borderline einbilden?

Habt Ihr Erfahrungen mit oder Fragen zu der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)? Dann könnt Ihr Euch hier in diesem Unterforum als Angehöriger, Betroffener oder Interessierter über Borderline (bzw. emotional-instabile Persönlichkeitsstörung) austauschen.

borderline einbilden?

Beitragvon Helena » Do. 02.02.2012, 22:43

ja, ich schreib in der borderline-sparte, obwohl ich noch nicht recht diagnostiziert bin. jedoch drei unterschiedliche menschen (arzt und 2 therapeuten) vermuten bei mir eine bps. und ich bin geschockt. ich will das nicht haben. ich bin kein borderliner. und ich hab keinen anspruch auf diese krankheit. ich kann mich an kein schlimmes trauma in meiner kindheit erinnern.

ich hab viel über diese krankheit gelesen. allein aus interesse. ich hab angst, dass ich mir die symptome passend zu der krankheit nur einbilde. ich weiß in letzter zeit einfach nicht, was ich diesbezüglich denken soll.

kann man sich borderline einbilden? kann man „einfach so“ borderline haben, ohne dass wirklich schwerwiegend was in der kindheit schief gelaufen ist?

für anregungen und antworten bin ich sehr dankbar.


liebe grüße
helena
Helena
 

Re: borderline einbilden?

Beitragvon senta » Do. 02.02.2012, 23:53

es müssen nicht immer Traumata vorliegen
das kann eine Ursache sein, muß aber nicht

es kann auch sein, dass man als Kind bestimmte (eigentlich normale) Entwicklungsschritte, die alle Menschen durchlaufen, traumatisierend erlebt, das läßt sich am Besten in einer analytischen Thera herausfinden
senta
 

Re: borderline einbilden?

Beitragvon Atisha » Fr. 03.02.2012, 00:12

Also ich bin durch meine Erkrankung (Schizophrenie) auch immer mal orientierungslos und denke was bilde ich mir da nur alles wieder ein. Aber wenn ich dann mal wieder "richtig laufe", dann merke ich wie doch die Erkrankung die Irritationen bringt und nicht irgendeine Einbildung oder gar der eigene Wille, ne der wird sogar dadurch beeinflusst.
Deshalb, wenn so das Grundbild der Erkrankung zutrifft wird es echt sein.
Gut ist wenn deine Wahrnehmung von jemand Außenstehenden mal beurteilt wird.
Die Welt ist ein Spiegel. Man kann den Spiegel noch so putzen, aber das eigene darin betrachtete Gesicht wird dadurch nicht sauber.
von mir
Anderen Menschen zu begegnen, das ist der Weg zum Glück, welches eigentlich schon immer in uns war.
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Re: borderline einbilden?

Beitragvon Helena » Fr. 03.02.2012, 00:28

idanke schonmal für eure antworten. ich frage halt einfach, weil ich mich selbst irgendwie nicht einschätzen kann, wie ich bin. ich weiß nicht, ob eine bestimmte situation passiert ist oder nicht. bei manchen sachen denke ich, ich hätte sie nur geträumt und dann hab ich sie getan. kann man sein unterbewusstsein so beeinflussen?

das ding ist halt leider auch, dass ich mich manchmal selbst belüge, um für mich eine art rechtfertigung zu haben. ich weiß bei vielen sachen garnicht mehr, was ich mir selbst erlogen habe und was tatsächlich passiert ist. das geht mir schon ganz lange so.

ich hab halt einfach die angst, dass ich mir selbst die symptome vorlüge, um eine rechtfertigung zu haben, mich um eine therapie zu kümmern. ich brauch diese rechtfertigung. aber das würde wiederum die therapie blockieren, wenn nicht das richtige festgestellt werden kann, weil ich die unwahrheit sage (obwohl ich nicht mal weiß, ob es wahr ist oder nicht).
und insofern stellt sich bei mir die frage, ob man sein unterbewusstsein selbst belügen kann, indem man ihm vorgaukelt, krank zu sein? das alles ist irgendwie noch ein riesengroßer knoten für mich...

wie ihr seht, leicht mach ichs mir nicht gerade ;-).
dreh ich jetzt mit meinen gedanken völlig frei?
Helena
 

Re: borderline einbilden?

Beitragvon Atisha » Fr. 03.02.2012, 00:38

Helfen kann dir wirklich nur ein Außenstehender, der die Situationen miterlebt und deine Wahrnehmung auch erfährt.
Nicht mehr zu wissen was wahr oder falsch ist und sich selbst belügen, ist das eine Symptomatik bei Boderline???
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Re: borderline einbilden?

Beitragvon Stern* » Fr. 03.02.2012, 08:28

Huhu Helena

du brauchst keine rechtfertigung für eine therapie.
So wie ich das hier herrauslese würde ich mir an deiner stelle nen analytischen therapeuten suchen mit dem du zusammen genau diese dinge klähren kannst.
Sei ehrlich zu ihm und erzähle ihm von deinem Problem den dann könnt ihr zusammen schauen was genau der grund is und schauen was man ändern kann.
Du bist kein schlechter mensch oder sowas, du hast ein problem und das möchtest du ändern, punkt.
Dafür ist ein therapeut da und kann dir helfen wenn du willst :)

Liebe grüße Stern
Stern*
 

Re: borderline einbilden?

Beitragvon Minni34 » Fr. 03.02.2012, 10:17

Ich denke auch dad du dir einen guten Therapeuten suchen solltest.
Und dort kannst du "alles" sagen und ansprechen.
Dafür sind sie da! Es ist ihr Job.
Da kannst du bestimmt Hife finden und kommst weiter.

