Wahrscheinlich Borderliner... TRIGGER?

Habt Ihr Erfahrungen mit oder Fragen zu der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)? Dann könnt Ihr Euch hier in diesem Unterforum als Angehöriger, Betroffener oder Interessierter über Borderline (bzw. emotional-instabile Persönlichkeitsstörung) austauschen.

Re: Wahrscheinlich Borderliner... TRIGGER?

Beitragvon senta » Fr. 08.01.2016, 12:12

Aber wäre doch toll, wenn sich die Diagnose Borderline nicht bestätigen würde, oder? :wink:
Ist es denn für dich kein gutes Zeichen, dass die sich da nicht so vorschnell festlegen?
senta
 

Re: Wahrscheinlich Borderliner... TRIGGER?

Beitragvon Oskar » Sa. 09.01.2016, 00:17

Ich wäre über jede Diagnose froh, dann könnte ich endlich anfangen mich möglichst bis zur Unkenntlichkeit zu verändern.
So bald ich weiß woran es liegt werde ich nicht ruhen bis ich alles geändert habe.
Wenn ich Borderline habe ist das schlecht aber es ist immer noch besser als noch viele weitere Wochen und Monate untätig sein zu müssen.
Stand jetzt weiß niemand was mit mir los ist, selbst die Kasoistik heute morgen hat keine Ergebnisse gebracht
Jetzt soll ich bald eine Therapie anfangen weil ich depressiv bin aber die wird nichts bringen denn ich bin ja depressiv weil ich bin wer ich bin.
Ich sehe für mich so wie ich bin keine Zukunft und solange ich da nicht Licht am Ende des Tunnels sehe kann ich auch nicht weniger depressiv werden denn ich habe ja keine Zukunft.
Was ich auch mache ich muss einen Weg finden

Ich meine einen der Skit Bögen bzw einen der vielfältigen Tests die man machen kann.
Es gibt da verschiedenene Varianten allerdings kenne ich die Namen nicht.
Oskar
Vielschreiber
 
Beiträge: 246
Registriert: Sa. 07.11.2015, 14:29
Wohnort: Hamburg

Re: Wahrscheinlich Borderliner... TRIGGER?

Beitragvon Lavendel » Sa. 09.01.2016, 00:25

Meinst du nicht, das lässt sich über Selbstreflektion, Akzeptanz und Achtsamkeit lösen, unabhängig von der Diagnose? Soweit ich weiß sind das Eckpfeiler jeder Therapie mit der man an sich arbeiten möchte.
Vertrauen ist ein kostbares Gut
Lavendel
Vielschreiber
 
Beiträge: 310
Registriert: Mo. 21.09.2015, 20:52

Re: Wahrscheinlich Borderliner... TRIGGER?

Beitragvon SoundOfSilence » Sa. 09.01.2016, 03:43

Liebe Oskar,

ich lese so viel Druck bei dir, so viel Verzweiflung und so viel Wut. Und dabei fällt mir vor allem eins immer wieder ins Auge:

dass du dich bis zur Unkenntlichkeit verändern willst ...

Ich bin selber ungern die, die ich bin. Aber ich suche doch verzweifelt auch meinen Kern (das, was ich eigentlich bin)... Weißt du überhaupt, wer oder was du bist?

Ich glaube es irgendwie nicht, denn du brauchst ja unbedingt eine Diagnose, um zu wissen, was du bist...
Und um zu wissen, was du ändern "musst"...
Du gehst dich, DEINE SEELE an wie eine bakterielle Infektion: Wenn der Labortest mir endlich sagt, welches Bakterium mich krank macht, dann kann ich das richtige Antibiotikum nehmen. Verständlich. Logisch. Rational. Aber: völlig verkehrt.

