderen?

Gibt es bei euch nur „schwarz und weiß“ also dass Menschen entweder gut/ „will nahe kommen“ oder schlecht/ „will weg bleiben“ erscheinen?

Gibt es ein „zu nah“ in Beziehungen?

Welche Lieder, Filme, Gedichte, Bücher, Kunstwerke, Landschaften usw. gehen euch nah? Welche Situationen berühren euch am meisten? Darf ein Buch/Film/... euch berühren?

Welche Person oder welches Tier ist euch grade am Allernahsten und warum?

Vielleicht habt ihr euch ja auch den ein oder andern Gedanken darüber oder über ganz andere Aspekte von dem Thema gemacht, würde mich freuen eure Meinungen zu hören & sich auszutauschen, vielleicht entwickelt sich ja ne Unterhaltung. Man muss natürlich nicht jede Frage beantworten können, aber vielleicht inspiriert euch ja die ein oder andere, oder ihr habt selber welche

Grüße von Newcomer
Newcomer
 

Re: Nähe & Distanz

Beitragvon Summertime Sadness » Mi. 23.12.2015, 21:41

Hallo Newcomer,

Newcomer hat geschrieben:wie regelt ihr zB, wie nah was kommen darf?

Kann man das regeln? Wenn ja, wie lernt man das?

Newcomer hat geschrieben:Eigene Erinnerungen oder Emotionen zB, wie nah dürfen Emotionen kommen, zB Angst, Wut, Trauer? So dass ihr überwältigt seid oder sie halt zur Kenntnis genommen habt oder gar nicht nah?

Gefühle lasse ich sehr nah an mich heran. Eigene Erinnerungen kommen immer nur punktuell, lebe lieber in der Gegenwart.

Newcomer hat geschrieben:& wie nah kommen Freunde& Familie & deren Anliegen? Berührt euch das? Seid ihr lieber alleine oder in Gesellschaft?

Puh, das kommt ganz drauf an, wie nah jemand mir steht, aber es berührt mich auf alle Fälle und je mehr ich für eine Person fühle umso eher trifft mich das dann, wobei ich dann aber eher in Gegenwart der Person die Lösungssucherin bin, da ich es nie gelernt habe zu trösten.
Nun, ich bin sowohl gerne alleine aber auch in Gesellschaft, aber ich ziehe das Alleinsein vor dem Treffen mit Fremden vor, als z.B. eine Bekannte würde mich auf eine Party einladen,wo ich eben nur sie kenne, da würde ich dann absagen. Kommt aber auch sehr auf meine Stimmung und auf mein Selbstbewusstsein an.

Newcomer hat geschrieben:& wie nah kommt der Therapeut? Wie viel Emotion oder Offenheit könnt ihr in der Therapie zeigen? Wie eng ist die Beziehung? Ist Abhängigkeit ein Risiko?


Meine Therapeutin kommt mir manchmal sehr, sehr nah, aber dann auch wieder nicht, liegt immer am Thema. Ich hatte jedoch mal einen Psychiater, da war ich absolut offen und konnte auch echt Gefühle zeigen. Die Beziehung zu meiner Thera ist wieder enger. Ja, Abhängigkeit ist ein Risiko, das sich aber lohnt ein zugehen.

Newcomer hat geschrieben:& sowas wie Weihnachten zB oder ein Flugzeugabsturz oder Paris oder die Fußball WM, also wenn die Gesellschaft als Kollektiv besinnlich, traurig oder glücklich ist, wie nah kommt das an euch ran? Wie gehts euch damit? Besonders weil morgen Weihnachten ist -.-


Weihnachten ist jedes Jahr und gehört halt zum Jahr dazu, genauso wie Geburtstag,Silvester,Ostern usw. Leider trifft mich da dieses absolute Einsamkeitsgefühl am Meisten, habe jedoch Strategien dagegen entwickelt, also ich tu da eher so, als wäre an jedem Tag Sonntag ohne diesen weihnachtlichem Kitsch und machs mir schön, Flugzeugabstürze oder Terroranschläge trifft mich emotional kaum, klar ist man geschockt, aber nicht so, dass ich auf FB mein Profilbild ändern würde, was ja irgendwie IN geworden ist, jedoch bei Fussball EM/WM bin ich komplett dabei, und freue mich. Vielleicht ists ja so, dass ich keine negativen Gefühle da zulassen will, aber ich positive gerne fühle...

