Definition: Sexueller Missbrauch

Es geht hier um die Themen sexueller Missbrauch und Nötigung bzw. Vergewaltigung sowie um körperliche wie emotionale Formen der Gewalt.

Wichtig: Die Inhalte dieses Unterforums können v.a. für Betroffene stark triggernd sein!

Definition: Sexueller Missbrauch

Beitragvon flügellos. » Di. 18.01.2005, 19:49

Sexueller Missbrauch

Unterteilt in ...
- Verwirrung : wo fängt der Missbrauch an?
- Worin besteht der seelische Schaden?
- Welche seelischen Krisen hängen mit dem Missbrauch zusammen?
- Welche Umstände begünstigen den Missbrauch?
- Die Suche nach Schutz, Hilfe und innerem Abstand


Verwirrung : wo fängt der Missbrauch an ?

Wenn ein sexuell verwirrter Arzt seine Patientinnen betäubt, sie nackt auszieht, sie filmt und sich an Ihnen vergeht , dann hat die Öffentlichkeit keine Schwierigkeiten, dieses Vorgang als sexuellen Missbrauch zu betrachten. Das sei eine Schweinerei, so ein Mensch müsse verurteilt werden, er füge seinen Opfern seelischen Schaden zu, er sei sexuell abnorm veranlagt. Keiner kann ein solches sexuelles Verhalten gut heißen. In dieser Sache sind sich alle einig! Leider ist die Bestimmung der Abnormität nicht immer so einfach!

Sexualität ist ein elementarer Bestandteil des menschlichen Lebens und hat viele verschiedene Spielarten, offene und verborgene. Wechselnde Anteile von Gewalt, Unterwerfung, und Überwältigung sind darin enthalten, der Wunsch nach Selbstaufgabe ebenso wie der Wunsch nach Selbstbehauptung! Sexualität entfaltet sich besonders intensiv im Grenzbereich des Erlaubten, d.h. in Auseinandersetzung mit gesellschaftlich Verbotenen und Tabus. In der Sexualität brechen sich alle Widersprüche des Lebens. Was von alledem ist "nur" extrem, was ist abnorm, und was um Himmels willen ist "sexueller Missbrauch"?

Wollen wir nur dann von Missbrauch sprechen, wenn der Vorgang theoretisch bei einem ordentlichen Gericht angeklagt werden könnte, oder soll es auch schon Missbrauch heißen, wenn ein Kind unterschiedlichen sexuellen Vorgängen unfreiwillig ausgesetzt wird und dabei seelischen Schaden nimmt?

Vor Gericht zählen nur Tatsachen: Wie weit ist der Täter gegangen? Wann genau hat der Vorgang stattgefunden? War der Täter in direkter Linie mit dem Opfer verwandt, d.h. hat er das Inzestverbot übertreten? War das Opfer minderjährig ? Hat der Täter gegen den Wunsch und gegen den Widerstand des Opfers gehandelt oder einen Unfähigkeit zum Widerstand ausgenutzt, um sich durch zu setzen ?

Mit diesen Kriterien schafft die Justiz ein grobes Raster! Das uns allen gemeinsame Empfinden bezüglich eines angemessenen sexuellen Verhaltens soll bekräftigt und bestätigt werden. Die Menschen benötigen offenbar Normen, um mit der Sexualität erträglich um zu gehen zu können und sich nicht damit unglücklich zu machen! Insofern haben Normen gerade zu einen therapeutischen Sinn. Sie haben aber auch eine Bedeutung zur Wahrung des "sozialen Friedens" in einer Gesellschaft. Einiger dieser Normen sind bekanntlich sehr alt, zum Beispiel das Inzestverbot und das Gewaltverbot, zum Teil unterliegen solche Normen aber auch einer Mode! Man bedenke nur, wie sich das sittliche Empfinden bezüglich der Darstellung von sexueller Inhalte in Büchern und Filmen in den letzen 30 Jahren verändert hat!

Es wird leicht übersehen, dass die Psychotherapie, wenn sie sich mit dem sexuellen Missbrauch beschäftigt, einen ganz anderen Blickwinkel hat! Sie interessiert sich nicht für Normen oder sittlicher Verwerflichkeit. In der Psychotherapie kommt es darauf an, welchen seelischen Schaden einem einzelnen Menschen in einer konkreten Situation zugefügt wurde. Dieser Schaden ist zwar nicht vollkommen unabhängig von der Übertretung sittlicher Gebote, er geht aber nicht streng parallel! Es sind oft ganz andere Umstände, die dazu führen, dass ein Kind seelisch verletzt wird!


Worin besteht der seelische Schaden ?