Diese Tests sind häufig kaum Aussagefähig und vor allem für Studienzwecke entwickelt worden, also dafür, Patienten IN DER THEORIE vergleichbar zu machen. Nicht dafür, um in der Praxis zuverlässig Diagnosen zu erstellen und Behandlungspläne zu fassen. Allenfalls dienen sie in der Praxis noch der Erfolgskontrolle.
Die Diagnose ist in der Psychologie/Psychiatrie etwas, das jeder Behandler prüft, stellt, anpasst - immer wieder im Laufe der Therapie. Sie VERÄNDERT sich individuell, wie auch der Patient sich ändert. Und bei den psychiatrischen Diagnosen kommt ich dazu: sie verändern sich auch GENERELL - weil ständig am Diagnose-Buch gearbeitet wird und über manche Dinge große Uneinigkeit herrscht. Auch, weil ein Symptom wie z.B. "Derealsisation" von dem einen Arzt so und von dem anderen Arzt anders beurteilt wird...

Die Therapie, eine Psychotherapie, findet vor allem zwischen 2 Menschen statt - in der Dynamik der Beziehung. DAS ist wichtig. Nur mit ganz speziellen Krankheitsbildern/Störungen muss ein Therapeut sich wirklich "speziell" auskennen - ansonsten ist viel wichtiger, dass ein Therapeut sich AUF DICH einlässt (und du dich auf ihn) und sich AN DEINEM ERLEBEN orientiert, als dass er die richtige Diagnose aus der Klinik gesagt bekommt und die richtigen Fortbildungen gemacht hat, passend zum Diagnoseschlüssel... Die TherapieFORM ist außerdem von Bedeutung und richtet sich nach dem, was du INHALTLICH brauchst, nach Organisatorischem und nach deiner Bereitschaft - und damit eher nach deinen Bedürfnissen (individuell!) als nach deiner Diagnose.
Mein Analytiker hat mir mal gesagt: Wenn es reichen würde, in einem guten Buch die Theorie zu lesen, dann würde ihre Krankenkasse ihnen ein Buch schicken. Und nicht mir 60 € pro Stunde zahlen.
Und damit hatte er recht (leider - Buch wäre einfacher!).

Ich will nicht sagen: Schei..... auf die Diagnose. Aber: konzentrier dich mal auf DICH und darauf was DIR gut tut und deine Lage verbessert - und nicht auf ein imaginäres Ursache-Wirkung bzw. Wirkung-Ursache - Prinzip, dass wirklich NUR in der Theorie einen Nutzen hat, nicht aber in der Praxis...

Warum fällt dir das so verflucht schwer, was meinst du?

Liebe Grüße,
Silence
SoundOfSilence
 

Re: Wahrscheinlich Borderliner... TRIGGER?

Beitragvon Atisha » Sa. 09.01.2016, 04:33

Ich pflichte den beiden vorherigen Beiträgen zu.
Du musst auch bissel Hoffnung auf Gesundung haben und vor allem braucht das Zeit und damit Gedult.
Und mit deinen Kopfgedanken alleine wirst du das nicht lösen können. Du denkst zu mechanisch.
Du wirkst auf mich ser ungedultig und angespannt. Letztlich willst du gesunden, die Diagnose beschreibt deine Krankheit, aber nicht deine Seele ist krank sondern dein Kopf und was weiß ich nicht noch. Es geht immer darum die Krankheit loszuwerden und sich selbst, die eigene Seele zu ihrem Leben kommen zu lassen. Ich sage immer so schön Krankheiten gehören dem Teufel, er soll sie behalten, ich will meine Gesundheit wiederfinden.
Atisha
 

Re: Wahrscheinlich Borderliner... TRIGGER?