Newcomer hat geschrieben:Ist das dann eine bewusste Entscheidung oder „passiert euch das halt so“?

Teils, teils. je nach Situation.

Newcomer hat geschrieben:Ist Nähe für euch ein Risiko für Verletzung & Stress? Wie kann man vertrauen ohne Angst vor Kontrollverlust? Wie kann etwas nahe kommen & weiterziehen dürfen, ohne es festhalten oder fernhalten zu müssen?

Ja, Nähe ist Riskio für Verletzung und Stress, aber genauso Freude und Glück und was es sonst da noch für andere Emotionen es geben mag. Denn das Leben besteht eben nicht nur aus Schwarz-weiss oder eben Glück-Stress.
Ist es denn Vertrauen, wenn man Angst haben muss vor einem Kontrollverlust? Also ich vertraue sehr schnell und genauso oft werde ich manchmal enttäuscht, gehört eben dazu. Genauso wie dass der Kontrollverlust dem Vertrauen nichts anhaben kann.
Nun, in meinem Leben gingen und kamen viele Personen, ein Teil war mir sehr sehr Nah und manche eben nicht. Es ist normal in meinem Leben.

Newcomer hat geschrieben:Wann dürft ihr aufhören zu kämpfen und stark zu sein und Leute / Bilder/ irgendwas näher kommen lassen?

Sorry, ich versteh nicht, wie du das meinst? Meinst du das Kämpfen um Leute,oder um dich, oder um etwas näher kommen zu lassen?

Newcomer hat geschrieben:Habt ihr „Ideale“ wie besondere Freunde oder Vorbilder oder einen Vater-/ Mutterersatz wo ihr „anhänglicher“ seid als bei anderen?

Ich habe keine "Ideale". Lebe eher so, dass das was ich nicht möchte, ich auch keinem anderen möchte. Also sprich wenn ich Respekt und Höflichkeit will, behandle ich meinen Gegenüber so, damit er im idealfall mich genauso behandelt. Anhänglicher bin ich bei den Menschen, wo ich das Gefühl habe, dass ich genauso akzeptiert werde, wie ich bin. Der mich einfach so nimmt wie ich bin. Eben mit all meinen Stärken und Schwächen,mit all meinen Gefühlen. Davon laufe ich von Menschen, die mich irgendwie ändern wollen, oder eben auch wo es nur um eine bestimmte Sache geht oder im schlimmsten Fall mich behandeln, wie ein kleines doofes Kind.

Newcomer hat geschrieben:Gibt es ein „zu nah“ in Beziehungen?

Generell Nein , aber wenn ein Partner das "zu nah" gegen einen verwendet wird, dann ja.

Newcomer hat geschrieben:Welche Lieder, Filme, Gedichte, Bücher, Kunstwerke, Landschaften usw. gehen euch nah? Welche Situationen berühren euch am meisten? Darf ein Buch/Film/... euch berühren?

Da gibt es sehr vieles und unterschiedliches.
Je mehr ich mich in ein Buch oder Film hineinfinde umso mehr berührt es mich.
Na klar, denn wenn es mich nicht berühren dürfte, warum sollte ich dann Lesen,Film schauen,Musik hören usw.
Übrigens verstehe ich unter berühren eben auch witziges,schauriges,kummervolles usw. Also sprich eine Komödie kann mich manchmal mehr berühren als ein Drama oder so. Ebenso kann mich fröhliche Musik traurig stimmen und traurige Musik fröhlich.

