Partnerschaft mit DIS

Thematik dieses Forums: Dissoziationen wie Depersonalisation, Derealisation und andere dissoziative Zustände sowie Traumata und ihre möglichen Folgen, so wie u.a. auch die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), die akute Belastungsreaktion oder die Dissoziative Identitätsstörung (DIS) bzw. Multiple Persönlichkeitsstörung (MPS).

Partnerschaft mit DIS

Beitragvon Lola-14 » Di. 18.11.2014, 13:05

Ich lebe seit etwa 8 Jahren mit meiner Frau zusammen die DIS diagnostiziert ist.

Da wie ich erlesen habe es nicht viele Partnerschaften gibt die das tragen können habe ich folgende Fragen an das Auditorium.

Empfehlt ihr, das der Partner (nicht betroffen) mit in die Therapie geht, sich ggfs an eine Selbsthilfegruppe wendet oder in eine eigene Unterstützung geht.
Oder und die Frage ist mir genauso wichtig, macht es vielleicht gar keinen Sinn um Hilfe zu fragen.

Warum ich das Frage, weil ich mich alleine gelassen fühle. Es ist sehr schwer die richtigen Dinge zu tun, den Switch zu erkennen und Gegenmassnahmen zu ergreifen. Ich fühle mich unbeholfen und man wird manchmal verdammt wütend je nach dem wer sich im Vordergrund befindet. Das geht von derben Beschimpfungen und Angriffe bis zur "vorsätzlichen" Zerstörung des Partners (also meiner Person). Genauso gibt es dann die Fasen in den alles "normal" abläuft.

Also noch mal die Frage: Ist Hilfe für Beteiligte empfehlenswert oder sogar sinnvoll?

Lola-14

danke für euer Antworten.
Lola-14
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Re: Partnerschaft mit DIS

Beitragvon Carmen » Di. 18.11.2014, 17:53

Ich kenn mich mit DIS nicht gut aus, aber ich würde es dir sehr ans herz legen. Kann die Situation eigentlich nur verbessern. :)

Alles Gute für dich!
Carmen
 

Re: Partnerschaft mit DIS

Beitragvon Angie » Sa. 29.11.2014, 14:53

Als Selbstbetroffene kann ich nur raten, dass auf jeden Fall für die partnerschaftliche Beziehung sehr wichtig ist, wenn der Nichtbetroffene Partner mitzieht, d. h., wenn er im gegenseitigen Einverständnis mit dem/der Betroffenen dann ebenso mal mitkommt in eine Therapiestunde und ebenso sich ansonsten aus Eigenschutz eigene Hilfe sucht.
Finde, das eigentlich zur Selbstverständlichkeit gehören sollte, dass die Lebenspartner und ebenso die eigene Familie/ Kinder, als Mitbetroffene mit einbezogen werden.
Denn nur so kann man zu mehr Verständnis und Akzeptanz in unserer Gesellschaft mit beitragen und den Traumatisierten heute die Möglichkeit bieten, dass Er/Sie heute nicht mehr alleine dasteht, besser lernen kann, sich selber anzunehmen und sich ebenso nicht auch heute noch abgeschoben vorkommt, so wie Er/Sie dieses in der Vergangenheit als Kind zwangsweise lernen musste, wo es keinen Schutz und Trost durch Erwachsene gab. Wo nur half, sich abzuspalten von den schlimmen Dingen, das allein mit sich ausmachen zu müssen, um zu überleben....und dieses damals lebensnotwendige Prinzip bräuchten Betroffene heute eigentlich nicht mehr, aber es bleibt weiter als Eigenschutz im Kopf fest verankert.
Während für Traumatisierte in den letzten 10-15 Jahren heute therapeutische Hilfe zur Verfügung steht, so
bleiben die Partner als außenstehende leider meistens noch auf der Strecke zurück. Das ist nicht gerade festigend für eine Partnerschaft und hilft auch allen Beteiligten nicht wirklich weiter.
Angie
 


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