Beitragvon Oskar » Sa. 09.01.2016, 09:29

Ich mag mich nicht. Eigentlich nichts an mir.
Ich bin nicht ganz hässlich und ich bin nicht dumm aber was meine sozialen Fähigkeiten betrifft und was meinen Charakter betrifft bin ich der schlimmste Mensch den ich mir vorstellen kann. Meine Eigenschaften, das ich bin wie ich bin hat mich in die Klinik gebracht denn es hat mich zu einem erfolglosen Leben gebracht in dem ich mir für mein eigenes Leben nur Vorwürfe mache.
Ich finde mich Selbst auf menschlicher Ebene schlimm und ich spüre das ich sozial unglaublich eingeschränkt bin. Das macht mich traurig und es bringt mich zur Verzweiflung denn ich weiß das es mir für immer schlecht gehen wird wenn ich so bleibe.
Ich kenne mich kaum selbst, wo andere Menschen einen Charakter haben habe ich den Drang geliebt zu werden und Aufmerksamkeit zu bekommen. Dieser Drang bestimmt mich. Aber ich bin sozial unglaublich unsicher und ich kann mich an niemanden emotional binden.
Ich mache es mir selbst zum Vorwurf so zu sein, so einen minderwertigen Charakter zu haben. Ich verfluche mich selbst denn um Liebe und kein Gegenwind zu bekommen Lüge ich und behandle Menschen ungerecht. Ich habe aber auch nicht die Fähigkeit andere Menschen zu lieben und mich emotional auf sie einzulassen ich bin oft Mitleidlos allerdings tue ich das richtige in dem ich versuche korrekt zu allen Menschen zu sein. Aber ich kann es halt nicht spüren deswegen fühlt sich alles wie gelogen an was ich tue, dabei hasse ich das am meisten an mir. Ich misstraue mir entsprechend selbst.
Und ich habe das Gefühl ich verpasse das wichtigste auf der Welt; die Emotionale Bindung, Freundschaft, Liebe, Geborgenheit. Ich will das auch haben.
Dazu habe ich Angst, bin depressiv und durch mein ADHS in mir selbst gefangen denn ich lebe teilweise in meiner eigenen Welt.
Wahrscheinlich hast du recht, es kommt darauf an was in der Therapie passiert. Darauf das ich einen Therapeuten bekomme der mir hilft und das wir gut interagieren und das meine Probleme behandelt werden und ich den inneren Druck verliere. Aber das fällt mir schwer mit meiner Geschichte im Hintergrund
Ich habe aber eben auch schlechte Erfahrungen gemacht die mir zeigen das ich alles selbst machen muss, sonst hilft mir niemand. Ich brauche Hilfe wenn es um mich selbst geht und das ist die Ursache für meine Depression, wenn ich da Hoffnung sehe dann bin ich auf dem richtigen Weg.
Ich weiss nicht ob es reicht auf sich zu achten, ich weiß das ich emotional eine "Schulung" brauche, etwas was meine Unsicherheit verringert, und etwas das mein ADHS verringert damit meine Fähigkeiten wachsen.
Vielleicht habe ich auch einfach einen sehr Nazistischen Wesenszug entwickelt. Bei mir kommen so wie so sehr viele verschiedene Probleme zusammen
Oskar
Vielschreiber
 
Beiträge: 246
Registriert: Sa. 07.11.2015, 14:29
Wohnort: Hamburg

Re: Wahrscheinlich Borderliner... TRIGGER?

Beitragvon Lavendel » Sa. 09.01.2016, 13:42

Nur ganz kurz, weil ich mir heute etwas weniger Zeit fürs Forum und etwas mehr für mich selber nehmen wollte:
ich habe in der Therapie immer wieder beigebracht bekommen mich auf meine Stärken und mein Können zu konzentrieren, nicht auf meine Defizite, dazu könntest du mal "positive Psychologie" googeln (Martin Seligmann u.a.) was nichts mit positivem Denken zu tun hat, denn es ist nunmal auch viel Negatives in und somit auch um uns.
Wenn du es schaffen kannst, dir heute mal eine Liste zu schreiben, in der deine Stärken gleichberechtigt neben deinen Schwächen stehen kommst du vielleicht ein Stück aus deiner rein negativen Sicht auf dich selbst und vielleicht daraus resultierend auch auf die Welt raus.
Sieh es als kleine Hausaufgabe fürs Wochenende, wird grad auf Station eh nicht viel los sein, oder?
(Vielleicht freut sich auch einer deiner Therapeuten, dass ich ihm ein Stück Arbeit abnehme, die meiste Arbeit hat bei einer Therapie übrigens der Betroffene, sagt meine Thera immer, der Therapeut "macht" nichts mit dir, sondern gibt dir lediglich Denkanstöße zum umdenken und umlernen selbstdestruktiver Gedanken und Handlungsmuster)
Vertrauen ist ein kostbares Gut
Lavendel
Vielschreiber
 
Beiträge: 310
Registriert: Mo. 21.09.2015, 20:52

Re: Wahrscheinlich Borderliner... TRIGGER?