Newcomer hat geschrieben:Welche Person oder welches Tier ist euch grade am Allernahsten und warum?

Bei Personen weiss ich das gerade nicht, weil es da kaum noch jemanden gibt, was sich aber wieder ändern wird. Ich hab ne Katze und sie lebt mit mir, das würde ich also am allernahsten definieren.

Liebe Grüße
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Summertime Sadness
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Re: Nähe & Distanz

Beitragvon SoundOfSilence » Mi. 23.12.2015, 23:50

Hallo Newcomer,

ich habe ein Problem mit dem Regulieren von Nähe und Distanz in einer für mich wirklich guten Weise. Oft ist es so, dass ich einfach nicht das "hinbekomme" was ich in dem Moment eigentlich möchte. So kann es vorkommen, dass mir ein Mensch sehr nah ist emotional, und dass ich das auch sehr genieße, dann aber plötzlich fühle ich mich beengt und möchte flüchten (oder kämpfen :oops: )

Meine Emotionen habe ich lange Zeit kaum spüren können, und auch heute ist es so, dass ich oft etwas Zeit und Ruhe brauche um zu spüren, was mich innerlich wirklich bewegt.

Dinge, die fern von mir geschehen berühren mich meist nicht so sehr emotional, z.B. der Terrorangriff von Paris, aber durchaus auf einer kognitiven Ebene - ich habe Mitgefühl mit den Opfern, aber Angst oder Sorge verspüre ich deswegen nicht. Es beschäftigt mich dann wieder auf der politischen Ebene.

Erinnerungen kann ich manchmal "wegschieben" oder auch bewusst herbeiführen, ich kenne aber auch intrusive Erinnerungen, die mich "überrollen" und sich nicht mehr "steuern" lassen.

Insgesamt bin ich wohl ein relativ kontrollierter Mensch, der sich schlecht einfach fallen lassen kann. Ich neige auch dazu, zu dissoziieren - zum Problem wird das alles dann, wenn ich einfach nicht über den nötigen inneren Kompass verfüge (und Gefühle sind ja letztlich genau das!), um zu wissen/ zu spüren, was mich glücklich macht.

Steuern wir nah mich etwas berührt oder auch wie nah mir Menschen kommen dürfen - das kann ich nur in eine Richtung: Ich kann Distanz schaffen nach innen und nach außen. Nur: Das alleine ist, wenn man es mal bedenkt, keine echte Regulation........

Viele Grüße,
SoS
SoundOfSilence
 

Re: Nähe & Distanz

Beitragvon Newcomer » Do. 24.12.2015, 00:20

Hi, Danke für die Antworten! :))

Ich schreib kurz ein bisschen arg abgehakt, ich hatte den unteren Text schon fertig bevor ich gesehen hab das Sound of Silence geschrieben hat :)

Mir gehts quasi ganz genauso wie SoS, ich reagiere genau gleich. &Distanz regeln, also wegschieben, ist viel einfacher als näher kommen lassen, aber solange Distanz das genaue Gegenteil von Nähe ist, reicht es an einer Größe zu schrauben oder? Also wie bei einem Thermometer wenns nur warm& kalt gibt, ists egal obs wärmer oder weniger kalt wird.. oder? Dann kannst du das ja eigentlich :)

Ich würde gerne wieder mehr Gefühle zulassen, aber das ist schwer und ich hab Angst, dass dann zu viele negative Gefühle kommen.. Nur positive zuzulassen wär ja quasi optimal;) & ich krieg das Timing auch null hin, zB in der Therapie würde ich eigentlich schon gerne mal Emotion zulassen (auch weil der Therapeut mir dann helfen kann das besser einzuordnen) aber es klappt da irgendwie nicht, am Abend davor klappts hingegen wunderbar

Also ab hier ist zum Text von Summertime Sadness :)
Wie macht man eigentlich so coole Zitate? Wenn ich bei mir auf zitieren klicke kommt nur Kauderwelsch...