Sexueller Missbrauch ereignet sich über einen langen Zeitraum. Er ist verwoben mit der seelischen Entwicklung von Kindern und prägt die sexuelle Erlebnisfähigkeit und Bindungsfähigkeit der heranwachsenden Kinder nachhaltig! Er beeinflusst das Bild, dass sich Frauen von Männern machen und Männern von Frauen! Er beeinflusst auch die Partnerwahl, das Gefühl von Vertrauen und Sicherheit, ja sogar das erleben der Mutterrolle und die Gefühle, die den eigenen Kindern entgegengebracht werden. Der Missbrauch bringt viele Kinder und Erwachsene zusammen, die schon vorher miteinander bekannt, ja, aneinander gebunden waren, die in Schicksalsgemeinschaften miteinander gelebt haben, die trotz des Missbrauchs weiter aufeinander angewiesen sind und die Bedürfnisse mit einander tauschen. Sexueller Missbrauch von Kindern spielt sich fast ausschließlich in solchen fortdauernden Beziehungen ab, typischerweise in der Privatsphäre einer Familie und damit im Verborgenen! Wissenschaftliche Untersuchungen kommen , ausgehen von einer solchen eher "weichen" Definition, zu dem Ergebnis, das bis zu 57 % der Bevölkerung betroffen sein könnten! Die geringsten Annahmen bewegen sich bei 15 % ( Jahr 2000 )

In sehr viel höheren Masse als bisher angenommen, sollen auch Jungen als Opfer sexuellen Missbrauchs in Betracht kommen, sowohl durch die Einwirkung des Vaters als auch der Mutter! Hier liegen die wichtigsten Ursachen für späteres sexuell abweichendes Verhalten bei Männern. Die Aufklärung des Missbrauchs bei Jungen ist noch schwieriger als bei Mädchen. Es "gibt" ihn scheinbar nicht, d.h. die Öffentlichkeit will davon keine Kenntnis nehmen! Es ist ein Thema hinter vorgehaltener Hand, zumal hier erst mal Frauen als Missbraucherrinnen ebenso genannt werden müssen wie Männer. Während also von diesen Missbrauch öffentlich niemand etwas wissen will, so erregt die Perversion , als Spätfolgen, zu viel größeren Öffentlichen Ärgernis!

Wenn von sexuellen Missbrauch die Rede ist, muss man ein breites Spektrum aus psychotherapeutischen Sicht denken! Sexueller Missbrauch ist kein Werk von einer kleinen perversen Gruppe von einzelnen Individuen, sondern vielmehr ein weit gestreutes Phänomen, welches sich durch sämtliche Bevölkerungsschichten zieht! In jeder Gesellschaft herrscht offenbar ein gewisses Maß an Heuchelei bezüglich der wahren Beschaffenheit des sexuellen Verhaltens seiner Mitglieder! Auch in einer sexuell scheinbar freizügigen Gesellschaft ist dies nicht anders. Eine Eigenschaft der Sexualität ist die, dass es viele Menschen nicht lassen können, sich an ihren eigenen oder der ihnen anvertrauten Kindern sexuell zu vergehen; diese Tatsache müsste eigentlich zum Menschheitswissen gehören , weil es sich durch die gesamte Menschheitsgeschichte durchzieht! Ab und zu wird sie jedoch vergessen, um als bald wieder entdeckt zu werden! Es wird dann gefragt , ob diese Phänomen neu sei oder es zugenommen hätte!

Zu diesen Wiederentdeckern gehörte vor ca. 100 Jahren auch Siegmund Freud. Damals, wie heute, war das wissen um den sexuellen Missbrauch in den Familien keines falls neu! Neu war jedoch die Verknüpfung mit der Tatsache mit einer bestimmten Norm der Neurose, bei der die Patientinnen sonderbare Bewusstseinsänderungen oder körperliche Funktionsausfälle erlitten! Im Zusammenhang mit den Erscheinungen dieser Neurose erschien der Hintergrund des Missbrauchs besonders Geheimnisvoll, denn er war von den Patientinnen "vergessen", besser gesagt verdrängt worden. Gerne wurde in der folgenden Zeit vergessen, dass die Wirklichkeit des sexuellen Missbrauchs sehr, sehr viel umfangreicher ist und nicht immer von den Betroffenen vergessen wurde und schon gar nicht immer zu einer Neurose dieser besonderen Art führte, sondern zu einer Vielzahl ganz anderer seelischer Beeinträchtigungen führen kann!