Beitragvon SoundOfSilence » Sa. 09.01.2016, 14:00

Oskar hat geschrieben:Ich kenne mich kaum selbst, wo andere Menschen einen Charakter haben habe ich den Drang geliebt zu werden und Aufmerksamkeit zu bekommen. Dieser Drang bestimmt mich.


Tja - da du alles an dir ablehnst, ist es kein wunder, dass du dich gar nicht richtig "anschauen" magst und deshalb nicht kennst. Und wenn du dir selber nur Ablehnung entgegen bringst, dann ist doch auch klar, dass du im Außen nur Anerkennung/"Liebe" suchst... Das liest sich für mich wie ein Teufelskreis... Und den finde ich recht verständlich. Kannst du das auch verstehen?

Du willst dich um jeden Preis verändern, nur so kannst du überhaupt je ein wenig glücklich werden - und das ganze soll wie ein Matheaufgabe funktionieren. Und die Ärzte sollen gefälligst "Ihre Arbeit" machen. Ach, Oskar, wenn das doch nur funktionieren würde so... Tut es nicht. Das allererste, was da stehen müsste, das wäre: Neugierde.Kannst du neugierig sein auf dich? Kannst du es werden? Dir mal einen Tag ohne Vor-Urteil zugestehen? Nicht werten, dass du nicht mitfühlst, sondern einfach mal nur BEOBACHTEN?

Ich habe das nur ganz langsam gelernt, aber es hat mein Leben wirklich bereichert, das ab und an wenigstens zu tun.

Und dann noch ein Gedanke, vielleicht stimmt er dich ein bisschen milde: Wenn ein Mensch nicht mitfühlend IST (weil er es nicht kann, weil es ihm nicht "gegeben" ist vielleicht) aber er schafft es sich dennoch so zu verhalten - also SOZIAL zu verhalten, dann finde ich das durchaus bewundernswert. Jemand anderes würde sich die Mühe nicht machen, wäre gar psychopathisch möglicherweise. Ein A...loch, das andere verletzt und verletzten will. Das bist du nicht! Du verhältst dich wie ein "guter Mensch"! Und auf der anderen Seite: wie leicht würde dir das fallen, wenn du so auch wirklich fühlen könntest? Also: welche Mühe, welche Kraftanstrengung nimmst du da auf dich! Das finde ich sehr bewundernswert, sehr anerkennenswert. Du leistest damit letztlich viel mehr als andere, mitfühlende, soziale Menschen... Und auch wenn du dir selber dabei wir ein Schauspieler vorkommst - ich empfinde dich eher als einen sehr pflichtbewussten Menschen, der um seine Sozialkompetenz bemüht ist. Weil er es kognitiv verstanden hat und auszugleichen sucht, was ihm (leider!) emotional fehlt. Dafür hast du meinen Respekt!

Liebe Grüße,
Silence
SoundOfSilence
 

Re: Wahrscheinlich Borderliner... TRIGGER?

Beitragvon Oskar » Sa. 09.01.2016, 19:55

Hey Lavendel, hey SoS

Ich habe eure Antworten gerne gelesen.
Niemand muss sich entschuldigen weil er nur wenig Zeit hat.