Maxi
Minni34
 

Re: borderline einbilden?

Beitragvon Helena » Fr. 03.02.2012, 11:00

ich hab ja schon eine therapeutin in näherer aussicht, bei der ich 2 prob. sitzungen hatte und mit der ich echt gut klar komme. sie hat aber leider nur zeit für eine kurztherapie. ich muss unbedingt beim nächsten mal nochmal mit ihr reden, wie es aussieht mit einem therapieplatz...

ich hab mit ihr beim letzten mal auch darüber geredet, dass ich nicht weiß, ob ich mir eine krankheit einbilde oder ich mich selbst belüge, um die symptomatik zu haben. eine antwort konnte sie mir darauf aber auch nicht geben. sie hat mich nur gefragt, was es mir bringen würde. ich hab halt dann das mit der rechtfertigung für die therapie habe. sie hats notiert und weiter gefragt. deshalb spukt es mir immer noch so sehr im kopf rum.

es ist halt einfach super schwierig für mich, wegen dem selbsthass und den starken minderwertigkeitsgefühlen anzuerkennen, dass ich mir eine therapie gönnen kann. ich hab sechs jahre gebraucht, um den ersten schritt zu gehen. ich fühl mich zwar immer noch nicht richtig wohl bei der sache (iSv "ich bin doch nicht krank genug"), aber ich denke, es tut gerade meiner beziehung ganz gut...

und was atisha angesprochen hat, fand ich interessant, weshalb ich es gern noch einmal aufgreifen möchte. kann das zu der symptomatik gehören, sich selbst zu belügen und sich einbilden, dass man krank ist, im nächsten moment aber daran zweifelt, nicht "genug" krank zu sein? irgendwelche erfahrungen von diagnostizierten bordis?

liebe grüße und kinderriegel verteil
Helena
 

Re: borderline einbilden?

Beitragvon senta » Fr. 03.02.2012, 12:55

hört sich an, als wenn du einfach sehr unter Druck stehst und mal Entspannung brauchst, auch da kann eine Therapie hilfreich sein

außerdem kann dir die Thera bestimmt zusätzlich noch Tipps geben, wie du etwas gelassener mit manchen Situationen umgehen kannst, damit du dir selbst gegenüber nicht so oft in Rechtfertigungs-Not kommst
senta
 

Re: borderline einbilden?

Beitragvon Helena » Fr. 03.02.2012, 13:01

senta hat geschrieben:
außerdem kann dir die Thera bestimmt zusätzlich noch Tipps geben, wie du etwas gelassener mit manchen Situationen umgehen kannst, damit du dir selbst gegenüber nicht so oft in Rechtfertigungs-Not kommst


das ist ein guter vorschlag. den werd ich zum nächsten mal sicher mitnehmen zur thera. leider ist die nächste sitzung erst ende februar. so lange heißt es aufschreiben und sich nicht selbst zu sehr stressen. aber leider leichter gesagt als getan..
Helena
 

Re: borderline einbilden?

Beitragvon senta » Fr. 03.02.2012, 13:05

schreiben ist sowieso ne super Idee, das habe ich parallel zur Thera gemacht, nach den Stunden, immer, wenn mein Kopf zu sehr anfingt zu rotieren...
wenn du es auf dem Papier hast, dann ist es erstmal aus dem Kopf und doch aufgehoben

(ich hab das alles nachher irgendwann vernichtet, war ja nur für mich)
senta
 

Re: borderline einbilden?

Beitragvon Stern* » Fr. 03.02.2012, 14:40

Huhu wir schreiben auch sehr viel und gerade nach der thera meist gleich wenn wir heimkommen.
So können wir das erst mal aus dem kopf schmeisen und später in ruhe darüber schauen und nachdenken ohne das wir an was festhalten müssen weil mans sonst vergessen könnte oder sowas.
Ausserdem, is unsere erfahrung, das man wenn man dinge aufschreibt nachher viel besser darauf eingehen kann, weil man sieht was man denkt.. das vereinfacht manche dinge sehr.

Liebe Grüße Stern
Stern*
 

Re: borderline einbilden?

Beitragvon Minni34 » Fr. 03.02.2012, 14:48

Huhu zusammen,

wir schreiben auch alles auf, gerade nach einer Therapie oder nach einem Besuch beim Pschiater, so wie heute und gestern. Ich kann nicht alles gleich behalten und umsetzten, deshalb schreibe ich das alles auf, ordne mir das auf dem Papier (fällt mir leichter als im Kopf) und dann in Ruhe lese ich das alles nach, ergänze vielleicht noch mal was. So kann ich immer mal nach schlagen, wenn ich mir nicht sicher bin, was gesagt wurde oder wie ich reagieren sollte usw.

Also mir hilft das total. Ohne das aufschreiben, würde ich auch vieles vergessen.
Schreibe mir auch alle Termine auf, sonst hätten wir nur Chaos hier.

Maxi
Minni34
 

Re: borderline einbilden?

Beitragvon Helena » Fr. 03.02.2012, 14:57

danke euch! ja, ich werds versuchen mit dem schreiben. ich machs ja schon, aber irgendwie hilft es mir noch nicht so gut iSv sich die probleme von der seele zu schreiben. hoffentlich ändert sich das bald. ich wünsche euch allen ein wunderschönes wochenende!
Helena
 

Re: borderline einbilden?

Beitragvon Minni34 » Fr. 03.02.2012, 14:59

Ein Versuch ist es wert, schaden kann es jeden falls nicht.
Du wirst schon etwas für dich finden.

Dir auch ein schönes Wochenende. :)

Lg, Maxi
Minni34
 

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