Wenn die Öffentlichkeit , vor allem Sensationspresse, den innerfamiliären Missbrauch als pervers und abartig verurteilt, macht sie sich die Beurteilung also sehr einfach! Die Fachleute reservieren den Begriff Perversion, wenn diese auf Kinder gerichtet ist ( Pädophilie ), für einen kleinen Personenkreis, der sein gesammeltes sexuelles Streben und seine Lebensgestaltung danach ausrichtet, Kinder in seine Nähe zu bringen und sich an Ihnen zu erregen! Wirklich perverse Pädophile können kaum auf eine andere Art sexuelle Befriedigung gelangen! Sie sind stark auf dieses Thema fixiert! Es ist also offensichtlich , dass der sexuelle Missbrauch in Familien nicht allzu viel mit Pädophilie zu tun hat! Es würde den Leser dieser Presse jedoch überfordern und beunruhigen, wenn er sich klar machen müsste, das ein in der Zeitung gelesener Fall keine exotische perverse Ausnahme ist, sondern das Muster für ähnliche Fälle in seiner eigenen unmittelbaren Umgebung!

Wer den sexuellen Missbrauch zum Gesprächsthema macht, muss damit rechnen, dass er viele Gesprächspartner hat, die davon in irgendeiner Weise betroffen sind! Nur so ist erklärbar, warum die Entdeckung eines tatsächlichen oder vermuteten Missbrauchs immer wieder zu grotesken Überreaktionen führt. Der Flächenbrand erfass die Verwandtschaft, die Nachbarn, sogar Amtspersonen und natürlich die Presse. Die Beteiligten finden sich, mit ähnlicher Leidenschaft und Parteiligkeit, auf verschiedenen Seiten der Front wieder. Kreuzzüge für und wider einer Ansicht, sogar tiefe Kränkungen und Verletzungen der persönlichen und beruflichen Ebene sind an der Tagesordnung. Stets bewegte Gemüter , ob eine bestimmte Person wirklich Missbrauch verübt hat, und was zu tun oder zu lassen sein, um den Kind zu helfen. Wenn man die Angelegenheit aus genügenden Abstand betrachtet, ist meist offensichtlich, dass es sich - Delikt hin oder her - auf der Opferseite um ein Kind handelt, dem schwerer seelischer Schaden zugefügt wurde. Dieser Schaden kann durch untaugliche Versuche, den Verursacher dingfest zu machen oder das Kind zu "retten" noch verschlimmert werden!

Wie ereignet sich nun dieser Schaden wirklich ? Es trifft das Kind, indem seine kindliche Neugier ausgenutzt wird, die naturgemäß auf die Erkundung der eigenen Sexualität gerichtet ist. Er trifft das Kind, indem seine Grundbedürfnisse nach zärtlicher Zuwendung ausgebeutet wird. Gewachsene Bindungen und Loyalitäten werden genutzt, umgedreht und bestechlich gemacht! Das Bild des Kindes von einer guten, es beschützenden Elterfigur zerstört! Das Kind erlebt seine vollkommene Schutzlosigkeit. Sie wird dadurch verstärkt, dass ahnungslose oder sogar billigende Vertrauenspersonen wegschauen oder nicht begreifen oder nicht eingreifen.

Das Kind lebt in ständiger Angst vor neuen Übergriffen. Es ist gezwungen, Heimlichkeiten zu bewahren, Bedürfnisse zu leugnen und die eigenen Gefühle zu verstecken. Zwischen Missbraucher und Kind entsteht eine falsche Form der Intimität und Gemeinsamkeit. Das Kind ist gezwungen, dieses intime "Angebot" zu erdulden und andere Formen der Intimität und des Vertrauens, die im Familienleben normalerweise geboten werden, zu opfern. Inzest ist eine Form der Intimität, die andere kindergerechte Formen der Intimität und des Schutzes der Sexualsphäre zerstört. Die Familie kann keine schutzgewährende Familie mehr sein, wenn sie es nicht einmal schafft, den Inzest zu verhindern. Diese Erfahrung prägt sich ein einem missbrauchten Kind sehr tief ein.

Weitere seelische Schaden entsteht für das Kind, indem seinem unfertigen kindlichen Verständnis, Handlungen und Zusammenhänge zugemutet werden, die es nicht durchschauen noch bewerten kann. Das missbrauchte Kind ist also gezwungen, sich in Erfahrungen und Handlungen einzugewöhnen und sich mit ihnen abfinden zu müssen, die es weder versteht noch überhaupt erwünscht und die dennoch seine ganze Aufmerksamkeit und die Sammlung aller seiner verfügbaren Gefühle erfordert.

Ein solches Kind muss verwirrt darüber sein, was die eigenen Gefühle überhaupt noch bedeuten. Die Gefühle müssen so oft "verraten" werden, das ein missbrauchtes Kind leicht dazu übergeht, die eigenen Gefühle nicht mehr zu prüfen. Solche Kinder sind später in der Gefahr, entweder ständig in Angst vor erneuter sexueller Ausbeutung zu leben oder aber sich einem Sexualpartner bedenkenlos auszuliefern. Im Grunde wird dem Kind durch den sexuellen Missbrauch ein Stück der eigenen Erlebnisfähigkeit und somit ein Stück der eigenen Identität geraubt.