Zu "Kann man das regeln? Wenn ja, wie lernt man das?" (Summertime Sadness)

Ich glaub, dass man das zumindest teilweise irgendwie regeln kann: Man kann so viel ich weiß unbewusst Schutzschilder/ Mauern aufbauen um sich abzugrenzen und vielleicht auch bewusst entscheiden, wie nah man manches ranlässt, vielleicht indem man betreffende Emotionen wegschiebt? Kann das sein? Habs auch noch nicht raus;)

Zu "Gefühle lasse ich sehr nah an mich heran. Eigene Erinnerungen kommen immer nur punktuell, lebe lieber in der Gegenwart."
Sind deine Gefühle dann mehr auf die Gegenwart bezogen? Ich hab oft welche aus der Vergangenheit, also wo zwar jetzt aufbrechen, aber in früheren Situationen entstanden sind und wo oft gar nicht in die Gegenwart reinpassen (zB: Der heutige Tag ist schön, aber ich bin "grundlos" traurig, und verstehe es selber nicht, der Grund fällt erst auf wenn man ne Weile drüber nachdenkt) dann ist es schwierig sie zuzulassen weil sie nicht gerechtfertigt sind

Ich finds total schwierig meinem Therapeuten Gefühle zu zeigen, obwohl wir eigentlich super miteinander klarkommen. Tut mir fast ein bisschen Leid, das ist ihm glaub ich echt wichtig. Ich finds auch schwierig Sachen zu erzählen, der sieht das zum Glück lässig, ich darf zwischen den Treffen wenn mir grad danach ist Mails schreiben um Inhalte zu liefern und wir reden dann da einfach drüber, anstatt dass ich das da erzähle.

Silvester finde ich schwieriger als Weihnachten - Weihnachten ist bei uns zuhause der stark missglückte Versuch gestellte Harmonie vorzugaukeln, eins auf heile Welt zu machen, was stark triggernd ist, aber ich weiß zumindest dass ich jemanden hab wo ich hingehen kann und was mich erwartet, weils mit der Familie jedes Jahr das Gleiche ist, und ich kriege auch manchmal Einladungen von anderen Familien, für den Fall dass Flucht die bessere Option ist. Silvester ist immer in anderen Konstellationen, je nach dem mit wem man gerade besser befreundet ist - jetzt liegen grade fast alle Freundschaften auf Eis... ich weiß also noch nicht wohin

Wie schaffst du es so schnell zu vertrauen? Ich brauche ewig dafür

Zu "Sorry, ich versteh nicht, wie du das meinst? Meinst du das Kämpfen um Leute,oder um dich, oder um etwas näher kommen zu lassen?":

Wenn ich im "Kampfmodus" bin, hab ich sowas wie ein "Schild" oben um mich zu verteidigen und ein "Schwert" um notfalls anzugreifen und bin misstrauisch, wachsam, unruhig usw. Also im Wesentlichen Kämpfen um etwas auf Distanz zu halten und Kämpfen um Erfolg/ gegen Emotion um Leistung zu bringen.. Komplizierte Sache. Jedenfalls vertraue ich erst wirklich, wenn ich "das Schild" sinken lassen kann und trotzdem nicht "angegriffen" werde

Ich hatte früher eine Idealvorstellung davon, wie ein Vater sein sollte bzw. hab versucht einen Vaterersatz zu finden, jetzt nicht mehr. Kann deine Meinung total nachvollziehen, geht mir auch so

Mich berühren die positiven Sachen/ Filme/ WM usw. auch viel mehr als die negativen - die negativen eigentlich fast gar nicht. Nur wenn ich eh schon in der Stimmung bin und es dann passt

Ich hätte gern einen Hund, das wär cool - der wär mir dann auch am Nahsten im Leben.