Ich habe mich immer verdrängt, ich lebte aber auch immer in meiner eigenen Welt.
Einerseits weil ich als ADHSler sehr viele Ansprüche an meine Bekannten stellte andererseits war ich damals auch echt agressiv und Impulsiv ( als ich Kind war)
Ich bin schon immer vor mir selbst weggelaufen und habe Dinge vorgetäuscht. Freundschaft, Verletzungen ect nur um Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Beziehungen in denen ich war waren immer asymmetrisch. Ich war der klügere der den anderen sagte wo es lang ging. Wiederspruch gefiel mir nicht. Früh habe ich Menschen ausgenutzt, allerdings habe ich nie jemanden verletzt weil ich ihn verletzen wollte, es gab nur " Koleteralschäden" ( das hört sich so grausam an wie es gemeint ist)
Wirklich wert waren mir die Menschen selbst aber seit ich 10 war nichts mehr, aber ich habe versucht Rücksicht zu nehmen, insbesondere seit ein paar Jahren.
Nicht nur zu Menschen sondern generell stellte sich bald eine Gefühlsarmut ein
Der Teufelskreis den SoS angesprochen hat gibt es allerdings auf jeden Fall.
Wahrscheinlich ist es Teil der Lösung sich selbst lieben zu lernen, das Thema ist ja auch bei nazistischen Persönlichkeiten Teil des Problems.
So sollte ich mir vielleicht etwas Selbstachtung entgegen bringen und versuchen mich zu entwickeln in dem ich nach den Teilen in mir Suche die nicht aus der Gier nach Aufmerksamkeit bestehen

Das ich kognitiv versuche zu beheben was mir emotional fehlt stimmt. Aber ich will das unbedingt lernen.
Es muss doch eine Möglichkeit geben sich an Menschen binden zu können oder diese Emotionalität oder die Wärme die einem andere Menschen bringen sollen zu spüren.
Viel zu oft verlieren meine Vorsätze gegen meine Triebe und ich nutze Menschen aus, weil ich niemanden mehr ausnutzen will stecke ich ab und an zurück aber wie schön wäre es wenn ich nicht zurück stecken müsste sondern etwas empfinden könnte.
Ich will nicht Pflichtbewusst sein, ich will das Leben genießen, bisher hatte ich es schwer genug.
Ich suche ständig die Bestätigung und die Liebe aber ich kann das nicht spüren, so bin ich innerlich alleine aber ich spüre das riesige Loch in mir und so Suche ich den Kontakt oder schlafe abends bis heute zusammengerollt um mein Kuscheltier und manchmal weinend ein. Ich suche nach dieser Wärme und ich bin nur Glücklich wenn ich sie bekomme. Ich weiß gar nicht was ich dann spüre, ich denke an nichts ich bin einfach nur überwältigt. Nicht zu lange ist es her da konnte ich das nicht zulassen.
Wenn ich heute an Gefühle denke heule ich und ich spanne mich an, früher war es nur Anspannung und abblocken. Vielleicht ist es ein gutes Zeichen.

Ich könnte mich groß fühlen, nicht klein in dem ich auf meine Stärken sehe. Aber ich will mich nicht mehr groß fühlen, ich habe mich immer versucht groß zu fühlen und dann habe ich mir stärken eingeredet und bin in meine eigene Welt gerutscht. Ich will aber sein wer ich bin und wer ich werde.
Allerdings kann ich das dennoch tun, ich sollte diese Dinge aufschreiben allein wegen der Erkenntnis.
Ich muss den Weg gehen, das stimmt. Ich muss den aber nicht alleine gehen. In meiner Welt ist das wie laufen lernen. Deine Freunde stützen dich, der Therapeut sagt dir wo du hintreten sollst und du musst die Beine bewegen.
Ich hoffe so sehr das mir geholfen werden kann damit ich mir selbst helfen kann.
Oskar
Vielschreiber
 
Beiträge: 246
Registriert: Sa. 07.11.2015, 14:29
Wohnort: Hamburg

Re: Wahrscheinlich Borderliner... TRIGGER?

Beitragvon Lavendel » So. 10.01.2016, 08:52

Oskar, ich kann dir grade nur schreiben, dass ich dich verstehe.
Mir geht oft genauso, ich bin wie ich bin, aber ich muss immer Teile von mir zurückhalten und mit mir slber ausmachen, weil ich sonst für andere unaushaltbar bin. Das macht mich dann wiederum traurig und wütend.