Eine typische Reaktion von chronisch sexuell missbrauchten Mädchen besteht darin, dass sie sich nicht mehr wie eine eigene Person fühlen, sondern viel mehr wie mehrere Personen. Dieses sogenannte Syndrom der multiplen Persönlichkeit steht in bis zu 90% aller Fälle mit einem erlittenen sexuellen Missbrauch in Zusammenhang. Das Erschaffen mehrfach Identitäten dient auch einem Selbstschutz: Das Kind versucht sich davon zu überzeugen, dass es immer dann, wenn der Missbrauch geschieht, gewissermaßen als eigenständige Person nicht vorhanden ist.

Missbrauch ereignet sich in den unterschiedlichen familiären Umgebungen, nicht etwas nur in sich auflösenden oder chaotischen Gemeinschaften, sondern auch in festgefügten Elternhäusern. In einer Form des Missbrauchs spielt die Geheimhaltung eine wichtige traumatisierende Rolle. Die betroffenen Familien haben große Berührungsängste mit dem Thema Sexualität. Durch das Erlebnis Missbrauch ist das Kind in ein Niemandsland eingetreten, das in den Augen der anderen überhaupt nicht existiert. Das Kind ist vollkommen isoliert. Eine andere Form des Missbrauchs ereignet sich in Familien, in denen ein lärmender, obszöner Umgangston herrscht. Die Barrieren für sexuelle Übergriffe sind hier ohnehin niedrig. Niemand schenkt den darüber hinausgehenden traumatischen Erlebnissen des Kindes Beachtung. Auch dieser Familientyp bietet also kaum Schutz und Verständnis für das Kind. Das Kind setzt intuitiv selbst sexualisiertes Verhalten ein, wenn es ein Zuwendungsbedürfnis hat. Dieses Verhalten erregt außerhalb, nicht innerhalb der Familie befremden aus. Wenn es zu schweren sexuellen Übergriffen gekommen ist, sind bei diesem Familientyp meist Drohungen und Gewaltanwendungen vorausgegangen. Das Kind versucht, durch die sexuelle Gefügigkeit der Gewalt auszuweichen und im Auftrag anderer bedrohter Familienmitglieder für Beschwichtigungen zu sorgen.


Welche seelischen Krisen hängen mit dem Missbrauch zusammen ?

In der mittleren Jugend holen die Mädchen in der Häufigkeit seelische Krisen ein wenig auf. Die sexuelle Reifung der Mädchen ist nun sichtbar vollzogen. In den Naturvölkern werden die Mädchen nun verheiratet. Auch in unserer Kultur werden die Kinder - und wird die Umwelt - sich der vollen Bedeutung ihrer Sexualität bewusst. Ein Teil der Mädchen wird nun in verschiedene Spielarten zum Objekt sexuelle Übergriffe und Grenzverletzungen in der Familie und in der erweiterten Verwandtschaft.

Sexueller Missbrauch kommt in früheren Alterstufen vor, immerhin in 27% aller Fälle schon im Alter von 6 bis 10 Jahren, in 13 % sogar noch darunter. Aber die große Mehrzahl der Fälle ereignet sich tatsächlich zwischen dem 11 und dem 14 Lebensjahr. Der sexuelle Missbrauch dürfte nach heutiger Kenntnis der wichtigste Risikofaktor für seelische Krisen bei Mädchen in diesem Alter sein.

Es wäre freilich ein grobes Missverständnis, wenn man beim Auftreten jeder seelischen Krise eines Mädchens in diesem Alter ein sexuelles Trauma für erwiesen hält. In diesen psychischen Krisen kommt sehr oft Selbstverletzendes Verhalten vor, Störungen der Impulskontrolle und die erwähnte multiplen Persönlichkeit. Die Essstörungen werden ebenfalls in hoher Zahl mit sexuellen Missbrauch in Verbindung gebracht. Diese Ergebnisse sind aber nur dann schlüssig, wenn man bedenkt , das der sexuelle Missbrauch lange andauert während auch die seelische Störung im Gange ist. Ein bedingter, stets zu prüfender, aber nicht immer zutreffender Zusammenhang gilt ebenfalls für in diesem Alter schlimmer werdenden Ängste und Panikzustände, für Depressionen und Selbstmordgedanken und die häufig vorkommenden unklaren körperlichen Beschwerden aus seelischer Ursache. Die Arten von Krisen sind also breit gestreut, und eine einzige "klassische" Folge oder Begleitkrankheiten des sexuellen Missbrauchs kann im Grunde nicht festgestellt werden.