Grüße :) Newcomer
Newcomer
 

Re: Nähe & Distanz

Beitragvon Summertime Sadness » Fr. 25.12.2015, 21:13

Hallo Newcomer,

ich markiere das, was ich zitieren will und klicke dann auf diesen zitieren-button.

Newcomer hat geschrieben:Sind deine Gefühle dann mehr auf die Gegenwart bezogen?

Ja, ausser ich hänge zu sehr mit meinen Gedanken in der Vergangenheit, oder es triggert mich etwas an die Vergangenheit, dann sind die Gefühle von der Vergangenheit überwiegend. Aber ich versuch dann wirklich die Gefühle von der Gegenwart zu stärken und zu fühlen. Und vorallem immer die positiven davon.

Newcomer hat geschrieben:Ich hab oft welche aus der Vergangenheit, also wo zwar jetzt aufbrechen, aber in früheren Situationen entstanden sind und wo oft gar nicht in die Gegenwart reinpassen (zB: Der heutige Tag ist schön, aber ich bin "grundlos" traurig, und verstehe es selber nicht, der Grund fällt erst auf wenn man ne Weile drüber nachdenkt) dann ist es schwierig sie zuzulassen weil sie nicht gerechtfertigt sind


Ich finde, sie sind gerechtfertig, nur darf man sich nicht darin verlieren. Denn dann kannst du sie aufarbeiten. Zu schauen, warum und wieso und wie man die Gefühle ausgleichen kann, das kann für die Zukunft sehr gut sein. Jedenfalls ist das meine Erfahrung.

Newcomer hat geschrieben:Wie schaffst du es so schnell zu vertrauen? Ich brauche ewig dafür


Ich bin mehr der Zuhörer und nicht der große Redner, und wenn man zuhört und der Gegenüber merkt das, dann werden auch persönliche Sachen erzählt und wer einem ja etwas echt privates erzählt, der setzt ja vorraus, dass man vertrauenswürdig ist und so traue ich mich dann auch mich zu öffnen und zu vertrauen.
Erfahre dadurch mehr über Menschen als mir lieb ist, vorallem wenn die persönliche Beziehung durch Regeln abgegrenzt ist.

Newcomer hat geschrieben:Wenn ich im "Kampfmodus" bin, hab ich sowas wie ein "Schild" oben um mich zu verteidigen und ein "Schwert" um notfalls anzugreifen und bin misstrauisch, wachsam, unruhig usw. Also im Wesentlichen Kämpfen um etwas auf Distanz zu halten und Kämpfen um Erfolg/ gegen Emotion um Leistung zu bringen.. Komplizierte Sache. Jedenfalls vertraue ich erst wirklich, wenn ich "das Schild" sinken lassen kann und trotzdem nicht "angegriffen" werde


Achso, nun, ja dieses Schild habe ich auch, leider ist das sehr sehr schwach und bis ich angreife, ziehe ich mich lieber zurück um meinem Gegenüber keinen Schaden zuzufügen. Bin eher leichtgläubig, ruhig, auch wachsam...
Ich kämpfe meist alleine dafür, dass es mir wieder gut geht, also aus dem Loch ziehen... Und sonst kaum, weil ich eben die Einstellung habe, was kommen soll, das kommt auch irgendwann. Früher habe ich dauernd um Freundschaften gekämpft, das mache ich inzwischen kaum noch, weil ich es leid wurde. Hm, ich vertraue auch dann noch, wenn ich persönlich angegriffen werde, weil manchmal so ein Angriff auch einem etwas zeigen kann. Aber irgendwann gibts dann auch ein Punkt bei mir, wenn es genug ist und ich dann mich um die Wunden zu kümmern. Jedoch wenn ich jemanden etwas anvertraue und die Person erzählt es weiter, dann werde ich kaum noch über etwas wichtiges der Person erzählen.

Liebe Grüße
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