Ich kann auch verstehen, dass du endlich eine eindeutige Diagnose willst, damit du anderen sagen kannst, passt auf, ich bin manchmal so und so, weil ich habe die und die Krankheit. Das ist alles keine böse Absicht, sondern ich bin krank.
Das ist vielleicht am ehesten zu vergleichen mit jemandem, der von Freunden zum joggen aufgefordert wird und dann sagen kann, passt auf, ich habe kaputte Knie, ich kann leider nicht so wie ihr...zumindest ist das bei mir so.
Vertrauen ist ein kostbares Gut
Lavendel
Vielschreiber
 
Beiträge: 310
Registriert: Mo. 21.09.2015, 20:52

Re: Wahrscheinlich Borderliner... TRIGGER?

Beitragvon Oskar » So. 10.01.2016, 09:10

Lavendel hat geschrieben:Oskar, ich kann dir grade nur schreiben, dass ich dich verstehe.
Mir geht oft genauso, ich bin wie ich bin, aber ich muss immer Teile von mir zurückhalten und mit mir slber ausmachen, weil ich sonst für andere unaushaltbar bin. Das macht mich dann wiederum traurig und wütend.

Ich kann auch verstehen, dass du endlich eine eindeutige Diagnose willst, damit du anderen sagen kannst, passt auf, ich bin manchmal so und so, weil ich habe die und die Krankheit. Das ist alles keine böse Absicht, sondern ich bin krank.
Das ist vielleicht am ehesten zu vergleichen mit jemandem, der von Freunden zum joggen aufgefordert wird und dann sagen kann, passt auf, ich habe kaputte Knie, ich kann leider nicht so wie ihr...zumindest ist das bei mir so.


Mir geht es eher darum das kaputte Knie zu behandeln.
Keine Diagnose = keine zielgerichtete Behandlung

Ich glaube das ich mich ändern kann, zumindest in vielen Punkten kann ich lernen anders zu sein.
Ich kann lernen einen eigenen Charakter aufzubauen und nicht immer zu versuchen jemand anderer zu sein
Ich kann lernen mich selbst auszuhalten und tatsächlich aus mir selbst heraus zu lieben oder zumindest zu akzeptieren
Ich kann lernen mit Traumen umzugehen und meine Gier nach Liebe zu stillen bzw die Verluste zu verarbeiten die diese Gier hervorgerufen haben um sie zu reduzieren
Ich denke ich kann mein ADHS reduzieren wenn ich mich therapieren lasse, all das sind Punkte die ich angehen will und dann werde ich auch raus kommen aus meinem Loch.
Ich bin 21 und ganz sicher noch nicht fertig geprägt, ich denke auch das ich lernen kann Gefühle zuzulassen und Empathie zu fühlen und mich emotional an Menschen zu binden. Das ist alles Prägung und das kann man ändern
Der Rest lässt sich sicher mit etwas Achtsamkeit und Ruhe gegenüber sich selbst verwalten
Oskar
Vielschreiber
 
Beiträge: 246
Registriert: Sa. 07.11.2015, 14:29
Wohnort: Hamburg

Re: Wahrscheinlich Borderliner... TRIGGER?

Beitragvon Lavendel » So. 10.01.2016, 09:19

Woran merkst du, dass du versuchst jemand anderer zu sein?
Und lässt sich die Gier nach Liebe dadurch stillen, dass du anderen Liebe gibst?
Vertrauen ist ein kostbares Gut
Lavendel
Vielschreiber
 
Beiträge: 310
Registriert: Mo. 21.09.2015, 20:52

Re: Wahrscheinlich Borderliner... TRIGGER?

Beitragvon Oskar » So. 10.01.2016, 20:29

Lavendel hat geschrieben:Woran merkst du, dass du versuchst jemand anderer zu sein?
Und lässt sich die Gier nach Liebe dadurch stillen, dass du anderen Liebe gibst?


Naja, das ganze ist doch recht leicht zu erkennen.
Wenn jemand die ganze Zeit über irgendwelchen Mist über sich erzählt der einfach gelogen ist und bei jedem Schritt den er tut darauf achtet bloß nicht so zu sein wie er ist und bloß "richtig" zu wirken dann will ich jemand anderes sein.
Ich träume den ganzen Tag von Situationen in denen ich jemand anderes bin.