Kinder, die schon vor der Pubertät einem fortwährenden Missbrauch ausgesetzt sind, erleiden andersartige charakterliche Veränderungen. Sie sind oft emotional unzugänglich, gleichzeitig aber zu effektvollem theatralisch Verhalten neigend, leicht beeinflussbar, sogar mit einem Hang zu Erfindung und Lügengeschichten. Wer wird den Kindern diese Neigung verdenken, wenn sie in den Familien keine Sicherheit und kein Vertrauen finden können und sich zum eigenen Schutz aus schwierigen und bedrängenden Situationen herausreden müssen ? Der Erfindungsreichtum dieser Kinder sorgt bei der Aufklärung eines sexuellen Missbrauch aber immer wieder für Verwirrung.


Welche Umstände begünstigen den Missbrauch ?

Familienmitglieder, die sich nicht sozial entfalten und stark voneinander abhängig bleiben, sind besonders gefährdet. Dieses betrifft kontaktgestörte Eltern und die von ihnen abhängigen Kinder, darunter vor allem geistig oder mehrfach behinderte Kinder, kranke, nicht arbeitsfähige Eltern, suchtkranke Eltern, Eltern, die sich aufgrund ihrer Fremdheit oder Hilflosigkeit nicht sozial einfügen und sich dadurch in ihrer Familie verstecken.

Es kann nicht verwundern, dass die Mütter misshandelter Kinder oft auch selbst Missbrauch erlitten haben. Sie beschreiben gewisse Schwierigkeiten, sich ihren Kindern, zärtlich zuzuwenden. Sie sind peinlich berührt durch die Äußerung spontaner Sexualität ihrer Kinder. Sie suchen sich schwache männliche Partner und gehen bald sexuell auf Abstand zu ihnen. Sie verweigern sich ihren Partnern nicht selten dann, wenn sie eigene Kinder haben. Sie leben in Angst, das Kind könnte selbst wiederum missbraucht werden. Sie "sehen" dennoch nicht, wenn es dennoch passiert.

Die Väter, die ihr Kind als Säuglinge mitbetreut haben und nicht erst später auf das Kind zu gehen, empfinden die Inzestschranke und die besondere Bedeutung ihrer Elternschaft stärker und sicherer. Stiefväter und Adoptivväter sind in ihrer Elternrolle und in der Wahrnehmung des Inzesttabus unsicherer. Es wird diskutiert, ob die missbrauchenden Väter als Kinder nicht mehrheitlich von ihren Müttern oder älteren Geschwistern ( meist weiblich ), sexuell manipuliert und auf dieser Weise in ihrer Selbstverwirklichung gedemütigt wurden.

Die hiesige männlich geprägte Kultur hängt einem zwiespältigen Frauenbild an : Das eine Bild betrifft eine " Madonna". Sie wird als unnahbar, stark, gebärend, versorgend und unschuldig erlebt. Das andere Bild betrifft eine "Hure". Sie steht für die Frau als Sexualobjekt, das die Unterwerfung erwartet, schmachtet, schwach, dienstbar und erregbar ist. Das Männerbild ist ähnlich zweigeteilt : Auf der einen Seite versucht sich der Mann über sexuelle Potenz zu bestätigen und wehrt sich angestrengt gegen die Angst der Potenz, buchstäblich gegen die Angst vor dem Penisverlust. Auf der anderen Seite erlebt er sich fast noch als Kind und möchte von der Ehefrau in ihrer Madonnarolle versorgt und genährt werden.

Der sexuelle Missbrauch an Kindern nach einem solchen Modell als Reaktion des Mannes auf die Weigerung der Frau verstanden werden, den Mann zu versorgen und zu verwöhnen. In der Tat sucht der Missbraucher bei den Kindern zumeist nicht den Beweis seiner Potenz, sondern er sucht Trost und Zuflucht in den Augenblicken seiner eigenen "scheinbaren" Schwäche. Was aber wiederum keine Rechtfertigung des Mannes sein soll, oder eine Anklage gegenüber der Frau! Oftmals suchen sich missbrauchte Partner, andere missbrauchte Partner aus, damit sie in der Partnerschaft sich geborgen fühlen können. Der Versuch, die männliche Potenz zu retten, führt diese eher schwachen Männer gleichzeitig in immer neue Zirkel ehelicher Gewalt. Diese entlädt sich aber nicht auf einem Kind, sondern, auf die Ehefrau!


Die Suche nach Schutz, Hilfe und innerem Abstand

Therapeutisch stehen wir bei den jüngeren der betroffenen Kinder vor folgendem Problem : Sie müssen unbedingt vor weiterem Missbrauch geschützt werden. Sie können noch nicht aus eigener Kraft die verlassen. Gleichzeitig darf nicht übersehen werden, in welchem Ausmaß die missbrauchten Kinder noch von der sie stützenden Familie, ja sogar vom zur Familie gehörenden Missbraucher abhängen. Der Missbrauch findet ja meist in einem ganzen Beziehungssystem statt, das nicht einfach "bereinigt" werden kann, ohne dem Kind zugleich den Boden unter den Füßen wegzuziehen und schwerste Verlustängste auszulösen. Vor allem abrupte Trennungen können weiteren seelischen Schaden anrichten und sind nur angezeigt, wenn wirklich akute Gefahr droht. Dieses Dilemma, dass wir zwischen Schutz und weiterem Schaden eine Einschätzung vornehmen müssen, wird in der öffentlichen Reaktion leicht übersehen.

Ältere Kinder erfahren oft schon Entlastung, dass der Missbrauch aufhört. Je älter Kinder werden, desto mehr Chancen werden ihm zugespielt, dem Missbrauch aus eigener Kraft ein Ende zu setzen. Dieser Vorgang bleibt aber auch für ein 14-15 oder 16 jähriges Kind immer noch mühsam genug. Oft sucht sich ein Mädchen eine Vertrauensperson außerhalb der Familie. Wir erleben immer wieder, dass sich betroffene Mädchen an eine Lehrerin wenden. Dabei bedenken sie leider oft nicht, dass die Lawinen, die durch solche Offenbarungen ausgelöst werden, häufig mehr zerstört, als das Mädchen beabsichtigt hatte. Der Missbrauch endet auch dann, wenn der Täter seine Entdeckung befürchten muss. Ein Täter zieht sich unter Umständen von selbst zurück. Eine Jugendliche kann besser über sich selber verfügen und mehr Freizügigkeit beanspruchen. Damit gelingt es ihr nicht selten, aus der Reichweite des Täters zu entkommen. Schließlich kann der Missbrauch durch den Auszug des Kindes beendet werden. In seltenen Fällen beendet jedoch eine Gerichtsverhandlung einen solchen Missbrauch, da oft bei Urteilspruch der Missbrauch schon Jahre zurück liegt.

Leider können die Erinnerungen an den Missbrauch manchmal erst nach Jahren auftreten, oder wieder zurück kehren. Auch der Mut zu einem klaren öffentlichen Bekenntnis vor Gericht kann die Erinnerung nicht zuverlässig beruhigen. Auslösend für Rückfälle sind Ereignisse, in denen sich die ehemals missbrauchte Person tiefen und starken Gefühlen stellen muss, etwas beim Eingehen neuer Partnerschaften, bei Trennungen, wieder aufflackern eines Streites mit den Eltern oder Geschwistern, bei der Geburt eines Kindes oder dessen Erziehung, oder dem Tod einer geliebten Person. Viele ehemals missbrauchte Frauen finden erst spät die Kraft und den Mut, sich an die Erinnerungen noch einmal heran zu wagen und therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Solche Hilfe muss nicht mit einmal beendet sein, sondern wird oftmals ein ganzes Leben lang, Episodenweise immer wieder vom Nutzen sein und vor allem auch erforderlich sein, immer dann wenn kritische Lebenspunkte erreicht werden.

http://www.seelenblicke.de

[Edit 03.05.2014: Kleine textliche Formatierung by Panvie]
flügellos.
 

Beitragvon Bär » Di. 18.01.2005, 21:49

Ein sehr guter Text, sehr informativ... Viele Dinge hatte ich nicht gewusst... Fast alle. Sehr guter Text. Aber für andere Leute sicher weniger gut, als für mich... Für Betroffene... :(

Bär
Bär
 

Beitragvon Chiaro » Mi. 19.01.2005, 19:01

hmm.. sry ich konnte mir den text nichma ganz durchlesen :( ich find das so schlimm, was gegen den willen mancher leute geschieht (besonders kinder) ...
aber ich kann bär nur zustimmen, der text is wirklich sehr informativ..
naja wo die grenze liegt kann ich auch nich wirklich sagen.. aber wahrscheinlich wurde sie schon zu oft überschritten :? naja sry, wenn ich dazu jetzt nich wirklich ne meinung hab...

~chiaro
Chiaro
 

Beitragvon flügellos » Mi. 19.01.2005, 19:03

war eher so zur info.........von daher...nicht schlimm.....
flügellos
 

Beitragvon Site Admin » Di. 15.03.2005, 13:31

Hab diesen Text ins Fachinfo-Forum verschoben (bevor er demnächst eh auf Seite 2 des Allgemein-Forums "verschwunden" gewesen wäre)...
Finde, er ist wichtig und passt hier gut rein...

Noch eine Link-Empfehlung von mir zu diesem Thema:
http://www.ich-beratung.de/index_informationen.html - hier wird auch ein wenig näher auf die unterschiedlichen Hintergründe bei männlichen und weiblichen Opfern eingegangen...
Täter sind zu ca. 98% Männer, aber nach neuesten Schätzungen liegt auch die Rate der männl. Opfer weit höher, als gemeinhin vermutet wird: Es wird geschätzt, dass jeder siebte bis neunte Junge sexuellen Missbrauch erfährt (bei Mädchen sogar jedes dritte bis vierte (!!))
Bei solchen "Statistikspielereien" wird einem bewusst, dass - als Beispiel - alleine von den 80 Mio. Einwohnern Deutschlands bis zu 15 Mio. in ihrem Leben sexuellen Missbrauch erfahren (haben/werden)... Wenn man dann noch hinzurechnet, wieviele Millionen Täter es auch noch geben muss (nur in Dtschld.!) wird einem richtig schlecht... :(

In der Bundesrepublik Deutschland werden laut Kriminalstatistik jährlich mehr als 15.000 Fälle von sexuellem Missbrauch im Sinne des §176 StGB (sex. Missbrauch an Kindern) bekannt. Die Dunkelziffer liegt aber weitaus höher. ExpertInnen gehen von 150.000 bis 300.000 Fällen (Faktor 1:20*!!) aus. Somit ist sexuelle Gewalt gegen Kinder so häufig, dass wir wohl alle ein betroffenes Mädchen oder einen betroffenen Jungen kennen. In jedem Kindergarten, in jeder Schule gibt es ein Kind, das sexuell missbraucht wird.

.......und das sind "nur" die Zahlen für ein einziges Jahr - ausschließlich bezogen auf Kinder als Opfer (jugendliche/erwachsene Opfer sind in der zitierten Statistik noch gar nicht berücksichtigt)....... :cry:
___________________
*d.h. auf gut Deutsch: nur jede 20. Tat wird überhaupt zur Anzeige gebracht! - falls es aber doch mal zur Anzeige kommen sollte, liegt die Aufklärungsrate bei immerhin 80%!
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Beitragvon Luke » Mi. 13.04.2005, 23:02

Ich wusste nicht, dass auch so viele Jungen davon betroffen sind :'(
Luke
 

Beitragvon dani » Do. 28.04.2005, 14:44

hatte jetzt grad erst kürzlich im tv einen spot (initiative gegen missbrauch oder so) gesehen, in dem es heißt, daß in deutschland jedes fünfte kind sexuell mißbraucht wird!!! kann das wirklich sein? sooooo viele? ich kann es nur mir schwer vorstellen... ich bin z.b. in einer klasse mit 25 schülern... das würde ja heißen, daß allein in meiner klasse laut statistischem durchschnitt 5 von sexuellem mißbrauch betroffen wären??
dani
 

Beitragvon flügellos » Do. 28.04.2005, 15:58

JA GENAU DAS HEIßT ES STATISTISCH GESEHEN!!!
flügellos
 

Beitragvon handsome » Sa. 09.12.2006, 01:27

Jonas hat geschrieben:dass - als Beispiel - alleine von den 80 Mio. Einwohnern Deutschlands bis zu 15 Mio. in ihrem Leben sexuellen Missbrauch erfahren (haben/werden)... Wenn man dann noch hinzurechnet, wieviele Millionen Täter es auch noch geben muss (nur in Dtschld.!) wird einem richtig schlecht... :(

Das halte ich für übertrieben! Aber total! 15 Mio doch nicht? :roll:
handsome
 

Beitragvon SehnSucht » So. 10.12.2006, 22:36

warum ist das übertrieben???
ich finde nicht
es gibt nur leider zuviele fälle und täter die unentdeckt bleiben
und oft weil opfer nicht verstanden werden / verstanden werden wollen

das ist doch nicht nur in sexuellen missbrauchsfällen so!!!
SehnSucht
 

Beitragvon Seelchen » Sa. 07.07.2007, 15:51

Hallo ich bin neu hier und beginne gleich bei dem Thema, was mir
im Moment am meisten schaffen macht und ich diese Thema noch
nie so treffend beschrieben gelesen habe.
Man kann sagen, dass mit der Zahl der Arbeitslosen auch die Zahl mit missbrauchten Kinder angestiegen ist und das zeigt auch ,dass es hier
oft im Vorfeld um die jeweiligen vorherrschende existenziellen Situation
geht.
Es wurde hier auch ganz richtig beschrieben, dass die Täter ihre Taten
meist auf zwei Personen, nämlich Mutter und Tochter verteilen, indem
er der Mutter mit Gewalt begegnet und dem anderen Opfer, das diese
gewalt mitbekommt, unterschwellig mit gewalt droht und von daher oft über Jahre nicht entdeckt wird.
Aber es gibt auch Täter, die bewusst nicht arbeiten können oder wollen,
die suchen sich dann Frauen, die im Besitz eines Arbeitsplatzes sind,sich
selbst aber dauernd aus dem eigenen Arbeitsverhältnis stehlen und sich
dann als Hausmann anbieten.
So ist es uns ergangen, meinen Töchtern und mir. Zuvor hat der Papa
noch schnell die Mutter überzeugt,dass wir nun ein Haus brauchen und
dann konnte die Mutter arbeiten gehen.......
Aber der Hammer ist der, dass unsere Justiz die Glaubwürdigkeit der Opfer der oft eine jahrzehnte lange Sprachlosigkeit vorausgeht, bei
den Gerichtsverfahren so auf den Prüfstand stellt, dass ein manches Opfer auf so ein Verfahren gleich verzichtet.
Das ist der Unterschied zu den anderen Strafverfahren.


LG Seelchen
Seelchen
 

Beitragvon MutedStoryteller » Sa. 07.07.2007, 20:46

Das ist war... Aber ich denke für jeden Richter ist das Problem gleichermaßen da:
Seelischen Schaden wie er oben beschrieben wird kannst du ja nicht messen. Da sicherlich nicht alle der Fälle so sind, wie sie scheinen, müssen sie expilzit nachgewiesen werden... Sonst hätte vor allem Frauen die es sich zur nutzte machten eine Jusitzlücke. Es gibt unter diesen Menschen mit Sicherheit Schauspieler die so etwas überzeugend vorspielen können: um an Geld oder die Kinder zu kommen, aus Wut, persönlichem Hass oder anderen Motiven...

Das ist natürlich für die Betroffenen schrecklich und eine furchbare Verschwendung an Nerven, Kraft und Lebenszeit.
Auf der anderen Seite gibt es damit das alles über Fakten bestimmt wird auch Chancen für Menschen unglaubwürdigerer oder seltenerer Fälle (Misshandlungen durch eine weibliche Person werden gesellschaftlich meistens nicht anerkannt, da diese auch anders ablaufen als die vom (gestörten) männlichen Trieb "gesteuerten".)

Du verstehst?
Glaubwürdigkeit ist eine schwierige Sache... Auch wenn ich einiges so auch absolut nicht richtig finde.
MutedStoryteller
 

Beitragvon Seelchen » Sa. 07.07.2007, 23:34

Das verstehe ich durchaus, dass das Opfer sein auch ausgenutzt werden
kann, doch wenn es um ein Mädchen geht, die vom Vater missbraucht
wird oder zumindest der Verdacht da ist, dann ist ja zumindest mal der Fall ausgeschaltet, dass die Gewalt von einer weiblichen Person ausgeht.

Ich meinte, das die Justiz schon bei der Anzeige anfängt und man ent-
sprechend Vorkehrungen treffen kann, dass zumindest die Opfer in einem geschützten Raum aussagen können oder da müssen Opfer m-i-t dem
Täter anreisen zur Vernehmung, weil dieser das Sorgerecht hat durch die
Scheidung.
Also da kann man schon mal sagen, das man es nicht wissen will.

Zu dem steht es ja in dem Bericht drin, wie problematisch es für Opfer ist, wenn das ganze Familiengefüge zusammenbricht, das man am falschen Ende ansetzt, indem man die Opfer wegschafft und die Täter weiterhin in ihrer bisherigen Umgebung bleiben können.


LG Seelchen
Seelchen
 

Beitragvon MutedStoryteller » So. 08.07.2007, 13:50

Ja an diesen Punkten stimme ich dir voll und ganz zu.
Das ist nur mit einer Falsch organisierten Justiz zu erklären wo einer die Schwerpunkte ziemlich verkehrt gesetzt hat... genau wie bei den Konsequenzen.

Das habe ich schon in einigen Fällen gehört.
Nicht zu glauben was da teilweise abläuft. Zum schutz musste die Mutter ihren Nahmen ändern und wegen des nun nurnoch halben Lebenslaufes kriegt sie Nichtmal mehr eine Anstellung. (Mal ganz zu schweigen von dem Kontakt verbot und ähnlichem.)
Der Schuldige dagegen sitzt ein paar Jahre und kann dann weiter machen wie zuvor, altes haus alte Umgebung neue Liebhaberin!

Da müssen andere Gesetzte her!
MutedStoryteller
 

Beitragvon Seelchen » So. 08.07.2007, 19:38

Daran zweifle ich überhaupt nicht.

Ich wurde auch von meinem Ex bedroht und beim JA im HPG bestätigte er es noch, indem er mir den Umgang mit den Töchtern verweigern wollte,
damit ich Zeit hätte, meinen Leben ein Ende setzen könne..... aber keiner
ergriff da für mich die Partei .......und auch ich musste meine Arbeit auf-
geben,denn das hält man nur einen bestimmte Zeit aus.

Ich suche von daher Kontakte zu solchen Frauen.Man kann sich ja gegen -seitig helfen, wenn man am besten nächfühlen kann, was der andere durchmachte.

LG Seelchen
Seelchen
 

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