Ich kann keine Liebe geben.
Ich spüre keine Emotionen für andere Menschen und ich spüre keine Liebe wenn ich sie bekomme, ich kann mich auch nicht für andere Menschen interesseieren, keine Ahnung warum dabei sind andere Menschen sicher spannend.
Was ich spüre ist wenn ich Aufmerksamkeit bekomme dann geht es mir für den Moment besser.
Ich fühle mich einfach schmutzig deswegen und ich denke mir entgeht so vieles
Oskar
Vielschreiber
 
Beiträge: 246
Registriert: Sa. 07.11.2015, 14:29
Wohnort: Hamburg

Re: Wahrscheinlich Borderliner... TRIGGER?

Beitragvon Lavendel » So. 10.01.2016, 21:54

Ich lass dir jetzt einfach mal ne Umarmung da, natürlich nur, wenn dir das recht ist.
*cuddle*
Vertrauen ist ein kostbares Gut
Lavendel
Vielschreiber
 
Beiträge: 310
Registriert: Mo. 21.09.2015, 20:52

Re: Wahrscheinlich Borderliner... TRIGGER?

Beitragvon Lavendel » Mo. 11.01.2016, 08:56

Und, lieber Oskar, was ich dir noch dalassen möchte ist folgendes:
Es könnte dich im ersten Moment treffen oder verletzen, das liegt nicht in meiner Absicht, sondern höchstens in der Natur der Sache. Und wenn mich Worte von anderen verletzen lohnt es sich meistens, genauer darüber nachzudenken, meistens haben sie dann einen wichtigen Punkt getroffen. Das nur vorneweg.

Du schreibst, du willst geliebt werden. Gleichzeitig, dass du dich ungern mit anderen Menschen beschäftigst.
Wie soll das denn deiner Meinung nach gehen? Wenn ich jemanden treffe, dessen ganzes Denken nur um ihn selber kreist, kann ich versuchen ihm zu helfen, aber Liebe, geliebt werden ist etwas Gegenseitiges, da muss der andere, in dem Fall du, sich genauso mit dem anderen beschäftigen. Verstehst was ich dir sagen will und was der Unterschied zwischen Hilfe und Liebe ist?
Vieleicht, und das ist nur eine vorsichtige Vermutung, ist der Weg aus deinem ewigen Gehader mit dir selber, aufzuhören, dich nur mit dir selber zu beschäftigen, vielleicht sogar, dich ein Stück weit selbst zu vergessen und zu verlieren in der Begenung mit anderen. Und dazu musst du dich mit den anderen auseinandersetzen, versuchen SIE zu verstehen, dich auf sie einlassen...
Wenn der Saturn seine ganze Zeit und Kraft darauf verwendet, sein Bewusstsein auf seinen Ringen in der Ellipse oder im Kreis (ich weiss es grade nicht) um sich selbst zu schicken, dann wird er a) nie die Schönheit und Besonderheit der anderen Planeten sehen können und b) kommen die anderen Planeten nie an ihn ran, weil er ja immer nur den Blick auf sich selbst gerichtet hat.
Selbst wenn sie es versuchen, werden sie nie von ihm wahrgenommen.

Ich kann dir das schreiben, weil ich selber so bin, viel zu oft. Meistens weil ich Angst habe, vor dem, vor dem alle Menschen so Angst haben mehr oder weniger. Ablehnung, Verletztwerden, dass Gefühle nicht erwidert werden, dass ich andere verletzen könnte...
Etwas Nabelschau ist durchaus berechtigt und sinnvoll. Aber das Leben darf nicht nur daraus bestehen.

Sehr lavendelige Grüße, ich hoffe es kommt bei dir an und du kannst was damit anfangen....
Vertrauen ist ein kostbares Gut
Lavendel
Vielschreiber
 
Beiträge: 310
Registriert: Mo. 21.09.2015, 20:52

VorherigeNächste

Zurück zu Borderline

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast